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Metroid Ravenous

Von Kamil Witecy am 19.09.2026

Mit Metroid Ravenous hat Nintendo auf der September-Nintendo-Direct für einen willkommenen Überraschungsmoment gesorgt. Ohne größere Vorankündigung tauchte Samus Aran plötzlich auf dem Bildschirm auf – und schnell wurde klar: Die Geschichte der Kopfgeldjägerin wird in einem neuen 2D-Ableger fortgesetzt. Ebenfalls äußerst erfreulich: Spieler müssen gar nicht mehr lange warten, der Titel erscheint bereits am 28. Januar 2027 exklusiv für Nintendo Switch 2 und setzt die Geschichte rund um Samus nach den Ereignissen von Metroid Dread fort.

Nach dem Erfolg von Metroid Dread aus dem Jahr 2021 wurde es zunächst ruhig um die klassische 2D-Reihe. Stattdessen rückte in den vergangenen Jahren vor allem die Prime-Serie in den Mittelpunkt, die am 4. Dezember 2025 mit der Veröffentlichung von Metroid Prime 4: Beyond zurückkehrte. Mit Ravenous kehrt Nintendo nun zu den Wurzeln der Serie zurück. Gleichzeitig deutet bereits der erste veröffentlichte Trailer an, dass die Entwickler auch einige neue Ideen ausprobieren. Samus wirkt verletzlicher, die Inszenierung deutlich düsterer und mit ihren neu erwachten Metroid-Kräften rückt ihre Metroid-DNA stärker denn je in den Mittelpunkt. Eine zentrale Neuerung besteht darin, dass Samus betäubte Gegner regelrecht verschlingen und dadurch deren Energie absorbieren kann.

Doch was genau steckt hinter Metroid Ravenous? Wir fassen zusammen, was Nintendo bislang offiziell gezeigt und angekündigt hat.

Was ist Metroid Ravenous?

Metroid Ravenous ist ein neues 2D-Action-Adventure innerhalb der Metroid-Hauptreihe. Wie schon bei Metroid Dread wird die Welt aus einer seitlichen Perspektive erkundet, während Plattformpassagen, Kämpfe, Rätsel und die Suche nach neuen Fähigkeiten ineinandergreifen.

Optisch bleibt Ravenous der modernen 2D-Ausrichtung von Metroid Dread treu. Die Spielwelt wird allerdings vollständig in 3D dargestellt und soll durch deutlich spektakulärere Kamerafahrten und filmische Momente ergänzt werden. Der erste Trailer zeigt bereits mehrere Szenen, in denen Samus nicht einfach nur durch die Umgebung läuft, sondern in dynamische Begegnungen mit riesigen Kreaturen und anderen Gegnern verwickelt wird.

Das grundlegende Spielprinzip bleibt damit dem bekannten Metroidvania-Konzept treu: Spieler erkunden eine miteinander verbundene, labyrinthartige Welt, schalten neue Fähigkeiten frei und erschließen sich dadurch nach und nach weitere Bereiche.

Wer entwickelt Metroid Ravenous?

Hinter Ravenous stecken erneut die Mannen von MercurySteam. Das spanische Entwicklerstudio arbeitete bereits an Metroid: Samus Returns für Nintendo 3DS und entwickelte anschließend gemeinsam mit Nintendo Metroid Dread. Damit setzt Nintendo die Zusammenarbeit mit den Spaniern fort, die somit maßgeblich für die moderne Ausrichtung der 2D-Metroid-Spiele verantwortlich sind. Insbesondere Metroid Dread hat gezeigt, dass MercurySteam die klassischen Erkundungs- und Actionelemente der Reihe mit einem deutlich höheren Bewegungstempo verbinden kann.

Dennoch wird das Projekt nicht alleine von den spanischen Entwicklern gestemmt. Denn auch Nintendo ist an der Entwicklung beteiligt. Mehrere Berichte nennen dabei Nintendo EPD als Partner von MercurySteam. Eine detaillierte offizielle Aufschlüsselung der beteiligten Nintendo-Teams liegt derzeit allerdings nicht vor.

Die Geschichte: Eine direkte Fortsetzung zu Metroid Dread?

Inzwischen sind deutlich mehr Details zur Ausgangssituation bekannt. Metroid Ravenous setzt nach den Ereignissen von Metroid Dread an und schickt Samus auf einen bislang unbekannten Mond. Dort kommt ihr Schiff auf einem unbekannten Mond zu Bruch, bevor Samus von einer mysteriösen Gruppe von Angreifern überfallen und schwer verletzt wird. Samus wird bei dem Angriff schwer verletzt und muss anschließend in einer unterirdischen Welt um ihr Überleben kämpfen.

Die fünf Space Ninjas lauern Samus im Verlauf des Abenteuers immer wieder in der labyrinthartigen Untergrundwelt auf und stellen sich ihr in mehreren direkten Einzelkämpfen entgegen. Welche Ziele die Angreifer verfolgen und weshalb sie es auf Samus abgesehen haben, ist bislang noch nicht bekannt.

Damit schlägt Ravenous bereits in den ersten Minuten einen ungewöhnlich düsteren Ton an. Samus ist nicht die übermächtige Jägerin, die scheinbar jede Bedrohung problemlos beseitigt. Stattdessen wird sie selbst zur Beute. Passend dazu verwendet Nintendo den Slogan „Fressen oder gefressen werden“. Dieser verweist dabei unmittelbar auf eine zentrale Gameplay-Mechanik des Spiels.

Samus und ihre Metroid-DNA

Eine der wohl größten Überraschungen des ersten Trailers betrifft Samus' Metroid-DNA. Nachdem die Ereignisse von Metroid Fusion und Metroid Dread ihre Verbindung zu den Metroids grundlegend verändert haben, scheint Ravenous diesen Handlungsstrang nun konsequent weiterzuführen. Nintendo hat zudem bestätigt, dass Samus ihre neu erwachten Metroid-Instinkte nutzen kann, um Gegner zu verschlingen und dadurch Energie zurückzugewinnen. Dafür muss sie ihre Feinde zunächst in einem geeigneten Moment betäuben. Anschließend kann sie ihnen schnell Energie entziehen.

Damit wird Samus' Metroid-DNA nun deutlich stärker zu einem unmittelbar spielbestimmenden Element. Die Kopfgeldjägerin kann ihre Gegner nicht mehr nur mit ihren klassischen Waffen bekämpfen, sondern sie gewissermaßen selbst als Energiequelle nutzen. Wie weit dieses System über die reine Energierückgewinnung hinausgeht, ist allerdings noch nicht bekannt. Nintendo hat bislang keine konkreten Angaben dazu gemacht, ob das Verschlingen von Gegnern beispielsweise weitere Fähigkeiten beeinflusst oder sich auf die Entwicklung von Samus auswirkt.

Gewohntes Metroidvania-Konzept, aber körperlichere Kämpfe

Grundsätzlich scheint Metroid Ravenous dem bekannten Metroidvania-Konzept treu zu bleiben. Spieler erkunden somit weiterhin eine miteinander verbundene Spielwelt, schalten neue Fähigkeiten frei und gelangen dadurch an zuvor unerreichbare Orte. Die Mischung aus Plattformpassagen, Erkundung, Geheimnissen und actionreichen Kämpfen bildet weiterhin das Fundament.

Gleichzeitig scheint Ravenous die Bewegungsfreiheit von Samus noch stärker in den Vordergrund zu stellen, auch beim Kampfsystem geht Ravenous neue Wege. Samus setzt weiterhin auf ihre klassischen Waffen, doch der Trailer zeigt sie wesentlich stärker und körperlicher im direkten Nahkampf mit ihren Gegnern. Unter anderem ist zu sehen, wie Samus Angriffe von Gegnern abwehrt beziehungsweise pariert. Ein erfolgreicher Konter kann dabei einen Gegner betäuben und eröffnet anschließend die Möglichkeit, dessen Energie zu absorbieren. Dadurch erhält das Kampfsystem eine zusätzliche Ebene, bei der Timing und Reaktion eine wichtige Rolle spielen.

Das passt zum insgesamt höheren Bewegungstempo, das bereits aus Metroid Dread bekannt ist. Ravenous scheint dieses Prinzip noch weiter auszubauen und Samus dadurch zu einer noch beweglicheren und offensiveren Kämpferin zu machen. Wie umfangreich die neuen Kampfsysteme tatsächlich ausfallen, muss Nintendo allerdings noch genauer zeigen.

Der Morph Ball kehrt zurück

Eine der ikonischsten Fähigkeiten der Serie darf ebenfalls nicht fehlen: Samus kann sich natürlich erneut in einen Morph Ball verwandeln. Im Reveal-Trailer sind gleich mehrere Passagen zu sehen, in denen sich unsere Lieblings-Kopfgeldjägerin als Morph Ball durch enge Bereiche bewegt. Welche neuen Möglichkeiten sich daraus für die Erkundung ergeben, lässt sich derzeit allerdings noch nicht abschließend beurteilen.

Gerade die Kombination aus Morph Ball, neuen Fähigkeiten und der klassischen Metroid-Formel dürfte jedoch wieder dafür sorgen, dass Spieler bereits besuchte Gebiete zu einem späteren Zeitpunkt erneut erkunden müssen. Welche zusätzlichen Möglichkeiten Ravenous für den Morph Ball bereithält, hat Nintendo bislang noch nicht verraten.

Eine neue Bedrohung

Bei der neuen Bedrohung handelt es sich nicht lediglich um eine Reihe unbekannter Gegner. Nintendo spricht ausdrücklich von fünf Space Ninjas, die Samus zu Beginn des Abenteuers angreifen und ihr anschließend durch die unterirdische Welt folgen. Die fünf Angreifer sollen Samus im Verlauf des Spiels in einzelnen Kämpfen gegenübertreten.

Daneben zeigt das bisherige Material offenkundig mächtige Bosse und mehrere riesige Kreaturen, die Samus auf ihrem Weg durch die labyrinthartige Welt bekämpfen muss. Welche Rolle diese Kreaturen innerhalb des Ökosystems und der Geschichte spielen, ist bislang noch nicht bekannt. Interessanter sind jedoch die Space Ninjas selbst: Die mysteriösen Angreifer glauben offenbar, durch das Verspeisen besiegter Gegner deren Kräfte übernehmen zu können. Damit weisen sie eine auffällige Parallele zu Samus' neu erwachten Metroid-Kräften auf. Wie genau das alles zusammenhängt, gilt es noch abzuwarten.

Exklusiv für Nintendo Switch 2

Metroid Ravenous erscheint am 28. Januar 2027 ausschließlich für Nintendo Switch 2. Eine Version für die Vorgängerkonsole Switch ist bislang nicht angekündigt und ist auch ziemlich unwahrscheinlich. Damit erhält Nintendos aktuelle Konsole einen weiteren großen Exklusivtitel. Technisch unterstützt das Spiel unter anderem HDR und eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz auf kompatiblen Fernsehern. Die derzeit angegebene Downloadgröße liegt bei rund 20,2 GB.

Special Edition und amiibos

Zum Verkaufsstart im Januar 2027 erscheint Metroid Ravenous neben der regulären Version auch als Special Edition. Diese enthält neben dem physischen Spiel für Nintendo Switch 2 ein SteelBook sowie ein exklusives Samus-amiibo im Metroid Suit. Die Figur gehört zu einer neuen Ravenous-amiibo-Reihe, zu der außerdem ein separates Samus-amiibo und eine Chozo-Statue gehören. Welche konkreten Funktionen die drei amiibo im Spiel übernehmen, ist derzeit noch nicht bekannt. Nintendo bestätigt allerdings bereits, dass das enthaltene Samus-(Metroid-Suit)-amiibo für In-Game-Extras genutzt werden kann. Details zur konkreten Funktionalität sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Weitere Sammlerbeigaben wie ein Artbook oder einen Soundtrack werden in der offiziellen Beschreibung der Special Edition nicht aufgelistet. Der Preis der Special Edition liegt bzw. lag je nach Online-Shop bei rund 110€-130€, vielerorts ist die Special Edition jedoch mittlerweile bereits nicht mehr vorbestellbar.

Ein erstes Fazit

Mit Metroid Ravenous bleibt Nintendo beim bewährten Grundgerüst der 2D-Reihe, ergänzt dieses aber um einige neue Gameplay-Elemente. Das Grundgerüst von Metroid Dread bleibt erhalten: 2D-Erkundung, schnelle Action, eine miteinander verbundene Welt und die Suche nach neuen Fähigkeiten. Gleichzeitig wird die Geschichte rund um Samus' Metroid-DNA deutlich stärker in den Mittelpunkt gerückt. Die Möglichkeit, Energie aus Gegnern zu absorbieren, könnte das Kampfsystem spürbar verändern und verleiht dem Abenteuer einen überraschend düsteren Unterton.

Mit MercurySteam kehrt zudem das Studio zurück, das bereits Metroid: Samus Returns und Metroid Dread entwickelt hat. Damit bleibt Nintendo bei der modernen 2D-Ausrichtung der Reihe seinem bisherigen Entwickler treu. Spannend wird daher vor allem die Frage, wie sich die neuen Mechaniken in die charakteristischen Erkundungs- und Actionelemente der Reihe einfügen

Noch sind viele Fragen offen. Fest steht aber bereits jetzt: Mit Metroid Ravenous bekommt die Nintendo Switch 2 Anfang 2027 einen der interessantesten First-Party-Titel der kommenden Monate. Die Kombination aus der bekannten Metroidvania-Formel, Samus' neu erwachten Metroid-Kräften und den mysteriösen Space Ninjas sorgt bereits jetzt für einen ungewöhnlichen Ansatz. Und Samus' nächstes Abenteuer könnte deutlich hungriger werden, als viele Fans erwartet haben. Fressen oder gefressen werden, eben.

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