Test: Monster Hunter Generations Ultimate

Nutzer-Story von Matthew am 08. Oktober 2021

Konsole: Nintendo Switch

Release: 28.08.2018

Abschlussdatum: 07.10.2021

Spielzeit: ca. 755 Stunden


Spieleinhalt

Ich habe alle 131 Awards erhalten - darunter sämtliche Quests im Spiel erledigt zu haben: Sowohl alle Dorfquests bis 7*-Stufe als auch sämtliche HUB-Quests bis einschließlich G4*-Stufe, darüber hinaus alle Deviant-Quests. Dabei 12 Deviant Monster mit 15, 6 Deviant Monster mit 5 Quests.
Alle Arenaquests habe ich ebenfalls mit einer guten Bestzeit beendet und mir den S-Rang verdient. In Summe habe ich im Spiel exakt 926 verschiedene Quests beendet.

12 verschiedene Waffenarten besitzt das Spiel, wovon ich hauptsächlich Charge Blade gespielt und mehrere zur Auswahl habe.

Darüber hinaus habe ich alle acht Palico-Arten trainiert, für jedes Monster eine Krone für ihre Größen erhalten, jedes Monster gefangen und eine Waffe jeden Typs auf ihre maximale Stufe aufgewertet.


Story

Die vier Dörfer Bherna, Kokoto, Pokke und Yukumo unterliegen einer größeren Bedrohung, weshalb ihr euch als Jägerneuling dieser Gefahr annehmt. Doch bevor ihr euch den großen Monstern annehmt, müsst ihr euch als Jäger beweisen und viele Aufgaben erledigen, Monster erjagen und euch eine Ausrüstung erarbeiten. Bis dahin zählen die Dorfältesten auf dich!


Review

Monster Hunter Generations Ultimate besitzt keine aufwendige Story, sondern ist mehr ein Best-Of der verschiedenen Monster Hunter-Spiele. Intensiv spielte ich Monster Hunter 3 Ultimate zuvor und erkannte beispielsweise Deserted Island und Misty Peak, aber auch das Dorf Bherna ist mir bereits bekannt gewesen. Selbst Pokke erkannte ich wieder, da ich damals auf der PSP meiner Exfreundin einen Teil spielte. Bei den Monstern sieht es genauso aus, denn viele Monster waren mir aus dem vorherigen Teil bekannt, wie Lagiacrus oder Zinogre. Dennoch gab es unzählige Monster, die neu für mich waren, wie Mizutsune, Gammoth oder Glavenus. In Summe besitzt das Spiel über 80 verschiedene Monster, darunter fallen viele verschiedene Submonster, wie sämtliche Deviants oder Gold Rathian.

Doch was genau ist Monster Hunter? Nach der Charaktererstellung startet ihr direkt im Dorf und könnt euch eine von 12 verschiedenen Waffen aussuchen und euch anschauen. Dafür habt ihr eine gute Anzahl an Einsteigerquests, die nicht viel von euch abverlangen, wie das Sammeln von Pilzen oder Erlegen kleinerer Monster. Dabei gilt natürlich zu unterscheiden, ob ihr in den Nahkampf geht: Großschwert, Langschwert, Doppelklingen, Insektengleve, Hammer, Morphaxt, Energieklinge, Lanze oder Gewehrlanze. Ihr könnt euch aber auch im Hintergrund aufhalten und euch mit einen der drei Fernkampfwaffen abgeben und zwischen Bogen, schwerer oder leichter Armbrust wählen. Die Unterscheidung ist wichtig, da beide Typen eine eigene Rüstungskategorie besitzen, die sich signifikant von Fähigkeiten, aber auch dem Rüstungswert unterscheiden.

Es ist zu empfehlen, euch ausführlich mit eurer Waffe zu beschäftigen, da das Handling einer Waffe gerade zu Beginn sehr komplex ist. Eine kleine Anleitung für die Energieklinge kann ich geben, die restlichen 11 Waffen habe ich kaum bist gar nicht gespielt. Eine kurze Einleitung für die Energieklinge gebe ich euch gerne, um einmal die Komplexität der Waffen zu präsentieren:

Mit der Energieklinge besitzt ihr sowohl Schwert als auch Schild. Ihr könnt auf ein Monster einschlagen und Angriffe blocken, die nicht mehr ausweichbar sind. Jeder Treffer mit dem Schwert füllt die Klinge mit Energie - davon gibt es vier Stufen: Farblos (leer), gelb (füllt drei Phiolen auf), rot (füllt 5 Phiolen auf) und überfüllt (füllt 5 Phiolen auf). Bis rot solltet ihr eure Waffe aufladen, denn ist sie überladen prallt jeder Angriff am Monster ab. Diese Energie könnt ihr in Phiolen füllen, wovon ihr fünf Stück parat habt.

Ihr könnt vom schnellen Schwert & Schild in den Axtmodus wechseln. In diesem Modus könnt ihr schwerere, stärkere Angriffe ausführen, könnt aber eure Phiolen mit gezielten Hieben auf das Monster entladen. Ihr habt auch die Option Phiolen in eurem Schild zu entladen, wodurch eure Angriffe und Blocks stärker werden. Mit einem aufgeladenen Schild und gefüllten Phiolen könnt ihr mit einem recht langsamen, aber extrem starken Schlag die gesamte Energie entladen und immensen Schaden anrichten.

So viel zur Waffentechnik, was gibt es mehr? Nun, ihr könnt eurem Charakter einen von sechs verschiedenen Hunterstyles und -arts geben. Ich habe anfangs mit dem Striker Style gespielt, wechselte später zum Aerial Style. Dadurch konnte ich Monster anspringen, hatte einen Slot für eine Hunter Art frei: War die Leiste gefüllt, konnte ich sämtliche Phiolen in einem kräftigen Schlag entladen. Das ist ein Beispiel von vielen Kombinationen, womit ihr euch auseinandersetzen könnt. Natürlich habt ihr auch Begleiter dabei: Palicoes, katzenähnliche Mitstreiter, die ihr ebenfalls mit Equip, Fähigkeiten und Talenten ausrüsten könnt. Sie unterstützen euch in euren Kämpfen aktiv, können aber auch Monster nebenbei ablenken.
Eine klug gewählte Auswahl an Gegenständen ist meist schon obligatorisch: Heiltränke, um am Leben zu bleiben; Essen, wenn die Ausdauer sinkt; Wetzsteine, wenn die Waffenschärfe sinkt; vllt. ein paar Blitzbomben, Fallen, Bomben. In der Wüste und am Vulkan ist es extrem heiß, daher empfiehlt es sich Kaltgetränke mitzunehmen, am Frostsee dafür zu kalt und benötigt Heißgetränke. Dazu braucht jedes Monster seine eigene Vorbereitung: Diablos und Niebelsnarf tauchen im Sand, daher können Schallbomben diese aus dem Konzept bringen; Blitzbomben blenden Monster, aber fliegende Monster wie ein Rathalos oder Astalos holen sie aus der Luft und sie fallen zu Boden; für Rathian und Gypceros sind Gegengifte wichtig, da sie toxische Angriffe haben - während Lavasioth oder Agnaktor Feuerangriffe ausführen, ist ein Zamtrios oder Lagombi eher schwach gegen Feuerangriffe, daher sind auch die Rüstungs- und Waffenwahl entscheidend.
Niemand geht gerne mit leeren Magen jagen, daher ist auch die Wahl der Mahlzeit wichtig, denn zum Einen erhöhen diese eure maximale Lebensenergie und Ausdauer, zum Anderen erhöhen sie ggf. Angriff, Verteidigung und/oder Resistenz. Zusätzlich hat jede Mahlzeit ein paar nützliche Fähigkeiten parat, wie schnelleres Schärfen oder höhere Geldbelohnung.

Ihr seid aufbruchbereit und was nun? Nun geht es auf die Jagd: Ihr nehmt eine Quest an und erfüllt die Aufgabe. Zu Beginn erhaltet ihr eher Sammelquests oder müsst nur kleine Monster jagen, mal ein Ei nach Hause bringen, aber irgendwann trefft ihr auf das erste große Monster: Great Maccao! Und dann geht der Kampf los, daher solltet ihr wissen, wie es funktioniert. Im Dorf nehmt ihr eine Quest an und zieht über den Ausgang los und landet in dem angegebenen Gebiet. Dieses besteht meist aus mehreren von einander getrennten Arealen, die eine eigene Instanz darstellen - getrennt durch Ladebildschirme.
Dabei startet ihr mit einem Interface, das eine grüne Lebensanzeige, gelbe Ausdauerleiste, ein farbiges Schwert und eine minimalistische Uhr abbildet. Ist eure Lebensanzeige leer, werdet ihr ins Lager zurück gebracht und verliert einen Versuch - bei drei Versuchen wird die Quest beendet. Der rote Balken stellt verlorene Lebensenergie dar, die sich im Laufe der Zeit regenerieren kann. Rennen, Rollen und bestimmte Waffenfähigkeiten verbrauchen Ausdauer und im Laufe der Zeit sinkt die maximale Ausdaueranzeige, ansonsten füllt sich die Ausdauer durch Pausen von selbst auf. Das Schwert symbolisiert die Schärfe eurer Waffe, denn umso besser eure Schärfe ist, umso besser durchdringt ihr die Panzer der Monster und habt einen besseren Schadensmultiplikator. Die Uhr repräsentiert eure Questzeit, denn für jede Quest habt im i.d.R. 50 Minuten - in fünfer Schritten schreitet der Zeiger immer vor. Dadurch könnt ihr immer ein Auge auf die Zeit haben.
Im Interface habt ihr dazu Zugriff auf die Karte, insofern ihr eine im Inventar habt, und seht immer das aktuell ausgerüstete Item, welches ihr verwenden könnt.

Nach einer Quest erhaltet ihr eure Belohnung und könnt die gewonnenen Monstermaterialien in neue Rüstungen oder Waffen verwerten lassen. Die Auswahl einer Rüstung könnt ihr abhängig von den Fähigkeiten machen, jedoch müsst ihr stets auf die Werte achten. Die Attribute bringen euch erst einen Vorteil, wenn diese einen bestimmten Wert in Summe erreicht haben - meist 10 oder 15, genaues lässt sich im Spiel nachschauen, d.h. gibt euch ein Rüstungsteil Angriff +3, bringt dies euch erst einmal nichts. Erst nachdem ihr ein Rüstungsset aus Kopf, Brust, Arme, Beine und Füße habt, habt ihr deren Angriffsboni bei +13. Beim Nachschauen könnt ihr sehen, dass ihr ab +10 die Fähigkeit "Angriff+" erhaltet, wodurch ihr mehr Schaden macht. Wäre der Bonus bei +15, würdet ihr "Angriff++" erhalten und noch mehr Schaden verursachen. Im Umkehrschluss heißt es, diese 3 zusätzlichen Angriffsboni sind bei der Differenz von zwei wertlos. Dekorationen und Talismane helfen euch dabei eure Wunschfähigkeiten zu aktivieren, könnt gleichzeitig aber auch negative Effekte eliminieren.

Monster Hunter Generations Ultimate hat fast 300 Quests im Einzelspieler, die sogenannten Dorfquests, aber weiter geht die Jagd im Mehrspieler - im HUB. Dort könnt ihr schwerere Quests absolvieren, die alleine schaffbar sind, aber ihr mit bis zu vier Jägern angehen könnt. Das HUB-Areal ist vom Dorf getrennt und bietet euch quasi mehr als den doppelten Umfang. Der signifikante Unterschied zwischen Dorf- und HUB-Quests ist der erhöhte Rang.
Monster Hunter hat drei verschiedene Schwierigkeitsgrade, die jeweils immer bessere Rüstungen und Waffen beinhalten: Low Ranking, High Ranking und G-Ranking. Letzteres ist jedoch nur im HUB zugänglich und bietet extreme Herausforderungen, aber auch Belohnungen.

Neben den nahezu unzähligen Quests habt ihr nicht nur eine Vielzahl an verschiedenen Monstern, sondern werdet im Spielverlauf auf Hyper-Monster treffen. Es sind quasi dieselben Monsterarten mit einem Hyper-Schleier um bestimmte Körperstellen. Der Unterschied: Sie haben mehr Leben, werden schneller sauer und der Schleier verstärkt Angriffe vom jeweiligen Körperteil, lässt gleichzeitig bei Treffern an der Stelle eure Hunter Art-Leiste auffüllen.
But wait! There is more: Neben den Hauptaufgaben, findet ihr Special Permits und Arenaquests.
Special Permits ermöglichen euch gegen Sub-Monster zu kämpfen, quasi eine stärkere Version einer Monsterart. Arzuros ist eines der schwächeren Monster, aber fordert doch einmal Redhelm Arzuros heraus!
Arenaquests hingegen gehören für mich zu den eher unbeliebteren Quests, da ihr gegen ein Monster antreten müsst mit eines von fünf vorgegebenen Charakter-Sets und dabei eine Bestzeit hinlegen sollt.

Bei fast 1000 Quests habt ihr verschiedene Arten eine Quest zu beenden, gekennzeichnet durch Farben. Meistens müsst ihr große Monster jagen (rot), dabei spielt es keine Rolle, ob ihr Monster tötet oder sie mit einer Falle und Beruhigungsbomben einfangt. In anderen Quests werdet ihr dazu gezwungen das große Monster zu fangen (grau). Leichtere Quests beinhalten Sammelaufgaben (grün) und hin und wieder trefft ihr auf eine Eventquest (violett). Arenaquests sind blau.

Der Inhalt ist für ein Monster Hunter extrem groß und es lässt sich sehr viel Zeit rein investieren, dennoch bietet das Spiel weitaus mehr mit vielen Kleinigkeiten, z.B. könnt ihr selbst als Palico spielen oder könnt für mehr Schaden auf Monstern reiten.

Die Online-Lobby funktioniert recht präzise - Ihr erstellt eine Lobby, könnt genaue Informationen angeben: Welches Monster jagt ihr? Welche Questkategorie? Für welchen Jägerrang ist sie zulässig (quasi euer Ranking)? Ihr könnt sie mit einem Passwort schützen oder durch die Lobby-ID public machen lassen. In der Lobby könnt ihr Quests vorschlagen oder bei anderen teilnehmen, eure Gildenkarte tauschen oder mit anderen chatten oder Gegenstände tauschen.
Beim Verbindungsabbruch bricht zum Glück nicht die komplette Lobby zusammen, jedoch kann der Spieler nicht während der Quest wieder dazustoßen.

Final möchte ich sagen, dass das Spiel vor allem im Mehrspieler ein hervorragendes Spiel ist und vor allem für Veteranen eine gute Ergänzung der Monster Hunter-Serie. Einzig die recht klobige Steuerung kann manchmal zum Verhängnis werden. Der Charakter reibt sich selbst im heißen Gefecht nach einer schnellen Mahlzeit den Bauch oder erfreut sich über jede Trankeinnahme. Die Trägheit des Charakters lässt häufig Combos von Monster zu, weshalb manche Angriffe meist unausweichlich sind, manche Treffer sind generell unvermeidbar. Hin und wieder treten Effekte auf, mit denen ihr schwer rechnen könnt, wie eine Betäubung nach einem Treffer.
Dennoch bietet Monster Hunter Generations Ultimate im Großen und Ganzen einen riesigen Inhalt und macht vor allem in Gruppen riesen Spaß!

Wertung:

9 / 10

Matthew meint:

"Vor allem mit mehreren Jägern ist Monster Hunter Generations Ultimate für Veteranen der Reihe durch den Umfang eine spannende Bereicherung."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Herausragend
Technik: Gut

Schreibe einen Kommentar: