Test

Elden Ring - From Softwares Opus magnum?

Von Robert Emrich am 03.03.2022

Fast könnte einem Guerrilla Games, das Studio das die Horizon-Spiele entwickelt hat, ein wenig leid tun. Zuerst müssen sie sich 2017 die mediale Aufmerksamkeit für ihr Meisterwerk Horizon: Zero Dawn mit dem fast zeitgleich erschienenen The Legend of Zelda: Breath of the Wild teilen. Und jetzt, fast genau fünf Jahre später, macht sich From Softwares Elden Ring daran, dem ebenfalls großartigen zweiten Teil der Horizon-Saga die Schau zu stehlen. Damit ihr bei diesem Aufgebot an potentiellen “Spiel des Jahres”-Kandidaten den Überblick behalten und gezielt entscheiden könnt, in welche Spielwelt ihr euch zuerst stürzt, haben wir uns todesmutig in das Reich des Eldenrings gestürzt und das Werk auf Herz und Nieren getestet.

Leben und Sterben für den Ring

Die Geschichte unseres Abenteuers beginnt, wie es für die Spiele von From Software üblich ist, vergleichsweise vage: Vor langer Zeit herrschte die Königin Marika “die Ewige” zusammen mit ihren Kindern, den Halbgöttern, über die Zwischenlande, deren Einwohner durch den Eldenring gesegnet wurden. Das änderte sich allerdings, als Unbekannte den Eldenring zerbrachen, die Rune des Todes stahlen und den Halbgott Godwyn “den Goldenen” ermordeten, was Königin Marika in ihrer Trauer unauffindbar verschwinden ließ. Sechs ihrer hinterbliebenen Halbgott-Kinder holten sich jeweils einen Teil des zerstörten Eldenrings und wurden von den Bruchstücken mental verdorben, während sie im Gegenzug unglaubliche Kräfte erhielten. Derart wahnsinnig und mächtig, führten die sechs Kinder gegeneinander Krieg um die Herrschaft über die Zwischenwelt und brachten Leid und Zerstörung über das Reich. Doch letztlich gewann keiner von ihnen den Kampf und sie teilten das Land in sechs Gebiete auf, in denen je ein Halbgott herrschen sollte.

Als Teil des Volkes der Befleckten, die den Segen des Rings schon vor dessen Zerstörung verloren hatten, könnte euch das alles, so tot wie ihr anfangs seid, eigentlich egal sein. Aber ein winziger Funken des Segens, den der Ring früher verströmt hatte, lässt euch von den Toten wieder auferstehen. Und so ist es nun an euch, die Prophezeiung eures Volkes zu erfüllen, den Halbgöttern ihre Bruchstücke abzunehmen und den Eldenring wiederherzustellen, um der neue Eldenfürst über die Zwischenwelt zu werden.

Für die Geschichte sicherte sich From Software die Unterstützung vom Autor George R. R. Martin, der mit seiner Romanreihe A Song of Ice and Fire und der daraus entstandenen Fernsehserie Game of Thrones Weltruhm erlangte. Martin schuf dabei die Mythologie um den Ring, die Befleckten sowie Marika und ihrer Kinder, mit dem Ziel, die Geschichte für die Spieler leichter zugänglich zu machen, während die Entwickler anhand dieser groben Vorgaben die Welt und die aktuelle Geschichte im Spiel schufen. Da euch in Elden Ring aber kaum etwas geschenkt wird, solltet ihr auch in diesem Werk des Studios, das unter anderem die Dark-Souls-Reihe erfunden hat, auf keine klar vorgegebene Handlung hoffen. Vielmehr ist es Teil eurer Aufgabe, die Bruchstücke der Geschichte aus den Informationsfetzen zusammenzusetzen, die ihr aus Dialogen und Schriftstücken erhaltet. Dieser Erzählstil, bei dem das Spiel euch die Narration mühsam erarbeiten lässt, ist natürlich nicht der einfachste und wer sich im Spiel einfach nur entspannen möchte, wird mit dem Ansatz, ahnungslos in eine brutale Welt geworfen zu werden, vielleicht nicht warm werden. Tatsächlich funktioniert das Konzept in der offenen Welt aber sehr gut und belohnt die Ausdauer tapferer Kämpfer und Forscher mit einer sorgfältig gestalteten Geschichte. 

Hit me Baby one more time

Elden Ring entspricht im Grunde genommen zuerst einmal einem weiteren Dark-Souls-Teil. Bewaffnet mit Schwert, Bogen oder Zauberstab erforscht ihr düstere Höhlen und staubige Verließe, bekämpft alle möglichen Monster und sammelt dabei Seelen oder im aktuellen Spiel Runen, mit denen ihr eurem Charakter neue Ausrüstung und Charakterlevel kaufen könnt. Was das Untergenre der Soulslike bzw. Soulsborne von anderen Action-Adventures abhebt, sind (für alle, die sich damit bisher nicht befasst haben) die folgenden Mechaniken:

Zuerst einmal verliert ihr bei einer Niederlage sämtliche gesammelte Währung, die am Ort eures Ablebens auf euch wartet. Schafft ihr es, sie im nächsten Versuch wieder einzusammeln, ist das toll. Sterbt ihr vorher, ist sie für immer verloren. Dass der zweite Fall mitunter vorkommen kann, liegt an der zweiten Eigenheit von Souls-Spielen: Sie sind überdurchschnittlich schwer und bieten euch beinahe durchgehend epische und sehr fordernde Kämpfe bei denen ihr im Verlauf von vielen Bildschirmtoden erst die Kampfmechaniken des jeweiligen Gegners durchschauen müsst, ehe ihr eine Chance auf den Sieg habt. Sterben ist in dieser Art von Spielen keine Niederlage, sondern ein Teil des Lernprozesses, der für den Sieg über einen zunächst unbesiegbar wirkenden Boss nötig ist. In Elden Ring wurde diese Formel, mit der die Dark-Souls-Reihe legendär wurde, mit Elementen aus Spielen wie Zelda Brot erweitert und bietet euch jetzt eine offene und frei erkundbare Welt, sowie neue Möglichkeiten der Fortbewegung, die das Spiel evolutionär gesehen auf eine neue Stufe heben.

Bevor ihr aber an diesen Punkt kommt, müsst ihr zuerst einmal einen Charakter erstellen. Elden Ring bietet euch zehn mögliche Klassen, die je nach vorverteilten Attributspunkten gut kämpfen oder zaubern können und mit der entsprechenden Ausrüstung ins Feld ziehen. Einzige Ausnahme ist der Bettler, der beinahe nackt und ohne vorverteilte Punkte startet und von euch dementsprechend beliebig gestaltet werden kann. Doch auch die anderen Klassen können auf Wunsch alles erlernen und jedes Item anlegen, das sie finden, sofern sie die entsprechenden Anforderungen erfüllen. Das Spiel bietet euch die größtmögliche Freiheit bei der Gestaltung eures Charakters, der, den entsprechenden Fortschritt im Spiel vorausgesetzt, später auch im laufenden Spiel immer wieder neu angepasst werden kann.

Ist euer Charakter erstellt, erwacht ihr zuerst einmal in der Katakombe, in der ihr eigentlich friedlich und tot die Ewigkeit verbringen solltet. Ein kurzer Marsch durch die Gewölbe bietet euch ein optionales Tutorial, in dem ihr die Grundlagen des Kampfsystems kennenlernen könnt und stellt euch das Springen und Schleichen vor - Zwei Bewegungsmöglichkeiten, die zuerst vielleicht trivial wirken, die es bisher in Dark-Souls-Spielen aber einfach nicht gab und euch dementsprechend komplett neue Möglichkeiten bieten. So könnt ihr die Welt jetzt spürbar freier erkunden und Gegner schleichend gefahrlos umgehen oder gezielt von hinten angreifen. Noch mehr Freiheit bietet euch euer Reittier “Sturmwind”, das euch früh im Spiel geschenkt wird und über einen Galopp und einen Doppelsprung verfügt. Mit diesem könnt ihr nicht nur noch besser an alle möglichen abgelegenen Orte gelangen, sondern auch beritten in den Kampf ziehen oder todesmutig durch von Gegnern besetzte Gebiete rasen, bevor diese die Chance haben, euch anzugreifen. Zusätzlich findet ihr überall in der Welt Speicherpunkte, die außerdem ein Schnellreise-System bilden und an denen ihr unter anderem Lebensenergie, Mana und Tränke auffüllen könnt. Die Benutzung lässt aber, von besiegten Bossen einmal abgesehen, auch alle in der Welt getöteten Gegner wieder auferstehen und sollte dementsprechend geplant verwendet werden, um in einer vermeintlich sicheren Gegend nicht in eine Falle zu laufen.

Während die Souls-Spiele für die Qualität ihrer Kampfsysteme bekannt sind, ist das Konzept der offenen Welt in diesen Spielen noch neu und hätte zum Beispiel mit zu großen leeren Gebieten einen Teil seiner Atmosphäre verlieren können. Ein Vorwurf, der bei Zelda Brot wiederholt aufkam. From Software scheint hier aber den goldenen Mittelweg zwischen zu leeren und überladenen Welten gefunden zu haben und präsentiert euch aufwendig gestaltete Gebiete, in denen es in jeder Ecke etwas zu entdecken gibt, ohne euch dabei mit Inhalten zuzuschütten. Dabei motiviert das Spiel mit vagen Andeutungen auf der Karte zum Suchen und Erforschen, zeigt euch wichtige Orte aber erst an, wenn ihr sie selber schon gefunden habt. Natürlich bieten euch die Gebiete alle gewohnten Themen und Habite von verschneiten Bergen über flammende Vulkane, Steppen, Wälder, Wüsten und riesige Festungen, deren Umfang für sich schon an den der vorherigen Teile heranreicht. Und mit mehr als 80 Bossgegnern in der Welt kann der Titel euch für hunderte Stunden unterhalten. Eine Zahl, die sich mit neuen Charakteren und Spielweisen natürlich noch steigern lässt.

Beim Kampfsystem setzt Elden Ring auf die bewährte Kampfformel, die schon in Dark Souls, aber auch in Zelda Brot gut funktioniert hat. Ausweichend, blockend und parierend weicht ihr im Idealfall den Angriffen der Gegner aus und nutzt die kurzen Zeitfenster, die sich euch bieten, um entweder mit kurzen Angriffen zuzuschlagen oder versucht, den Gegner mit schweren Angriffen aus der Balance zu bringen. Eine Aufgabe, die gerade bei den Bossgegnern, die oft blitzschnell und gnadenlos zuschlagen, leichter klingt als sie tatsächlich ist. Dutzende Tode sind bei kniffligeren Bossen keine Seltenheit und selbst normale Gegner können in einer ungünstigen Situation schnell zu einem Problem werden. In solchen Situationen zeigt sich dann das neue Potential, das die neue offene Welt mit sich bringt. Ihr fühlt euch bei einem Gegner hoffnungslos unterlegen? Dann kehrt einfach um und sucht euch in einem anderen Teil der Welt eine andere, besser passende Herausforderung oder sogar einen anderen Weg um das Hindernis herum. Oder sammelt einfach bei einigen normalen Gegnern Runen und levelt euren Charakter auf diese Weise nach oben, bis ihr euch dem Kampf gewachsen fühlt. Für Veteranen der vorherigen Spiele kann dieser Ansatz zwar den Eindruck vermitteln, dass From Software auf diese Weise das bewährte Spielprinzip verwässert, um seine Titel der breiten Masse verfügbar zu machen. Und tatsächlich könnt ihr euch das Spiel zumindest in den ersten Bereichen merklich einfacher machen, indem ihr stundenlang Runen sammelt und euren Charakter aufwertet. Langfristig kommt ihr um die Kämpfe gegen die immer härter werdenden Bosse aber nicht herum, sodass der Charakterlevel alleine auf Dauer nicht ausreichen wird.

“Leichter” ist immer relativ (Wichtig für neue Spieler!)

Egal ob ihr bei Google “schwere Spiele”, “hard games” oder “jeux difficile” sucht: Mindestens ein Titel aus From Softwares Repertoire wird in jeder Auflistung genannt und fast immer ist es eines der Dark-Souls-Spiele, die für ihre harten Anforderungen mittlerweile berüchtigt sind. Im Rahmen unseres und anderer Testberichte werdet ihr immer mal wieder lesen können, dass Elden Ring einfacher und zugänglicher als andere Spiele des Entwicklers ist und an genau dieser Stelle möchten wir ein mögliches Missverständnis direkt aus der Welt schaffen:

Wenn wir den Schwierigkeitsgrad von Elden Ring als einfacher bezeichnen, heißt das nicht, dass das Abenteuer leicht ist. Im Gegenteil: Das Spiel ist, obwohl es tatsächlich auf eine breitere Masse zugeschnitten ist, immer noch überdurchschnittlich schwer und der mit dem oft dutzendfachen Sterben verbundene Frust bei jedem Boss zeigt sich auch in den Nutzerwertungen enttäuschter Spieler bei Plattformen wie Metacritic. Das ändert nichts daran, dass Elden Ring für sich betrachtet ein großartiges Spiel ist, das in seinem Genre neue Maßstäbe setzt. Ihr solltet die Hürden des Spiels nur berücksichtigen, die wir an dieser Stelle mit einer kleinen Analogie ein letztes mal verdeutlichen möchten: Ein Banktresor ist deutlich leichter und zugänglicher als der Mond. Betreten und in ihm Spaß haben kann aber trotzdem nicht jeder. 

Mit Freund und Feind vereint

Obwohl ihr in Elden Ring grundsätzlich alleine unterwegs seid, geizt das Spiel nicht mit Online-Features, die ihr fast von Anfang an nutzen könnt. Blutflecken am Boden zeigen euch die letzten Sekunden anderer Spieler, ehe sie starben und überall findet ihr kleine Schriftzeichen in weißer Schrift auf denen andere Spieler mehr oder weniger wahrheitsgemäße Hinweise zur Welt vor euch liefern. Beides kann auf Wunsch in den Optionen deaktiviert werden, indem man das Spiel auf “Offline” stellt, kann aber gelegentlich ganz nützlich sein.

Viel wichtiger sind die Koop- und PvP-Funktionen des Spiels. Die erste erlaubt es euch, bis zu zwei andere Spieler in eine Gruppe einzuladen und mit ihnen die Welt zu erkunden und Bosse zu besiegen. Eine wichtige Hilfestellung, wenn ihr einmal an einem Boss verzweifelt, da ihr eure Mitspieler vorher nicht kennen müsst und eure Chancen auf einen Sieg direkt vervielfachen könnt. Eingeschränkt wird der Koop-Modus nur durch die Umstände, dass ihr im Verlauf der Sitzung keine Reittiere rufen könnt und der Sieg über einen Boss nur dem Spielleiter anerkannt wird. Dementsprechend müsst ihr Bosse im Koop mit Freunden unter Umständen mehrfach töten.

Im PvP-Modus beginnt ihr eine Invasion auf die Welt eines anderen Spielers und müsst diesen in seiner Welt jagen, bis einer von euch den anderen besiegt hat. Dabei haben die Entwickler auch dafür Sorge getragen, dass sich keiner von euch ewig vor dem anderen verstecken kann, um den Modus so kurzweilig und unterhaltsam wie möglich zu machen. Ähnlich wie die zuerst genannten Hinweise, sind auch Koop und PvP Teil des Online-Modus des Spiels und können nicht unabhängig voneinander aktiviert werden. Das wirkt zuerst einmal doof, ist im Sinn des Rollenspiels aber konsequent, da ihr euer Reich anderen Befleckten öffnet und eine offene Tür nicht immer nur Freunde einlädt. Der Offline-Modus kann aber auch im laufenden Spiel jederzeit aktiviert werden und lässt euch dann in Ruhe und alleine die Zwischenwelt erkunden.

Schärfer als eine Schwertklinge

Zugegeben: Als Kollege Jerry in seinem Test von Horizon: Forbidden West schrieb, dass der Titel die aktuell schönste offene Spielwelt beinhaltet, hatten wir noch keine Gelegenheit, Vergleiche mit der Welt in Elden Ring zu ziehen. Doch was From Software euch in seinem jüngsten Werk präsentiert, sollte in jedem Fall genug Stoff für eine Diskussion darüber bieten, welches der beiden Spiele gerade besser aussieht. Die Zwischenwelt, der mehr oder weniger heimliche Star des Spiels, sieht einfach großartig aus und schafft eine fantastische Atmosphäre. Egal ob ihr mit eurem Reittier über Wiesen und durch Wälder reitet, im Schein einer Fackel durch düstere Höhlen und Dungeons schleicht oder die riesigen Welten unter der Welt erforscht: Nahezu überall verlockt euch das Spiel dazu, innezuhalten und zu staunen.

Dabei läuft das Spiel auf neuen Konsolen und PCs mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde (höhere fps-Zahlen sind aufgrund eines Softlocks nicht möglich), während auf der PS4 und der Xbox One die 30er-Bildrate angepeilt wird. Die Echtzeit-Berechnung von Lichteffekten mittels Raytracing bietet das Spiel aktuell noch nicht, wird aber laut den Entwicklern mit einem zukünftigen Update nachgereicht. Die PS5- und Series-Konsolenversion des Spiels bietet euch außerdem die Wahl zwischen einem Quality- und einem Performance-Modus. Ersterer sorgt auf neuen Konsolen und entsprechenden Bildschirmen für native 4K-Grafik, während Letzterer die Bildqualität kaum merklich reduziert, um die Bildrate zu erhöhen. Einige Gräser wurden in unserem Test des Performance-Modus erst vergleichsweise spät geladen und erschienen erst, als wir nur noch einige Meter von ihnen entfernt standen. Für das Spiel wichtige Elemente sind aber immer schon auf große Entfernung zu sehen, sodass die Series-X-Version des Spiels während unseres Tests in jeder der gewählten Einstellungen absolut problemlos lief. Außerdem konnte From Software die Probleme auf den anderen Plattformen mit einem jüngst veröffentlichten Patch weitestgehend beheben, sodass ihr bei der Plattform, auf der ihr spielen wollt, die Qual der Wahl habt. 

Auch in allen anderen technischen Belangen lässt das Spiel keine Wünsche offen. Der orchestrale Soundtrack unterlegt das Geschehen auf dem Bildschirm mit teils ruhigen, teils epischen Melodien und auch die Sprecher der Freunde und Feinde unseres Charakters leisten ordentliche Arbeit. Zwar gibt es lediglich eine englische Synchronisation, deutsche Untertitel sind aber natürlich verfügbar. Die Steuerung funktioniert problemlos und ermöglicht die pfeilschnellen Reaktionen, die die Bosskämpfe immer wieder voraussetzen. Es dauerte aber eine kleine Weile, ehe wir uns daran gewöhnt hatten, mit der Y-Taste (das Dreieck auf dem PlayStation-Controller) mit der Welt zu interagieren und bis es soweit war, haben wir mehr als einen unserer begrenzten Heiltränke sinnlos getrunken. Die Belegung der Tasten für den Schnellzugriff war zuerst ebenfalls nicht ganz eingängig. Nach einer Weile funktionierte aber alles selbst in der größten Hektik einwandfrei. Die Ladezeiten sind in Spielen wie Dark Souls und damit auch Elden Ring eine wichtige Sache. Jede Niederlage bedeutet einen Ladebildschirm und gerade bei den Bosskämpfen gehört das Sterben eures Charakters zum Programm. Umso erfreulicher ist es, dass ein Neustart auf der Series X mit 15 bis 20 Sekunden Ladezeit anständig schnell ist.

Fazit:

Mit Elden Ring hat From Software sein bisher beeindruckendstes Werk abgeliefert, an dessen Maßstäben sich künftige Souls-Spiele, aber auch so manches Action-Adventure werden messen müssen. Mit viel Liebe verbinden die Entwickler die besten Elemente aus Spielen wie Dark Souls und The Legend of Zelda: Breath of the Wild und machen das ganze mit einer guten Handlung und Hintergrundgeschichte zu einem eigenständigen Abenteuer, das sich hinter seinen Vorbildern nicht verstecken muss. Die Mischung aus beinharten Bosskämpfen und dem zum Teil beinahe friedlichen Erkunden der Zwischenwelt, macht in den riesigen, vor Inhalten nur so strotzenden Gebieten einfach nur Spaß und die Technik hinter dem Ganzen präsentiert das Geschehen mit wunderschönen Bildern und einem beeindruckenden Soundtrack.

Trotz aller Begeisterung solltet ihr vor dem Kauf aber immer berücksichtigen, dass Elden Ring absolut kein einfaches Spiel ist. Zwar ist das Abenteuer zugänglicher als die vorherigen Titel von From Software, doch die metaphorische Latte für diese Leistung hing wirklich niedrig und ohne ein beachtliches Maß an Ausdauer und Frusttoleranz, werdet ihr den Kauf des Spiels unter Umständen schnell bereuen. Wer damit aber kein Problem hat und sich trotz aller Widrigkeiten auf den steinigen Weg zum Titel des Eldenfürsten macht, wird dafür mit einem einzigartigen Abenteuer belohnt, das zumindest wir um nichts in der Welt verpasst haben wollen.

Von uns getestet: Xbox-Series-X-Version

Wir danken Bandai Namco und MSM Digital für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

Unsere Wertung:
9.0
Robert Emrich meint: "Genug Durchhaltevermögen vorausgesetzt, erwartet euch mit Elden Ring ohne Frage ein möglicher Anwärter auf den Titel Spiel des Jahres."
Elden Ring von From Software erscheint am 25.02.2022 für PC und PlayStation 4 und PlayStation 5 und XBox One und XBox Series. Wir haben die Version für XBox Series getestet. Für diesen Test wurde uns ein Rezensionsexemplar von Bandai Namco zur Verfügung gestellt.
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5 Kommentare:
Vyse)
Vyse
Am 03.03. um 10:44
Aus meiner Sicht ist das größte Missverständnis hinsichtlich der "Zugänglichkeit", dass sie sich nur auf die Open World bezieht. Hier ist Elden Ring tatsächlich ein gutes Stück einfacher, insbesondere aufgrund der Mechanik die dem Spieler nach jedem Kampf einen oder gar mehrere Heiltränke zurückgibt.

Auf die Bosskämpfe und die Teile des Spiels mit klassischem Dark-Souls-Leveldesign hat das keinen konkreten Einfluss. Nur sind Sen's Fortress und Anor Londo diesmal nicht das komplette Spiel, sondern stehen - wie ein Dungeon in Zelda - in der großen Spielwelt herum. Und sobald man diese betritt, wird Elden Ring zu Dark Souls 4, auch was den Schwierigkeitsgrad angeht.
2null3)
2null3
Am 03.03. um 12:33
Sehe ich genauso. Man rennt fröhlich durch die Welt, sticht schleichend Soldaten in den Rücken und denkt sich "Hey, das ist leicht. Ich kann Dark Souls!". Dann stolpert man in irgendeiner Höhle oder am Ende eines Tunnels über den ersten Boss oder sogar Margit und bekommt die Euphorie mit einem Brett voller Nägel aus dem Hirn geprügelt.
Jerry)
Jerry
Am 03.03. um 10:50
Ohne Elden Ring gespielt zu haben würde ich jede Wette eingehen, dass Horizon Forbidden West die optisch schönere, aber Elden Ring die interessantere Open World hat. ;)
2null3)
2null3
Am 03.03. um 12:29
Ich finde beide Spiele optisch super und bevorzuge tatsächlich den Look von Horizon, aufgrund der satteren Farben. Davon abgesehen würde ich tippen, dass ER interessantere NPCs/Gegner und Gebäude hat, während Horizon bei der Darstellung von Pflanzen, Gesichtern und Haaren vorne liegt.
Asinned)
Asinned
Am 03.03. um 12:54
Hab bisher nur Horizon gespielt aber ich würde es so sagen: Horizon hat die deutlich bessere Grafik, aber Elden Ring erzeugt mit seinem genialen Weltendesign die bessere Armosphäre heraus
michi1894)
michi1894
Am 03.03. um 16:15
Das Spiel ist ein Brett, keine Frage. Hätte man es Dark Souls 4 genannt, wäre wahrscheinlich kein so großer Hype entstanden, weil die Serie viele Spieler abschreckt. Dass Open World und Dark Souls funktionieren können, beweist Elden Ring. Aber es fehlt leider an manchen Stellen zum perfekten Spiel, daher ist die Wertung absolut gerechtfertigt.
Ozymandias)
Ozymandias
Am 03.03. um 19:10
Eine 9 geht voll in Ordnung, im Genre zur Zeit das beste Spiel aktuell. Es macht einfach Spaß und erinnert mich manchmal an Sekiro und manchmal an Dark Soul’s. Sehr zu empfehlen.
Samus_Aran)
Samus_Aran
Am 19.03. um 00:33
Richtig geiles Spiel! Bin schon 60 Stunden drin und kein Ende in Sicht!
2null3)
2null3
Am 19.03. um 00:39
Das kenne ich. Mich wird es auch noch ein paar Wochen lang beschäftigt halten.