asha-sharma-matt-booty
Story

Phil Spencer und Sarah Bond verlassen Xbox

Von Jeremiah David am 21.02.2026

In der Führungsetage von Microsoft Gaming steht ein massiver Umbruch bevor. Der langjährige Chef Phil Spencer tritt zurück, während die eigentlich als Nachfolgerin gehandelte Xbox-Präsidentin Sarah Bond das Unternehmen verlässt.

Nach 38 Jahren bei Microsoft (und seit dem Launch der Xbox in 2001 dabei) tritt Spencer zum 23. Februar offiziell zurück. Er bleibt dem Unternehmen bis zum Sommer in beratender Funktion erhalten.

Asha Sharma, die bisherige Leiterin der „CoreAI“-Sparte bei Microsoft, übernimmt die Leitung von Microsoft Gaming. Außerdem wird Matt Booty befördert: Der bisherige Leiter der Xbox Game Studios steigt zum Chief Content Officer auf.

Sharma hat keinerlei Erfahrung in der Spielebranche. Ihre Karriere begann im Marketing bei Microsoft, danach leitete sie die Geschäftstätigkeit der Porch Group, einem Home-Services-Startup. Von dort wechselte sie zu Meta, wo sie die Nutzerbasis von Facebook Messenger auf Milliarden ausweitete. Danach wurde sie COO von Instacart, wo sie das Unternehmen durch den Börsengang und in die Profitabilität führte, ehe sie zurück zu Microsoft wechselte, um die Leitung von CoreAI zu übernehmen.

Die CoreAI-Sparte von Microsoft ist darauf spezialisiert, KI-Agenten in Microsofts gesamte Produkt-Ökosystem zu integrieren. So hat CoreAI etwa dazu beigetragen, Copilot in Windows zu verankern. Für die Zukunft von Xbox verheißt die Beförderung von Asha Sharma aus Gamersicht daher tendenziell nichts Gutes. Es ist anzunehmen, dass Sharma Xbox Gaming profitabler machen soll - egal wie.

In einem offenen Brief an ihr neues Team betont Sharma, dass kreative Exzellenz und Risikobereitschaft bei der Entwicklung neuer Franchises und Kategorien im Vordergrund stehen sollen. Sie möchte eine Zukunft des Spielens ohne "seelenlosen AI-Slop" und positioniert sich gegen kurzfristige Effizienzsteigerungen durch künstliche Intelligenz - eine positive Aussage, die aufgrund Microsofts bisheriger Vorgehensweise allerdings mit Vorsicht zu genießen ist, zumal Satya Nadella (CEO von Microsoft) großer KI-Befürworter ist und eine klare "AI-First"-Strategie fährt. Das Online-Magazin Kotaku legt sich fest und schreibt schlicht: Xbox ist tot.

Matt Booty sagt derweil: „Mein Fokus liegt darauf, die bestehenden Teams und Führungskräfte zu unterstützen und die Bedingungen zu schaffen, unter denen sie ihre beste Arbeit leisten können. Um es klar zu sagen: Für unsere Studios sind derzeit keine organisatorischen Änderungen geplant.“ Das soll Gamer und Mitarbeiter sicher beruhigen, aber Microsoft hat in der jüngeren Vergangenheit mehr als oft genug bewiesen, dass sich niemand auf Aussagen aus dem Unternehmen verlassen sollte.

Quelle: Microsoft

Nur registrierte Benutzer können Kommentare verfassen. Jetzt registrieren