Teamplay #103: Das spielt die Redaktion

Von Die Redaktion am 14. November 2021

In Teamplay verschaffen wir euch regelmäßig sonntags kurze Eindrücke darüber, was die Redakteure von NplusX gerade zocken. Hier geht es zu unserer letzten Ausgabe von Teamplay.

Andy: Blizzard hat für sein digitales Kartenspiel Hearthstone vor etwa zwei Jahren den Battlegrounds-Modus ins Leben gerufen, in dem wir uns ein Team aus bis zu sieben Kämpfern zusammenstellen, durch Buffs und Synergien verstärken und dann in automatisch ablaufenden Kämpfen gegen sieben andere Teams antreten lassen. Der Auto-Battler ist seitdem vielleicht besser und beliebter ist als das eigentliche Hauptspiel, kämpft jedoch mit einigen Problemen und fehlenden Features, die Fans praktisch seit dem Releasetag kritisieren. Diese versucht ein winziges Studio nun zu lösen.

Der italienische Entwickler Freakinware Games, der bisher noch nicht mal seine eigene Wikipedia-Seite hat, programmierte den Battlegrounds-Spielmodus nämlich mehr oder weniger nach und setzte dabei große Teile des Fan-Feedbacks um, das Blizzard seit zwei Jahren gekonnt ignoriert. Das Ergebnis heißt Runeverse: Sea Brawls und ist am 01. November offiziell in seine erste Season gestartet. Dank zahlreicher Erweiterungen des Spielsystems und einiger Änderungen am Regelwerk sind hier deutlich längere, strategischere und weniger von Zufall und Würfelglück geprägte Matches möglich.

Trotz seiner spielerischen Klasse hat es der Titel momentan leider sehr schwer, ein Publikum zu finden. Neben dem altbekannten Sichtbarkeitsproblem der überfüllten digitalen Storefronten ist hierfür wohl vor allem das geringe Budget des Studios verantwortlich. Die weder technisch noch stilistisch ansprechende PS2-Optik schreckt wahrscheinlich sehr viele Spieler ab, und ohne große Geldspeicher sind natürlich auch keine großen Marketing-Kampagnen möglich. Es tut durchaus weh zu sehen, dass Blizzard allein aufgrund seines bereits vorhandenen Geldes mit dem schlechteren Produkt den größeren Erfolg feiern kann.

Deniz: Ich sammle und alchemisiere mich gerade durch Atelier Lulua auf der Switch. Die aufgeweckte, aber auch etwas unsichere Protagonistin ist mir direkt ans Herz gewachsen und ihre Interaktionen mit den verschiedenen Partymitgliedern und auch NPCs (darunter einstige Atelier-Heldinnen wie Rorona, Meruru und Totori) sind überaus charmant und teilweise super witzig. Ich habe die Arland-Trilogie zwar nicht gespielt, erkenne aber trotzdem, wie viel Mühe sich das Entwicklerteam bei Gust gegeben haben muss, ein einsteigerfreundliches Atelier-Spiel zu bauen, das trotzdem vor (echtem) Fanservice und Anspielungen auf ältere Teile nur so strotzt.

Nebenher spiele ich auch Golden Sun auf meiner WiiU. Ich habe das Game auf dem GBA schon zwei oder drei Mal angefangen, für cool befunden und es dann trotzdem nicht weitergespielt, warum auch immer. Es ist vom Prinzip her ein ziemlich klassisches JRPG mit rundenbasiertem Kampfsystem, hat durch die Psynergy-Moves, die man nicht nur im Kampf, sondern auch zum Lösen von Rätseln in Dungeons verwenden kann, seine ganz eigene Note. Ich bin ziemlich begeistert davon und ärgere mich schon ein wenig, dass ich es damals verpasst habe, als es rauskam, weil ich zu beschäftigt damit war, zum 9572. Mal Super Mario World durchzuspielen oder alle Pokémon in der Smaragd-Edition auf Level 100 zu trainieren. Hier muss ich aber echt die Virtual Console auf der WiiU loben, auf der ich auch Spiele nachholen kann, an die ich ansonsten eher nicht mehr rankommen würde oder bei denen ich auf die Originalkonsole keine Lust mehr habe, denn der Akku meines GBA SP hält noch gefühlt 10min durch und ich finde den Screen heutzutage nicht nur viel zu klein, sondern auch extrem dunkel. Metroid Zero Mission und Fusion habe ich mir dann auch noch zugelegt, für den Fall, dass ich mal Bock auf ein Replay habe und Final Fantasy Tactics Advance habe ich auch erstanden, da besitze ich die Retailversion zum Beispiel nicht.

Matthew: Als ich vor über 10 Jahren noch am PC spielte, stieß ich auf viele verschiedene Spiele, die ich damals nicht auf einer Nintendo-Plattform spielen konnte. Eines davon war Diablo III. BioShock und BioShock 2 gehörten ebenfalls dazu. Nun konnte ich die letzten Wochen BioShock: The Collection spielen und so nach all den Jahren noch einmal in die beiden Titel eintauchen. Ich habe mich tiefer mit der Geschichte der Unterwasserstadt Rapture beschäftigt, auch weil ich mich an viele Teile des Shooters kaum noch erinnern konnte. Primär blieben mir das Treffen mit Andrew Ryan in Teil I und die Big Sisters in Teil II im Gedächtnis hängen. Die Erkundung hat mir in der düsteren Umgebung fast mehr gefallen, als das Kampfsystem – welches angemerkt nicht schlecht ist. Gerade der zweite Teil bessert die Elemente seines Vorgängers gut aus.

BioShock: Infinite, welches ebenfalls in der Collection enthalten ist, konnte ich zum ersten Mal überhaupt spielen. Die Collection bietet wirklich alle Teilen und DLCs, und so praktisch die volle BioShock-Erfahrung. So muss eine komplette Collection aussehen – I'm looking at you, Nintendo! Der dritte Teil ist jedoch ziemlich gewöhnungsbedürftig, da sich nicht nur die Steuerung, sondern auch viele andere Elemente im Vergleich mit den beiden Vorgängern verändert haben. Ein sprechender Protagonist, kein ADAM mehr, keine Little Sisters mehr, kein freies Erkunden mehr, Luftkämpfe, Zeit- und Raummanipulation, kein Hacking mehr.
Vor allem sticht die Geschichte heraus und durch die DLCs kommt erst einmal der AHA!-Moment. Immer, wenn ich dachte, die Story wird nicht abgedrehter, haute das Spiel noch eine Schüppe oben drauf!

Als jemand, der nicht viele Erfahrungen mit Shootern hat und sich mehr dem Adventure, Metroidvania und RPGs verschrieben hat, ist BioShock eine echt krasse Abwechslung und macht auch nach 10 Jahren noch sehr viel Spaß! Natürlich schrieb ich hierzu eine weitere Nutzerstory auf NplusX, die sich jeder gerne durchlesen vermag!

Nachdem Kamil und Deniz Metroid Dread die Qualitäten für den Spiel-des-Jahres-Titel bescheinigt haben, dachte ich mir, dass ich dem Spiel noch eine weitere Chance geben sollte und habe es in einem neuen Speicherstand von vorne begonnen. Jetzt, knappe sechs Stunden später, erkenne ich viele der Qualitäten des Spiels, auch wenn es mich immer noch nicht gänzlich davon überzeugt, das beste Spiel des zugegebenermaßen recht schwachen Jahres 2021 zu sein. Spaß macht es aber trotzdem und vielleicht werten die letzten Stunden den Eindruck ja noch deutlich auf. Es wäre nicht das erste Spiel, bei dem mir so etwas passiert.

Deutlich irdischer geht es gerade bei meinen Runden durch die Welten der Grand Theft Auto - Definitive Edition zu, die ich für euch auf der Nintendo Switch teste. Ich kann schon jetzt sagen, dass sich meine Freude darüber, endlich mal wieder ein GTA auf einer Nintendo-Konsole spielen zu dürfen (zuletzt war das für mich beim großartigen Grand Theft Auto: Chinatown Wars auf dem 3DS der Fall) mit der Ernüchterung über die wenigen grafischen Verbesserungen die Wage hält. Aber auch hier benötigt es noch ein paar Stunden Spielzeit für einen endgültigen Eindruck. 

Meine übrige Spielzeit verbringe ich weiterhin auf der Insel Aeternum des MMORPGs New World. Ohne mich sonderlich anzustrengen habe ich schon vor einer Weile Level 60 erreicht und besuche jetzt bisher unbekannte Gebiete oder arbeite daran, meine Handwerks-Talente weiter zu verbessern. Der von diversen Medien propagierte Spielerschwund stört mich dabei kein bisschen, da ich vieles ohnehin gerne alleine erleben möchte und auch so noch genug Spieler unterwegs sind, um die Gebiete lebendig wirken zu lassen. Solange Amazon Games also fleißig an der Behebung der etwaigen Bugs im Spiel arbeitet, habe ich in diesem Titel einen perfekten kleinen Time-Sink für die nächste Zeit für mich gefunden. 

Und was habt ihr gezockt?

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7 Kommentare:


Ozymandias
vor 2 Wochen | 5
Bin aktuell an Persona 5 Strikers. Das Kampfsystem finde ich fast noch besser als im Vorgänger. Es macht auf jeden Fall richtig viel Spaß die Musik und den Artstyle wieder bewundern zu können. Könnte ein heißer GOTY Kandidat für mich werden.

Denios
vor 2 Wochen | 2
Ja, P5S bockt hart. Leider hat sich das Spiel ein Jahr rausgesucht, in dem lauter geile Games rauskommen, weswegen es nicht mein GOTY wird :D aber es ist trotzdem sehr cool.

Asinned
vor 2 Wochen | 3
Nach 40h Dark Souls 2 habe ich jetzt das Game durch und im 2. dlc die Lust verloren. Insgesamt fand iches weniger frustrierend als Dark Souls 1 hat aber das mit Abstand schwächste Leveldesign und somit weit weg von Dark Souls 3

Buttergebäck
vor 2 Wochen | 3
@Deniz Golden Sun 1 und 2 gehören zu den Spielen, die mich als Kind sehr geprägt haben, und es freut mich riesig dass sie auf diese Weise auch heute noch Publikum gewinnen.

Ich selbst verbringe, nachdem vor etwa einer Woche endllich mein neuer High-End-Laptop angekommen ist, einen Großteil meiner Freizeit mit Anno 1800. Grafik auf so einem Level ist einfach atembreaubend, wenn sie noch relativ neu für einen ist. Und vom Gameplay her ist es einfach ein richtig gutes Anno, das einen vor viele planerische Überlegungen stellt, ohne dabei frustrierend oder wirklich schwer zu werden. Ich muss allerdings dazu sagen, dass meine Bevölkerung in der Alten Welt erst auf Ingenieurs-Stufe ist und ich die Arktis- und Land-der-Löwen-DLCs noch gar nicht angerührt habe. Ich würde also schätzen dass ich gerade mal die Hälfte aller Produktionsketten kennengelernt habe. Aber umso mehr gibt es, worauf ich mich noch freuen kann.

Denios
vor 2 Wochen | 2
Ja, GS ist eines meiner großen Versäumnisse :/ ich hatte als Kind sogar die Chance es zu spielen (hatte es mir von nem Kumpel damals geliehen), war aber irgendwie noch nicht bereit, deep ins JRPG-Genre einzutauchen und hab es nach 1-2 Stunden wieder zurückgegeben :D

Pogo
vor 2 Wochen | 3
Pause. Hab mir vermehrt Filme reingezogen

nibez
vor 2 Wochen | 1
Dann liefer mal Impressionen im Forum.