default
Test

Shadow of the Tomb Raider (Switch 2)

Von Jeremiah David am 27.10.2026

Als Shadow of the Tomb Raider 2018 für PS4 und Xbox One erschien, markierte es das emotionale und düstere Finale der Reboot-Trilogie um Lara Crofts Entstehungsgeschichte. Während die Vorgänger Tomb Raider (2013) und Rise of the Tomb Raider (2015) stark auf Action und Schießereien setzten, ging Shadow einen überraschend klassischen Weg: Weniger Ballerei, mehr Rätsel, Klettern und düstere Dschungelatmosphäre. Außerdem setzte der Titel grafisch neue Maßstäbe.

Jetzt ist Laras letztes Abenteuer nach einem Shadow-Drop des Publishers Aspyr auch auf der Switch 2 erhältlich. Wir haben die Portierung für euch unter die Lupe genommen.

Lara vs. Trinity

Wer bei der Nintendo Switch 2 eine abgespeckte Spielerfahrung befürchtet, kann beruhigt sein. Inhaltlich ist Shadow of the Tomb Raider: Definitive Edition vollkommen unangetastet geblieben. Dank des Definitive-Edition-Umfangs stehen euch neben dem Hauptspiel von Beginn an alle sieben DLC-Erweiterungen zur Verfügung, die das Ganze um zusätzliche Story-Nebenmissionen, Herausforderungsgräber, Waffen und Outfits bereichern, allerdings ist zum Download des DLCs etwas überraschend eine Nintendo-Switch-Online-Mitgliedschaft erforderlich.

Die Geschichte von Shadow of the Tomb Raider setzt etwa ein Jahr nach den Ereignissen von Rise of the Tomb Raider an. Lara Croft ist besessen davon, die geheime, militärische Organisation Trinity aufzuhalten, die für den Tod ihres Vaters verantwortlich ist. Ihre Jagd führt sie nach Mexiko, wo sie in einem Maya-Grab einen alten Dolch entwendet, um ihn vor Trinity zu sichern. Dabei begeht sie jedoch einen verheerenden Fehler: Das Entfernen des Dolches löst eine prophezeite Maya-Apokalypse aus, die unmittelbar mit einer gewaltigen Tsunami-Katastrophe über das Küstendorf hereinbricht.

Von Schuldgefühlen geplagt, reist Lara gemeinsam mit Jonah in den undurchdringlichen Dschungel von Peru, um das Gegenstück des Dolches – die Schatulle von Ix Chel – zu finden, bevor die Welt durch weitere Naturkatastrophen zerstört wird. Die Story beginnt stark, verliert nach einiger Zeit jedoch spürbar an Fahrt und verkommt so letztlich zu einer phasenweise vorhersehbaren Jagd nach dem nächsten Artefakt. Immerhin überzeugt die Charakterentwicklung: Lara zeigt sich so verletzlich, getrieben und bisweilen sogar skrupellos wie nie zuvor. Ihre zunehmende Obsession belastet auch die Freundschaft zu Jonah, was dem Duo eine emotionale Tiefe verleiht, die man in früheren Serienteilen oft vermisste.

Alte Stärken sinnvoll erweitert

Statt ständiger Dauer-Action und endloser Gegnerwellen setzt Shadow of the Tomb Raider vor allem auf drei spielerische Elemente: Fordernde Gräber und Rätsel, erweiterte Kletter- und Bewegungsmöglichkeiten zur Erkundung der weitläufigen Gebiete und Guerilla-Kämpfe, die flexibel zwischen Schleichpassagen und brachialer Offensive wechseln.

Die optionalen Herausforderungsgräber zählen zum Besten, was die Serie oder gar das Genre zu bieten hat. Sie sind nicht nur optisch imposant, sondern überzeugen mit vielschichtigen Physik- und Mechanikrätseln, die logisches Denken erfordern. Lara darf die titelgebenden Gräber und umliegende Gebiete zudem durch Neuerungen wir Abseilen oder Wall-runs deutlich agiler und neuerdings auch unter Wasser erkunden. Letzteres lässt die Spielwelt größer wirken als sie wirklich ist. Shadow of the Tomb Raider ist kein Open-World-Spiel, fühlt sich aber manchmal so an, auch weil viele Abschnitte der Spielwelt als weitläufige HUB-Areale rund um bewohnte Dörfer aufgebaut sind. Besonders die verborgene Inka-Stadt Paititi dient als zentraler Knotenpunkte, an dem Lara mit den Einheimischen interagieren, Händler besuchen und zahlreiche Nebenquests annehmen kann.

Kommt es zum Konflikt mit menschlichen oder tierischen Gegnern, zwingt das Spiel Lara seltener als zuletzt in offene Schlagabtausche. Stattdessen nutzt sie die Umgebung zu ihrem Vorteil: Sie tarnt sich mit Schlamm, taucht in dichter Vegetation ab und schaltet Gegner geräuschlos aus dem Hinterhalt aus.

Shadow of the Tomb Raider ist meiner Meinung nach der abwechslungsreichste Teil der Reboot-Trilogie. Er erweitert das bekannte Gameplay geschickt, ohne das Rad neu zu erfinden, wodurch sich Freunde der Vorgänger schnell heimisch fühlen sollten, aber doch immer wieder mit willkommenen Neuerungen konfrontiert sehen.

Wie schlägt sich die Switch-2-Version?

Als der Titel 2018 auf der PlayStation 4 erschien, zeigte das Entwicklerteam von Eidos Montreal unter Mithilfe von Crystal Dynamics eindrucksvoll, was sich aus der Konsolengeneration herausholen ließ. Heute kann Shadow of the Tomb Raider optisch nicht mehr mit den ganz großen AAA-Titeln mithalten, sieht aber noch immer richtig gut aus, und zwar unabhängig vom gewählten System. Die Switch-2-Portierung durch Aspyr erreicht nicht ganz das Niveau der PS5-Fassung, das fällt optisch allerdings nur beim direkten Vergleich und ausschließlich am Fernseher auf. Im Handheld-Modus sieht das Spiel absolut überragend aus.

Bevor wir weiter auf die Präsentation eingehen, müssen wir an dieser Stelle jedoch anmerken, dass wir die Switch-2-Version nur für rund vier Stunden angespielt haben, um die Technik beurteilen zu können und einige Screenshots für diesen Test zu schießen. Die PS4-Fassung haben wir anno 2018 dagegen komplett durchgespielt. Außerdem haben wir noch in die Definitive-Edition der PS5-Fassung (für Besitzer der PS4-Version ist das Upgrade kostenlos) reingeschnuppert, um euch die nachfolgenden Vergleichsbilder liefern zu können:

Auf der PS5 läuft Shadow of the Tomb Raider seit Patch 2.01 in 4K und mit 60FPS. Außerdem kommen hier einige fortschrittlichere Effekte zum Einsatz, beispielsweise bei der Darstellung von Laras Haaren. Die Switch-2-Fassung bietet dagegen lediglich 1080p bei angepeilten 30 FPS und ein paar Details weniger, sieht aber dennoch sehr ordentlich aus, was die obigen Screenshots trotz ihrer geringen Größe hoffentlich belegen. Vor allem bei der Framerate wäre bei besserer Optimierung an die gegebene Hardware allerdings sicher mehr möglich gewesen, aber immerhin läuft das Spiel meist stabil. Framedrops kommen so selten vor, dass sie praktisch nicht ins Gewicht fallen. Erwähnenswert ist außerdem, dass die Ladezeiten auf der Switch 2 nicht länger oder teilweise sogar kürzer ausfallen, als auf der PS5. Während unserer Zeit mit der Switch-2-Version blieben wir außerdem von gröberen Bugs oder gar Spielabstürzen verschont. Lobenswert ist auch, dass Aspyr eine Maus-Steuerung integriert hat. Wer also nicht mit dem Controller spielen möchte, kann die Joy-Cons von der Switch 2 lösen und als Maus verwenden. Insgesamt hat Aspyr – deren Ruf bei Portierungen in der Vergangenheit eher durchwachsen war – hier ordentliche Arbeit abgeliefert.

Fazit

Shadow of the Tomb Raider war 2018 ein würdiger Abschluss der Trilogie und ist auch heute noch ein absolut spielenswerter Titel. Wer Laras Abenteuer bisher verpasst hat und die Geschichte nun auf der Nintendo Switch 2 nachholen möchte, kann bedenkenlos zugreifen. Aspyr liefert eine unspektakuläre, aber rundum solide Portierung ab, die vor allem im Handheld-Modus glänzt. Zwar muss man bei der Bildrate und den Details im Vergleich zur PS5 kleine Abstriche machen, bekommt dafür aber das komplette Inhaltspaket inklusive aller DLCs für unterwegs – inklusive Joy-Con-Maussteuerung.

Unsere Wertung:
8.0
Jeremiah David meint: "Solide Portierung von Laras letztem großen Action-Adventure"
Shadow of the Tomb Raider (Switch 2) von Eidos Montreal / Aspyr erscheint am 22.10.2026 für PC und PlayStation 4 und Nintendo Switch 2 und Xbox One. Wir haben die Version für Nintendo Switch 2 getestet. Für diesen Test wurde uns ein Rezensionsexemplar von Aspyr zur Verfügung gestellt.
Nur registrierte Benutzer können Kommentare verfassen. Jetzt registrieren