Der "Was bewegt euch gerade?" Thread

Ich hasse es, wenn ich ne Benachrichtigung auf meinem Handy bekomme, dass jemand auf einen Youtube-Kommentar von mir geantwortet hat, ich drauf klicke und nicht direkt zur Antwort, sondern nur zum Video geleitet werde und dann die Antwort selbst suchen darf. Scheiß Youtube-App! Arrrrgh!


This is where we build our future. Aktuell am Zocken: Final Fantasy XIV (Steam), Trails in the Sky (Steam), Fire Emblem Three Houses (Switch), Ys The Ark of Napishtim (PSP)
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Nach dem Ende meines Referendariats ging es darum, eine Stelle zu finden. Ich war im Anschluss erst einmal schulformfremd in einer Grundschule. In NRW, wie auch wohl in vielen anderen Bundesländern, ist der Mangel an den Grundschulen immens, An den Gymnasien ist die Kombination aus Deutsch/Sozialwissenschaften dagegen weniger gefragt. Es kann sein, dass sich das demnächst durch die EInführungs des eigenständigen Fachs Wirtschaft ändert (was ich im Grunde unsinnig finde, weil SoWi ein kombiniertes Fach ist, aber nun gut), darauf wollte ich nicht spekulieren.

Seit einem Jahr gibt es eine Art Deal: Man verpflichtet sich für zwei Jahre an einer Grundschule (als Tarifangestellter) und wird danach innerhalb von 35 km an eine Schule des eigentlichen Lehramts verbeamtet versetzt.

Ab Februar werde ich nun also an einer neuen Grundschule meinen Dienst antreten. Habe mich im Bewerbunsgverfahren durchgesetzt, nicht zuletzt aufgrund der paar Monate an der jetzigen Grundschule. Im Verfahren war ich erst auf Platz 2, weil ich katholisch bin, eine Bewerberin aber evangelisch, wie auch das Profil der Schule. Sie sagte ab, ich rückte nach.

Es ist ein wenig Zuckerbrot und Peitsche, aber ich kann endlich meine Zukunft planen. Das nimmt viel Druck heraus. Auf einige Stellen an Gymnasien und Gesamtschulen kommen locker 40 Bewerber. Das Umschiffe ich jetzt, Gott sei Dank.


Kreuzritter der philschen Tafelrunde SCORPIO!
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McClane schrieb:

Man verpflichtet sich für zwei Jahre an einer Grundschule (als Tarifangestellter) und wird danach innerhalb von 35 km an eine Schule des eigentlichen Lehramts verbeamtet versetzt.



Die Story von "Stirb Langsam 6", zwei Jahre unter Grundschulkindern   


"Nintendo I've come to bargain"
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McClane schrieb:

Seit einem Jahr gibt es eine Art Deal: Man verpflichtet sich für zwei Jahre an einer Grundschule (als Tarifangestellter) und wird danach innerhalb von 35 km an eine Schule des eigentlichen Lehramts verbeamtet versetzt.


Wow der Deal klingt so, als wäre NRW echt verzweifelt was Grundschullehramt angeht. Finde ich jetzt überraschend da ich vor ein paar Jahren noch von Bekannten gehört habe, dass es verdammt schwer ist in Südpfalz/Karlsruhe überhaupt ins Studium reinzukommen, da es so viele Bewerber auf Grundschullehramt gibt. Sind die regionale Unterschiede so heftig?


Für dich klingt es aber nach nem super Deal (verbeamtet wird ja auch nicht mehr jeder, oder?). Insofern herzlichen Glückwunsch.

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Der NC ist wirklich recht hoch. Als ich 2011 anfing, lag er bei 1,3 oder 1,5. Wäre für mich aber langfristig eher keine Option. Hinzu kommt, dass a) das Lehramt an Grundschulen schlechter bezahlt ist bei knapp drei Stunden mehr Unterricht (ok, der Stoff ist aber wirklich DEUTLICH weniger vorbereitungsintensiv) und b) man deutlich mehr Frauen in den Schulen hat. Das führt dazu, dass man für eine Vollzeitstelle mehr Personen braucht, weil sie alle in Teilzeit sind, aufgrund der Kindererziehung.

Im Grunde aber kein NRW-exklusives Problem. In Berlin ist es noch schlimmer, da werden zig Lehramtsfremde als Lehrer eingesetzt.

Der Landes-Deal ist aber eben sehr attraktiv für mich. Verbeamtungen sind auch nicht mehr immer gesichert, wie du schreibst und es ist ein überschaubarer Zeitraum. 

Den Gymnasien wird mittlerweile schon gesagt, dass Massenfächer wie Deutsch oder Englisch nicht ausgeschrieben werden sollen, weil die ersten Lehrer aus eben diesem Programm fertig werden. Das ist ein Boomerang, der zurückschnellt, weil der Kampf um die guten Plätze an den Gymnasien verschärft wird.


Kreuzritter der philschen Tafelrunde SCORPIO!
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Ein kleiner Traum von mir ist wahr geworden und ein bekannter Streamer hat eines meiner Mario-Maker-Levels in einer Super-Expert-Challenge bekommen. Sollte noch 9-10 Tage lang unter diesem Link verfügbar sein (URL enthält den Zeitstempel):

https://www.twitch.tv/videos/392357906?t=202m42s

Er kam auch recht schnell zu seinem Fazit: "This level sucks." 

Naja, kann ich nicht bestreiten, es ist tatsächlich eher ein Troll-Level das ich aus einer Laune heraus gebaut hatte als der SMM quasi tot war. Trotzdem ganz witzig.


Prithee, time runneth but finite and my tasks are legion.
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Ich möchte hier kurz von meinem "Selbstversuch" berichten. Schon seit einiger Zeit habe ich festgestellt, dass ich den Kaffee, der bei uns im Büro für alle Mitarbeiter in diversen Kaffeevollautomaten verfügbar ist nicht wirklich vertrage.

Also habe ich beschlossen erst einmal gar keinen Kaffee zu trinken. Stattdessen wollte ich wieder auf den von mir ohnehin viel höher geschätzten Schwarz- und Grüntee setzen.
Da jedoch auch die Fastenzeit näher rückte reifte in mir der Entschluss komplett auf Koffein und dessen Derivate zu verzichten.

Dazu muss ich sagen, dass ich seit frühester Jugend morgens immer einen Pott Schwarztee getrunken habe und mein Körper sich derart daran gewöhnt hat, dass dies regelrecht zur Sucht geworden ist. Nicht spätestens um 11:00 Uhr eine oder besser zwei Tassen Tee oder Kaffee getrunken? Kopfschmerzen! Darauf hatte ich jetzt echt keinen Bock mehr, also ran auf die Entgiftung!

Um dem Kopfschmerz möglichst zu entgehen habe ich beschlossen das ganze Auszuschleichen:

Woche 1: Morgens eine Tasse Schwarztee, Nachmittags einen Espresso

Woche 2: Morgens einen "getreckten" Schwarztee. Hierzu habe ich einen Lemongrass-Kräutertee 50:50 mit feinen Darjeeling blättern gemischt, Nachmittags keinen Espresso (jedenfalls meistens)

Woche 3: (seit Aschermittwoch) Keinen Tee Nicht Schwarz, nicht Grün, nicht Weiß, Keinen Kaffee, keine Cola, kein Mate-Zeugs und dergleichen.

Die Auswirkungen? Bereits ab Woche 1 weniger Bauchgegrummel, allerdings permanent ein latenter Kopfschmerz. In Woche 2 einen Tage heftigste Kopfschmerzen, bis hin zur Übelkeit.

In Woche 3 haben sich die Kopfschmerzen dann erstaunlicherweise nicht schlimmer entwickelt. 

Interessant sind jedoch die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Koffein ist ja bekannterweise ein Aufputschmittel. Volksdroge No.1 würde ich meinen. Viele meinen es geht nicht ohne. Das Gegenteil ist der Fall.

Auch mir waren die Höhen und Tiefen über den Tag sehr bekannt. Morgens einen Kaffee um in die Gänge zu kommen. Nachmittags der Tiefpunkt und Konzentration lässt nach? Kaffee und was süßes und man ist fit bis zum Feierabend. Nach dem Abendessen schon voll am Arsch, aber man kann ja nicht um 20:30 schon in Bett gehen! Ach komm! Ein Espresso nach dem Essen oder ein Fläschchen Cola auf der Couch...

Hat der Körper sich einmal daran gewöhnt ohne den Wachmacher auszukommen bleiben diese Höhen und Tiefen tatsächlich aus.

Ich gebe zu, dass ich in Woche 1 und 2 Abends echt früh total platt war. Aber mittlerweile hat sich auch das Größtenteils gegeben. Ich bin wirklich überrascht über den Effekt.

Klar vermisse ich am Wochenende den gewohnten Nachmittagstee oder den leckeren Cappucino im Cafe.
Und NEIN: Kräutertees, Roibusch und so ein Dreck sind kein Tee! Kein wirklicher Ersatz für einen schönen Grüntee.

Ich werde sehen ob ich nach Ostern wieder in alte Gewohnheiten zurückfalle, aber mein Entschluss den Konsum dauerhaft drastisch einzuschränken reift von Tag zu Tag mehr.



You should always waste time when you don't have any. Time is not the boss of you.
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Find ich ein interessantes Experiment! Bei mir läuft es gerade ähnlich, wenn auch aus völlig anderen Gründen.

Seit ich eine Doku über Kunststoffmüll gesehen hab, versuche ich mit weniger Plastik im Alltag auszukommen. In dem Zusammenhang hab ich mir einen Wassersprudler gekauft (aus offensichtlichen, wenn auch bescheuerten Gründen das Modell "Jerry" von Mysodapop). Kaffee schmeckt mir sowieso nicht, aber Softdrinks wie Cola standen bei mir regelmäßig auf dem Menü. Jetzt ist es vorwiegend selber gesprudeltem Wasser, zum Teil mit Saft gemischt. Außerdem teste ich gerade verschiedene Sirupsorten, wobei ich die bisher alle als zu teuer erachte. 


Frisbeetarianism is the belief that when you die, your soul goes up on the roof and gets stuck.
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Mein Vater ist Ende Januar mit 62 Jahren verstorben. Es kam nicht überraschend, weil er bereits 2016 schon mal ins Krankenhaus eingeliefert wurde und uns damals offenbarte, dass er Krebs hat. Er war dann erst mal wegen der Chemo monatelang krank, ab Mitte 2017 ging es ihm ein Jahr lang eigentlich wieder gut, aber seit letztem Sommer wurde es fast jeden Tag schlechter. Die letzten eineinhalb Wochen lag er im Krankenhaus auf der Palliativstation.

In dieser Zeit habe ich eine extreme Überraschung erlebt, weil seine zweite Ex-Frau, von der er seit rund 10 Jahren geschieden war, ihre Tochter, sowie die jeweiligen Partner bzw. Ehemänner plötzlich im Krankenhaus auftauchten. Wie ich dann erfuhr hatten sie wohl mindestens seit einigen Jahren wieder regen Kontakt, und sie hatten sich schon länger um ihn gekümmert und ihn z.B. zu Behandlungsterminen nach Bonn gefahren (und mir hatte er erzählt, er führe mit dem Taxi). Die letzten beiden Tage waren wir gemeinsam fast rund um die Uhr bei meinem Vater und haben ihn so gut es noch ging versorgt. 

Die Tage und Wochen danach haben sie sich redlich darum gekümmert, mich aufzufangen. Dass sie mich bei allem unterstützen würden was ich jetzt zu erledigen hätte, und dass wir auch danach in Kontakt bleiben würden. Es war von Spieleabenden, Grillwochenenden und sogar gemeinsamen Freizeitparkbesuchen die Rede. Es war eine perfide Situation, denn auf der einen Seite war mein Vater gestorben - aber gleichzeitig hatte ich genau durch diesen Umstand die längst verloren geglaubte Chance, noch mal was an meinem Leben zu ändern und aus meinem abgeschotteten Lebensstil herauszukommen.

Die meiste Arbeit war das Ausräumen der Mietwohnung, samt sämtlichen Möbiliar. Viel zu viel um es alles auf einmal beim Sperrmüll anzumelden, also haben wir an drei Samstagen jeweils mehrere Stunden in der Wohnung gearbeitet. Danach haben wir dann immer noch gemeinsam zu Abend gegessen. Sie haben sich aus dem Hausstand sehr viel mitgenommen, was sie noch gebrauchen oder verwerten konnten - sei ihnen gegönnt, ich hätte die Sachen sonst eh wegwerfen müssen und für eine Entrümplungsfirma obendrein noch ordentlich draufbezahlt. Vor einem Monat hatten wir die Wohnung dann komplett entrümpelt und übergabebereit gemacht.

Tja, und seitdem haben wir keinen Kontakt mehr. Und zwar nicht weil irgendwas vorgefallen wäre, sondern weil mit dem Moment in dem bei meinem Vater die Tür zuging meine Facebook-Nachrichten einfach nicht mehr beantwortet wurden. Es gibt dafür eine ganze Reihe von möglichen Gründen, die auch nicht unbedingt böswillig sein müssten. Trotzdem bin ich seitdem mit mir und der Welt am Ende. Ich bin wohl einfach zu naiv um zu verstehen, warum mir erst so viel versprochen und dann auf diese Weise der Kontakt abgebrochen wurde. Und dass gleichzeitig die mit Abstand wichtigste Bezugsperson in meinem Leben, mit der ich vielleicht darüber hätte reden können, jetzt nicht mehr da ist.


Prithee, time runneth but finite and my tasks are legion.
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Oh man, das klingt traurig. Erstmal mein herzlichstes Beileid - 62 Jahre ist ja kein Alter. Mit anderthalb Wochen palliativ und eurer Präsenz hat er dann aber ein relativ "schönes" Lebensende gehabt. (Meine Frau arbeitet als Pflegerin im Hospiz, daher weiß ich, dass die meisten Lebensabende nicht so glimpflich verlaufen)

Ich finde aber, dass du das persönlich abschließen musst und das geht nur über eine Klärung der Situation. Sonst haderst du da Jahre mit und fragst Dich nach Gründen. 

Facebook-Nachrichten, Whats-App, E-Mail ist da blöd - vor allem wenn es nicht beantwortet wird (aus welchen Gründen auch immer). Ich würde es direkt persönlich über Telefon oder vor Ort probieren. Mehr als eine Abfuhr kannst Du Dir nicht holen und hast dann wenigstens Klarheit.


I don't know half of you half as well as I should like; and I like less than half of you half as well as you deserve.
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Vyse schrieb:

[...] Sie haben sich aus dem Hausstand sehr viel mitgenommen, was sie noch gebrauchen oder verwerten konnten [...]



Ersteinmal, mein Beileid.

Das ganze liest sich allerdings einfach so, als ob es wirklich nur um den Hausstand ging...
vllt. bin ich auch nur zu schnell darin das schlechte im Menschen zu sehen, aber er ist halt ein von Grund auf eigennütziges Wesen und ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass der Kontakt nur deshalb wieder zustande kam, weil man hoffte es gäbe was zu holen - was es wohl auch gab.   

Würde anders als JoWe vorschlägt es allerdings auch einfach dabei bewenden lassen, mich mit dieser Annahme begnügen... und ihnen einen qualvollen und einsamen Tod wünschen   


"Nintendo I've come to bargain"
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prog4m3r schrieb:

Würde anders als JoWe vorschlägt es allerdings auch einfach dabei bewenden lassen

Ja.

Da kann ich knallhart rational sein. Es würde nichts an meinem Leben ändern, die Gründe zu kennen, und wenn es so ist wie Pro annimmt (eine Möglichkeit, die mir durchaus bewusst ist) bekomme ich es eh nicht ehrlich gesagt. Und egal woran es liegt - dadurch dass ich Menschen, die ganz offensichtlich nichts mehr mit mir zu tun haben wollen jetzt auch noch auf die Nerven gehe, kann ich nichts gewinnen. Da sollte ich es lieber vermeiden mich in eine Situation zu begeben, die für mich extrem verletzend enden könnte und die ich nie mehr aus dem Kopf bekomme.


Prithee, time runneth but finite and my tasks are legion.
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Letzte Zeit war doch recht turbulent. Die Corona-Krise hat der Firma, bei der ich als Grafikdesigner angestellt bin mehr oder weniger den Todesstoß versetzt und wir werden uns wohl nicht erholen. Daher seit April in voller Kurzarbeit (erstmal bis zum 31.12. ) und Zeit sich um Family und Haus zu kümmern und über den weiteren Werdegang nachzudenken.

Habe dann mal einen alten Plan reaktiviert und mich im Niedersächsischen Portal für den Berufsschuldienst registriert und siehe da: eine Stelle "Druck- und Medientechnik" ist an der Berufsschule, die meine Azubis besuchen durften, ausgeschrieben. Also "schnell" den ganzen formellen Kram erledigt, mit diversen Ämtern, Zulassungsstellen und Regionalabteilungen telefoniert, mich beworben - zack Vorstellungsgespräch. Direkt 10  Minuten danach erfahren, dass die mich haben wollen. Und dass ich verbeamtet werden kann, wenn ich die berufliche Fachrichtung und ein zweites Unterrichtsfach anerkannt bekomme. Danach formeller Kram von vorne (diverse Ämter, etc. siehe oben). 

Meine berufliche Fachrichtung wurde anerkannt, für ein zweites Fach fehlen mir leider noch ECTS (Creditpoints aus dem Studium): Für Politik noch 40, für Informatik 35 - insofern nehme ich gern Informatik. Genauer gesagt fehlen mir folgende Punkte: 

- “Formale Sprachen und Automaten“ 10 ECTS
- „Algorithmen und Datenstrukturen“ 10 ECTS
- „Datenmodellierung und Datenbanksysteme“ 10 ECTS
- „Programmierung und Softwaretechnik“ (hier Schwerpunkt „Programmierung“) 5 ECTS

Nun bin ich aktuell mit der hiesigen Uni in Kontakt um passende Kurse zu bekommen, bei der als Gasthörer auch noch entsprechende Prüfungen anerkannt werden. Finde es allerdings erschreckend, dass für die Qualifikation NUR die Leistungen aus dem damaligen Studium (das ja immerhin schon 13 Jahre her ist) gezählt werden. Durch berufliche Erfahrung (einerseits fachlich andererseits auch pädagogisch durch die Arbeit als Ausbilder) traue ich mir das überhaupt erst zu. 

Aber ab 24.8. geht's im angestellten Verhältnis jedenfalls los. 19,5h (regulär 24,5 - aber mein Vorbereitungsdienst wird mit 5h angerechnet). Mit dem Studium bin ich echt mal gespannt - ich hoffe, dass ich in vier Semestern damit durch bin. Und dann geht's Richtung "Studienrat". Meine Fahrtzeit wird mit einer dreiviertel Stunde pro Tour (Bahn) zwar relativ lang - aber denke dass ich Unterrichtsvor- und nachbereitung dann schon im Zug angehen kann (und habe ja auch die Switch). Hochgerechnet kann ich weitaus mehr Zeit mit meiner Family verbringen, als wenn ich in einer Agentur arbeiten würde. Und ich kann als selbstständiger Kleinunternehmer weiter tätig sein - das erlauben reguläre Agenturen ja auch nicht.

Naja jedenfalls war Corona für mich recht positiv. Das ganze formelle Prozedere hätte ich bei einem "Vollzeitjob" so wohl eher nicht durchgezogen bzw. durchziehen können. Ich freue mich auf die Kollegen, die Azubis und auch aufs Studieren ...


I don't know half of you half as well as I should like; and I like less than half of you half as well as you deserve.
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Bei mir geht es drunter und drüber momentan. 

Beruflich hab ich mich enorm weiterentwickelt. Über den Jahreswechsel habe ich ein Projekt in der Schweiz betreut, und der Kunde betont immer wieder (auch gegenüber meinen Vorgesetzten) dass ich sehr tolle Arbeit geleistet hätte. Im Mai wurde ich mit der Entwicklung eines Produkts betraut, das ich jetzt komplett selbstständig entwickeln darf. Am Montag stelle ich die von mir entworfene Software-Architektur in kleiner Runde vor. Nebenbei habe ich auch schon bei Vorstellungsgesprächen am anderen Ende des Tischs gesessen und Einstellungsentscheidungen mitgetragen. Und mein Gehalt hat sich, im Vergleich zu meinem Einstiegsgehalt von vor sieben Jahren, um rund 50% verbessert.

Ebenfalls im Mai habe ich auch noch mal das Ziel ins Auge gefasst, mir meinen Traum vom selbst entwickelten Videospiel zu erfüllen. Da ich auf den Code, ein paar Assets und nicht zuletzt die Erfahrungen aus zwei gescheiterten Projekten zurückgreifen kann, konnte ich mittlerweile auch schon was auf die Beine stellen, was sich nicht jeder einfach aus dem Ärmel schütteln könnte. Ob ich die Motivation habe das Projekt durchzuziehen, und ob am Ende irgendwas dabei herauskommt das auch jemand spielen würde, ist natürlich eine ganz andere Frage.

Dafür geht es mir psychisch leider immer schlechter. Mit den Leuten die mir letztes Jahr mit der Wohnung meines Vaters geholfen habe ich zwar wieder Kontakt, aber man sieht sich halt alle paar Monate mal. Dank Corona sitze ich nun auch entweder allein im leeren Büro oder allein zu Hause, aber der Ausbruch hatte für mich auch seine positiven Seiten, da eine extrem schwierige Situation in die ich rein geraten bin dadurch auf Eis gelegt wurde. Jetzt will ich versuchen, in den nächsten 1-2 Wochen komplett aus der Sache herauszukommen. Wenn das klappt, kann ich wieder nach vorne gucken und mich auf Next-Gen-Spiele freuen oder darauf, die von meinem Arbeitgeber angeheuerte Pilatestrainerin wiederzusehen. 

Mittlerweile stehe ich auch auf der Warteliste für einen Therapieplatz, was wegen Corona aber wohl erst im späten Herbst was geben wird. Ob es was bringen wird, weiß ich nicht - aber es gibt im Internet durchaus Berichte von Leuten, die mit Ende 30 noch ihre erste Freundin gefunden haben. Ich wäre also nicht der einzige.


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