OoT
Special

Was ich mir von einem Ocarina-of-Time-Remake wünsche

Von Jeremiah David am 29.03.2026

The Legend of Zelda: Ocarina of Time hat sich für alle Ewigkeit in meine Erinnerung gebrannt. Als das Spiel Ende 1998 in die Läden kam, war ich 15 Jahre jung und der Titel stellte erst mein viertes N64-Game dar (nach Super Mario 64, Diddy Kong Racing und Pilot Wings).

Meine Erwartungen waren hoch, wurden aber um ein Vielfaches übertroffen. Ocarina of Time war für mich damals eine Offenbarung und sollte über etliche Jahre hinweg mein absolutes Lieblingsspiel bleiben.

Ähnlich dürfte es vielen anderen Gamern damals ergangen sein. Jetzt spricht die Gerüchteküche von einem Remake, das noch dieses Jahr als großer Weihnachtstitel für Switch 2 erscheinen soll.

Eine offizielle Ankündigung steht noch aus, aber im Netz wird der Titel dennoch schon heiß diskutiert. Unsinnig? Vielleicht, aber ich will trotzdem mitmachen. Hier sind einige Dinge, die ich mir von einem Remake von Ocarina of Time wünsche:

  • Erstens: Bitte Nintendo, gönne dem Titel wirklich ein waschechtes Remake. Ich habe Ocarina of Time in seiner aktuellen Form schon zig mal durchgespielt. Ich brauche kein Remaster wie auf dem 3DS oder eine weitere Portierung, die nur minimal aufgehübscht wurde. Ich will ein echtes Remake, das technisch mit aktuellen Titeln mithalten kann, ...

  • ... wobei mit “aktuellen Titeln” nicht Breath of the Wild und Tears of the Kingdom gemeint sind. Links letzte Abenteuer liefen bereits zum Release auf gnadenlos veralteter Hardware und sehen auf der Switch 2 kaum besser aus. Was auf der Switch noch beeindruckend war, ist heute nicht mehr zeitgemäß. Beides waren zudem Open-World-Spiele, deren simple Cel-Shading-Grafik mehr als nur eine reine Designentscheidung darstellte. Ocarina of Time braucht keine offene Welt mit endlosen Hügeln. Die einzelnen Reiche der Kokiri, Goronen und Zora dürfen ruhig in sich geschlossene Gebiete sein, dafür aber einen höheren Detailgrad und eine realistischere Grafik (vielleicht mit einem Pixar- oder Dreamworks-ähnlichen Look) bieten. Anno 1998 gehörte Ocarina of Time optisch mit zum Besten, was es systemübergreifend zu sehen gab. Klar, die Charaktermodelle waren stilisiert und die Farben etwas übersättigt, die Welt aber so realistisch, wie es der damalige Stand der Technik erlaubte. Das wünsche ich mir erneut. Ich will kein Ocarina of Time, das “nur” so aussieht, als hätte es ein Fan mit der Engine von Breath of the Wild nachgebaut. Projekte, wie Ember Labs Kurzfilm “Terrible Fate” haben in mir Hoffnungen geweckt, die ich nicht unterdrücken kann. Ist dieser Wunsch utopisch? Vermutlich. Aber die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt.

  • Hinsichtlich der Präsentation würde ich mich zudem über eine echte Sprachausgabe freuen. Link darf gerne stumm bleiben, aber die restlichen Charaktere sollten mehr als nur Grunzgeräusche von sich geben. Im Jahre 2026 gehört eine ordentliche Sprachausgabe schlicht dazu und Nintendo braucht sich nicht als Indie-Entwickler auszugeben, der kein Geld für Synchronsprecher hat. Ein orchestralischer Soundtrack mit bekannten, klassischen Zelda-Stücken wäre zudem ein absoluter Traum.

  • Was dagegen gerne wie im Original bleiben darf, sind die Tempel. Ocarina of Time hatte einige der besten Dungeons und Bossgegner der gesamten Serie und das Design ebendieser kann meiner Meinung nach ruhig erhalten bleiben. Die meisten Gamer sind heute ohnehin entweder zu jung, um das Original gespielt zu haben, oder zu alt, um sich an jedes Rätsel zu erinnern. Selbst die 3DS-Version hat immerhin schon 15 Jahre auf dem Buckel.

  • Was ebenfalls nicht geändert werden sollte, sind die Waffen. Damit meine ich nicht, dass ich etwas gegen das ein oder andere neue Item einzuwenden hätte, aber ich habe schlicht keinen Bock mehr auf Waffen wie in Breath of the Wild, die mitten im Kampf kaputtgehen und dann spontan mit einem Ast oder einer Keule ersetzt werden müssen. Ich will wieder mit meinem guten alten Biggoron-Schwert in den Kampf ziehen und Ganon mit dem Master-Schwert Leuchtkugeln um die Ohren schmettern, ohne dabei auf den Status meiner Waffen achten zu müssen.

  • Über ein paar andere Elemente aus moderneren Zelda-Titeln würde ich mich dagegen nicht beschweren. Link hat in Ocarina of Time ein eigenes Zimmer im Kokiri-Wald. Im Remake darf seine Unterkunft beispielsweise gerne mit mehr als nur einem Bett ausgestattet werden. Wie wäre es mit einer Kochnische mit einem Rezeptbuch? Die passenden Zutaten müssten dann natürlich auch in der Welt zu finden oder in einem Shop zu kaufen sein.

  • Auch würde ich mich über einige neue NPCs und Räumlichkeiten freuen. Den Limitierungen der damaligen Hardware und den teilweise vorgerenderten Hintergründen war es geschuldet, dass etliche Gebäude in der Ortschaft vor Hyrule-Schloss nicht betreten werden konnten. Charaktere standen (oder tanzten) willkürlich in der Gegend herum. Die Stadt fühlte sich weder sonderlich groß noch lebendig an. Ähnliches galt für das Reich der Zora. Das sollte mit der Power der Switch 2 leicht zu ändern sein: Weniger namenlose Statisten-NPCs, weniger Pappkulissen als Häuser. Hier darf sich Nintendo austoben und den Landstrich um Hyrule-Stadt oder auch andere Gebiete mit neuen, hoffentlich bunten Zeitgenossen mit kreativen Nebenmissionen und eigenen, begehbaren Häusern versehen.

Und sonst? Was wünscht ihr euch von einem möglichen Remake? Haut in die Tasten und lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Nur registrierte Benutzer können Kommentare verfassen. Jetzt registrieren
3 Kommentare:
Vyse)
Vyse
Am 30.03. um 11:12
Ein 1:1-Remake des Originals (inkl. Master Quest) mit der Optik von Donkey Kong Bananza wäre für mich optimal, halte ich aber für unwahrscheinlich.

Die Dungeons aus OoT wären für ein modernes Publikum zu komplex und zu schwierig. Deshalb würde Nintendo wohl entweder einen Port mit HD-Texturen im Stil von Super Mario Galaxy 1&2 oder Metroid Prime HD abliefern, um bestehende Fans mit möglichst geringem Aufwand zu melken, oder halt ein vollwertiges Remake für den breiten Markt und Neukunden abliefern, das dann zwar optisch auf dem Stand von DK Bananza oder Mario Kart World ist, aber spielerisch stark vereinfacht wurde. Alles andere würde mich sehr überraschen.
michi1894)
michi1894
Am 30.03. um 18:43
Ein Remake mit Master Quest UND im Anschluss direkt nahtlos ein Majoras Mask im (wie bereits von Andy erwähnten) DK-Bananza Stile wäre ein Traum.

Die Dungeons dürften von mir aus beibehalten werden und für das moderne Publikum mit einer "einfachen" Variante belegt werden.

Ich bin aber nach wie vor skeptisch, ob sich Nintendo das wirklich antut. OoT ist das bis Dato beste Videospiel aller Zeiten. Dieses Meisterwerk verdient ein außergewöhnliches Remake und hier kann man nur alles falsch machen. Die alten Hasen, die das Spiel Anno 98 gespielt haben, erwarten nicht mehr, als eine perfekte Umsetzung "IHRES" Jahrhundertspiels. Und Gamer von heute haben eine hohe Erwartungshaltung oder kommen mit dem Gameplay von damals nicht klar.

Worst Case: ein halbgarer Port mit dahingerotzen QoL-Features und liebloser Grafik, Hauptsache es steht OoT drauf und man kann ein Special Edition für 200€ auf den Markt bringen.
Buttergebäck)
Buttergebäck
Am 31.03. um 06:22
Was maximal abwegig ist, ich persönlich mir aber wünschen würde: Ein ähnlicher Ansatz wie bei der Erfindung der HD-2D-Optik, nur halt in 3D. Also bei Texturen, Licht- und Partikeleffekten das rausholen, was die Switch 2 zu leisten im Stande ist, aber die Anzahl der Polygone unverändert lassen. Wenn man das wirklich durchzieht könnte es wegweisend für viele andere Remakes von Spielen aus dieser Epoche werden.

Was das Gameplay angeht, wäre jede Veränderung eigentlich eine Verschlechterung.