Test: Jotun: Valhalla Edition

Von Michael Prammer am 21. September 2016

Die nordische Mythologie ist im Kommen. Spätestens seit The Elder Scrolls: Skyrim sind Wikinger wieder salonfähig und sogar Kratos wird im nächsten God of War in den eisigen Norden ziehen. Wer mit den Sagen rund um Valhalla etwas anzufangen weiß, ist bei Jotun: Valhalla Edition genau richtig.

Thora auf dem Weg zu den Göttern

Jotun: Valhalla Edition versetzt den Spieler in die nordische Kriegerin Thora, die nach ihrem unrühmlichen Ableben die Möglichkeit bekommen soll, in den Wikinger-Himmel, genannt Valhalla, aufzusteigen. Ganz so einfach wird ihr der Aufstieg in die Ruhmeshallen nicht gemacht und so muss die tapfere Kriegerin erst einmal einige elementare Riesen aus dem Weg räumen, um sich als würdig zu erweisen. Verschiedene Bereiche einer Zwischenwelt müssen bereist werden und Runen werden benötigt, um die versperrten Wege zu öffnen. Erst dann warten kolossale Bosskämpfe auf den Spieler, die den Mut Thoras auf die Probe stellen.

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Jotun darf dem Genre des Action-Adventures zugeordnet werden. Dabei blickt man von oben auf das Spielgeschehen, wie es beispielsweise auch bei der Diablo-Serie der Fall ist. Die Grundsteuerung ist dabei simpel: Laufen, ein leichter Angriff und ein starker Angriff bilden das Grundgefüge. Dazu gesellt sich noch ein Ausweichmanöver, ohne das man im Spiel kaum eine Chance hat. Auf der Reise, um die Gunst der Götter zu erlangen, besucht die Heldin verschiedene Schreine, mit Hilfe derer die Macht der Götter auf die Protagonistin übertragen werden kann. Nordgott Loki zum Beispiel lässt Thora ein Abbild von sich selbst erschaffen, das bei Gegnerkontakt explodiert. Thor sorgt für mehr Stärke und Freya macht den Spieler schneller und wendiger. Dazu kommen noch weitere Götter, die dem Held hilfreich unter die Arme greifen. Bei all den erlernbaren Fähigkeiten ist das Wii U-GamePad wirklich sinnvoll - auf diesem lassen sich die Mächte bequem hin- und herschalten.

Kolossale Bosskämpfe

Die Spielwelt von Jotun zeichnet sich dadurch aus, dass man im Prinzip nur von einem großen Gegner zum nächsten reist und diese besiegt. Parallelen zu Shadow of the Colossus sind da wohl reiner Zufall. Kämpfen muss man aber generell nur selten. Die Natur selbst hindert den Spieler am Weiterkommen und so muss man seine Umgebung gut erforschen, um den richtigen Weg zu finden. Dabei versperren unter anderem große Wurzeln oder giftige Pflanzen den Weg zum nächsten Ziel. Highlights des Spiels bilden die sechs Bosskämpfe, die es zu bewältigen gilt. Die starken Gegner füllen beinahe den kompletten Bildschirm und wirken auf den ersten Blick unüberwindbar. Die richtige Taktik will herausgefunden, die eigenen Fähigkeiten geschickt eingesetzt werden. Nur dann hat man auch eine Chance gegen die großen Bosse. Wer blindlings in den Kampf stürzt, wird kaum bestehen können.

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Sechs Bosskämpfe und ein paar Zwischengegner mag sich nicht nach allzu viel anhören, jedoch schafft es das Spiel, auch ohne viel Action geschickt zu unterhalten. Denn der Reiz der Erkundung weiß von der ersten Minute an zu begeistern. Aufgelockert wird das Spielgeschehen durch verschiedene Rätsel, die für das Weiterkommen wichtig sind. Diese offenbaren allerdings einige Schwächen, da sie teilweise aus nervendem Abklappern der Landschaft besteht. Eine Übersichtskarte ist zwar vorhanden, jedoch nicht sonderlich hilfreich, da die Position des Spielers nicht angezeigt wird. So muss man sich auf der Karte anhand von diversen Punkten zurecht finden. 

Was wirklich gut gelungen ist, zeigt sich in der Präsentation von Jotun. Die Kameraperspektive, die von dem einen auf den anderen Moment plötzlich hinauszoomt und die gesamte Levelkarte offenbart, ist wirklich großartig. Auch das optische Design darf als gelungen betrachtet werden. Die malerische Optik mit den detailliert gezeichneten Hintergründen ergänzen das positive Gesamtbild. Leider offenbart sich auch hier eine kleine Schwäche. Die manchmal rasanten Kamerafahrten sind nicht astrein und sauber auf den Bildschirm zu bringen und werden oft durch kleinere Ruckler begleitet. Dafür ist der Sound einfach nur als grandios zu bezeichnen. Der nordische Flair und die mythische Spielwelt von Jotun werden akustisch bestens untermalt. Die Valhalla Edition von Jotun bietet zusätzlich einen besonders knackigen Modus, der hartgesottene Spieler unterhalten soll.

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Fazit:

Jotun: Valhalla Edition ist ein gutes, wenn auch nicht perfektes Action-Adventure geworden. Der Flair der nordischen Mythologie kann begeistern und vor allem die kolossalen Bosskämpfe stellen das Highlight des Titels dar. Auch die tolle Soundkulisse und die beeindruckenden Kamerafahrten sind große Pluspunkte im Spiel. Leider ist das Spiel abseits der Bosskämpfe relativ fade und fühlt sich teilweise wie lästiges Beiwerk an. Auch technisch ist die Wii-U-Version nicht immer sauber und man muss hin und wieder mit einigen Rucklern leben. Dennoch ist der Ausflug in die Welt der Wikinger gerade für Fans der Nordmänner durchaus einen Kauf wert.

Von uns getestet auf Wii U

Wertung:

7,5

Michael Prammer meint:

"Gelungener Ausflug in die Welt der Wikinger mit tollen Bosskämpfen. Leider ist der Rest etwas durchwachsen."
Spielerlebnis: Gut
Umfang: Gut
Technik: Durchschnittlich

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