Politik-Thread

Das Missbrauchspotential ist bei dieser ganzen Sache auf jeden Fall ein großes Problem. Youtube liefert ja jetzt schon zahllose Beispiele dafür, zum Beispiel als Kotaku ein Gameplay-Video zu Monster Hunter World mit dem Kampf gegen Kulve Taroth hochgeladen hat. Das Video enthielt eine Cutscene und wurde in youtubes Content-ID-System registertiert. Ein Youtuber der den Kampf (inkl. derselben Cutscene) ebenfalls hochgeladen hatte wurde daraufhin von dem automatisierten Script beschuldigt, die Aufnahmen von Kotaku gestohlen zu haben, und bekam eine Abmahnung wegen einer Urheberrechtsverletzung. 

Einen anderen Fall gab es auf Facebook als jemand ein Stück von Bach auf einem Klavier gespielt und dort gepostet hat. Das Content-ID-System von Facebook erkannte die Aufnahme fälschlicherweise als eine Raubkopie einer urheberrechtlich geschützten Live-Aufführung desselben Stücks. Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes werden solche Fälle deutlich häufiger und die Konsequenz wird schließlich sein, dass ein vernichtend großer Teil aller User-Uploads in der EU gesperrt wird oder Seiten die von solchen Uploads leben in der EU ihren Dienst einstellen.

Für uns (also NPlusX) sehe ich die größte Gefahr in der schwammigen Rechtslage. Ich glaube nicht, dass wir irgendwann von Nintendo verklagt werden, weil jemand Presse-Screenshots in unserem Forum postet. Aber das Szenario, dass ein gescheiterter Buchautor eine Passage aus seinem Buch bei uns postet und dann einen Abmahnanwalt einschaltet, wenn wir diese Textpassage nicht erkennen, halte ich leider für wirklich realistisch.

Das Leistungsschutzrecht ist nochmal ein ganz anderes Paar Schuhe. Viele Social-Media-Kanäle die auf einer "Anti-Establishment"-Schiene fahren posten hauptsächlich Inhalte, in denen Presseartikel zitiert und auseinandergenommen werden. Nun Verabschiedet das Establishment ein Gesetz, das das Betreiben genau dieser Anti-Establishment-Kanäle unmöglich macht. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.


Passage into adulthood is often celebrated,

but as time goes by we realize what we have lost.

1  

Vyse schrieb:

Das Leistungsschutzrecht ist nochmal ein ganz anderes Paar Schuhe. Viele Social-Media-Kanäle die auf einer "Anti-Establishment"-Schiene fahren posten hauptsächlich Inhalte, in denen Presseartikel zitiert und auseinandergenommen werden. Nun Verabschiedet das Establishment ein Gesetz, das das Betreiben genau dieser Anti-Establishment-Kanäle unmöglich macht. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.




Pssst, nicht dass du unserer Regierung auch noch unangenehm auffällst wie der Herr Maaßen.   


"Nintendo I've come to bargain"
0  

Vyse schrieb:

 Aber das Szenario, dass ein gescheiterter Buchautor eine Passage aus seinem Buch bei uns postet und dann einen Abmahnanwalt einschaltet, wenn wir diese Textpassage nicht erkennen, halte ich leider für wirklich realistisch.

What? Das ist ein seltsam konkretes Beispiel. o_O


Frisbeetarianism is the belief that when you die, your soul goes up on the roof and gets stuck.
0  

Btw, mal davon ab wie uns das Internet von der EU kaputt reguliert wird...

Was haltet ihr von der Hetzjagd auf unseren Verfassungsschutz-Dude Maaßen?

Ohne das der Thread hier gleich wieder explodiert bitte   


"Nintendo I've come to bargain"
0  

Sagen wir mal so:

Wenn er den Grünen einen Haftbefehl gegen einen rechtsradikalen Chemnitzer zugespielt hätte, der einer Gewalttat gegen einen Flüchtling beschuldigt wird, hätte niemand was von "Amtsmissbrauch" und "Rücktritt" geschrieen.

Diese Doppelmoral, die auch an sehr vielen anderen Stellen wirklich offensichtlich ist, nervt mich am meisten.


Passage into adulthood is often celebrated,

but as time goes by we realize what we have lost.

0  


"Nintendo I've come to bargain"
0  

Die Colorado State University, an der derzeit über 33.000 Studenten eingeschrieben sind, hat einen Inclusive Language Guide veröffentlicht. Das Dokument ist faktisch eine elf Seiten lange Tabelle mit Neusprech. Das Dokument betont zwar, dass es sich lediglich um eine Empfehlung und nicht um eine Vorschrift handele. Aber wenn ich mir so anschaue was passiert wenn man sich nicht an solche "Empfehlungen" hält frage ich mich, inwiefern sich diese von einer harten Richtlinie unterscheiden.

Meine Persönlichen Highlights:

  • Grammatikalisch falsche Redewendungen wie "Long Time No See" oder "No Can Do" sind tabu, weil man sich damit über Einwanderer lustig macht, die die englische Sprache nicht so gut beherrschen.
  • Auch Redewendungen die vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten mal in einem rassistischen oder sexistischen Kontext benutzt wurden, z.B. "Eenie meenie miney moe", "Hip hip hooray" oder "Rule of thumb" sollten vermieden werden.
  • "Illegale Einwanderer" ist entmenschlichend und kriminalisierend. Außerdem impliziere der Begriff dass die Person selbst, und nicht lediglich ihre Handlung, gegen das Gesetz verstoßen hat.
  • Generell ruft das Dokument zu einer "People-First Language" auf. Man solle z.B. nicht "Epileptiker" sagen, sondern "Person, die an Epilepsie leidet". Auch "Homosexuell" ist problematisch und man solle stattdessen einfach die LGBTQ-Begriffe, also "Lesbian", "Gay" und so weiter verwenden.
    • AUSNAHME: Das Wort "Straight" ist nicht okay, hier ist explizit "Heterosexuell" zu verwenden.
  • "Mr.", "Ms." und "Mrs." sollten nur noch verwendet werden, wenn man weiß dass es korrekt ist. Ansonsten sei "Mx." besser.
  • Der Begriff "Preferred Pronouns" ist mittlerweile auch nicht mehr okay. Wenn z.B. ein Mann mit "she" bezeichnet werden möchte, impliziere man durch die Verwendung von "Preferred", dass die betroffene Person nicht wirklich eine Frau sei, sondern sich lediglich ausgesucht habe so bezeichnet zu werden. Daher einfach nur "Pronoun" sagen.

Kann man alles hier nachlesen: Quelle


Passage into adulthood is often celebrated,

but as time goes by we realize what we have lost.

1  

  

0  

Sorry, aber die erste Quelle ist absolut lächerlich. Dieses Lifesitenews.com ist auf dem Niveau britischer Boulevard-Blätter, nur ohne die Bilder von Titten überall. Auf der eigenen About-Seite heißt es:  "LifeSiteNews.com emphasizes the social worth of traditional Judeo-Christian principles". Das ist eine christliche Propagandaseite, mit der ich nicht mehr anfangen kann als mit der Gegenseite.

Der Schüler, um den es in dem von dir verlinkten Artikel geht, wäre hier in Deutschland für sein Verhalten auch von jeder Schule geflogen und das völlig zurecht.

Wenn ein Schüler ein Problem mit mir, meiner Meinung oder meinem Unterrichtsmaterial (das nicht immer meiner persönlichen Meinung entspricht) hat, darf er gerne mit mir darüber reden. Ab dem Moment aber, in dem er ohne meine Erlaubnis meinen Unterricht filmt und dann auch noch samt Kommentar ins Internet hochlädt, hat er bei mir keine Chance mehr. Asozialer geht's kaum.

In dem verlinkten Video mit dem Interview sagt der Schüler selbst: "they emphasized that I wasn't getting in trouble for what I said, but for recording the teacher, which is fair enough because it's a known rule at school"


Frisbeetarianism is the belief that when you die, your soul goes up on the roof and gets stuck.
0  

Die Geschichte mit dem Schüler sollte eigentlich auch nur ein Beispiel dafür sein, warum ich der Colorado State University nicht glaube wenn sie sagen, dass es sich bei dem Language Guide lediglich um eine Empfehlung handele, deren Beachtung völlig freiwillig sei.

Ich kann deine Argumente verstehen und nachvollziehen und werde nicht bestreiten dass der Schüler verwiesen wurde, weil er gegen klare Regeln verstoßen hat, die er kennt.

Trotzdem halte ich die Einstellung des Lehrers für extrem bedenklich, vor allem den Satz "You were given an opportunity to remain quiet". Denn genau diesen Satz könnte auch ein Machthaber in einem autoritär regierten Staat benutzen, bevor er Regierungskritiker hinrichten lässt. Das mag jetzt übertrieben klingen, aber es trifft eigentlich ziemlich genau den Kern des Problems, das wir in unserer Gesellschaft haben. Die Leute bleiben ruhig und nicken stumm, wenn es um solche Themen geht, weil sie Angst davor haben eine gegenteilige Meinung zu äußern. Aber in der Wahlkabine wenn niemand hinguckt machen sie dann ihr Kreuz bei Meuthen, Trump, Orban, Kurz, Conte, Le Pen, Wilders oder wem auch immer.


Passage into adulthood is often celebrated,

but as time goes by we realize what we have lost.

0  

Natürlich bleiben die Leute stumm oder äußern sich nur - mehr oder weniger - Anonym im Netz. Bei den Unregelmäßigkeiten die hierzulande in letzter Zeit aufgetreten sind, macht es aber noch einen wirklichen Unterschied ob die Leute in der Wahlkabine ein Kreuzchen für Meuthen machen?

Nehmen wir doch mal die Ltw NRW als prominentestes Beispiel, dort sind in 50 Stimmbezirken die Stimmen für die AfD komplett beseitigt worden, dies wurde im Nachhinein augenscheinlich bereinigt, was ist allerdings mit den restlichen ca. 14.950? Die wurden nicht nachträglich geprüft. Wieso das eine Rolle spielen mag? Weil in den 50 Stimmbezirken durchschnittlich mehr Stimmen unter den Tisch fielen als, als die restlichen Bezirke im Durchschnitt erhielten. Natürlich kann dies reiner Zufall sein, die Vermutung liegt aber durchaus nahe, dass in den anderen Bezirken die Wahlhelfer einfach nicht vollkommen verblödet waren und einige Stimmen nicht ungültig machten. Wenn nach der Wahl 20-30 Stimmen im Bezirk für die AfD angegeben wurden, wird wohl kaum jemand noch einmal nachhaken, da eine davon bestimmt seine war, bzw. ggf. sofern er weiß was ein paar Leute wählen, diese halt auch darin vertreten sind. Wenn man die Zahl der Stimmen jedoch auf 0 setzt, nunja, dann fliegt der Wahlbetrug halt auf, wie in diesen 50 Stimmbezirken. Jede Stimme zählt, selbst wenn es in jedem Bezirk nur eine ist die ungültig gemacht wird, könnten sich die Mehrheiten verschieben.

Und wenn man sich auf derlei Manipulation nicht verlassen will, dann wird halt auch schon mal ein Bündnis aus Regierungs- und sämtlichen Blockparteien geschlossen, wie letztens um in Görlitz einen AfD-Oberbürgermeister zu verhindern (der allein trotzdem 44,9% erhielt) oder man streicht einfach wegen "Formfehlern" die Landesliste zusammen, mal gucken ob das letztendlich so klappt wie man sich das im Wahlausschuss vorgestellt hat.   

Was ich damit sagen will: „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten.“


"Nintendo I've come to bargain"
0