Nintendo bleibt klassischen Datenträgern treu
Während Sony vor einigen Monaten offiziell angekündigt hat, ab Januar 2028 auf die Produktion physischer Datenträger für neue PlayStation-Spiele verzichten zu wollen, hält Nintendo weiter an klassischen Spielmodulen fest. Obwohl digitale Downloads auch für Nintendo zunehmend an Bedeutung gewinnen, sieht das japanische Unternehmen derzeit keinen Anlass, sich vollständig von physischen Veröffentlichungen zu verabschieden. Das hat Bill van Zyll, Vice President und General Manager von Nintendo Lateinamerika, in einem aktuellen Interview mit dem brasilianischen YouTuber Coelho bekräftigt. Demnach gibt es bei Nintendo derzeit keine Pläne, den Vertrieb von Spielen auf Modulen einzustellen.
Auf die Zukunft physischer Spiele angesprochen, erklärte van Zyll, dass sich Nintendo bei der Wahl seiner Vertriebswege traditionell an den Wünschen der Kunden orientiere. Schließlich sei die Nintendo Switch 2 erst seit etwas mehr als einem Jahr auf dem Markt und unterstütze sowohl digitale als auch physische Veröffentlichungen. „Es gibt keine Pläne, physische Spiele aufzugeben. Wir wissen, wie sehr die Fans sie mögen“, stellte der Nintendo-Manager klar. Gerade in Lateinamerika seien dem Interview zu Folge klassische Spieleverpackungen weiterhin beliebt, nicht zuletzt aufgrund ihres Sammlerwerts und der Möglichkeit, gekaufte Titel mit anderen zu teilen oder später weiterzuverkaufen.
Ganz so eindeutig ist die Situation bei Nintendo allerdings dennoch nicht mehr. Mit der Switch 2 führte das Unternehmen bekanntlich die sogenannten Game-Key Cards ein, die zwar wie herkömmliche Spielmodule im Handel verkauft werden, die eigentlichen Spieldaten jedoch nicht enthalten. Stattdessen müssen Käufer das jeweilige Spiel zunächst aus dem Internet herunterladen. Besonders bei Sammlern und Anhängern klassischer Retail-Versionen stößt dieses Konzept auf Kritik, da die Software nicht vollständig auf dem Datenträger gespeichert ist. Nintendo selbst veröffentlicht seine großen Eigenproduktionen bislang überwiegend weiterhin auf regulären Modulen.
Die Aussagen dürften vor allem jene Spieler beruhigen, die ihre Spiele auch künftig lieber im Regal stehen haben möchten, anstatt ausschließlich auf digitale Käufe angewiesen zu sein. Eine langfristige Garantie für kommende Konsolengenerationen lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Zumindest für die aktuelle Switch 2 sieht Nintendo aber offenbar keinen Anlass, sich von physischen Spielen zu verabschieden.
Quelle: NintendoEverything