Teamplay Spezial: Meinungen zur E3 2021

Von Die Redaktion am 20. Juni 2021

Unsere Highlights der E3 2021

Die Corona-Edition der E3 2021 ist vorbei. Auch in Ermangelung einer eigentlichen Messeausstellung gab es wieder viele Spieleankündigungen und natürlich Trailer über Trailer. Was hat uns besonders gefallen? Auf welche Spiele freuen wir uns am meisten? Diese Fragen möchten wir euch mit diesem Teamplay Spezial beantworten!

Jerry: Als Ganzes betrachtet fand ich die E3 dieses Jahr verhältnismäßig lahm. Das lag vor allem an einem Mangel an Überraschungen beziehungsweise Neuankündigungen. Was Microsoft zu zeigen hatte, war aller Ehren wert, aber weitestgehend Titel, die bereits vom Vorjahr bekannt waren und erst 2022 erscheinen, außerdem hätte ich gerne sehr viel mehr als einen Teaser-Trailer von Starfield gesehen. Nintendo bewegt sich derweil weiter im Verwaltungsmodus, ganz nach dem Motto "Maximaler Gewinn bei minimalem Aufwand", während Sony sich auf der E3 gar nicht erst blicken ließ.

Ein paar Highlights gab es aber natürlich trotzdem: Ich find's super, dass A Plague Tale einen Nachfolger bekommt und dass Game-Pass-Abonnenten gleich am ersten Tag in den Genuss des Spiels kommen werden. Rennspiele zocke ich selten, muss aber anerkennen, dass Forza Horizon 5 fantastisch aussieht. Ubisofts Rocksmith+ geht kaum als Spiel durch, könnte aber dafür sorgen, dass ich meine Gitarre wieder entstaube und das Ding tatsächlich zu spielen lerne. Der vor Sarkasmus triefende Trailer zu The Outer Worlds 2 war eigentlich völlig nichtssagend und überflüssig, konnte mich aber zum Lachen bringen und Marvel's Guardians of the Galaxy scheint den Humor der Filme gut aufzugreifen. Und zu guter Letzt möchte ich noch Lost in Random erwähnen, das mich stilistisch einfach voll anspricht, zumal mich die fantasievollen, abgedrehten Geschichten der Jungs und Mädels von Zoink Games bisher immer gut unterhalten konnten.

Andy: Der E3-Hype ist dieses Jahr irgendwie an mir vorübergegangen. Die Messe verlor in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung, und nicht zuletzt weil sie 2020 komplett ausfiel, ist mir dieses Jahr erst ein paar Tage vorher bewusst geworden: "Ach ja, bald ist ja E3". So ging es wohl auch den meisten Publishern, die wenig Motivation erkennen ließen, in diesem Jahr eine große Präsentation vorzubereiten. Während Take 2 mit dem wohl schlechtesten E3-Auftritt aller Zeiten seinen Aktienkurs um fast 12 Euro pro Papier nach unten drückte, bewarb sich Capcom um den Titel "schlechteste Präsentation, bei der auch Videospiele gezeigt wurden".

Enttäuschend war die E3 für mich vor allem deshalb, weil einige interessante Gerüchte widerlegt wurden. Eine Switch Pro wird es genausowenig geben wie ein neues Donkey Kong, und Ubisoft+ wird nicht auf Konsolen oder gar in den Game Pass kommen. Grand Theft Auto VI und Monster Hunter World 2 befinden sich zwar vermutlich in Entwicklung, aber auf der E3 war nichts von diesen oder ähnlich wichtigen Titeln zu sehen. Microsoft erzählt uns Jahr um Jahr, dass sie über 20 talentierte Studios in die Xbox-Familie integriert haben und dass uns die große Spieleflut jetzt unmittelbar bevorsteht - gefühlt seit 2015.

Aber kommen wir zu dem, was auch tatsächlich gezeigt wurde: Microsoft bringt 2020 ein paar "ganz nette" Spiele in den Game Pass. Psychonauts 2, Forza Horizon 5, Microsoft Flight Simulator, 12 Minutes oder Halo Infinite dürften mir vermutlich keine Lobeshymnen abringen, aber ansehen werde ich sie mir auf jeden Fall. Auch Ubisoft wird seinem schlechten Ruf meiner Meinung nach nicht ganz gerecht - für Far Cry 6 und Rider's Republic hätte ich gerne ein Ubisoft+-Abo abgeschlossen; so warte ich halt, bis ich 2025 die Gold-Editionen in einem Sale abgreifen kann. Nintendo präsentierte uns derweil einige Titel, die meiner Meinung nach nur von ihren Markennamen getragen werden und wohl niemanden interessieren würden, wenn sie von einem unbekannten Indie-Entwickler kämen.

Michi: Mein Highlight kommt von einer Show, die gar nicht zur E3 dazugehört. Auf dem Summer Game Fest wurde mit Elden Ring das für mich größte Highlight diesen Sommers präsentiert. Die Dark Souls-Formel scheint in diesem potenziellen Meisterwerk bis zur Vollendung gedacht geworden sein und ein heißer Anwärter auf den Titel Spiel des Jahres 2022 ist bereits unterwegs.

Von den gezeigten Spielen innerhalb der E3 war es dann tatsächlich Metroid Dread, was mir am besten gefallen hat. Samus sah selten so agil aus und das Spieldesign macht Lust auf mehr. Auch erfreulich: Der Titel erscheint schon im Oktober.

Sonst hat mir die Messe leider nicht so zugesagt, viele Publisher wie Ubisoft oder Square Enix haben eine katastrophale Vorstellung abgeliefert - Sony hielt es mal wieder nicht für notwendig überhaupt zu erscheinen.

Kamil: Die Nachwirkungen der Covid-Pandemie setzen sich leider auch in der Videospielbranche weiter fort. Oder liegt es gar nicht an der Pandemie, sondern schlichtweg daran, dass die wichtigste Videospielmesse der Welt ihren Zauber endgültig verloren hat? Während die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte liegt, empfand ich die Messe in diesem Jahr ehrlich gesagt fast schon belanglos und sehr arm an echten Highlights. Für mich persönlich hat sich kein Hersteller bzw. Publisher übermäßig gut geschlagen und richtig abgeliefert. Unter dem Strich hatte wohl Microsoft zumindest die beste Show, wenn auch die meisten der für mich interessanten Titel noch in weiter Ferne liegen. 

Am meisten gefreut haben mich jedoch zwei Neuankündigungen von Nintendo: Die Metroid-Reihe bekommt mit Metroid Dread endlich den langersehnten Abschluss der 2D-Reihe. Zum anderen freue ich mich tatsächlich sehr über Mario Party Superstars, auch wenn es nur ein Best-Of der Reihe ist. Dennoch habe ich gerade die N64-Ableger wirklich gemocht und freue mich auf das klassische Spielprinzip ohne unnötige „Verschlimmbesserungen“ aktueller Teile. Von Zelda: Breath of the Wild 2 hätte ich indes verdammt gerne noch viel mehr gesehen, aber dieser Tage muss man wohl dankbar darüber sein, wenigstens ein bisschen neues Material spendiert bekommen zu haben.

Deniz: Ja, die E3 wird zunehmend uninteressanter und meiner Meinung nach auch unwichtiger. Jeder Publisher hat inzwischen sein eigenes „Nintendo Direct“-Format und ist einfach nicht mehr auf dieses antiquierte Event angewiesen. Trotzdem hofft man als Zocker natürlich, im Minutentakt aus den Socken gehauen zu werden, aber so wirklich oft ist das bei mir dieses Jahr nicht passiert. Ich habe mir keine der Shows live angesehen und nur Square Enix und Nintendo schnell durchgespult, bei allem anderen ist es maximal bis zum Durchlesen einer Zusammenfassung gekommen. Und um es kurz zu machen: Der Dragon-Quest-Livestream vor einem Monat war deutlich interessanter für mich als das, was hier insgesamt für die E3 präpariert wurde. Einzig Nintendo konnte mich zumindest mit Metroid Dread wirklich begeistern. Auch wenn ich mit dem Metroidvania-Genre an sich eigentlich gar nicht so viel anfangen kann, werden 2D-Metroids immer einen besonderen Platz in meinem ansonsten mit JRPGs gefüllten Herzen haben. A propos JRPGs: Wir haben endlich Gameplay von Shin Megami Tensei V gesehen – und es sieht echt cool aus, auch wenn ich mit der Reihe noch nicht so warm geworden bin.

Insgesamt also keine besonders krasse E3, was angesichts meines unüberwindbaren Pile of Shame aber gar kein so großes Problem für mich persönlich ist. Ich hab mehr als genug, worauf ich mich freuen kann.

Nico: Für mich war die diesjährige Messe seit langer Zeit mal wieder eine E3, die ich aus zeitlichen Gründen nicht intensivst mitverfolgte. Die wichtigsten Präsentationen habe ich natürlich trotzdem gesehen und kann mich da dem allgemeinen Konsens anschließen, dass lediglich Microsoft und Nintendo gute Shows ablieferten. Der größte Gewinner der E3 ist für mich dabei ganz klar der Xbox Game Pass, der mit seinen Day One Releases zahlreicher Titel immer vielfältiger und qualitativ hochwertiger wird. Ich bin also sehr froh, mein Abo kürzlich um einige Jahre verlängert zu haben. 

Davon ab freue ich mich auf Far Cry 6 und Mario + Rabbids: Sparks of Hope von Ubisoft, deren beider Vorgänger ich gerne gespielt habe. Vor allem das Crossover zwischen den Hasen und dem Klempner war wohl eines der kreativsten Ubisoft-Spiele der letzten Jahre. Und während Forza Horizon 5 phänomenal gut aussah und die Ankündigung von The Outer Worlds 2 wirklich überraschte (der Vorgänger konnte mich überzeugen), gab es den meisten Hype natürlich beim neuen Trailer zum Nachfolger von Breath of the Wild. Da kann ich mir immerhin jetzt schon sicher sein, dass es ein herausragendes Spiel wird. So bleibt für mich der größte Wermutstropfen, dass Hollow Knight Silksong nicht gezeigt wurde. Am dieser Stelle also noch einen Glückwunsch an Michi, der ja endlich neue Infos zu Elden Ring bekam. 

Und ihr, liebe Leser? Was waren eure Highlights der E3?

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2 Kommentare:


Asinned
vor 1 Monat | 1
Bester Trailer: Elden Ring
Beste E3 Show: Microsoft (gab auch niemand der versucht hat groß ne Konkurrenz zu sein)
Größte Überraschung: Hm . . . naja Forza Horizon?

Reden wir nicht lange drum herum, diese magic Moments wie sie es damals gab und das Internet Tage lang dominieren gibt es nicht mehr zumindest nicht auf der E3. Und das nimmt sen Event den Zauber. Dieses one more thing was früher so celebriert wurde wird jetzt zur Pflichtzugabe bei denen man dann im Schnitt 1 aus 3 Games zeigt was die Fans erwarten. Und so hat man sich auch dieses Jahr öfters die Frage „Wo war Spiel X?“ als „Wow was ist das?“ gestellt. Dieser Trend ist jedoch nicht auf Corona zurückzuführen sondern wird jediglich davon beschleunigt. Mit dem richtigen Material bekommen es die Marketingabteilungen auch heutzutage ganze ohne millionen teure Presseshows hin im „Trending“ Bereich zu liegen. Da wäre die E3 ja maximal ein Risiko von einer anderen Ankündigung überschattet zu werden.

Macht alles Sinn und ist auch als Fan irgendwie angenehmer Ankündigungen übers Jahr verteilt zu bekommen, als aich in einer Woche blenden zu lassen. Trotzdem, ich trauere meinem persönlichen Weinachten nach, als ich die Nächte durchgemacht habe um dann mit großen Augen die mega voolen Rendertrailer zu sehen von Spielen die dann 3 Jahre später erschienen sind.

Buttergebäck
vor 1 Monat | 1
Ich gelange immer mehr zu der Ansicht, dass es eigentlich grundsätzlich schlecht ist, Erwartungshaltungen aufzubauen. Man sieht ja, dass da viel mehr Enttäuschung dabei rauskommt als Freude. Gerade die Zeit, in der Nintendo lange keinen großen Directs gebracht hat, hat mir klargemacht, dass ich die Directs eben auch nicht vermisse. Beim letzten Paper Mario hat man überdies gesehen, wie sehr Spiele auch davon profitieren können, komplett aus dem Blauen heraus angekündigt zu werden.