Test: Vroom in the Night Sky

Von Michael Prammer am 10. März 2017

Der Nintendo Switch eShop ist geöffnet und so trudeln nach und nach neue Indie-Titel in unser Testlabor. Mal handelt es sich um gute, mal um weniger gute Zockereien. Zu welcher Kategorie Vroom in the Night Sky gehört, verrät unser Test.

Die kleine Hexe Luna ist die Hauptprotagonistin in Vroom in the Night Sky. Sie muss auf einem Motorrad durch den Nachthimmel reisen und magische Portale mithilfe von Schlüsselsternen öffnen. Mehr gibt es zur Geschichte, falls man diese überhaupt als Story bezeichnen kann, nicht zu sagen. Kleine Hexe und Motorrad? Wer jetzt an eine gutaussehende Hexe aus dem Hause Platinum Games denkt, dem nehmen wir gleich den Wind aus den Segeln, denn mit Bayonetta hat dieses Abenteuer rein gar nichts zu tun.

Ein Hauch von Nights - oder: Hexe im Sturzflug

Vroom in the Night Sky richtet sich von seiner Aufmachung her offenbar an die jüngeren Spieler, die eine Switch zum Launch bekommen haben. Doch hier offenbart sich schon das erste Problem; das Spiel ist komplett englischsprachig, eine deutsche Sprachausgabe fehlt. Na gut, geschenkt und verschmerzbar, denn die „Story“ ist ohnehin belanglos. Weniger verschmerzbar ist hingegen alles andere, was mit dem Spiel zusammenhängt. Das Spielprinzip erinnert dabei ein wenig an Nights aus dem Hause SEGA. Zu Boden oder in der Luft passiert der Spieler eine gewisse Anzahl an Ringen und öffnet damit ein magisches Tor. Zudem lassen sich Kristalle einsammeln, die als Ingame-Währung dienen. So können nach und nach neue Motorräder freigeschaltet werden. Zusätzlich zu eurer Bewegung mit dem Motorrad können magische Strahlen verschossen werden, welche sich an bestimmten Punkten im Spiel wieder aufladen lassen. Mit diesen Strahlen können nicht nur magische Ringe aktiviert werden, die ihr ansonsten durchfahren müsst, sondern auch Kristalle aus der Entfernung eingesackt werden. An bestimmten Stellen bekommt ihr es zudem mit eiem Kontrahenten (oder eine Kontrahentin) zu tun, die ebenfalls mit diesen Strahlen bekämpft werden können. Das war es aber auch schon.

Das große Problem an der Sache? Ein Schwierigkeitsgrad ist genauso wenig wie zusätzliche Abwechslung vorhanden. Das gesamte Abenteuer lässt sich ohne Probleme in unter einer Stunde abschließen, sofern man es angesichts der Langeweile, die dieses Spiel aufgrund seines banalen Spielprinzips und seiner tristen Level erzeugt, überhaupt so lange mit dem Spiel aushaltet. Wer noch nicht eingeschlafen ist und sogar noch etwas mehr Motivation aufbringen möchte, versucht sich an den Trophäen, die im Hauptmenü unter „Galerie“ zu finden sind. Hier gilt es dann bestimmte Levels auf Zeit zu beenden oder eine besonders hohe Punktzahl zu erschnarchen. So lassen sich noch einige weitere, schnellere Motorräder erspielen. Doch auch all das sollte einen Spieler, der nicht total ungeschickt im Videospielsektor ist, allerhöchstens zwei Stunden beschäftigen.

Neben dem spartanischen Gameplay trumpft der Hexen-Motorrad-Titel mit einer absolut grottigen Präsentation auf, die auch die letzte Hoffnung auf ein wenigstens noch solides Spiel im Keim erstickt. Die Grafik wäre selbst auf dem Nintendo 64 wohl nur gehobenes Mittelmaß gewesen. Die Umgebungen und Level wurden lieblos gestaltet, die Charaktere wirken blass und auch mit feiner Hintergrundmusik kann der Titel nicht punkten. Viel schlimmer noch: Die Steuerung funktioniert nur teilweise und ist nur mit viel Geduld zu ertragen. Solange man nur geradeaus fahren oder fliegen muss, ist die Kontrolle noch unproblematisch. Aber wehe, der Spieler versucht eine enge Kurve zu nehmen oder eines seiner Motorräder geschickt zu manövrieren. Sorry liebe Entwickler, aber so so etwas funktioniert selbst in Smartphone-Games um Welten besser.

Fazit:

Selten fiel es mir bei einem Test so schwer, nicht in eine primitive Fäkalsprache abzudriften, denn was hier im Jahr 2017 zu einem Konsolenlaunch geboten wird, ist unter aller Kanone. Dabei hat Vroom in the Night Sky sogar einige Ansätze, die etwas mit einem Videospiel zu tun haben. Das Spielprinzip lässt im weitesten Sinne an SEGAs Nights erinnern und das Trophäen-System "spornt" zu mehrmaligem Durchspielen an. Das war es dann aber auch schon. Die Präsentation ist gelinde gesagt miserabel, die Steuerung unpräzise und ein Schwierigkeitsgrad quasi nicht vorhanden. Viel mehr gibt es zu diesem "Spiel“ nicht zu sagen, außer, dass man besser die Finger davon lassen sollte.

Wertung:

2.0

Michael Prammer meint:

"Das hier hat wenig mit einem zeitgemäßen Videospiel zu tun. Finger weg!"
Spielerlebnis: Mangelhaft
Umfang: Mangelhaft
Technik: Schlecht

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3 Kommentare:


the_Metroid_one
vor 1 Jahr | 0
Danke für den Test.
Gibt es beim e-Shop eigentlich keine Qualitätskontrolle?

Tatze
vor 1 Jahr | 0
Ihr habt euch vertippt! Da steht ne 2.0! Müsste ne 1.0 sein.
Absolut fragwürdig von Nintendo so etwas bei Release im eShop zu zulassen.
So nem Müll auch noch ne Plattform bieten.. pfui.

McClane
vor 1 Jahr | 1
Auf NTower wärs ein Spielehit, 8.0