Test: Ori and the blind Forest: Definitive Edition

Nutzer-Story von Matthew am 14. November 2021

Konsole: Nintendo Switch

Release: 27.09.2019

Abschlussdatum: 13.11.2021

Spielzeit: ca. 30 Stunden


Spieleinhalt

Wir können 57 verschiedene Erfolge freischalten: Erkundung aller Gebiete, Ausfüllen des Talentbaums, Sammeln aller Sammelobjekte und Power Ups.
Dazu verschiedene Arten von Spielverläufe: Im Hard Mode, Speedrun, ohne Skills und No Death Run.

Spieleranzahl

Das Spiel lässt sich nur alleine abschließen.

Story

Als ein Sturm im Wald ein leuchtendes Blatt des Geisterbaums entwendete, entstand Ori aus dem entrissenem Blatt. Als Ori hilflos im Wald landete, wurde Ori von Naru gefunden. Die Tage vergingen und sie verbrachten viele schöne Momente miteinander. Doch wie die Zeit verstrich, vergeht auch der Wald, Nahrung schwindet und die Natur leidet. Als Ori am Ende war, gab der Geisterbaum seine letzte Kraft an Ori ab, um Ori zu stärken und um den Wald zu retten!


Review

Ori and the blind Forest kann auf jeden Fall mit einer emotionalen Story ohne große Worte, schönem Artwork und faszinierender Musik begeistern! Mit einem schön erzähltem Prolog und immer wieder eingefügten Zwischensequenzen mit liebevollen Charakteren ist Ori and the blind Forest ein verzaubernder Metroidvania!
Die Optik vom Spiel ist der Höhepunkt, doch natürlich ist das Spiel nicht nur schön, sondern kann auch durch das Gameplay extrem punkten.

Ori ist ein 2D Metroidvania und ihr beginnt das Spiel quasi einzig mit der Sprungfähigkeit. Während ihr nur herumspringen könnt, könnt ihr schon den ersten Bereich erkunden und dabei auf die ersten Gefahren stoßen: Stachelige Dornen, giftiges Wasser und spätestens wenn ihr Sein - einen kleinen Lichtgeist - findet, tauchen die ersten Gegner auf, die ihr zusammen mit Seins Lichtblitze bekämpfen könnt. Ab da beginnt ihr eure Reise zum Geisterbaum, welcher euch in drei Areale schicken will, die wiederherzustellen gelten.
Auf eurem Weg findet ihr immer wieder neue Fähigkeiten auf Stammbäumen, die einst vergangene Ori-Geschwister waren, die euer Vorankommen in Nibel um einiges erleichtern. Natürlich lässt sich nicht nur das Fähigkeitenarsenal von Ori erweitern, sondern könnt ihr auch viele Möglichkeiten finden, damit Ori stärker im Kampf wird. Mehr Lebenszellen erweitern eure Lebensenergie, Energiezellen lassen euch häufiger Zauber nutzen, Fähigkeitenpunkte oder Erfahrungspunkte helfen euch dabei euren Talentbaum zu schmücken.
Gesammelte Fähigkeitenpunkte könnt ihr in einen recht überschaubaren Talentbaum investieren, der sich in drei Richtungen abzweigt: Utility, Combat und Efficiency.
Dabei sorgt Combat dafür, dass eure Angriffe stärker, schneller werden und weiter reichen. Efficiency hilft euch dabei mehr Objekte auf der Karte sehen zu können und naheliegende Erfahrungspunkte besser aufnehmen zu können. Utility bringt vielseitige Fähigkeiten mit, wie günstigere Zauber, Unterwasseratmung, Dreifach-Sprung. Die Punkte in den Talentbaum lohnen sich daher und sollten gut investiert werden, da sie einen Spielverlauf um einiges erleichtern können.

Während ich von Zaubern spreche, gibt es nicht viele Fähigkeiten, die eure Energieressource benötigen: Eure erste Fähigkeit ist quasi das Speichern eures Spielstandes, denn mit einem Seelenlink erschafft ihr einen Check Point für Ori, könnt an der Stelle jederzeit Fähigkeitenpunkte im Talentbaum rein investieren und könnt euch ggf. damit heilen. Aufgeladene Angriffe und Wurfgeschosse kann Ori ebenfalls im Spielverlauf erlernen, doch der Großteil an Energie fließt meist in das Anlegen neuer Speicherpunkte, damit die Erkundung der Gebiete nicht verloren geht. Dabei ist das regelmäßige Abspeichern sehr wichtig, denn Ori ist nicht nur sehr anfällig gegen gegnerische Angriffe, sondern viele Hindernisse sorgen dafür, dass Ori einen sofortigen Tod erleidet: Strahlen, zerquetschende Steine und brodelnde Lava geben Ori fürs Überleben gar keine Chance.

Ori selbst ist auch kein Kämpfer - viele Angriffe kommen hauptsächlich von eurem Begleiter Sein, hält selbst nicht viel aus und wirklich mit vielen Erfahrungspunkten werdet ihr nicht belohnt. Um so mehr ist Ori ein eleganter Springer, denn gerade das Erkunden belohnt euch beim Spielfortschritt und im späteren Verlauf ist Ori nahe zu akrobatisch unterwegs mit all seinen Luftsprüngen. Doch bei all den kommenden Gefahren braucht Ori eben jede Akrobatikeinlage, denn häufig fehlt euch einfach fester Boden unter den Füßen.
Ein weiteres Indiz, dass Ori kein Kämpfer ist, ist die Tatsache fehlender Bosskämpfe, dafür jedoch wartet immer eine spannende Fluchtpassage auf euch mit einer atmosphärischen Musikeinlage.

Ori selbst ist kein langes Spiel, aber wer nicht nur alles erkunden möchte, sondern auch jeden Erfolg abschließen mag, kann sich auf verschiedene Spielverläufe gefasst machen.
Während ich auf "Normal" den Talentbaum quasi ab der Hälfte des Spiels nahezu ausgefüllt habe, habe ich auf "Schwer" selbst nach Abschluss nicht jedes Talent erlernen können, weshalb ihr gut überlegen müsst, wie ihr eure Punkte investiert.
Anders ist es in einem Spielverlauf ohne einen Talentpunkt verwenden zu dürfen. Ihr könnt den Schwierigkeitsgrad frei bestimmen, müsst aber auf diverse Talente verzichten, wie Heilung durch Speichern oder Angriffsverbesserungen. Der Speedrun selbst lässt sich hervorragend in unter 3 Stunden abschließen.
Meine größere Kritik geht dann jedoch in Richtung "Ein Leben"-Modus: Solltet ihr sterben, wird euer Spielstand sofort gelöscht. Dabei habt ihr keine Möglichkeit den Spielstand fortzusetzen. Ihr beginnt das Spiel gnadenlos von vorne. Das wäre an sich kein Problem, doch gerade da fallen einem die Schwächen des Spiels auf: Wenn plötzlich das Leben davon abhängt.

Ori ist ein eleganter Akrobat, lässt sich aber häufig nicht sehr präzise steuern und hat diverse Mängel bei seiner Tastenbelegung. Es kam mir öfters vor, dass ich bei einem Wandsprung meinen Doppelsprung verbrauchte, weil Ori keinen richtigen Halt an der Wand fand. Solltet ihr euch später an einer Wand festhalten und mit dem Supersprung zu weit hoch zielen, bricht Ori die Visiersicht ab und klettert direkt nach oben, was vor allem dann fatal wird, wenn über euch der Tod in Form von Dornen oder Strahlen auf euch wartet... und da sind wir beim nächsten Problem: Ori and the blind Forest ist nahezu gefüllt mit Stellen wo Ori einfach gnadenlos stirbt. Ich hatte öfters das Gefühl, dass Schadensinput nicht richtig kommuniziert wurde oder ungewollte "sofort Tode" entstehen durch die manchmal doch etwas unpräzise Steuerung.
Die größten Probleme habe ich jedoch mit vorhandenen Bugs, die gerade in einer "Definitive Edition" vorhanden sind. Ich spreche hier auch nicht von einem Bildfehler mit Kuro, die bei einer Sequenz doppelt erscheint, sondern drastischen Fehlern, wie das plötzliche Beenden der Software, Softlocken innerhalb eines Steins oder defekten Hitboxen.
Zum Schluss gilt meine Kritik der recht langsamen Kamera, die vor allem in Fluchtsequenzen einem Dash von Ori nicht hinter her kam. Meist passierte es mir, dass ich aus dem Bildschirm entwich und nicht mehr sehen konnte, was genau auf mich zu kommt.

Final kann ich sagen, dass Ori and the blind Forest ein gutes und schönes Metroidvania ist, welches gerade an technischer Stelle einige Fehler behoben bekommen müsste. Vor allem in Sache Fairness liegt Hollow Knight einfach weiter vorne und zeigt im Gesamtpaket, wie ein Metrodvania richtig aussieht.

Wertung:

7 / 10

Matthew meint:

"Ori ist ein gut gelungener Metroidvania mit technischen Mängel, welches mit seinem Artwork verzaubern kann."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Gut
Technik: Durchschnittlich

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2 Kommentare:


Tobsen
vor 2 Wochen | 1
Richtig guter Test, der die postiven und auch die negativen Punkte fair bewertet! Cool, dass du dich nicht von der wirklich hübschen Optik hast blenden lassen - einige Reviewer taten das doch sehr ^^'.

Matthew1990
vor 2 Wochen | 1
Danke schön!
Ja, das ist mir aufgefallen - Meist liegt Ori 1 im 9/10 Bereich.
Aber gut, die meisten Mängel fallen vor allem auf, wenn man länger als paar Minuten gespielt hat. Haha! :D