Test: Bright Memory

Von Michael Prammer am 29. November 2020

Die Xbox Series hat außer dem Gamepass keine Spiele zum Launch zu bieten? Fast! Bright Memory ist ein interessanter Titel, nur leider ein verdammt kurzer.

Zunächst einmal sollte man festhalten, dass es sich bei Bright Memory keinesfalls um einen Vollpreistitel handelt, was auch der Beiname „Episode 1“ schon vermuten lässt. Mit Bright Memory bekommen Xbox-Freunde zum Preis von acht Euro lediglich einen Vorgeschmack auf das Spiel Bright Memory: Infinite, das im nächsten Jahr erscheinen soll. Bemerkenswert ist, dass dieser Appetit-Happen angeblich von gerade einmal einer Person entwickelt wurde. Schaut man sich das Spiel in bewegten Bildern an, kann sich das Werk durchaus sehen lassen und lässt auf ein tolles Gesamtwerk hoffen.

Kurz und knackig

Eine Story gibt es so gut wie keine, vielmehr werden wir mit unserer Protagonistin durch eine Dimension befördert und befinden uns urplötzlich mitten im Kampfgetümmel. Mit spärlichen Bildschirminformationen wird uns die Spielmechanik etwas näher gebracht, aber einen wirklichen Durchblick haben wir zu Beginn nicht. So hat unsere Heldin ein paar Schusswaffen und ein Katana und muss sich mit dem zur Verfügung gestellten Waffenarsenal gegen Monster, Zombies, Wölfe und andere Wesen zur Wehr setzen. Als Spieler schlüpfen wir also in die Rolle der Spezialagentin Shelia und metzeln aus der Egoperspektive los. Das gelingt auch ganz gut, da wir schon recht schnell einige interessante Tricks aus dem Hut zaubern. Das Schwert hat ein paar nette Schläge auf Lager und bereits nach wenigen Spielminuten bekommen wir neue Fähigkeiten spendiert, die wir sogleich an den Widersachern ausprobieren dürfen.

Unterschiedliche Pistolen und Gewehre helfen ebenfalls ganz gut, um sich gegen die teils lästigen Horden behaupten zu können. Solche Waffen sind auch nötig, denn Bright Memory ist keinesfalls ein einfaches Spiel. Der Titel verlangt dem Spieler allerhand ab und führt trotz Autoregeneration zu vielen Bildschirmtoden. Die Spielmechanik ist dabei jedoch keineswegs unfair und mit ein wenig Übung recht gut zu meistern. Insgesamt geht das Spielgeschehen flott von der Hand, die Aktionen laufen flüssig und das Beseitigen der Gegner entpuppt sich schon relativ bald als großer Spaß. Als Handlungsort werden wir zwar auf einer Insel abgesetzt, welche mit üppiger Flora und Fauna bestückt zu sein schein, allzu viel dieser Naturpracht bekommen wir jedoch nicht zu sehen, denn wir landen schon bald in einem Höhlensystem, in dem das Spiel sein Ende findet. Schade ist, dass dies bereits nach nur etwa einer Stunde bis maximal 90 Minuten stattfindet. Zwar ist der Titel preislich mit unter 10 Euro günstig angesiedelt und in Anbetracht der gebotenen Leistung sollte man auch nicht mehr erwarten, der Spaß ist dann allerdings doch eine Spur zu schnell vorbei.

Bright Memory sieht richtig gut aus. Dazu lassen sich ein paar Einstellungen an der Konsole vornehmen, um das bestmögliche Ergebnis für das individuelle Spielerlebnis herauszukitzeln. Was das "Ein-Mann-Team" auf den Bildschirm bringt, ist durchaus beachtlich. Die Lichteffekte sehen schick aus, das Wasser spiegelt und reflektiert in all seinen Facetten, allgemein wissen die Umgebungen zu gefallen. Zwar wirken die unterschiedlichen Gegnertypen grafisch gesehen etwas monoton und einfach gestrickt, doch das macht die Landschaft locker wett. Allerdings läuft die Performance noch nicht komplett rund. An manchen Ecken hakt und ruckelt der Ego-Shooter. Störend sind die kleineren Fehler nur selten, man merkt dem Spiel allerdings den „Demo-Status“ an. Wir hoffen, dass diese Schnitzer bei der Vollversion ausgebügelt sein werden.

Fazit:

Bright Memory könnte als „Vollversion“ ein richtig starker Titel werden. Die Grundmechaniken stimmen, das Gameplay fühlt sich rasant und gleichzeitig abwechslungsreich an und die knappe Stunde Spielzeit steckt voller Überraschungen. Auch technisch weiß das Spiel abgesehen von der Framerate zu überzeugen und deutet an, was die neue Generation im Stande ist zu leisten. Jetzt muss all das nur noch zu Ende gedacht werden. Die hier getestete Version ist einfach viel zu kurz und daher fällt es uns auch schwer, eine klare Kaufempfehlung auszusprechen. Der Ansatz ist zwar mehr als ordentlich, aber einer Stunde Spielzeit für knapp acht Euro sollten wohl überlegt sein. Ungeduldige Zeitgenossen dürfen ruhig einen Blick riskieren. Alle anderen warten dagegen besser auf das Gesamtpaket.

Von uns getestet: Xbox-Series-S-Version

Wertung:

7.0

Michael Prammer meint:

"Bright Memory ist im Grunde eine überragende Demo - nicht mehr und nicht weniger."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Mangelhaft
Technik: Gut

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