Kommentar: Switch, Switch Lite oder Switch OLED – Was darf's denn sein?

Von Michael Prammer am 03. September 2021

Wir nehmen die verschiedenen Switch-Modelle etwas genauer unter die Lupe.

Nach der wenig erfolgreichen WiiU startete Nintendo im Jahr 2017 den Versuch, ein völlig neues Konsolen-Konzept zu etablieren. Der zweite Bildschirm der WiiU sollte nun endlich dem heimischen Wohnzimmer entfliehen dürfen und mit diesem portablen Konzept hat das japanische Unternehmen bislang richtig Erfolg. Die Verkaufszahlen ebben zwar gerade etwas ab, die Gesamtverkäufe steuern dennoch schnurstracks auf die magische Marke von 100 Millionen verkaufter Konsolen zu. Und Nintendo unternimmt mittlerweile viel, um das Produkt attraktiv zu halten, nicht zuletzt mit mehreren Versionen der Konsole. Der potenzielle Kunde hat also verschiedene Möglichkeiten, um beliebte Serien wie The Legend of Zelda oder Super Mario genießen zu können. In diesem Kommentar schauen wir uns die Produkte der Nintendo Switch-Familie etwas genauer an, ziehen ein paar Vergleiche und verraten, welche Konsole aus unserer Sicht am meisten Sinn ergibt.

Switch v2

Die erste richtige Hardware-Revision der Hybrid-Konsole ist seit dem Jahr 2019 auf dem Markt. Dank eines aktualisierten Tegra-X1-Kombiprozessors wurde die Akku-Leistung gesteigert, sodass man jetzt bis zu neun Stunden Spielspaß mit dem Gerät unterwegs haben kann. Ansonsten hat sich im Vergleich zum 2017er-Modell nicht wirklich viel getan. Wer bereits vorher eine Switch besaß, hatte kaum einen Grund zu wechseln. In den Läden ersetzte das neue Modell schlicht das alte. Wer dagegen über eine Neuanschaffung nachdachte, war und ist mit der Revision zweifelsohne besser bedient. Heute ist die „Ur-Switch“ im Handel praktisch gar nicht mehr erhältlich, wer allerdings mit dem Gedanken spielt, sich eine gebrauchte Switch zuzulegen, sollte darauf achten, die Revision zu bekommen. Letztere hat im Vergleich zur ersten Switch eine vollkommen in rot gehaltene Verpackung. Ist die Originalverpackung nicht mehr vorhanden, könnt ihr alternativ auch auf die Modellnummer schauen. Die Modellnummer der Revision lautet „MOD. HAC-001-01“ statt „MOD. HAC-001“. Beide Konsolen sind auf dem Gebrauchtmarkt ab etwa 250€ zu bekommen.

Switch Lite

Die Switch Lite wurde speziell für Handheld-Freunde entwickelt. Mit bis zu sieben Stunden Akku-Laufzeit kommt das rein portable Gerät zwar nicht an die Akkuleistung der normalen Switch ran und am TV lässt sich das Gerät auch nicht bedienen, dafür ist die Konsole neu jedoch für rund 200€ zu bekommen und stellt so den preiswertesten Einstieg in die Switch-Familie dar. Wer sich auf einschlägigen Online-Auktionshäusern genauer umsieht, kann das Gerät unter Umständen sogar zum Schnäppchen-Preis bekommen. Nicht selten sieht man auf dem Gebrauchtmarkt Angebote unter 150€.

Als günstiger Einstieg oder als Zweitkonsole ist die rein portable Switch zwar durchaus zu empfehlen, allerdings sollte sich jeder Käufer über die Nachteile des Geräts im Klaren sein: Neben dem fehlenden TV-Modus müssen auch Einschränkungen bei Multiplayer-Spielen hingenommen werden. Falls ein Spiel Joy-Con-Funktionen wie die HD-Vibration, die IR-Bewegungskamera oder die Joy-Con-Bewegungssteuerung verwendet, stehen einige Spielfunktionen beim Spielen auf Nintendo Switch Lite allein nicht zur Verfügung. Betroffene Titel sind beispielsweise Super Mario Party oder Mario Tennis Aces. Auch mal eben eine Multiplayer-Runde Mario Kart an einer Konsole daddeln ist auf der Handheld-Switch wegen fehlender Joy Con-Controller nicht möglich.

Switch OLED

Im Oktober kommt das OLED-Modell, welches bei seiner Enthüllung bei vielen Fans für Kopfschütteln gesorgt haben dürfte. Anstatt der erhofften Switch Pro gibt es „nur“ ein verbessertes Display, einen besseren Kickstand und einen Ethernet-Port. Der interne Speicher wird von 32 auf 64 GB erweitert, ist damit aber noch immer lächerlich klein. Immerhin passen somit Spiele wie NBA2K21 erstmalig überhaupt in den internen Speicher. Dazu kommt das Gerät in einer neuen Farbe daher und präsentiert sich in edlem Weiß. Statt der Switch mehr Leistung zu spendieren, beseitigt Nintendo also beinahe alle Mängel am Ur-Gerät. Das ist schön, allerdings lässt sich Nintendo dieses Update auch ein wenig kosten und möchte offiziell etwa 350€ für das OLED-Model. Tatsächlich ist das Gerät nirgendswo mehr vorbestellbar. Wer am 8. Oktober oder in den Folgewochen ein OLED-Modell kaufen möchte, wird wahrscheinlich tiefer in die Tasche greifen müssen.

Nun fragt man sich natürlich, welche Käuferschicht dieses Modell ansprechen soll. Im Prinzip wird hier der Switch-Kunde abgeholt, der das Hybrid-Konzept voll auskosten möchte, ohne dabei auf den TV-Modus zu verzichten. Das neue Switch-Modell bietet Spielern die verbesserte Akku-Laufzeit der ersten Switch-Revision und dazu einen OLED-Bildschirm mit besserer Kontrastwiedergabe. Außerdem kann der Spieler ohne Adapter sein Netzwerkkabel direkt anschließen. Auch optisch wird das weiße Switch-Dock mit den abgerundeten Ecken vermutlich besser in so manches Wohnzimmer passen. Interessant ist das Gerät womöglich auch für Besitzer der allerersten Switch. Da der Gebrauchtmarkt immer noch um 200€ für das erste Modell hergibt, könnte der eine oder andere Gamer mit einem Upgrade seiner Konsole liebäugeln und das OLED-Modell gegen das erste Switch-Modell „eintauschen“. Und wem der Startpreis zu teuer ist, dem empfehlen wir bis kurz vor Weihnachten zu warten. Vielleicht ergibt sich aufgrund der schwächelnden Nachfrage der Konsole die Möglichkeit, günstiger an das OLED-Gerät zu kommen – evtl. über den Zweitmarkt.

Fazit:

Wer mit dem Kauf einer Nintendo Switch-Konsole liebäugelt, hat ab Oktober die Qual der Wahl. Das OLED-Modell ist der „Ferrari“ unter den Switch-Konsolen und wem der hohe Preis nichts ausmacht oder wer vielleicht seine erste Switch-Konsole aus dem Jahr 2017 zu Geld machen möchte, um zu tauschen, der bekommt das kompletteste Paket. Für Kunden mit schmalem Geldbeutel oder für Kinder und Jugendliche, die womöglich gar keinen eigenen Fernseher besitzen, lohnt sich eher die Switch Lite. Preislich gesehen lässt das Teil die anderen Modelle im Regen stehen. Spieler, die sofort eine Switch brauchen, auf den Hybrid-Faktor nicht verzichten wollen und sich ein bisschen umschauen, für die lohnt sich dagegen der Kauf der Hardware-Revision aus dem Jahr 2019. Das Gerät ist teilweise auch schon für einen schmalen Taler zu erstehen und kommt mit ordentlicher Akku-Leistung daher. Ungeachtet dessen wollen wir aber nicht unerwähnt lassen: Wer eine gut funktionierende Switch aus dem Jahr 2017 hat, der kann, muss aber natürlich nicht auf ein neueres Modell umsteigen. Nintendo hat die Switch über die Jahre hinweg lediglich im Detail verbessert. Wer bei seiner „alten“ Switch bleibt, verpasst im Grunde gar nichts.

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6 Kommentare:


2null3
vor 3 Monaten | 1
Das Konzept der Hybridkonsole hat für mich leider nicht funktioniert. Im Bett wird die reguläre Switch irgendwann ungemütlich schwer und die Tasten klicken vergleichsweise laut. Und auf Reisen will meine Freundin nie mit mir Mario Kart spielen, sondern lieber lesen.
Darum habe ich jetzt eine Switch Lite fürs Bett und für Reisen und eine ganz reguläre Switch, die mit LAN Adapter (Danke Lars!) am Fernseher hängt. Läuft. :)

prog4m3r
vor 3 Monaten | 0
Meine Switch (2017er) verstaubt im Dock unterm TV, ich benötige einfach keine Hybridkonsole.

Die Switch Lite habe ich als Sammelobjekt, da hat Nintendo mich einfach mit dem Gameboy Pocket Gelb geködert, welches mich nostalgisch an Grundschultage zurück denken lässt, wo der Pokémon Hype auch vor dem Klassenzimmer nicht halt machte - obwohl viele schon einen GBC hatten.

Die OLED Switch werde ich mir auch zum sammeln gönnen, aber man wartet natürlich auf ein gutes Angebot. Das Ding passt optisch einfach zu sehr zu Metroid Dread / E.M.M.I. und es würde einfach etwas fehlen wenn ich nur die LE + Amiibo habe.

Matthew1990
vor 2 Monaten | 1
Ich bin mit meiner aktuellen Switch-Version zufrieden.
Bei mir ging das Konzept der Hybrid-Konsole voll auf. Primär spiele ich immer am TV, aber es gab viele Gelegenheiten, dass ich auch im Handheld spielte oder gar die Konsole transportieren musste.

Daher fällt die Switch Lite komplett raus. OLED interessiert mich auch nicht wirklich.

Buttergebäck
vor 2 Monaten | 1
Für mich ist das Hybridkonzept euch voll aufgegangen, obwohl ich nicht im Traum auf die Idee kommen würde, die Switch nach draußen mitzunehmen. Aber die Möglichkeit, sie, falls jemand anderes Fernsehen schauen möchte, auch in die Hand nehmen zu können, oder nebenbei auch spielen zu können wenn man selbst eine nur mittelinteressante Sendung schaut, ist einfach unfassbar praktisch. Eine Leben ohne das kann ich mir in Prinzip nicht mehr vorstellen.

Meine Switch ist vom Release-Tag und verrichtet immer noch treu ihren Dienst (die Konsole selbst, die Joy-Cons sind mittlerweile die dritten), bis jetzt wurde noch keine Variante vorgestellt die für mich interessant so richtig interessant wäre.

TraxDave
vor 2 Monaten | 2
Nennenswert wäre außerdem, dass die „alte“ Switch, also die v2, nach wie vor im Normalfall um den Launch-Preis von 330€ verkauft wird. Dementsprechend ist die OLED jetzt nicht wirklich das teure Premium-Modell.

Ich will eigentlich nie wieder etwas anderes als eine Hybridkonsole. Man kann immer und überall spielen und es geht alles schnell von der Hand. Man kann zu Freunden auf Besuch kommen und muss nicht groß Savegames kopieren und laden, man kann einfach seine Switch in das dort evtl vorhandene Dock ballern.

Meistens bin ich im TV-Mode unterwegs, aber grade gestern zB schauten wir Ländermatch und saßen zu dritt nebeneinander und spielten im lokalen Modus MH Rise…im Tabletop- und Handheld-Modus. :)

Meine Switch ist Day 1, genauso wie meine Joy-Cons (wobei ich auch schon andere + Pro-Cons hab). Den Sinn hinter der OLED sehe ich nicht, da meine noch fit ist, also hab ich keinen Kauf geplant. Ausschließen möchte ich sie in Zukunft trotzdem nicht. ;)

Denios
vor 2 Monaten | 1
Ich liebe das Hybridkonzept und halte es von allen schrägen Einfällen Nintendos tatsächlich für den besten. Habe meine day-one-Switch quasi immer und überall dabei und mir geht noch lange nicht das Zockfutter aus. Ein Modell mit ner besseren Akkulaufzeit wäre irgendwann Mal nice (meine hält durchschnittlich 1,5 bis maximal 2h aus), aber ich warte noch ein bisschen ab, vielleicht kriegen wir ja nächstes Jahr doch noch eine Pro-Version.