Assassin's Creed Shadows: Die Klauen von Awaji
„Klauen von Awaji“ ist eine Erweiterung für Assassin’s Creed: Shadows, die direkt auf die Hauptgeschichte aufbaut. Das Finale war für viele unbefriedigend, der DLC soll nun eine direkte Fortsetzung darstellen. In unserem Kurztest der Switch-2-Fassung erfahrt ihr, wie sehr er uns gefallen hat. Unser Review zum Hauptspiel findet ihr derweil hier.

Ab auf die Insel
Wir möchten gleich zu Beginn darauf hinweisen, dass der DLC erst verfügbar ist, wenn man Assassin’s Creed Shadows vollständig abgeschlossen hat. Das umfasst sowohl die individuellen Handlungsstränge von Yasuke und Naoe als auch die Quests rund um Juniiro. Auf der Verkaufsseite des Nintendo eShops wird dies aber mit keiner Silbe erwähnt. Ubisoft nimmt also billigend in Kauf, dass der Endkunde frustriert zurückbleibt. Bei einem Preis von 25 € sollte unserer Meinung nach entweder ein klarer Hinweis erfolgen oder eine direkte "Abkürzung" zum DLC eingebaut werden!
Unabhängig davon stehen Yasuke und Naoe erneut im Mittelpunkt der Handlung, die sie diesmal auf die Insel Awaji verschlägt. Wieder dreht sich alles um eine Verschwörung, in der drei Generäle auf das Duo lauern. Einige offene Fragen des Hauptspiels werden im DLC beantwortet, worauf wir an dieser Stelle jedoch nicht näher eingehen möchten, um Spoiler zu vermeiden. So viel können wir aber ruhigen Gewissens verraten: Die Handlung verläuft sehr geradlinig und birgt nur wenige Überraschungen. Ob der DLC einen zufriedenstellenden Abschluss bietet, bleibt subjektiv, er bietet jedoch definitiv einige neue Erkenntnisse.

Atmosphäre und Spieldesign
Sogar das Gameplay hat Anpassungen erfahren: Naoe ist nun in der Lage, mit dem Bo-Stab verschiedene Angriffsarten wie schnelle Stöße oder fegende Bewegungen auszuführen. Zudem können beide Protagonisten neue Fähigkeiten nutzen. Zusätzlich gibt es neue Ausstattungsgegenstände und Optimierungen für das Versteck, die jedoch eher von untergeordneter Bedeutung sind.
Optisch fügt sich die Insel Awaji nahtlos in die bekannte Spielwelt ein. Stimmungsvolle Landschaften, Berge, Sümpfe, Ruinen und zerklüftete Küsten warten darauf, entdeckt zu werden. Die Unterschiede zum Festland sind jedoch begrenzt, und es wurde merklich an Schnellreisepunkten gespart. Die drei erwähnten Generäle kontrollieren die Insel, und ihr Verhalten passt sich dynamisch an eure Aktionen an. Sie bauen Verteidigungen aus, stellen Fallen auf oder reagieren auf eure Erkundungen. Es liegt jedoch an euch, in welcher Reihenfolge ihr diese Bedrohungen ausschaltet.
Auffällig ist auch, dass die Wachen rascher reagieren; Angriffe nehmen zu und fallen aggressiver aus. Das Gefühl ständiger Verfolgung steigert die Spannung enorm. Dennoch ziehen sich Auseinandersetzungen oft unnötig in die Länge und bieten im Vergleich zum Hauptspiel zu wenig Abwechslung. Ein Höhepunkt ist zweifellos der Kampf gegen den Shinobi-General: Dieser zeichnet sich durch einen starken Fokus auf Stealth-Elemente aus und hebt sich damit wohltuend vom restlichen Geschehen ab. Die Missionen variieren zudem je nach Charakter: Während Yasuke die Rolle des brachialen Kämpfers übernimmt, glänzt Naoe durch lautlose Infiltrationen.
FAZIT
Klauen von Awaji – der DLC für Assassin’s Creed Shadows – stellt eine solide Erweiterung dar. Euch erwartet eine atmosphärische Fortsetzung, die sich durch ihre gefährlichere Spielwelt und einige gelungene Gameplay-Ideen vom Hauptspiel abhebt. Trotzdem bietet der Titel keine großen Überraschungen, da er sich zu sehr an bekannten Mustern orientiert.
Wer die Hauptgeschichte bereits beendet hat, erhält mit diesem DLC interessante zusätzliche Antworten. Diese sind zwar nett, schmälern das Erlebnis des Hauptspiels aber nicht, falls man sie nicht kennt. Der größte Kritikpunkt bleibt jedoch die Kommunikation der Entwickler: Dass Zusatzmaterial geliefert wird, ist willkommen, und dafür Geld zu verlangen, völlig legitim. Dass man dem Spieler jedoch nicht im Vorfeld mitteilt, dass er erst 30 bis 60 Stunden investieren muss, bevor er den 25 € teuren Zusatzinhalt überhaupt erst starten kann, ist hingegen mehr als diskussionswürdig.