Test: Super Mario 3D World + Bowser’s Fury

Nutzer-Story von Matthew am 03. Dezember 2021

Konsole: Nintendo Switch

Release: 12.02.2021

Abschlussdatum: 02.12.2021

Spielzeit: ca. 35 Stunden


Spieleinhalt

Das Hauptspiel hat mindestens sechs Welten mit mindestens acht Level. Ihr könnt über hunderte Grünsterne und Stempel sammeln, am Ende jedes Levels die Goldflagge erwischen und mit bis zu fünf verschiedenen Charakteren das Spiel durchspielen.

Zusätzlich könnt ihr den Zusatzinhalt "Bowser's Fury" spielen und dabei bis zu 100 Cat Shines finden!

Spieleranzahl

"Super Mario 3D World" lässt sich mit bis zu vier Spielern sowohl online als auch lokal durchspielen, wobei jeder nur zu Beginn sich einen von vier Charakteren aussuchen kann: Mario, Luigi, Peach, Toad

"Bowser's Fury" lässt sich nur lokal mit bis zu zwei Spielern durchspielen, wobei einer als Mario und einer als Bowser Jr. unterwegs ist.

Story

Als Mario zusammen mit Peach, Toad und seinem Bruder Luigi im Pilzkönigreich umherlief, fanden sie eine kaputte, durchsichtige Röhre. Als Klempner sind die Gebrüder in der Lage das Rohr zu reparieren, doch kaum war es wieder funktionstüchtig, kam eine panische Fee heraus. Sie erzählte, dass Bowser alle Feen gefangen hält. Kaum erwähnte sie dies, kam Bowser raus, sperrte die kleine Fee in eine Flasche und verschwand wieder. Ohne zu zögern sprangen die vier Helden hinterher, um Bowser erneut aufzuhalten...


Review

Als ich damals auf der Nintendo Wii U bereits Super Mario 3D World durchspielte, spielte ich es komplett allein durch. Es war nicht sonderlich schwer, es gab erst in den Spezialwelten ein paar kniffelige Passagen und ich hatte eigentlich keine Probleme mit meiner Lebensanzahl.

Mit der Switchversion habe ich das komplette Spiel zu zweit durchgespielt und machte eine ganz neue Erfahrung mit dem Spiel! Doch first things first.

Die Geschichte selbst ist weder wirklich tief noch wird sie ausgiebig geschmückt. Wir verfolgen Bowser in eine Feenwelt und wollen aus jedem Endlevel der Welt die Fee befreien. Der Soundtrack ist stimmig und passend, es macht Spaß zuzuhören. Die Oberwelt besteht aus mehreren Abschnitten und jeder Bereich wird durch Glasrohre verbunden, die ihr nach Abschluss des Schlosslevels freischalten könnt. Innerhalb eines der unterschiedlich thematisierten Bereiche könnt ihr euch frei bewegen und diverse Kleinigkeiten aufsammeln, wie Münzen, 1-Up-Pilze oder Orte besuchen, wie Level, Toadhäuser oder Münzkasinos. Die einzelnen Bereiche sind zwar optisch unterschiedlich, aber kaum ein Level basiert wirklich auf dem Welten-Thema. In Welt 4 landet ihr in einer Eiswelt, die Level selbst haben jedoch kaum ein eisiges Thema, manche blühen in einem Grün auf. Damit gibt es keinerlei Unterschied zwischen all den Level und würden die Entwickler alle Level würfeln und neu auf die Welten verteilen, würde es optisch keinen Unterschied machen.

Um so interessanter sind die Level selbst aufgestellt, angefangen bei der Vorschau auf der Oberwelt. In der kleinen Vorschau lässt sich das Gimmick der Level meist schon hervorragend erkennen, aber im Level selbst wird jedes Level mit einer neuen sehr interessanten Mechanik aufgebaut. Ihr habt immer neue Herausforderungen, welche spaßig umgesetzt sind und kaum unterschiedlicher sein könnten. Es wird hier mit Gegnervarianten gespielt, die Zeitvorgabe variiert, selbst ein "Mario Kart"-Level finden wir im Spiel. Trotz der zeitlichen Limitierung auf 500 Sekunden (im Normalfall, Ausnahmen bestätigen die Regel!) könnt ihr die Level hervorragend erkunden und werdet mit allerlei Gegenständen belohnt: Von Münzen, Power Ups und Extraleben bis hin zu den versteckten Stempeln und den Grünsternen werden aufmerksame Beobachter belohnt. Was es mit dem Sammelwahn auf sich hat, erkläre ich gerne... ganz klassisch geben euch 100 Münzen ein Extraleben und Extraleben sorgen dafür, dass ihr dem Game Over-Screen fern bleibt. Stempel sind Collectables, die ihr im Fotomode verwenden könnt. Grünsterne müsst ihr sammeln, da ihr für manche Level eine Mindestanzahl benötigt. Ihr werdet natürlich auch verschiedene Power Ups erhalten können, wie die klassische Feuerblume, den Tanoki-Suit oder das Katzen-Outfit, um an Wänden zu klettern. Dabei könnt ihr pro Mitspieler ein Power-Up in Reserve aufbewahren.

Sollten die Level nicht abwechslungsreich genug sein, könnt ihr nebenbei mit der Charakterwahl experimentieren: Mario ist der All-Round-Charakter, während Luigi eine höhere Sprungkraft hat, dafür ein wenig schwammiger zu steuern ist. Die relativ langsamere Peach kann für einen kurzen Moment in der Luft schweben und trotz der schlechten Sprungkraft von Toad hat er ein rasantes Tempo drauf!

Neben regulären Leveln trefft ihr auf Zwischenbosse, die in wenigen Sekunden besiegt sind für einen gratis Grünstern. Eine Mystery Box ist ein kleines Haus, welches euch immer in kleine Challenge-Räume bringt, die auf 10 Sekunden limitiert sind. Dabei müsst ihr immer kleine Aufgaben erledigen und Grünsterne sammeln. Die größten Zusatzlevel sind die Captain Toad-Level, denn hier kommt Captain Toad zum Einsatz: Er kann nicht springen! Ihr müsst euch durch ein Puzzle-Level schlagen und könnt die Welt um euch herum drehen, um neue Kamerawinkel zu sehen. Dabei ist es eure Aufgabe an Hindernissen vorbei zu kommen und alle Grünsterne zu sammeln. In der Switchversion lassen sich diese Level sogar bis zu Viert spielen!

Im Spielverlauf könnt ihr Toad-Häuser besuchen und euch dort eines von zwei zufälligen Geschenken aussuchen: Eines mit einem Pilz, eines voll mit nützlichen Power-Ups. In Kasino-Häusern könnt ihr an einer Slotmachine versuchen bis zu vier gleiche Symbole zu erhalten und bis zu sieben 1-Ups gewinnen! Feenhäuser schenken euch einen weiteren Stempel für eure Sammlung!

Im Grunde ist Super Mario 3D World exakt der Wii U Version gleich geblieben, da ich jedoch dieses mal zu zweit unterwegs war, spielte sich das Spiel komplett anders:
Obwohl wir als gemeinsames Ziel durch das Spiel kommen wollen, wie in jedem COOP-Spiel, wirkt Super Mario 3D World mehr wie ein Partyspiel, wo man mit ein paar Freunden auf der Couch gemütlich die ersten zwei Welten spielt und es danach nicht mehr anfasst - wie ein paar Mario Kart-Rennen oder eine Runde Mario Party. Während im Einzelspieler die Plattformen groß genug wirkten, konnte nichts groß genug sein... und primär ist es dem "Friendly Fire" geschuldet. Ich kann meinen Mitspielern auf den Kopf herumspringen, wodurch ich eine höhere Sprunghöhe gewinne, meine Mitspieler aber nach unten gestoßen werden. Durch die unterschiedlichen Sprunghöhen war selbst ein synchrones Springen von Plattform zu Plattform nur mit genug Abstand gerade so möglich. Eine Stampfattacke lässt jeden Mitspieler um mich herum wegstoßen, weshalb gerade bei engen Passagen niemand stampfen durfte. Der Controller besitzt vier Schultertasten und vier weitere Knöpfe, dennoch war es Nintendo wichtig den Y-Knopf mit sämtlichen Funktionen des Spiels zu befüllen. Ihr könnt damit nicht nur einen Sprint ansetzen, sondern auch Feuerbälle und Bumerange werfen. Selbstverständlich ist dies der Knopf um euren Mitspieler zu tragen, welches auf so vielen Arten stört. Statt einen Gegner vor euch mit einem Geschoss abzuwerfen, hebt ihr stattdessen euren Mitspieler hoch. Ablegen könnt ihr euch nicht, nur wegwerfen - ohne genug Platz, wird jemand nicht unbeschadet davon kommen können. Ganz wichtig war es jedoch dem Entwickler zwei Knöpfe mit derselben Sprungfunktion zu belegen.
Das schlimmste Problem stellt die Kamera dar, denn wirklich Abstand könnt ihr nicht nehmen, da die Kamera euch immer zusammenhält. Sollte ein Spieler doch einmal zu weit aus der Kamera geraten, wird dieser in eine Blase gesetzt und zum anderen Spieler gebracht. Damit bieten sich zwei Optionen: Ihr könnt Rücksicht auf eure Mitspieler nehmen und wartet auf einander oder spielt für euch alleine und wer zurück fällt, wird hinterhergetragen. Erstere Option fällt meist schon dann raus, wenn die 500 Sekunden langsam anfangen auszulaufen. Wer sich dann denkt "Ziehe ich halt alleine durch", soll gewarnt sein: Ihr teilt euch eure Leben, d.h. jeder Tod eures Mitspielers zieht quasi ein Leben von eurem gemeinsamen Lebenskonto ab. Im schlimmsten Fall fallen alle vier Spieler in den Abgrund und ihr verliert dadurch auch vier Leben. Jedoch ist es nicht so schlimm, wie es sich erst liest, denn zum Einen geht das Level normal weiter, solange mindestens ein Mitspieler überlebt, zum Anderen macht ein Game Over-Screen kaum einen signifikanten Unterschied: Ihr startet nicht mehr vom Check Point, dafür könnt ihr alle Toad-Häuser und Kasinos erneut besuchen.
Gekrönt wird das Ganze wortwörtlich von der Krone, die am Ende jedes Levels entschieden wird: Wer die meisten Punkte hat, bekommt eine Krone - diese könnt ihr bis ins Ziel mitnehmen für Bonuspunkte. Natürlich könnt ihr euch innerhalb des Levels darum streiten, euch gegenseitig behindern und euch die Krone krallen - quasi Konkurrenzkampf im eigenem Team!

Am Ende kann ich nicht sagen, was Super Mario 3D World sein will. Alleine ist es ein recht leichtes 3D Mario, im Mehrspieler mehr ein Partyspiel. Auf der einen Seite könnt ihr zusammen versuchen die Level kooperativ abzuschließen, auf der anderen Seite könnt ihr euch gegenseitig behindern und euch zum Game Over-Bildschirm hinarbeiten. Das macht es nicht per se zu einem schlechten Spiel, dennoch fiel es uns öfters schwer ernsthaft gemeinsam durch die Level zu kommen und es war ein ziemlicher Krampf uns beim Spielen mehr zu helfen statt uns gegenseitig zu schaden.

Natürlich habe ich das Spiel zusammen mit meiner Freundin lokal durchgespielt, denn online war es mit der Latenz furchtbar zu spielen. Das Online-Gameplay war für mich keine gute Erfahrung.

Dennoch durften wir uns über eine Neuerung im Switch-Port freuen, denn ein ganz neues Kapitel bekam das Spiel und hört auf den Namen "Bowser's Fury".
In diesem doch recht kurzen Abenteuer verschlägt es Mario in die Welt der Katzen, wo bereits ein ziemlich wütender Bowser auf ihn wartet. Während wir Bowser mit einem der Cat Shines immer wieder zurückschrecken können, lauert er nur ein Weilchen bis er erneut zuschlägt. Dabei treffen wir recht schnell auf den panisch wirkenden Bowser Jr. Als Duo müssen wir die Welt von dunkler Materie befreien, die Leuchttürme erhellen und Cat Shines sammeln bis wir mit einer Giga Glocke den recht erschreckend gutaussehenden Bowser verhauen dürfen.
Dabei spielt sich dieses Kapitel mehr als ein "Super Mario Odyssey"-DLC als eine Erweiterung zu Super Mario 3D World. Power Ups sammeln wir gewohnt ein, können aber jedes bis zu fünf Mal in Reserve mitführen. Bowser Jr. begleitet uns, dieser wurde hier von meiner Freundin übernommen. Der COOP fühlt sich hier wie ein richtiger COOP an, denn Bowser Jr. ist nahe zu perfekt für unerfahrene Spieler, die dennoch jederzeit hinterherkommen. Er hat alles, was in Super Mario 3D World fehlte. Während die Kamera immer auf Mario fixiert ist, kann sich Bowser Jr. dennoch frei bewegen und selbst weit in die Ferne vorausfliegen und Objekte sammeln oder Gegner verhauen. Sollte sich der Spieler dennoch nicht wiederfinden, kann er sich jederzeit zu Mario teleportieren. Bowser Jr. nimmt keinerlei Schaden, schreckt nur kurz zurück kann aber hervorragend mitkämpfen, fliegen und sogar Gegenstände aufsammeln.

Und das funktioniert in diesem riesigen Gebiet erstaunlich gut, denn trotz der erkennbaren Areale ist eine riesige Fläche von Wasser vorhanden, die sich am besten mit Plessie bereisen lässt. Während ihr jedoch dabei auf der Suche nach allen Cat Shines seid, wacht Bowser immer wieder in regelmäßigen Abständen auf, beschießt die Welt mit seinen riesigen Stacheln, speit einen enormen Flammenwurf und ihr müsst dauerhaft auf der Hut sein. Dennoch kann euch der wütende Geselle ab und an nützlich sein. Nach einer Zeit beruhigt sich Bowser wieder oder ihr könnt ihn mit einem Cat Shine verjagen, wütend wird er ebenfalls nach einer bestimmten Zeit oder ihr könnt ihn mit dem Bowser-amiibo direkt erwecken. Game Over gibt es hier nicht, ein Tod zieht euch 50 Münzen ab, 100 Münzen sorgen für ein zufälliges Power-Up.

Im Grunde ist Super Mario 3D World + Bowser's Fury ein sehr schönes Mehrspielerspiel, macht auf jeden Fall sehr viel Spaß und trotz der manchmal entstehenden Chaotik kommen kaum Konsequenzen auf euch zu. Vor allem lokal entfaltet sich das Spiel als einen coolen Couch-COOP und macht besonders Spaß, wenn ihr das Spiel nicht zu ernst nehmt. Durchspielen lässt sich das Spiel trotz des Chaos auf alle Fälle!

Wertung:

8 / 10

Matthew meint:

"Trotz der kooperativen Erfahrung wirkte Super Mario 3D World im Mehrspieler mehr nach einem Partyspiel."
Spielerlebnis: Gut
Umfang: Gut
Technik: Sehr gut

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