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Story

Xbox vor weiteren Studioschließungen

Von Jeremiah David am 20.06.2026

Laut einem Bericht von Bloomberg plant Microsoft kurz nach dem Ende des Geschäftsjahres (30. Juni) eine weitere Entlassungswelle in seiner Spielesparte Xbox. Der genaue Umfang der Stellenstreichungen ist noch unklar, allerdings stehen laut einem weiteren Bloomberg-Artikel die Studios Double Fine (Psychonauts), Ninja Theory (Hellblade) und Compulsion Games (South of Midnight) vor Schließungen. Auch Arkane (Dishonored) könnte geschlossen werden. Etliche Mitarbeiter der betroffenen Studios sind bereits aktiv auf der Jobsuche.

In den vergangen Jahren hat Microsoft unlängst mehr als 10.000 Stellen abgebaut, die Entwicklung von Spielen wie das Reboot von Perfect Dark oder Everwild gestoppt und Studios wie Tango Gameworks (The Evil Within) und Arkane Austin (Redfall) geschlossen. Die Präsentation von Senua auf der Xbox Games Showcase 2026 soll laut Brancheninsider Stephen Totilo perfiderweise genutzt worden sein, um Investoren für Ninja Theory zu finden. Demnach habe Microsoft vorher bereits Pläne verfolgt, das Studio entweder auszugliedern oder zu schließen.

Auch das Marketing-Budget und weitere Geschäftsbereiche sollen wohl drastisch gekürzt werden. Es handelt sich um den ersten großen Umbau unter der neuen Xbox-Chefin Asha Sharma. Ein veröffentlichtes internes Memo von Sharma und Content-Chef Matt Booty verdeutlicht die wirtschaftliche Krise der Sparte: Die Marge von Xbox liegt im aktuellen Geschäftsjahr nur noch bei rund 3 Prozent. In den letzten fünf Jahren wurden (ohne Activision Blizzard) über 20 Milliarden US-Dollar in Inhalte, Plattformen und Hardware-Subventionen gesteckt – dennoch sank der Jahresumsatz im selben Zeitraum um fast eine halbe Milliarde US-Dollar. Xbox habe sich mit dem Ausbau eigener Studios übernommen, während zeitgleich große Marken unterfinanziert blieben.

Besonders die Xbox-Hardware steht unter Druck. Aufgrund der KI-bedingten Speicherkrise zahlt Microsoft derzeit ein Vielfaches für Speicherbausteine im Vergleich zum Vorjahr; bis Weihnachten 2027 wird mit einer Verfünffachung der Preise gerechnet. Xbox kann aktuell nicht so viele Konsolen produzieren, wie der Markt nachfragt. Dass Microsoft eine Teilschuld an der Speicherkrise trägt, verschweigt Sharma. Microsoft hat zuletzt Unsummen in KI investiert und plant allein für 2026 weitere Investitionen von rund 190 Milliarden Dollar, von denen die meisten in den Bau umstrittener KI-Datenzentren fließen dürften.

Trotz der Krise hält Microsoft jedoch an der nächsten Konsolengeneration („Project Helix“) fest. Dafür sucht das Unternehmen nach einem neuen Geschäftsmodell, neuen Partnerschaften und will die Investitionsprioritäten der nächsten fünf Jahre komplett überdenken.

Quelle: Bloomberg

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