Review: The Legend of Zelda - Symphony of the Goddesses

Nutzer-Story von Belphegor am 16. Oktober 2016

Gestern Abend war es endlich so weit und ich habe zum ersten Mal das Konzert "The Legend of Zelda - Symphony of the Goddesses" besucht. Und ich bin einfach nur begeistert, weswegen ich diese Eindrücke mit euch teilen möchte.

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Vorweg: Symphony of the Goddesses ist eine Konzertreihe, die ursprünglich im März 2012 in den USA und Kanada anlief und in verschiedenen Städten gastierte. Die erste Tour nannte sich noch "Original Season" und endete im Januar 2013. Im Sommer/Herbst 2013 wurde die Tour um ein "Second Quest" mit 9 Städten - ebenfalls in den USA und Kanada - erweitert. Das Ganze war so erfolgreich, dass für 2015 eine Welttournee beschlossen wurde. Diese Tour trägt den Namen "Master Quest" und begann am 21. Januar 2015 in Nashville (USA) und wird am 21.01.2017 in Oklahoma City (ebenfalls USA) enden. Insgesamt wurden dann 19 Länder in zwei Jahren besucht. In Deutschland konnte man die Tour in Düsseldorf, München, Hamburg (alle 2015), Stuttgart, Essen und Berlin (2016) sehen. Ich selbst habe den Termin am 19.04.2015 in Düsseldorf verpasst und bin froh, dass das Orchester in diesem Jahr nochmals in Deutschland auftritt. Und dieser Termin fand nun gestern Abend in der Grugahalle in Essen statt.

Als riesengroßer The Legend of Zelda-Fan ist diese Konzertreihe natürlich ein Highlight für mich. Kaum ein anderes Videospiel blickt auf eine solch lange Historie zurück und Zelda ist nun mal eines der populärsten Videospielfranchises weltweit. Mit aktuell 18 Titeln der Hauptreihe, diversen sonstigen Ablegern und über 60 Mio. verkauften Exemplaren gilt The Legend of Zelda konkurrenzlos als erfolgreichstes Action-Adventure aller Zeiten. Und seit jeher spielt Musik eine tragende Rolle in den Spielen. Die Musik ist so ikonisch und einprägsam, dass diese Konzertreihe etwas Einmaliges in der Videospielwelt darstellt.

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Symphony of the Goddesses ist eine Live-Show, die Musik und visuelle Effekte miteinander verbindet. Das Orchester besteht aus 56 Musikern und einem 20-köpfigen Chor. Gespielt werden Lieder aus allen Epochen der Serie, wobei leider nicht jeder Klassiker bedacht wird - Musik aus Link's Awakening fehlt zum Beispiel. Eine Leinwand über dem Orchester zeigt Szenen aus dem jeweiligen Spiel zu der gerade gespielten Musik. Auch wurden zu den meisten Spielen die Titel eingeblendet, weswegen sich auch nicht ganz so versierte Zuschauer zurechtfinden konnten. Ein weiteres Highlight waren die kurzen Einspieler von Shigeru Miyamoto, Eiji Aonuma und Koji Kondo, die etwas über das Konzert bzw. ihre kreativen Tätigkeiten an den Spielen erzählten. Das Konzert ist in zwei Hälften plus Zugaben aufgeteilt und dauerte gestern knapp 2,5 Stunden. Normalerweise ist nach 2 Stunden und 15 Minuten Schluss (die Intermission dauert 15 Minuten), aber das Publikum hat den Dirigenten einfach nicht gehen lassen und es wurden satte 5 Zugaben gespielt.

Los ging es mit der Ouvertüre, die mehrere Titel umfasste und das Publikum direkt in die richtige Stimmung versetzte. Danach ging es direkt mit dem Gerudo Valley Theme aus Ocarina of Time weiter. Insgesamt wurde in der ersten Hälfte sehr viel aus Ocarina of Time und The Wind Waker gespielt. Aber auch Spiele wie Tri-Force Heroes, Phantom Hourglass und A Link Between Worlds kamen nicht zu kurz. Nach der Intermission ging es direkt über zu Twilight Princess und endlich wurde auch A Link to the Past bedacht. Nach knapp zwei Stunden dachte ich schon, dass Majora's Mask und Skyward Sword keinen Auftritt haben würden, aber diese Spiele wurden für die Zugaben aufgespart. Bei Majora's Mask konnte das Publikum sogar mit Händeklatschen im Takt mitmachen. Gänsehaut pur. Leider, leider, leider wurde kein kleiner Teaser auf Breath of the Wild als Zugabe gegeben. Da das Publikum aber noch weitere Zugaben wollte, wurden am Ende Ballad of the Goddesses (Intro) und Fi's Theme / Legend aus Skyward Sword ein zweites Mal gespielt. Um 22:30 Uhr war dann aber wirklich Schluss. Anstatt dieser Doppelung hätte ich lieber das Thema aus dem großen Breath of the Wild E3-Trailer gehört. Aber man kann leider nicht alles haben.

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Insgesamt muss ich sagen, dass Symphony of the Goddesses ein Muss für jeden Zelda-Fan ist. Wer die Chance hat, das Konzert in Berlin am 21.10.2016 zu besuchen (oder ein anderes Konzert im europäischen Ausland bis Ende Oktober), sollte dies auf jeden Fall tun. Berlin ist nicht ausverkauft und Karten beginnen ab 56 €. Ich selber habe für die beste Kategorie knapp 77 € bezahlt. Wenn man bei eventim.de die Sonderaktion "Zelda Nintendo Aktion 10 %" auswählt und als Promo-Code "HeyListen" eingibt, gibt es 10 % Rabatt auf die Karten. Dies als kleiner Tipp. Es lohnt sich wirklich, und für den Preis eines Videospiels gibt es einen unvergesslichen Abend, den man nicht so schnell vergessen wird.

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Kurz noch ein Wort zu den Cosplayern: es gab welche, aber ich hätte gedacht, dass noch viel mehr anwesend sein würden. Highlight waren ein Horror Kid und das Link / Zelda-Pärchen, welche ihr auf den beiden Fotos sehen könnt. Auch eine als Shiek verkleidete Cosplayerin und eine Gerudo gefielen mir sehr gut. Kurz vor Beginn des Konzerts wurden auch ein paar Cosplayer mit der Kamera auf der großen Leinwand gezeigt. Wirklich alle ernteten großen Applaus und Respekt an die ältere Dame (locker Ü50) die sich als Link verkleidete. Sie war einsame Spitze und das Publikum hatte sie schon vor der Halle ins Herz geschlossen.

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Jetzt noch ein kurzer Ausblick auf die Zukunft der Konzertreihe: Wie oben schon beschrieben endet die Master Quest Tour am 21.01.2017. Danach soll es erst einmal eine längere Pause geben. In 2018 sind keine Konzerte geplant und erst in 2019 soll es weitergehen. Außerdem soll in die 2017er-Setlist noch ein Titel aus Breath of the Wild aufgenommen werden, was ich mir aber nicht so recht vorstellen kann, da derzeit nur drei Konzerte im Januar geplant sind. Und dafür noch mal etwas umstellen? Sehr unwahrscheinlich. Aber vielleicht gibt es später im Jahr noch einige Zusatzkonzerte, so wie 2013 mit dem Second Quest. Trotzdem dürfte klar sein, dass nach dem Berlinkonzert am 21.10.2016 das Orchester für längere Zeit nicht mehr nach Deutschland kommen wird. Damit endet nun auch mein kleines Review und mich würde mal interessieren, ob jemand von Euch gestern auch anwesend war oder ob jemand ein anderes Konzert besucht hat und wie Ihr die Konzertreihe findet?

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9 Kommentare:


Tatze
vor 3 Jahren | 1
Ich kann diesem Konzert immer noch nichts abgewinnen.
Man sitzt in einer Turnhalle, das ganze hat 0 Klasse, überall diese Cosplayer die kein Charme versprühen (Hey @ mehr als übergewichtige Zelda). Insgesamt war das Ding die reinste Enttäuschung. Ne, dat war nix für mich.

Tim
vor 3 Jahren | 2
Ich fand die Musik schon sehr gut, aber diesen Turnhallencharakter kann man nicht abstreiten. Ich hätte so ein Konzert lieber in einem Konzertsaal erlebt als in einer Mehrzweckhalle. Und der Preis ist natürlich auch viel zu hoch für ein Event dieser Art, in Hamburg hätte es damals 80€ gekostet.

Kōji
vor 3 Jahren | 1
Schöner Text. Daumen hoch!

btw. Ich war dieses Jahr im Hallenstadion in Zürich und das war alles andere als Turnhallencharakter ;)

Belphegor
vor 3 Jahren | 0
Aaaaalso um mal auf die Kommentare zwecks "Turnhalle" einzugehen. Die Grugahalle ist sicher eins nicht: eine Turnhalle. Aber ja, natürlich haben die Arenen in denen das spielt nicht den Charme eines Opernhauses. ABER nicht jede Stadt hat sowas, meist sind Opernhäuser mit einem festen Programm belegt UND ich sage jetzt einfach mal das die Abgabe an den Veranstalter in solch einer Location auch höher ist, als in Arenen, Eventhallen, etc. was sich dann auch wieder im Ticketpreis merkbar machen würde. Somit ja: ein Opernhaus wäre sicherlich die stimmigere Location aber eben auch der teurere und seltenere Ort für sowas.

Farbi11
vor 3 Jahren | 1
Schön geschrieben.

Ich bin etwas neidisch, denn 2015 in Düsseldorf gab es trotz Standing Ovations keine Zugabe. Nur Verneigungen *grummel*. Anscheinend haben sie sich erweichen lassen, somit hast du eigentlich Glück gehabt.

Belphegor
vor 3 Jahren | 0
Und ich habe mich schon geärgert das ich 2015 nicht dabei war, weil ich gedacht hätte das die da vielleicht "mehr" gespielt hätten.

Ramy
vor 3 Jahren | 1
Mir hat das Konzert ziemlich gut gefallen. Allerdings: Wenn man beispielsweise die The Legend of Zelda 25th Anniversary Symphony Concert CD besitzt, die damals bei Skyward Sword beilag, kennt man einen Großteil der Arrangements und Interpretationen der Zelda-Lieder bereits. So erging es mir zumindest, dass es für mich auf dem Konzert kaum Überraschungen gab. Da kann das Konzert ja nichts für :) ich hatte nur insgeheim gehofft, dass ich das ein oder andere Stück in einer neuen Fassung/Interpretation wiederfinden werde. Immerhin ist die CD ja schon 5 Jahre alt. :)
Die Gruga Halle war in Ordnung, erst recht, als das Licht ausgemacht wurde. ;) So richtig stil hatte das Ganze aber auch nicht. Aber stimmt schon: Ein angemesseneres Ambiente hätte sich dementsprechend auf den Preis ausgewirkt und so hätten Viele nicht in den Genuss des Konzertes kommen können. War also alles in allem schon OK so.
Als Zugabe hätte ich mir auch was anderes gewünscht. Statt das zu wiederholen, was man ein paar Minuten zuvor bereits gespielt hatte, hätte ich als Abschluss ein Medley gut gefunden.

Belphegor
vor 3 Jahren | 0
Und ich habe mich schon geärgert das es keine CD vom Konzert gibt. Muss dann mal die Skyward Sword CD (also die 25th Anniversary) einwerfen. Bin bis dato daon ausgegangen das dort nur Skyward Sword Tracks drauf sind - was ja bei dem Namen der CD gar keinen Sinn macht ;-)))

joe378
vor 3 Jahren | 1
Ich war in Stuttgart. Es war super.
Wenns mal wieder in Deutschland ist, geh ich nochmal hin :)