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NieR:Automata: The End of YoRHa Edition

Von Michael Prammer am 05.11.2022

Der Ursprung des Spiels NieR:Automata führt uns ins Jahr 2017 zurück. Damals ging Platinum Games eine Kooperation mit Square Enix ein, um den Action-Kracher auf die PlayStation 4 zu bringen.

Der Kampf zwischen einer Söldner-Truppe in einer postapokalyptischen Welt gegen eine Horde Maschinen erinnerte ein wenig an den Film Matrix, schaffte es allerdings einen ganz eigenen Flair mitzubringen. Spieler durften zudem in einer besonderen, melancholischen Spielwelt versinken. Nintendos Hybridkonsole hat diesen Titel nun als komplette The End of YoRHa Edition portiert bekommen, wobei "komplett" hier bedeutet, dass sechs zusätzliche Kostüme in Form eines DLC vorhanden sind, die es im Original nicht gab. Außerdem kommt die Switch-Version natürlich mit allen bisher erschienen Erweiterungen daher.

Kann der Action-Titel mit all dem Beiwerk auch auf Nintendo Switch überzeugen? Bevor wir diese Frage beantworten, kommen wir noch einmal auf die Geschichte zurück.

Mensch gegen Maschine - oder?

Die Geschichte bringt uns auf die Erde der Zukunft, die von Außerirdischen eingenommen wurde und von diesen durch Maschinen kontrolliert wird. Die Söldnereinheit um Protagonistin 2B und 9S bekommt den Auftrag auf die Erde zu reisen, um sich dem Feind entgegenzustellen. Hierzu sei gesagt, dass die Menschheit sich in einem letzten Bündnis auf den Mond zurückgezogen hat und von dort aus operiert. Unsere beiden Hauptdarsteller mögen zwar von den Menschen geschickt werden, sind allerdings Androide, also roboterähnliche Wesen mit Spezialfähigkeiten, die uns im Kampf gegen die Aliens wichtige Dienste leisten werden. Auf der Erde angekommen läuft jedoch alles gar nicht so ab wie geplant und die Anfangseinheit, bestehend aus mehreren Androiden, wird beinahe vollständig ausgelöscht, sodass nur noch 2B und 9S übrig bleiben. Über Erstgenannte übernimmt der Spieler nunmehr die Kontrolle und muss sich fortan durch Horden von Alien-Maschinen schnetzeln.

Die Geschichte wird dabei sehr spannend erzählt, hat viele unerwartete Wendungen und bringt sogar einige emotionale Momente mit sich. Die glaubwürdige Spielwelt tut ihr Übriges dazu bei und so vergesst ihr sehr schnell, dass es sich bei den beiden Hauptdarstellern eigentlich „nur“ um Roboter handelt. Neben der Hauptgeschichte, welche euch je nach Schwierigkeitsgrad und Spielstil etwa 15 bis 20 Stunden beschäftigen dürfte, könnt ihr auch sehr viele optionale Nebenquests abschließen, welche die Spieldauer nochmal strecken und das gesamte Spiel gut und gerne auf 40 bis 50 Stunden Spielzeit anwachsen lassen. Dies bringt auch den tollen Nebeneffekt mit sich, noch mehr über die grandiose Story und die tolle Spielwelt zu erfahren. Selbst beim zweiten Durchspielen stößt man noch auf das eine oder andere Geheimnis, das beim ersten Durchgang noch übersehen wurde. Dazu kommt die Tatsache, dass es unterschiedliche Enden gibt, was die Perfektionisten unter euch sowieso zu mehreren Spieldurchgängen bewegen dürfte.

Schnörkelloses Gameplay – technisch etwas in die Jahre gekommen

Die gelungene Story ist gleichzeitig auch immens wichtig für das schnelle Gameplay, welches auf den ersten Blick vielleicht noch etwas eintönig wirkt. Die Protagonistin steuert sich zwar flott, darf ausweichen und springen, allerdings bleibt dann grundlegend nur noch das Schlagen - optional schießt euer KI-Begleiter, ein kleiner fliegender Flugdrohne, sogar ganz automatisch auf eure Gegner. Dementsprechend mag der Eindruck entstehen, dass der Titel nicht sonderlich anspruchsvoll daherkommt. Lasst euch jedoch versichern: Der Eindruck täuscht komplett! Zwar ist das generelle Moveset überschaubar, doch gerade auf den höheren Schwierigkeitsstufen müsst ihr dieses komplett verinnerlichen und perfekt beherrschen, um nicht ungewollte Bildschirmtote zu erleben. Dann nämlich zaubert ihr mit 2B tolle Kampf-Choreografien auf den Bildschirm, erledigt sämtliche Gegner, weicht geschickt aus und besiegt jeden noch so kolossal wirkenden Boss. Freut euch vor allem auf die wirklich tollen Bosskämpfe - mehr möchte ich an dieser Stelle aber auch gar nicht verraten, sie sind aber ein absolutes Highlight im Spiel. Und dann gibt noch hin und wieder einige Flugpassagen mit dem sogenannten YoRHa, einer Mischung aus Roboter und Flugzeug, welche entweder dreidimensional oder in 2D-Sidescroll-Manier ablaufen. Dadurch wird das Gameplay nie langweilig und motiviert stets zum Weiterspielen.

Ein interessanter Aspekt ist immer auch die technische Seite von Videospielen. NieR:Automata macht auf der Hybrid-Konsole von Nintendo einen ordentlichen Job. Man merkt dem Spiel allerdings an, dass es ursprünglich für die PlayStation 4 entwickelt wurde und demnach war die Portierung nicht die größte Herausforderung. Zu bemängeln gilt jedoch die Bildrate, welche von 60 (PS4) auf 30 (Switch) reduziert wurde, was insbesondere bei einigen hitzigen Gefechten negativ auffällt. Das ist sehr schade und auch unverständlich, weil dies technisch sicherlich auch anders machbar gewesen wäre. Ansonsten sieht der Titel optisch durchaus sehr gut aus, auch wenn er sicherlich nicht mehr State of the Art ist. Dies vergisst man aufgrund der schicken Explosionen, Lichteffekte und der tollen Spielwelt jedoch sehr schnell. Nicht verschweigen möchten wir zudem den tollen Job der Synchronsprecher, die einen enormen Anteil an der brillanten Inszenierung des Spiels haben. Sehr gut!

FAZIT:

NieR:Automata The End of YoRHa Edition ist ein toller Action-Titel auf, dem ich eine beinahe uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen kann. Zwar mag das Spiel schon ein paar Jahre alt sein und wer den Titel bereits gespielt hat und auf einer PS4 sein Eigen nennt, sollte sich gut überlegen, ob ein Kauf noch Sinn ergibt. Nintendo-Only-Besitzer sollten allerdings zugreifen, wenn sie auf fesselnde Action und tolle Geschichten stehen. Platinum Games liefert mal wieder ab und die Portierung kann sich trotz kleinerer technischer Einbußen sehen lassen. Als Entschädigung gibt es ein paar nett anzusehende Kostüme zusätzlich und der Preis von knapp 40€ (UVP) ist auch mehr als fair für das Gebotene.

Unsere Wertung:
8.5
Michael Prammer meint: "Grandioser Action-Titel mit einer schönen Story, welche sich Switch-Besitzer unbedingt ansehen sollten"
NieR:Automata: The End of YoRHa Edition von Platinum Games erscheint am 07.10.2022 für Nintendo Switch. Wir haben die Version für Nintendo Switch getestet. Für diesen Test wurde uns ein Rezensionsexemplar von Square Enix zur Verfügung gestellt.
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2 Kommentare:
Denios)
Denios
Am 08.11. um 10:58
Hätte richtig Bock, es auf Switch nochmal durchzuspielen, aber das kann ich meinem Backlog gerade leider nicht antun :D
Kanta)
Kanta
Am 13.11. um 13:47
Nachdem ich es auf der PS4 mehrere Stunden gespielt habe, aber nicht durchgespielt, auf der XBSX im Gamepass ist dann jetzt doch nochmal für die Switch gekauft. Wird demnächst angegangen, Bayonetta 3 ist jetzt durch.