Test: The Outer Worlds: Murder on Eridanos

Von Robert Emrich am 14. September 2021

Verschwörungen, Mord und in Vodka eingelegte Aliens erwarten euch in der Detektivgeschichte der zweiten Erweiterung des Sci-Fi Rollenspiels.

Obsidian Entertainment bringt jetzt mit einer kleinen Verzögerung die nächste Erweiterung des Spiels Outer Worlds für die Nintendo Switch auf den Markt. Murder on Eridanos ist nach dem vorherigen DLC Peril on Gorgon die letzte Erweiterung des Grundspiels und ermöglicht es euch damit ab sofort, den vollen Umfang des Season Pass erleben zu können. Ob sich das für euch lohnt, haben wir uns einmal genauer angesehen.

Das Opfer wurde zu Tode genadelt

Wie schon bei der ersten Erweiterung, ist die Handlung auch dieses mal wieder relativ weit hinten im Spiel angesiedelt, aber immer noch vor der letzten Mission des Grundspiels. Dementsprechend solltet ihr mindestens die Landeplattform von Stellar Bay auf dem Planeten Monarch freischalten und idealerweise Level 30 erreicht haben. Letzteres ist nicht verpflichtend, macht euch das Leben aber ein gutes Stück einfacher.

Da ihr in der letzten Mission auf Tartatus den Planeten nicht wieder verlassen könnt, bietet euch das Spiel außerdem beim ersten Start die Option, einen neuen Spielstand direkt vor der letzten Mission zu erstellen, falls ihr euch aktuell auf Tartarus befindet und keinen früheren Speicherstand mehr besitzt. Mit all diesen erfüllten Auflagen solltet ihr als nächstes mit eurer Schiffs-KI ADA sprechen, die euch alle Informationen zu eurem neuen Auftrag geben wird.

Der führt euch auf den namensgebenden Planeten Eridanos auf dem ihr in der Rolle eines freiberuflichen Abenteurers und Detektivs den Mord an der Schauspielerin und Werbeikone Halcyon Helen erforschen sollt. Die gute Frau wurde kurz vor der Enthüllung einer neuen und ganz besonderen Vodka-Geschmacksrichtung getötet und die Zahl der möglichen Verdächtigen mit all ihren Intrigen und Verschwörungen ist beachtlich. So ist es nun an euch, den wahren Schuldigen zu finden, wobei die Wahrheit, wie es in der von Konzernen regierten Welt des Spiels üblich ist, letztlich allem noch eins drauf setzt und das Leben aller Bürger im Halcyon System bedroht.

Mehr vom Gewohnten

Für die unter euch, die sich schon ausgiebig mit dem Grundspiel und der ersten Erweiterung befasst haben, stellt die Rückkehr in das Spiel, dank der kaum veränderten Spielmechanik keine große Herausforderung dar. Zwar wurde das Level-Cap für euren Charakter ein weiteres Mal um drei Level und damit auf 36 angehoben, das Skill-Cap wurde aber nicht angerührt, sodass eure Charaktere die Gelegenheit haben, ihre Fertigkeiten weiter auf ein Maximum zu erhöhen.

Auch bei der Ausrüstung und den damit verbundenen Spielmechaniken gibt es insgesamt wenig Neues. Der wichtigste neue Gegenstand in eurem Inventar ist ein Diskrepanzverstärker, der euch an verschiedenen Stellen auf Fußspuren und andere Gegebenheiten hinweist. Mit ihm und in den Gesprächen mit den Verdächtigen sammelt ihr allerlei Hinweise, um euren Auftrag zu erfüllen. Dabei artet das Spiel aber nie zu einer wirklichen Denksportaufgabe aus und der Mörder wird von euch mit dem Abschluss der Questreihe nach etwa sechs bis acht Stunden Spielzeit in jedem Fall überführt werden.

Neben dem erwähnten Diskrepanzverstärker könnt ihr auf Eridanos noch zwei weitere neue Wissenschafts-Waffen finden, mit denen ihr euren Gegnern auf unterhaltsame Art zu Leibe rücken könnt. Davon abgesehen stellt die Handlung aber die größte Neuigkeit der Erweiterung dar, sodass sie sich wie schon Peril on Gorgon sauber in die Geschichte des Hauptspiels einfügt, ohne diese wirklich zu beeinflussen. Letzteres ist natürlich ein wenig schade. Gerade der Umstand, dass die Erweiterungen zwingend vor der letzten Mission des Grundspiels beendet werden müssen, hätte den Entwicklern Zeit und Gelegenheit geben können, um dem Grundspiel ein paar alternative Enden zu spendieren. Auf der anderen Seite bleiben beide Erweiterungen auf diesem Weg aber komplett optional, sodass Fans des Spiels mit ihnen neue Abenteuer erleben können, während alle anderen mit dem Grundspiel nicht das Gefühl bekommen, etwas Wichtiges zu verpassen.

Auch technisch nichts Neues

Technisch hat sich beim Spiel zwischen den beiden Erweiterungen kaum etwas getan. Der letzte Patch des Spiels mit der Versionsnummer 1.0.5 hat nur einige kleinere Fehler behoben und so bleibt seit dem großen Grafikupdate, das Obsidian im letzten Jahr veröffentlicht hat, optisch und technisch alles beim Alten. Die Grafik ist für einen Switch-Port weiterhin anständig, die generelle Audioqualität mitsamt aller auf englisch synchronisierten Texte sehr gut und auch die Steuerung funktioniert rundum zuverlässig und wie gehabt. Schade ist nur, dass der Mangel an technischen Neuerungen auch die Ladezeiten zwischen den Zonen im Spiel betrifft, die mit durchschnittlichen 30 Sekunden Wartezeit gelegentlich ein wenig stören können. Hier wäre ein wenig Optimierung eine tolle Sache gewesen.

Fazit:

Nach Peril on Gorgon ist Murder on Eridanos die zweite (und letzte) Erweiterung mit der Obsidian Entertainment den Umfang seines Outer World Universums vergrößert und als solche steht sie ihrem Vorgänger und dem Grundspiel in wenig nach. Die Charaktere sind wieder unterhaltsam verschroben, die Dialogen bestechen durch ihren beißenden Humor und die Handlung der Questreihe wurde mit viel Sorgfalt erdacht, sodass ihr euch in den sechs bis acht Stunden, die ihr zum Durchspielen benötigt, immer gut unterhalten fühlen solltet.

Dass die Handlung der Erweiterung dabei, wie schon beim ersten DLC, keinen Einfluss auf die Geschichte des Hauptspiels hat, ist ein wenig schade, da es etwas von dem spielerischen Potential des Gesamtwerkes verschwendet. Dennoch ist Murder on Eridanos insgesamt gelungen und kann allen, die gerne mehr Zeit im Halcyon System verbringen möchten, bedenkenlos empfohlen werden.

Von uns getestet: Nintendo-Switch-Version
Vielen Dank an Private Division für die Bereitstellung des Testmusters.

Wertung:

7.5

Robert Emrich meint:

"Murder on Eridanos bietet mehr Handlung und mehr Spaß, aber nur wenig Innovation."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Gut
Technik: Gut

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