Sony nimmt Cyberpunk 2077 aus dem PSN-Store

Von Andreas Held am 18. Dezember 2020

Sony hat Cyberpunk 2077 aus dem PSN-Store entfernt. Außerdem will der Konsolenhersteller sämtlichen Käufern, die dies Wünschen, den vollen Kaufbetrag erstatten.

Obwohl Sony diesen Schritt nicht offiziell begründet hat ist davon auszugehen, dass er in Absprache mit CD Projekt Red getroffen wurde. Der Publisher hat sich vor einigen Tagen bereits offiziell für die Fehlerhaftigkeit des Titels und vor allem für dessen Performance auf PS4- und Xbox-One-Konsolen entschuldigt. Käufer dieser Versionen sollten sowohl für physische als auch für digitale Käufe eine Rückerstattung erhalten können. Sony wusste jedoch offenbar nichts von dieser Regelung und hat eine Rücknahme des Titels zunächst kategorisch abgelehnt, und auch bei Microsoft hatten viele Spieler keinen Erfolg mit ihrer Reklamation.

Zumindest bei Sony scheint sich nun etwas zu tun, denn der Publisher hat auf Twitter ein offizielles Statement veröffentlicht, laut dem Rückzahlungen nun möglich seien. Userberichten zufolge soll jedoch auch dieser Link nicht funktionieren - stattdessen landen verärgerte Kunden lediglich in einem Chatraum mit einem Bot, der die Rückerstattung automatisch ablehnt. Laut Sony handelt es sich dabei um ein technisches Problem, das noch behoben werden soll. Außerdem wurde der Titel aus dem PlayStation-Store entfernt.

Der Launch von Cyberpunk 2077 hat CD Projekt Red in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht. Der Aktienkurs des Unternehmens ist in 11 Tagen von über 98 auf 61 Euro gefallen und befindet sich, wohl aufgrund der aktuellen Meldung von Sony, derzeit im freien Fall. Auf der einen Seite hat sich der Titel zwar so gut verkauft, dass die Entwicklungs- und Marketingkosten bereits am Releasetag wieder eingenommen werden konnten - auf der anderen Seite hat das Studio jedoch sehr viel Vertrauen verspielt, das es sich unter anderem mit The Witcher 3 erarbeitet hat. Cyberpunk 2077 soll irgendwann einen Multiplayer-Modus mit Mikrotransaktionen erhalten - die Umsatzprognosen für diese Erweiterung muss CD Projekt Red nun vermutlich drastisch zurückschrauben.

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12 Kommentare:


Buttergebäck
vor 3 Monaten | 1
Ganz allgemein: Es scheint mir immer unattraktiver zu werden, sich AAA-Titel im Launch-Zeitraum zu kaufen. Man hört so oft von allen möglichen frühen Patches, bis hin zu wesentlichen Gameplay- und Interface-Verbesserungen, die erst nach und nach implementiert werden, wie z.B. bei Anno 1800. Mal ganz abgesehen davon, dass man ein oder zwei Jahre später häufig die Gold-Version mit allen DLCs und Pipapo für den selben Preis bekommt, den man bei Release für das Grundspiel zahlen musste.

Nicht falsch verstehen, ich finde es toll dass sich um die Spiele auch nach ihrem Erscheinen noch gekümmert wird. Aber irgendwie sind auf diese Weise gerade die Hardcore-Fans, die es sich unbedingt zum Release schon holen wollen, die Gelackmeierten.

Terry
vor 3 Monaten | 1
Gab es schonmal jemals SO ein Szenario. Also in dieser krassen Form? Ich werd mir das Spiel auf jedenfall frühestens dann ansehen, wenn es eine technisch einwandfreie Next-Gen-Fassung gibt.

michi1894
vor 3 Monaten | 0
Es ist absolut schade, dass die Entwickler ein so unfertiges Produkt auf den Markt gebracht haben. Das Spiel ist im Grunde so genial, da hätten auch Besitzer der älteren Konsolen-Generation ein besseres Ergebnis verdient. Ich wünsche es allen beteiligten, sonst wird sich der Ruf schnell ins negative wandeln.

nibez
vor 3 Monaten | 3
Das Spiel wurde für PCs entwickelt und läuft auf diesen auch problemlos. Natürlich gibt es, wie in jedem AAA-Titel zum Launch, Bugs. Diese werden halt noch rausgepatcht und gut.
Natürlich ist die Performance auf den alten Konsolen wirklich scheiße, aber zumindest mein Vertrauen haben die Entwickler noch nicht verspielt. Und warum sie für den irgendwann erscheinenden Multiplayer mit kosmetischen Microtransactions mit weniger Umsatz rechnen müssen, erschließt sich mir auch nicht. Bis dahin ist der Launch, wahrscheinlich auch durch zwischenzeitliche DLCs, ohnehin vergessen.

Vyse
vor 3 Monaten | 4
Die PC-Version hat auf Metacritic einen User Score von 7.1 und auf Steam "Mostly Positive". Ist jetzt weit von einer Katastrophe entfernt, aber auch weit von den Zahlen die The Witcher 3 eingefahren hat. Also sind offenbar auch viele PC-Spieler enttäuscht.

Viele PS4- und Xbox-One-User die jetzt nach reichlichem Ärger eine Rückerstattung erhalten werden sich das Spiel wahrscheinlich nicht erneut kaufen und fallen als potentielle Kunden für den Multiplayer-Modus weg, genauso wie diejenigen die einfach nur enttäuscht oder von der negativen PR abgeschreckt sind. Gerade die Bereitschaft, für kosmetische Items Geld zu zahlen, hängt stark vom Image des Entwicklers ab.

Ist wie bei No Man's Sky. Da wurde auch mit Patches massiv nachgebessert, aber für einen Mainstream-Erfolg hat es trotzdem nicht mehr gerreicht. Zumal die meisten Leute von den Patches auch gar nichts mehr mitbekommen haben.
nibez
vor 3 Monaten | 3
Ja, man braucht schon einen guten PC für das Spiel^^' Ist natürlich keine Entschuldigung für die Performance auf den alten Konsolen, aber wie gesagt, das wird aller Voraussicht nach noch verbessert.
Bleibt natürlich abzuwarten, wie viele bei dem Erscheinen der Next-Gen-Version noch zuschlagen. Ich wage mal die Prognose, dass das nicht allzu wenige sein werden. Und anders als No Man's Sky ist Cyberpunk ja jetzt schon ein Mainstream-Erfolg.

Ich werde mir das Spiel jedenfalls nächstes Jahr zusammen mit einer Series X holen, dann sollte sich das mit den Bugs, wie bei Witcher 3 (das anfangs auch Performance-Probleme hatte, wenn auch bei weitem nicht in diesem Ausmaß), auch erledigt haben.


Ozymandias
vor 3 Monaten | 1
Ich werde definitiv auf die Next-Gen Version warten, bis dahin dürfte es auch noch deutlich billiger geworden sein.

Tobsen
vor 3 Monaten | 2
Mein Vertrauen ist weg. Überlege noch, ob ich CDPR für immer boykottieren werde.

SantiagoWinehouse
vor 3 Monaten | 1
Es bleibt dennoch ein Rätsel, wie es soweit kommen konnte. Jemand muss ja entschieden haben: "Ja, bringen wir das Spiel raus, obwohl es unfertig ist!".

Vyse
vor 3 Monaten | 0
Ja... und dieser "jemand" sind die Investoren, denen das Spiel scheißegal ist und die einfach nur zum Jahresende ihre Dividenden sehen wollen.
Asinned
vor 3 Monaten | 1
Also den Investoren würde ich hier weniger Schuld geben. Erstmal wäre ohn sie ein Spiel dieser Größenordnung nicht möglich gewesen und zum anderen haben die Executives hinter dem Spiel sich ja auch mal extrem verschätzt was den Zeitplan angeht. Die Erwartungshaltung hat man immerhin selbst aufgebaut.


Asinned
vor 3 Monaten | 1
Bin auf meiner PS5 mega happy mit dem Game. Die tolle Story und Charaktere schlagen die Bugs, denen ich ausgesetzt war um Längen. Im Moment wird die ganze Geschichte eh ziemlich hochgekocht und klar da gibt es eben auch Review Bombing. In einem halben Jahr interessiert das aber keinen mehr und dann kann man sich dann auch mal drüber unterhalten was den Titel so besonders macht.