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Heimliches KI-Training: Twitch nutzt Streamer-Inhalte für Amazon-KIs

Von Jeremiah David am 13.08.2026

Twitch nutzt heimlich Livestreams, VODs (Video on Demand), Clips, Chats, Bilder, Texte und andere Inhalte, um generative KI-Modelle des Mutterkonzerns Amazon zu trainieren. Der Content Creator und Reporter Zach Bussey machte am 12. August auf BlueSky darauf aufmerksam. Ein Screenshot der versteckten Opt-Out-Funktion ging schnell viral. Twitch hatte diese Änderung ohne vorherige Ankündigung oder Warnung eingeführt.

Besonders brisant: Die Funktion ist standardmäßig aktiviert und die Einstellung zum Deaktivieren (Opt-Out) tief in den Sicherheitseinstellungen versteckt. Wer die Option nicht aktiv deaktiviert, erlaubt Amazon, das gesamte Kanalmaterial für das Training von KI- und GenAI-Tools zu nutzen.

In einem Livestream versuchten Mary Kish (Head of Community) und Mike Minton (Chief Product Officer), die Gemüter zu beruhigen – richteten jedoch mit ihren Aussagen noch mehr Schaden an, denn auf die Frage aus dem Chat, warum Twitch sich für ein Opt-Out statt für ein klares Opt-In entschieden habe, antwortete Minton überraschend offen:

„Wenn es Opt-In wäre, würde niemand es erlauben. Das ist ehrlich gesagt die Antwort. Deshalb ist es standardmäßig eingeschaltet.“

Inzwischen gibt es auf Twitch eine Petition mit mehr als 15.000 Stimmen und tausenden Kommentaren von Nutzern, die ein Opt-In-System fordern.

Dass KI-Firmen überhaupt höchst umstrittene Opt-Out-Systeme verwenden dürfen, verdanken sie intensivem und extrem erfolgreichen Lobbyismus auf nationaler und europäischer Ebene. Tech-Konzerne, Start-up-Verbände und Wirtschaftslobbyisten überzeugten EU-Politiker mit großem finanziellen Aufwand davon, dass ein Opt-In (also das vorherige Einholen einer Erlaubnis) die digitale Innovation in Europa im Keim ersticken würde. Berichten von NGOs wie LobbyControl zufolge geben Big-Tech-Konzerne (Google, Meta, Microsoft, Amazon, Apple u.a.) jährlich über 150 Millionen Euro für Lobbyarbeit bei den EU-Institutionen aus. In den USA ist die Situation noch krasser: Allein in Washington D.C. geben die führenden Tech- und KI-Konzerne zusammen geschätzte 200.000 bis 250.000 US-Dollar pro Tag für Lobbyismus aus, um Datenschutzgesetze für KI-Training außer Kraft zu setzen.

Für Plattformen wie Twitch oder Amazon bedeutet diese Rechtslage, dass sie rechtlich auf der sicheren Seite sind, solange sie Nutzern irgendwo in den Sicherheitseinstellungen einen Schalter zur Verfügung stellen – selbst wenn dieser versteckt ist.

Quelle: Kotaku

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1 Kommentar:
Jerry)
Jerry
Heute um 13:34
Ich bin ja der Meinung: Es sollte ein ähnliches System geben, das es uns erlaubt, Politiker und die Mitarbeiter von Tech-Konzernen auf den Mond zu schießen, sollten sie sich nicht aktiv auf einer versteckten Webseite dagegen aussprechen.