Test: BioShock: The Collection

Nutzer-Story von Matthew am 29. Oktober 2021

Konsole: Nintendo Switch

Release: 28.08.2018

Abschlussdatum: 29.05.2020

Spielzeit: ca. 50 Stunden


Spieleinhalt

Die Collection beinhaltet drei Spiele:
- BioShock: Remastered
- BioShock 2: Remastered
- BioShock Infinite: The Complete Edition

In jedem Spiel gibt es über 100 Audio-Logs oder Voxphones, die einem die Lore der Welt erklären. Darüber hinaus enthält das Spiel alle je veröffentlichten DLCs.


Spieleranzahl

Das Spiel lässt sich nur alleine abschließen.


Story

'In jeder Welt gibt es einen Mann und eine Stadt und am Anfang steht immer ein Leuchtturm.'
Eine Stadt aufgebaut tief im Ozean, erschaffen von Andrew Ryan, damit Künstler und Wissenschaftler ihre Kreationen frei erschaffen können in purer Anarchie - Willkommen in Rapture!
Eine Stadt aufgestiegen in den Himmel, geführt vom Propheten Comstock und erschaffen, um die weißen Menschen Gott näher zu bringen und dessen Willen auszuführen - Willkommen in Columbia!

Review

Im ersten Teil beginnen wir als Jack, der es nach einem Flugzeugabsturz schafft zu einem Leuchtturm nahe der Absturzstelle zu schwimmen. Dieser sollte jedoch nicht seine Rettung werden, denn dieser führte ihn über eine Unterwasserkuppel tief in den Ozean in die verborgene Stadt "Rapture". Die Einführung zeigt uns, dass Rapture ein Ticket zur Freiheit ist, da jeder seine Ideen frei entfalten kann. Doch recht schnell merken wir, dass Rapture bereits zerfällt.
Die Stadt befindet sich am Rande eines Bürgerkriegs und während ihr dabei seid euch vor Kreaturen zu retten, die wahnsinnig durch die Droge ADAM wurden, nimmt der euch freundlich gesinnte Atlas Kontakt zu euch auf und möchte zusammen mit euch von dieser erschreckenden Stadt fliehen.

Während ihr versucht Rapture zu entkommen, könnt ihr die Welt und ihre Entstehung über im Spiel verteilte Audio-Logs besser kennenlernen. Die Geschichte selbst entfaltet sich vor allem gegen Ende des Spiels.

Doch das Spiel bietet nicht nur eine hervorragende Geschichte, um den Bürgerkrieg in Rapture, der ausgebrochen ist, sondern schlägt als Ego-Shooter einen interessanten Weg ein, der für damalige Verhältnisse eine faszinierende Abwechslung zu üblichen Shootern war.
Während ihr euch im Areal immer frei umherbewegen könnt, sammelt ihr im Spielverlauf nicht nur Schusswaffen auf, die sich an Upgrade-Stationen verstärken lassen, sondern erlernt recht schnell im Spiel diverse Plasmide, die quasi eine Zauberoption ermöglichen. So könnt ihr beispielsweise Blitze verschießen oder eure Gegner in Brand setzen. Dabei verbraucht ihr für jede Wirkung EVE, die als Plasmiden-Ressource dient.
Neben den aktiv nutzbaren Plasmiden könnt ihr euch auch mit passiven Fähigkeiten ausrüsten, die euch diverse Vorteile in verschiedenen Spielaspekten verschaffen.
All diese Hilfsmittel helfen euch hervorragend gegen die verschiedene Kreaturen in Rapture, denn im Kampf könnt ihr zwischen Waffe und Plasmid jederzeit hin und her wechseln, könnt aber in einem pausierten Waffenrad-Menü eure Auswahlmöglichkeiten erweitern.

Doch ihr müsst nicht dauerhaft euren Weg freikämpfen, denn auch das Erkunden wird immens belohnt - überall könnt ihr Audio-Logs, Munition, Geld, Upgrades oder Automaten finden. Automaten sind die Händler im Spiel und bieten euch die Möglichkeit euer Inventar gegen ein wenig Kleingeld aufzustocken oder euch an einer Heilstationen heilen zu können.
Darüber hinaus laufen in diversen Kapiteln Little Sisters herum, kleine Mädchen auf der Suche nach Toten, um ihnen ADAM aus dem Körper zu entziehen. Hier habt ihr die Wahl, sie zu töten und das gesamte ADAM aus ihnen rauszuholen oder sie zu retten und nur einen Teil aus ihnen zu entfernen, dafür aber öfters Belohnungen zu erhalten. Das entzogene ADAM könnt ihr an bestimmten Automaten in eine erweiterte Lebens- oder EVE-Anzeige, neue Plasmide oder bessere passive Skills investieren. Doch bevor ihr euch an einer Little Sister bereichert müsst ihr an einem Big Daddy vorbei, welcher darauf programmiert ist sie mit seinem Leben zu beschützen.

Das Spiel bietet weitere Extramöglichkeiten, die das Spielerlebnis verbessern, denn zum Einem erhaltet ihr einen Fotoapparat - damit könnt ihr Gegner fotografieren, um durch die Gegneranalyse neue Boni zu erhalten - zum Anderen könnt ihr Maschinen hacken, wie Geschütztürme oder Automaten, um euch Vorteile zu verschaffen. Dabei spielt ihr ein kleines Puzzlespiel und müsst zwei Rohrenden miteinander verbinden, welches nicht nur zeitlich begrenzt ist, sondern auch kleine Abbruchbereiche hat, die das Hacken mit negativen Folgen beenden.
Ein Ableben führt dazu, dass ihr an einer Vita-Chamber (ein Checkpoint) startet, dieses Feature stellte ich für meinen Durchlauf jedoch ab.

BioShock: Remastered bietet ein sehr gutes Ego-Shooter-Erlebnis, welches sich von klassischen Shootern schon damals anheben konnte und ist nicht schlecht gealtert. Dennoch...

... BioShock 2: Remastered bringt viele Neuerungen mit sich, wodurch es mein persönlicher Lieblingsteil wurde.
Die Geschichte beginnt direkt in Rapture, wo ihr als Big Daddy Delta startet, der mit seiner Little Sister Elenor durch die Gänge streift bis Prof. Lamb euch zum Selbstmord zwingt. Nach 10 Jahren werdet ihr an einer Vita-Chamber wiederbelebt und beginnt eure Reise auf der Suche nach eurer Little Sister. Dabei bekommt ihr Unterstützung von Tennenbaum, eine Wissenschaftlerin, die verantwortlich für die Entstehung der Little Sisters ist.
Während die Story ebenfalls wieder mitreißend ist, dabei wieder mit einem Höhepunkt am Ende auf euch wartet, schießt ihr euch wieder durch die düstere Stadt Rapture und trefft dabei auf altbekannte, aber auch neue Gegnertypen. Dabei gibt es kleine, aber signifikante Änderungen am Kampf-Gameplay: Eure Erste-Hilfe-Kapazität wurde halbiert, sowie die mitgeführten EVE-Spritzen. Neue Waffen lassen sich finden, Plasmide wurden jedoch aus dem Vorgänger übernommen. Die wichtigste Änderung ist das gleichzeitige Führen von Waffe und Plasmid und ihr müsst nicht mehr zwischen beidem hin und her wechseln.

Das Hacken hat sich ebenfalls geändert, denn euch erwartet hier ein kleines Geschicklichkeitsspiel: Eine Nadel pendelt hin und her und ihr müsst im richtigen Moment bestätigen. Dabei sollte die Nadel im positiven Bereich landen, andernfalls werdet ihr mit Schaden oder einem Alarm bestraft. Selbstverständlich dürfen wieder die Big Daddys und Little Sisters nicht fehlen, dennoch bringt das Spiel auch hier eine große Veränderung mit: Als Big Daddy könnt ihr Little Sisters adoptieren und sie selbst bis zu zwei Toten bringen, damit sie diese ernten. Beim Ernten müsst ihr das kleine Mädchen vor Wellen von Gegnern beschützen, werdet jedoch dafür mit mehr ADAM belohnt - weiterhin könnt ihr sie jederzeit retten... oder opfern. Egal, wie eure Entscheidung fällt - ist der letzten Little Sister im Kapitel das ADAM entzogen, nähert sich eine Big Sister und liefert euch einen impulsiven Kampf.

Obwohl ich den zweiten Teil als kampfintensiver empfand, bringen beide eine düstere Story mit sich und beinhalten eine unheimliche Atmosphäre!
Der DLC "Minerva's Den" im 2. Teil lässt euch als neuen Big Daddy - Sigma - eine alternative Story spielen, die parallel zum Event von Delta stattfindet. Dabei müsst ihr den "Thinker" finden und genießt einen kurzen, aber spannend erweiterten Umfang.

BioShock: Infinite sticht komplett aus der Trilogie, da sich in diesem Teil so viel getan hat, weshalb die Entwickler es nicht "BioShock 3" nennen wollten.
Wie auch in den anderen beiden Teilen landet ihr als Booker, ein Privatdetektiv, an einem Leuchtturm und sollt das Mädchen Elizabeth retten, nur dieses Mal schickt euch die Kapsel in den Himmel nach Columbia. Hier treten euch zwei Probleme entgegen: Zum Einen seid ihr beim Propheten Comstock, der über Columbia herrscht, nicht sehr gerne gesehen, da er durch seine Visionen nichts Gutes über euch zu berichten hat, weshalb die Polizei sehr schnell auf euch aufmerksam wird, aber zum Anderen ist Comstock davon überzeugt, dass die weiße Rasse die überlegenen Menschen sind, weshalb es ein großes Rassismusproblem gibt - was wiederum zu einer Revolution führt.
Die Geschichte bietet zusammen mit dem DLC "Burial at Sea" ein episches Erlebnis mit super guten Plottwists und einer sehr guten Inszenierung.

Den Gameplayänderungen konnte ich weniger abgewinnen, denn trotz der großen Waffenauswahl konnte Booker nur zwei mit sich führen, dafür gab es neue Plasmide in diesem Teil, wie den Rabenschwarm. Meine größten Probleme waren der Verzicht auf eine Karte und das Ändern von "manuelle Speichern" auf "Auto-Saves", denn gerade in diesem Teil ist Backtracking quasi unmöglich, weshalb verpasste Voxphones (das Pendant zu den Audio-Logs) nicht mehr nachholbar sind. Da wir uns jetzt mit einem Greifhaken an Seilbahnen entlang grinden können, lassen sich dadurch auch Luftmanöver ausführen. Generell ist dies der kampfintensivste Teil der Trilogie. Die größte storyrelevante Änderung ist natürlich Elizabeth, die euch recht schnell begleiten wird, um Unterstützung aus Parallelwelten zu erschaffen. Dabei kann sie Wachtürme, Munition oder Erste-Hilfe-Kästen erschaffen.
Auf Little Sisters, Big Daddys und ADAM wird in diesem Teil komplett verzichtet und ihr habt nur Silber als Währung. Dafür könnt ihr Dietriche für Elizabeth finden, um Türen zu knacken. Da das Knacken der Tür von eurem Begleiter übernommen wird, fällt auch das Hacken in diesem Teil weg. Die Abwechslung ausnahmsweise in einer Stadt im Himmel zu sein, ist erfrischend, nimmt aber einen großen Teil der Horroratmosphäre weg, da viele Bereiche der Kapitel hell beleuchtet sind. Upgrades für Waffen und Plasmide lassen sich an passenden Automaten für Silber kaufen, Upgrades für Leben, Schild (ebenfalls neu) und Salz (Pendant zu EVE) befinden sich in auffindbaren Flaschen.

Zusammengefasst bietet die Trilogie ein riesiges Paket an einer super spannende Geschichte über zwei Städte und super interessanten Charakteren, die sich zu spielen lohnen. Dabei wurden die Teile immer kampfintensiver, dafür jedoch auch von der Spiellänge immer kürzer (nehmen wir nur das Hauptspiel) und wurden nur mit den beiliegenden DLCs auf gleicher Länge gehalten.
Zum Abschluss möchte ich erwähnen, dass das Spielmodul alle drei Spiele beinhaltet, dennoch alle drei separat im Homemenü auflistet und alle einen großen Download erfordern.
Ein technischer Makel an der Collection ist die Tatsache, dass keines der drei Teile Motion Control unterstützt.

Wertung:

8 / 10

Matthew meint:

"Ein Horror-Shooter mit herausragender Story, spannenden Plottwist und düsterer Lore!"
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Gut
Technik: Sehr gut

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