Test: Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen: Rio 2016

Von Michael Prammer am 06. April 2016

Brasilien ist ein Land mit ganz eigenem Charme. Wer denkt nicht sofort an Samba, Sonne, Strand und Palmen, wenn er Rio de Janeiro hört? Dass das Land am Zuckerhut durchaus in der Lage ist, eine große Sportveranstaltung auf die Beine zu stellen, zeigte man bereits vor zwei Jahren mit der Fußball-Weltmeisterschaft. Nun steht im Spätsommer mit den Olympischen Sommerspielen wieder ein großes Event an und nicht nur Sportler aus aller Welt greifen nach Ruhm, Ehre und Medaillen. Mario und Sonic, zwei der populärsten Videospielhelden aller Zeiten, befinden sich ebenfalls im Sportfieber und möchten zusammen mit ihrer Sippschaft möglichst viele der begehrten Medaillen an Land ziehen. Wir haben die beiden Kontrahenten auf dem Nintendo 3DS begleitet und berichten euch von dem Trip nach Rio, bevor im frühen Sommer in der Wii U-Version die Medaillen vergeben werden.

Auf nach Rio

Es ist nicht der erste Ausflug zu den Olympischen Spielen, deren Ursprung im antiken Griechenland angesiedelt ist, den Mario und Sonic unternehmen. London oder auch schon die Winterspiele in Sochi bekamen ein eigenes Spiel spendiert. Das Spiel ist dabei eigentlich als eine Minispielsammlung zu sehen, die mehrere Ausschnitte von Sportspielen aneinander reiht. Dabei wird in zwei große Kategorien unterschieden. Die eigentlichen Disziplinen ähneln den Originalspielen sehr und beinhalten zum Beispiel Beachvolleyball, Fußball, Tischtennis, Speerwerfen, Weitsprung oder Hürdenlauf. Die zweite Kategorie ist eher etwas Nintendo-typischer und bringt dann etwas mehr Funfaktor und weniger Realität mit in die Sportarten. Bananenschalen oder grüne Panzer sind dann beispielsweise recht oft anzutreffen.

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Herzstück des Titels, der im Juni auch auf Nintendos Heimkonsole Wii U erscheint, ist der „Auf nach Rio“-Modus. Zunächst entscheidet man sich für Team Mario oder Team Sonic. Hier geht es dann mit dem eigenen Mii durch die verschiedenen Disziplinen auf die Jagd nach der Goldmedaille in jeder Sportart. Silber und Bronze? Fehlanzeige. Es geht erst zur nächsten Sportart weiter, wenn Gold auch tatsächlich im Sack ist. Schade, auch die anderen Edelmetalle sind erstrebenswert und hätten zu einem zweiten Durchlauf des Modus zu einem späteren Zeitpunkt animiert. Zumal der Zwang der Goldmedallien auch für einige Frustmomente sorgen kann. So ist das Ziel stets gleich. Vorrunde, Finale, Gold, nächste Sportart.

Zwischen Minispielen und RPG

Zwischendurch dürft ihr euch im Training verbessern. Hier bekommt das Spiel einen Rollenspielcharakter. Neben Trainingspunkten, die für einen Levelaufstieg sorgen, bekommt man für jedes absolvierte Training Äpfel. Mit diesen kauft ihr euch bei Yoshi neue Outfits, die den Charakter aufwerten. Die Trainingsarten haben mitunter überhaupt nichts mit der anstehenden Disziplin zu tun und lockern das Spielgeschehen etwas auf.

Mario & Sonic bietet neben der Möglichkeit, die einzelnen Sportarten direkt auszuwählen, aber auch noch einige andere Spielmodi. Da wäre zum Beispiel der Marathon, bei dem man mit seinem Nintendo 3DS die Marathonstrecke von 42 KM im Standbymodus läuft und dafür dann verschiedene Belohnungen kassiert. Dann wäre da noch der VS.-Modus, der allerdings leider nur lokal funktioniert. Eine Onlinefunktion sucht man hingegen vergebens.

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Technisch ist Mario & Sonic ein solider Nintendo-Titel geworden. Beim Thema Grafik und Sound gehört es definitiv zu den gehobenen Spielen auf dem Handheld. Die Stadien und Umgebungen sind den Originalschauplätzen nachempfunden und bringen das Feeling der Olympischen Spielen auf den kleinen Bildschirm. Bei der Qualität der Spiele und Steuerung sind allerdings Unterschiede zu verzeichnen. Während sich manche Spiele bestens mit den Knöpfen steuern lassen, sind andere Sportarten dabei, bei denen man mit dem Stylus wild rumfuchteln muss. Es wird dabei grundsätzlich alles unterstützt, was der Nintendo 3DS an Steuerungsmöglichkeiten zu bieten hat. Wie bereits erwähnt sind jedoch manche Steuerungsarten gut gemeint, jedoch nur mittelmäßig umgesetzt und können eher nerven als Spaß machen.

FAZIT:

Mario & Sonic bieten auch in Rio eine Menge Spaß. Die Minispielsammlung bietet für jeden etwas und kann dank ihrer Vielfalt nahezu jeden Sportfan mit irgendeiner Disziplin begeistern. Dazu kommt eine tolle Präsentation mit dem typisch brasilianischen Feeling, das man sich bei dem Titel auch wünscht. Inhaltlich wurde das Potenzial leider nicht ausgeschöpft. So entwickelt sich der Storymodus aufgrund des „Gold-Zwanges“ unter Umständen zu einer zähen Angelegenheit und ein Onlinemodus fehlt leider komplett – ein Rückschritt. Auch die Qualität der Sportarten und deren Steuerung schwankt stark. Richtig grobe Schnitzer gibt es jedoch zum Glück nicht. Fans von Mario und Sonic und den bisherigen Ablegern kommen voll auf ihre Kosten und stören sich kaum an den wenigen Fehlern, die das Spiel macht. Zur Einstimmung auf die Olympischen Spiele in Rio kommt das Spiel also gerade richtig.

Wertung:

7.5

Michael Prammer meint:

"Gelungene Einstimmung auf die Olympischen Spiele – leider mit einigen Schönheitsfehlern."
Spielerlebnis: Gut
Umfang: Gut
Technik: Gut

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