Embracer Group plant Aufspaltung
Die schwedische Spiele- und Medienholding Embracer Group treibt ihre tiefgreifende Konzernrestrukturierung weiter voran. Wie das Unternehmen mitteilte, soll der Bereich „Fellowship Entertainment“ künftig als eigenständiges Unternehmen agieren. Damit setzt Embracer seinen bereits 2024 angekündigten Kurs fort, die Gruppe in mehrere fokussierte Einheiten aufzuteilen.
Fellowship Entertainment soll künftig als IP-getriebenes Entertainment-Unternehmen agieren und zentrale Marken des Konzerns bündeln. Dazu zählen unter anderem die Rechte an „Der Herr der Ringe“, „Tomb Raider“ sowie „Kingdom Come: Deliverance“. Der Fokus des neuen Unternehmens liegt laut Embracer auf Spieleentwicklung, Publishing und der kommerziellen Verwertung von Markenrechten über verschiedene Medienformate hinweg.
Die verbleibende Embracer-Struktur soll sich dagegen stärker auf profitablere Nischenmärkte konzentrieren, darunter Retro-Gaming, physische Spieledistribution und ausgewählte Kernmarken wie „Gothic“ oder „Killing Floor“. Konzernchef Phil Rogers bezeichnete die Aufspaltung als strategischen Schritt, um die operative Fokussierung zu erhöhen und den Wert der umfangreichen Markenbibliothek besser sichtbar zu machen.
Auch personell bringt die Neustrukturierung Veränderungen mit sich: CEO Phil Rogers, CFO Müge Bouillon und COO Lee Guinchard sollen in Führungspositionen zu Fellowship Entertainment wechseln. Parallel sucht Embracer nach einer neuen Konzernspitze für das verbleibende Kerngeschäft.
Die geplante Abspaltung folgt auf eine Phase massiver Umbrüche innerhalb des Konzerns. Nachdem ein milliardenschwerer Investmentdeal 2023 gescheitert war, leitete Embracer umfangreiche Sparmaßnahmen ein, schloss Studios und verkaufte Beteiligungen. Bereits zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, die Gruppe in mehrere eigenständige Börsenfirmen aufzuteilen – darunter Asmodee und die Coffee Stain Group.
Finanziell präsentierte sich Embracer zuletzt stabiler als erwartet: Für das jüngste Quartal meldete der Konzern ein bereinigtes operatives Ergebnis von 360 Millionen schwedischen Kronen und übertraf damit die Analystenschätzungen deutlich. Zusätzlich kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 750 Millionen Kronen an.
Quelle: Embracer Group