Animal Crossing: New Horizons Switch 2 Edition im Anspielbericht
Seit der Markteinführung der Nintendo Switch 2 belebt Nintendo einige Bestseller des Vorgängermodells durch kostenlose Updates und kostenpflichtige Nintendo Switch 2-Editionen neu. Am 15. Januar 2026 erhielt Animal Crossing: New Horizons beides – ein Anlass für uns, zum Inselleben zurückzukehren und die neuen Inhalte für euch zu untersuchen.
Die Aussicht auf zahlreiche Inhaltsupdates und potenziell jahrelangen Support ließ bereits 2020 viele Fanherzen höher schlagen. Den meisten Spielern mundete es überhaupt nicht, als nach etwas mehr als eineinhalb Jahren die Unterstützung für Animal Crossing: New Horizons endete. Mit dem umfangreichen Inhaltsupdate 2.0 und dem kostenpflichtigen Zusatzinhalt „Happy Home Paradise“ wurde der Support beendet. So fielen eine Insel nach der anderen in einen langen Schlaf, die Crafting-Werkzeuge blieben zurückgelassen, die Landschaft wurde von Unkraut überwuchert und die Bewohner gerieten in Vergessenheit.
Neue Gratis-Inhalte...
Das Update 3.0, das zahlreiche neue Inhalte kostenlos sowohl für die Nintendo Switch als auch für die Nintendo Switch 2 hinzufügt, wurde zeitgleich mit der Nintendo Switch 2 Edition veröffentlicht, auf die wir weiter unten noch eingehen werden. Vorweg sei jedoch erwähnt, dass dieses Update das eigentliche Highlight des neuen Supports für Animal Crossing: New Horizons ist und wir deshalb auch in unserem Anspielbericht darüber berichten möchten.

Das Hotel, das am Steg eurer Insel eröffnet, ist der zentrale Punkt für die neuen Inhalte. Es wird von der Familie des Käptens geleitet, die zuletzt in Animal Crossing: New Leaf eine größere Rolle spielte. Im Grunde genommen ist das Hotel eine vereinfachte Umsetzung des Prinzips, das im DLC „Happy Home Paradise“ bereits im Mittelpunkt stand: Ihr gestaltet Zimmer und erhaltet dafür Belohnungen. Das Hotel bietet acht Räume, die ihr nach und nach entsprechend eines bestimmten Themas gestalten dürft. Ihr nutzt euren kompletten Katalog; alle Artikel, die ihr jemals in eurem Inventar hattet, sind verfügbar. Außerdem stehen verschiedene neue Einrichtungsgegenstände zur Verfügung, darunter einige neue Möbelserien wie die Alurohr- oder Zeitlos-Serien sowie Einzelstücke und Hotel-Souvenirs. Zur Auswahl stehen auch die Zimmergrößen sowie andere Optionen, die bereits im DLC verfügbar sind, wie Beleuchtung oder spezielle Effekte, die ihr der Einrichtung hinzufügen könnt. Wenn ihr einen Raum gestaltet, bekommt ihr als Belohnung Hotel-Tickets. Mit diesen könnt ihr die neuen Items direkt im Hotel erwerben und sie für eure eigenen Design-Projekte verwenden. Des Weiteren kommt täglich ein neuer Besucher auf eure Insel, nachdem ein Zimmer fertiggestellt wurde. Dieser ist für Gespräche bereit. Es ist sogar möglich, ihnen von euch gestaltete Outfits anzubieten, die sie sich während ihres Aufenthalts in eurem Hotel auf eurer Insel ausleihen dürfen.
Vor dem Hotel befindet sich eine Kiste für Exportanfragen. Käpten versendet selbstgemachte Produkte von eurer Insel in die Welt und belohnt euch dafür mit Hotel-Tickets, die ihr für neue Einrichtungsgegenstände und Kleidungsstücke verwenden könnt. Nach fast sechs Jahren habe ich nun endlich einen Anreiz, die letzten Meilensteine für selbstgemachte Crafting-Items und Gerichte zu erreichen. Übrigens, was das Kochen und Crafting angeht: Eine seit geraumer Zeit überfällige Verbesserung der Lebensqualität ermöglicht es euch endlich, Materialien und Zutaten direkt aus eurem Lager zu verwenden und mehrere Objekte des gleichen Typs gleichzeitig herzustellen. Die Tage, an denen ihr alle erforderlichen Materialien einzeln aus eurem Lager heraussuchen musstet, sind vorbei. Ihr könnt nun auch Umgestaltungssets bequem aus eurem Lager verwenden. Es ist nur schade, dass wir so lange auf eine derartige Verbesserung warten mussten. Übrigens: Auch wenn Tom Nook beim Update 2.0 feierlich schwor, dass das damalige Upgrade eures Lagers das letzte seiner Art sein würde, wurden noch zwei weitere Stufen hinzugefügt, sodass ihr jetzt bei maximaler Kapazität insgesamt 9000 Items einlagern könnt. Ihr dürft nun auch Pflanzen wie Bäume oder Blumen in euer Lager legen – dafür sollte ja jetzt Platz sein. Apropos Einlagern: Resettis Rücksetzdienst setzt auf den stets freundlichen und keineswegs cholerischen Maulwurf, um bestimmte Objekte von eurer Insel zu entfernen und in eurem Lager zu verstauen. Ihr habt sogar die Möglichkeit, auszuwählen, wo genau er aufräumen soll, beispielsweise rund um euer Haus oder an den Stränden. Der Bodenbewohner lässt sich diese neue Dienstleistung allerdings teuer bezahlen.

Wie hörte man Geschichten, wie andere Spieler die schwierige Entscheidung trafen, ihrer Insel Lebewohl zu sagen, um einen neuen Spielstand zu beginnen und mit dem Designen neu zu starten. Insbesondere die neuen Optionen, die New Horizons in der Außengestaltung erstmals bot, führten zur Entstehung vieler Ideen, von denen jedoch nicht alle auf der eigenen Insel umgesetzt werden konnten. Auch für dieses Problem bietet Nintendo nun, allerdings mit erheblicher Verspätung, endlich eine Lösung an: Schlummerinseln. Wenn ihr euch in ein Bett legt, könnt ihr mit Serenade nun bis zu drei neue Inseln in euren Träumen erschaffen. Sogar die Größe der Insel dürft ihr bestimmen: Ob kleine Inseln im Maßstab von Meilen-Inseln oder eine vollwertige Spielerinsel – der großzügige Raum ermöglicht die Realisierung zahlreicher Ideen. Dieses Feature kann, wenn gewünscht, sogar im lokalen oder Online-Multiplayer-Modus zusammen mit anderen Spielern verwendet werden. Es ist nur schade, dass diese Funktion nur online verfügbar ist, selbst wenn ihr nicht mit anderen zusammenarbeiten möchtet.
Schließlich gibt es neue Kollaborationsitems aus drei verschiedenen Universen, mit denen ihr eurer Insel einen neuen Charme verleihen könnt. Über Nook Shopping sind nun zahlreiche LEGO-Artikel für alle erhältlich. Besitzer von amiibo-Figuren können sich zudem über zwei neue Nintendo-Themenwelten freuen. Wenn ihr im Servicecenter oder auf Harveys Insel ein amiibo aus den The Legend of Zelda- oder Splatoon-Serien scannt, werden zahlreiche Items aus verschiedenen Ablegern dieser Spielereihen ebenfalls bei Nook Shopping hinzugefügt. Daher sollten sich einige neue Designoptionen für eure Insel, ebenso für das Hotel oder die Ferienhaus-Agentur ergeben.

...und ein preiswertes Upgrade
Die Neuerungen der Nintendo Switch 2 Edition sind im Vergleich zum Inhaltsupdate 3.0 deutlich übersichtlicher. Einerseits gibt es die höhere Auflösung, die aus den 4K-Fähigkeiten der neuen Konsole geschöpft wird. Man kann darüber streiten, ob die Aufhübschung in 4K wirklich ein lohnenswerter Fortschritt darstellt, zumal die Optik auf Nintendo Switch eigentlich recht ansehnlich daherkam. Vielmehr fallen die immer noch 30 fps ins Gewicht, zumal sich der geneigte Switch-2-Spieler bereits an 60 Bilder zu gewöhnen vermag. Jedoch sind auf der zugegebenermaßen doch schnell überfüllten Insel kaum Lags oder größere Ruckler festzustellen und das Spiel läuft weiterhin absolut sauber. Außerdem haben sich die Ladezeiten spürbar verbessert, gerade beim Spielstart.
Das Upgrade nutzt selbstverständlich auch die neuen Funktionen der Nintendo Switch 2. Einerseits kommt das Megafon aus Animal Crossing: New Leaf zurück. Damit könnt ihr die Namen von Bewohnern eurer Insel rufen und so herausfinden, wo sie sich befinden, vorausgesetzt, sie sind gerade im Außenbereich eurer Insel. Dies funktioniert im Handheld-Modus zuverlässig. Wenn die Konsole jedoch im Dock etwa zweieinhalb Meter von euch entfernt ist, müsst ihr die Namen laut und deutlich aussprechen, was absoluter Blödsinn ist. Falls ihr eine kompatible Kamera besitzt, könnt ihr im Mehrspielermodus über den GameChat Kamera-Play aktivieren. Dadurch seht die Gesichter eurer Mitspieler über deren Spielfigur, ähnlich wie bei Jamboree TV von Super Mario Party Jamboree - Nintendo Switch 2 Edition. Beim Einrichten von Räumen oder beim handschriftlichen Gestalten einer Karte könnt ihr jetzt auch den Maus-Modus der Joy-Con 2-Controller nutzen. In der Summe handelt es sich um Eigenschaften, die nicht zwingend nötig waren, aber ohne Zweifel eine angenehme Zugabe darstellen. Eure Spielgewohnheiten bestimmen letztlich, wie häufig ihr die Funktionen der neuen Hardware tatsächlich nutzt.
Schließlich besteht exklusiv für Besitzer der Nintendo Switch 2 Edition die Möglichkeit, anstatt wie bisher mit bis zu acht Personen nun mit insgesamt zwölf Spielerinnen und Spielern gemeinsam zu spielen. Bedauerlicherweise gab es im Hinblick auf die Verwendung des Mehrspieler-Modus jedoch keinerlei Verbesserungen. Konkret bedeutet das, dass Nintendo den nahezu endlosen Prozess, den ihr durchlaufen müsst, um überhaupt auf der Insel eines anderen zu landen, leider nicht optimiert hat. Dies umfasst beispielsweise nicht die Verkürzung des immer gleichen und übermäßig langen Gesprächs mit Bodo. Es ist sogar das Gegenteil der Fall: Beim Öffnen eurer Insel kommt noch ein weiterer Schritt hinzu, denn ihr müsst nun entscheiden, ob ihr eine reguläre 8-Spieler-Sitzung oder eine 12-Spieler-Sitzung erstellen wollt. Hier ist kaum vorstellbar, wie die Ladezeiten bei Nintendos aktueller Online-Infrastruktur aussehen, wenn 11 andere Spieler eure Insel besuchen.