NVIDIA äußert sich zu DLSS 5
NVIDIA wollte DLSS 5 als etwas Großartiges darstellen (wir berichteten). Das ist ordentlich missglückt. Statt Gamer zu beeindrucken, sieht sich der Tech-Gigant jetzt einer Welle des Spotts gegenüber. Von AI-Slop und Yassification ist häufig die Rede – also der Fotoretusche mit dem einzigen Ziel, eine Person hübscher zu machen.
Jensen Huang, CEO von NVIDIA, stellte in einem Interview mit Tom's Hardware deshalb schon vor einigen Tagen klar: „Nun, zunächst einmal, sie (Anm. d. Red.: die Kritiker) liegen alle völlig falsch!“ Dieser wenig diplomatischen Antwort ließ er folgen: „DLSS 5 verbindet die Steuerung von Geometrie, Texturen und allem am Spiel mit generativer KI. Es ist kein Post-Processing, es ist kein Post-Processing auf Frame-Ebene, sondern generative Steuerung auf Geometrieebene." Des Weiteren behauptete er, DLSS5 sei „nicht generative KI, sondern inhaltskontrollierende generative KI.“
Jacob Freeman, NIVIDIAs offizieller „GeForce Evangelist“, widerspricht seinem Chef jedoch klar. In einer Nachricht an YouTuber Daniel Owen, erklärt er: „DLSS 5 nimmt ein 2D-Bild plus Bewegungsvektoren als Eingabe. DLSS 5 ist als Technik darauf trainiert, komplexe Szenensemantiken wie Charaktere, Haare, Stoff und durchscheinende Haut sowie Umweltlichtverhältnisse wie Frontbeleuchtung, Rücklicht oder Bedeckung zu verstehen – alles durch die Analyse eines einzelnen Frames.“
Im Prinzip ist das nicht viel anders als die Image-2-Image-Funktion moderner KI-Bildergeneratoren. Während Huang weiterhin versucht, DLSS 5 als ein Werkzeug darzustellen, das Entwickler entsprechend ihrer eigenen Wünsche einsetzen können, sieht die Realität also so aus, dass die KI die Input-Bilder eigenständig neu interpretiert und den Entwicklern dabei kaum Möglichkeiten der Anpassung bieten. Die angebliche Kontrolle, die die Entwickler über die KI haben, beschränkt sich auf Helligkeits-, Farb- und Kontrastwerte. Sie können außerdem Bereiche des Bilds von der DLSS-5-"Kur" ausschließen.
Wer DLSS 5 selbst ausprobieren möchte, kann einen beliebigen Screenshot nehmen, von einer KI „realistischer“ machen lassen und dann die Farbwerte in Lightroom oder mittels einer ähnlichen Software nachbearbeiten. Dass DLSS 5 dies praktisch in Echtzeit bewerkstelligen kann, ist durchaus beeindruckend, ändert aber nichts daran, dass die Technik kaum mehr als ein Filter ist, der die künstlerischen Absichten der Entwickler völlig ignoriert.
Bildquelle: https://x.com/calzee_/status/2033641299568402737