Preview: Dragon Quest VII: Fragmente der Vergangenheit

Von Deniz Üresin am 31. August 2016

„Wenn diese Fragmente vereint werden, öffnet sich ein Portal in die Welt von Dragon Quest VII: Fragmente der Vergangenheit!“

Wer das eine oder andere japanische Rollenspiel gespielt hat, dem fallen schnell Muster auf, die sich mehr oder weniger durch das gesamte Genre ziehen. Im Gegensatz zu den meisten westlichen Vertretern sind die Spiele oft sehr linear und darauf fokussiert, eine spannende Geschichte zu erzählen und das Wachstum der Protagonisten an ihren Aufgaben darzustellen. Das Gameplay setzt häufig auf Erkundung der Städte und Dungeons der Spielwelt und (nicht selten rundenbasierte) Kämpfe gegen Monster oder andere Widersacher. Als Begründer dieses Genres wird oft Dragon Quest angesehen, welches 1986 für das Famicom in Japan erschien und dort einen landesweiten Hype auslöste. Inzwischen gibt es zehn Iterationen der Hauptreihe und diverse Spin-Offs und auch wenn sich Dragon Quest in Japan größter Beliebtheit erfreut, müssen westliche Fans noch immer bei jedem Spiel erneut bangen, denn nicht immer gibt Publisher Square Enix das Okay für eine aufwändige Lokalisation.

Mit ein klein wenig Verspätung, also 16 Jahre nach Release des Originals in Japan, können sich Dragon-Quest-Fans hierzulande aber auf ein Remake des siebten Teils der Traditionsreihe freuen, welcher am 16. September für Nintendo 3DS erscheint. Wir haben das Spiel für euch schon ein wenig angespielt.

Das kann doch nicht alles sein?

Unser Abenteuer beginnt im verschlafenen Dorf Buttsbüttel auf der Insel Estard. Zusammen mit dem abenteuerlustigen Prinzen Gismar und der zickigen Tochter des Bürgermeisters Maribel versuchen wir zu widerlegen, was uns alle Erwachsenen immer wieder eintrichtern: dass es auf der ganzen Welt nur diese eine Insel gibt und wir alleine auf dem Planeten sind. Nach einem Abstecher in die verbotenen Ruinen machen wir eine wundersame Entdeckung – in den Ruinen existiert ein magisches Portal! Natürlich schreitet Gismar erwartungsvoll hindurch und Maribel und wir folgen ... und finden uns auf einer fremden Insel wieder!  Schnell stellt sich heraus, dass wir in die Vergangenheit gereist sind, als diese Insel noch existiert hat. Können wir es schaffen, ihr Schicksal zu ändern, sodass sie in der Gegenwart auftaucht?  Gibt es noch mehr von diesen verschollenen Inseln? Und allem voran: Wer oder was hat das angerichtet? Ein spannendes Abenteuer durch Raum und Zeit scheint uns bevorzustehen…

Klassisches Gameplay

Wer Dragon Quest kennt, der weiß so ziemlich genau, was auf ihn zukommt, denn das Gameplay hat sich in all den Jahren kaum verändert. Man reist mit seiner Party von Stadt zu Stadt, redet mit den Leuten, lernt ihre Probleme kennen, geht in einen Dungeon und kämpft sich dort bis zum Bossgegner durch. Mit laufendem Spielfortschritt werden immer mehr Tafelfragmente entdeckt, die Zugang zu verschiedenen Orten in der Vergangenheit freischalten. Per Zeitreise begibt man sich dann zu den meist von Monstern oder anderen Gemeinheiten heimgesuchten Inseln und Städten. Damit diese in der Gegenwart erscheinen, müssen sie in der Vergangenheit erst einmal gerettet werden. Der fiese Dämonenkönig, der hinter all dem Leid zu stecken scheint, hat sich viele miese Tricks ausgedacht, um die Menschen zu terrorisieren. Nicht selten involviert die Rettung einer Insel das Absolvieren eines mit Monstern, Fallen und Rätseln gespickten Dungeons. Die Monster bewegen sich sichtbar auf der Welt, was eine Neuerung gegenüber dem Original ist, da es so nicht mehr zu Zufallskämpfen kommt. Die Kämpfe finden rundenbasiert statt, man gibt jedem seiner Teammitglieder einen Befehl und wartet dann den Schlagabtausch ab. Die Menüs sind sehr schlicht gehalten, erfüllen aber ihren Zweck. Der Übersichtlichkeit halber sind die Fähigkeiten und Zaubersprüche der Partymitglieder in die Bereiche „Offensiv“, „Defensiv“ und „Andere“ eingeteilt, da mit steigendem Fortschritt auch die Anzahl der verwendbaren Zaubersprüche in die Höhe schnellt. Im Kampf gewonnenes Geld lässt sich dann in den Städten für Items, Waffen und Rüstungen ausgeben, um besser gegen die nächsten Herausforderungen gewappnet zu sein.

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Facelifting

Dragon Quest VII: Fragmente der Vergangenheit wurde technisch generalüberholt. Die Sprites wurden durch 3D-Modelle nach dem Artstyle von Dragon-Ball-Erfinder Akira Toriyama ersetzt und auch die Musik von Koichi Sugiyama wurde neu aufgelegt. Eine Sprachausgabe gibt es nicht, aber die aufwändige Lokalisation beinhaltet auch deutsche Texte. Ein Markenzeichen der neueren Teile der Serie ist, dass in verschiedenen Teilen der Welt in einem Dragon-Quest-Spiel verschiedene Akzente gesprochen werden, was auch hier umgesetzt wurde. Außerdem hat man den von vielen Spielern als extrem zäh empfundenen Einstieg ins Spiel ein wenig verkürzt. Die Szenen wurden jedoch nicht herausgeschnitten, sondern sind im Remake einfach nur optional und nicht für den Spielfortschritt notwendig. Lediglich einige Rätsel und Puzzles in den Einstiegsstunden wurden ersatzlos gestrichen.  Um dem Spieler die Suche nach den wichtigen Tafelfragmenten zu vereinfachen, wurde der Fragmentdetektor erfunden, der anfängt zu leuchten, wenn man in die Nähe eines Fragments gelangt. Der Touchscreen dient als Karte, kann aber nicht zur Eingabe verwendet werden.

Ob sich das Warten gelohnt hat und wie sich Dragon Quest VII gegen seine Fülle an RPG-Konkurrenten auf dem Nintendo 3DS behauptet, erfahrt ihr am 13. September in unserem NplusX-Test.

Das Spiel erscheint am 16. September und kann hier vorbestellt werden.

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1 Kommentare:


NaIzE
vor 4 Jahren | 0
Ich weiß noch immer nicht, ob mir die Spielreihe gefallen würde. Habe noch nie einen Teil gespielt. Irgendwie traue ich mich nicht, da mal nen Versuch zu wagen.