Test: Super Mario 3D All-Stars

Nutzer-Story von Matthew am 16. Oktober 2020

Konsole: Nintendo Switch

Release: 18.09.2020

Abschlussdatum: 15.10.2020

Spielzeit: ca. 55 Stunden

Spieleinhalt

Ich habe alle drei Spiele komplett durch:
- Super Mario 64 mit 120 Sternen
- Super Mario Sunshine mit 120 Insignien
- Super Mario Galaxy mit 242 Sternen

Spieleranzahl

Super Mario 64 und Super Mario Sunshine lassen sich nur alleine durchspielen.
In Super Mario Galaxy kann euch ein zweiter Spieler mit einem Pointer begleiten, um Gegner zu lähmen und Sternenteile einzusammeln.

Story

Super Mario 64 - Mario erhielt eine Einladung von Prinzessin Peach zum Kuchen essen, doch als er ankam wurde Peach bereits von Bowser entführt. Er stahl sämtliche Sterne aus dem Schloss, die ihr zurück erobern, Bowser aufhalten und Peach retten müsst!

Super Mario Sunshine - Mario wollte an sich nur mit Prinzessin Peach und eine Hand voll Toads Urlaub auf der Insel Delfino machen, doch ein mysteriöser, böser Mario beschmutzt die Insel. Kurz nach ihrer Ankunft wird Mario fest genommen und beauftragt mit seinem neuem Helfer Dreckweg 08/17 die Insel zu reinigen.

Super Mario Galaxy - Alle 100 Jahre findet das Sternenfest statt und während Mario sich gerade auf dem Weg ins Schloss befindet, greift Bowser in eine Großoffensive an. Dabei entführt er das komplette Schloss und zieht sich mit seiner Flotte ins All zurück. Gerade so kann Mario sich noch an das Schloss klammern, doch mitten im All stoßt euch Kamek in die Leere. Von einem Luma geweckt findet ihr euch auf einem kleinem Planeten wieder. Euer Abenteuer durch die Galaxien beginnt!

Review

Super Mario 3D All-Stars bringt euch drei Mario-Spiele aus drei verschiedenen Nintendo-Generationen: Nintendo 64 (Super Mario 64), Nintendo Game Cube (Super Mario Sunshine) und Nintendo Wii (Super Mario Galaxy) - und hier fängt meine Kritik an, denn Galaxy ist ein Zweiteiler mit "Super Mario Galaxy 2", welcher unvollständiger Weise nicht enthalten ist. Stattdessen könnt ihr jeden Soundtrack der drei Teile aufrufen und abspielen lassen.

Super Mario 64 ist der kürzeste Teil der Reihe und ist in wenigen Stunden vollständig durchgespielt. Eine richtige Geschichte braucht ihr nicht zu erwarten, denn es wird mit einem Intro eingeleitet und hört mit einem passendem Outro auf. Dazwischen befindet ihr euch in Peachs Schloss und arbeitet euch von Welt zu Welt vor. Die Welten werden meist über Gemälde betreten, die alle sieben Aufgaben für euch bereit halten. Dabei ist eine Aufgabe immer fest 100 Münzen zu sammeln, die anderen sechs lassen euch mit der recht kleinen Welt interagieren. Dabei gibt nur der Titel der Aufgabe euch einen kleinen Hinweis, was ihr machen müsst.

Die Welten sind alle recht klein und dezent chaotisch aufgebaut - sie wirkten auf mich ohne Konzept. Im Vergleich zu einem Banjo-Kazooie wirken die Mario-Welten doch sehr durcheinander und willkürlich. Trotz der kleinen Welten sind diese doch groß genug zum Erkunden und vor allem bei der Jagd nach 100 Münzen lernte ich diese gut kennen. Da das Bildformat nicht erweitert wurde, sind links und rechts zwei schwarze Balken zu sehen, hat mich jedoch weniger gestört. Gestört hatte mich jedoch die hakelige Kamera, die mehr sperrig als hilfreich in manchen Situationen war. Ansonsten hat Mario in diesem Teil eine kleine Anzahl an Angriffsmuster, wie Treten oder den Hechtsprung.

An Power-Ups könnt ihr drei verschiedene Mützen frei schalten und an Sammelobjekten habt ihr verschieden wertige Münzen: Gelbe Münzen (1), rote Münzen (2) und blaue Münzen (5), wobei euch alle acht rote Münzen auch ein Stern beschert. 1-Up-Pilze sind ebenfalls überall verstreut, doch ein Spielneustart setzt sämtliche gesammelte Leben zurück auf den Standardwert.


Super Mario Sunshine verbessert die Reihe um einiges: Es bringt eine kleine Story mit und Peach wird auch nicht direkt entführt. Stattdessen müsst ihr den Inseleinwohnern helfen die verloren gegangenen Insignien der Sonnen zurück zu finden, dabei die Insel von dem überall verteilten Schleim reinigen. Dabei erhaltet ihr Hilfe von Marios neuster Errungenschaft: Dem Dreckweg 08/17, ein Wasserspritzgerät. Mario befindet sich in der Hub-Welt auf dem Plaza Delfino und könnt von dort aus zu jedem Bereich der Insel reisen. Dadurch bleibt jede Welt beim Insel Thema und ihr reist dennoch viele verschiedene Orte der Insel an - Hotel am Strand, Vergnügungspark oder ein Schiffshafen. Trotz der geringer ausfallenden Anzahl an verschiedenen Welten, hat jede Welt acht Episoden, erneut die Jagd nach 100 Münzen und zwei versteckte Insignien. Dazu lohnt sich das Erkunden der Welten um weit aus mehr, denn jede Welt beinhaltet 30 blaue Münzen, die euch beim Handel ebenfalls Insignien bringt.

Die Steuerung selbst und vor allem die Kamera funktioniert besser - nur den Long-Jump vermisste ich. Dennoch ließ sich Mario hier ebenfalls hervorragend steuern und die Wassersteuerung wurde praktisch für die Switch umgesetzt: Eine Taste für festen Wasserstrahl, mit der anderen Taste könnt ihr beim Spritzen laufen.

Mario besitzt hier keinen Angriffsmove, dafür unterstützt euch Dreckweg. Mit ihm könnt ihr Wasser spritzen oder ihr wandelt seine Form in ein Schwebe-Modus um. Dabei könnt ihr eine kurze Zeit in der Luft verweilen. Wasser ist zwar auf ein Wassertank begrenzt, könnt diesen jedoch durch Wassertränke auffüllen, die Gegner fallen lassen - oder ihr nutzt jede Wasserquelle, die ihr sonst finden könnt: Planschbecken, das Meer, Flüsse, Brunnen, etc.

An Power-Ups erhaltet ihr hier eine Turbodüsen-Variante, die euch nach kurzer Aufladezeit schnell über Land und Wasser fort bewegen lässt. Dabei könnt ihr Türen einrennen.
Eine weitere Variante ist die Raketendüse, die euch weit hoch in die Luft schießt.
Wichtig ist, dass ihr nur eine der drei Varianten haben könnt: Schwebe-, Turbo- oder Rakatendüse.

Münzen könnt ihr ebenfalls in alle drei Farben finden: Gelb, rot und blau, doch dieses Mal helfen euch nur gelbe Münzen an den 100 Münzen-Insignie zu kommen. Die roten Münzen sind eine weitere Aufgabe nur in einer Episode verfügbar und geben an sich keine Münzen hinzu. Blaue Münzen sind einzigartig und werden bei einem Tanuki auf Plaza Delfino eingetauscht. Natürlich könnt ihr wieder 1-Up-Pilze für Extraleben finden, doch auch diese setzen sich nach Neustart zurück.


Super Mario Galaxy setzt auf weniger Geschichte, bringt aber eine neue Lore rund um den hier erstmal neu eingeführten Charakter Rosalina mit - vor allem die Bibliothek zeigt mit ihrem liebevollem Bilderbuch tiefere Eindrücke in die Vorgeschichte von Rosalina.

Die Hub-Welt ist überschaubar klein, denn ihr schaltet nach und nach neue Räume auf das Raumschiff von Rosalina frei und könnt von den einzelnen Räumen verschiedene Galaxien anfliegen. Dabei hat jede Galaxy entweder einen oder drei Aufträge für euch, wobei die Galaxien weit aus linearer ausfallen, als die verschiedenen Welten aus den beiden Vorgängern - viel zum Erkunden bleibt euch nicht. Natürlich könnt ihr wieder geheime Sterne finden und zufällig erscheinende Kometen auf Galaxien bringen verschiedene Herausforderungen in einer Galaxy mit sich, z.B. müsst ihr ein Rennen gegen eure Schattenversion führen oder dürft nicht einmal getroffen werden.

In diesem Teil könnt ihr nur gelbe Münzen finden und der 100-Münzen-Stern lässt sich nur via einem besonderem Kometen erhalten. Münzen heilen euch, haben aber keinerlei Wert hier mehr. Die neue Währung wären die Sternenteile, die ihr mit dem Pointer aufsammeln könnt, der sich leicht über die Bewegungssteuerung lenken lässt. Diese Sternenteile könnt ihr verschießen, um Gegner zu betäuben oder könnt hungrige Lumas füttern, die euch Zugänge in neue Areale verschaffen. 1-Up-Pilze gibt es zu Hauf in dem Spiel zu finden, denn wertvoller sind die Maxi-Pilze, die euch eure Energieleiste von drei auf sechs erhöht.

Zu Beginn schenkt euch Rosalina einen Luma, der euch auf die Reise begleitet. Mit ihm könnt ihr einen Wirbelangriff durchführen. Ansonsgen besitzt Mario sein bekanntes Sprungset aus Super Mario 64 - leider kehrt auch die schreckliche Kameraführung zurück.

Ansonsten bringt das Spiel viele Upgrades mit sich:
- Als Boo-Mario könnt ihr schweben und durch Gitter durch.
- Als Bienen-Mario fliegt ihr eine Weile und könnt auf Wolken wandern.
- Als Regenbogen-Mario seid ihr klassisch unverwundbar
- Als Sprungfeder-Mario hüpft hoch in die Luft, seid aber unkoordinierter unterwegs
- Als Feuer-Mario könnt ihr Feuerbälle werfen
- Als Eis-Mario könnt ihr über Wasser laufen
Ich mochte die Upgrade-Pilze sehr und haben viel Spaß und Abwechslung mit gebracht.

Damals habe ich alle drei Teile gespielt und viele Jahre dazwischen gehabt. Nun konnte ich alle drei Teile in kurzen Zeitabständen spielen und muss sagen, dass die Entwicklung recht interessant war und verstehe vollkommen sämtliche Entscheidungen, die in Super Mario Odyssey getroffen wurden.

Die Münzen wurden immer wertloser  - in Super Mario 64 war es noch schön die eh zu kleinen Welten kennen zu lernen, in Super Mario Sunshine war es schon hart überhaupt an die 100 Münzen zu kommen, in Super Mario Galaxy waren sie wertlos. In Odyssey sammelte ich sie wieder gerne.

Die Extraleben hatten keinen Mehrwert, denn ich hatte grundsätzlich immer genug und nach jedem Neustart wurde eh alles zurück gesetzt. Gerade in Super Mario Galaxy waren sie zu viel, manchmal bekam ich auf einem kleinem Planeten bei genauer Erkundung drei Extraleben. Super Mario kommt in Odyssey hervorragend ohne Extraleben aus.

Die Power-Ups waren alle extrem cool, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass sie etwas zu kurz kamen. In Super Mario Sunshine waren sie gefühlt kaum relevant, in Super Mario 64 schon etwas mehr, in Galaxy konnte ich doch öfters ein Upgrade einsammeln.

Die Spiele wurden über Generationen immer linearer. Während ich auf dem N64 nur einen Satz als Hinweis bekam, musste ich das komplette Level erkunden. Dabei half mir nur mein Gedächtnis und die Erinnerungen aus meiner Kindheit. An sich war jede Episode fast das komplett selbe Level. Es gab nur sehr wenige Änderungen. Dadurch konntet ihr meist schon Sterne sammeln, die ihr gar nicht ausgewählt habt.
Super Mario Sunshine war schon linearer, denn eure Aufgabe war schon auf die Episode fokussiert, konntet jedoch das Level weiterhin frei erkunden - insofern euch die Episode dies zuließ, denn hier gab es von Episode zu Episode feine bis zu gravierende Unterschiede.
Super Mario Galaxy ist vollkommen linear und führt euch mit den Sternenkatapulte oder blauen Sternankern immer in die richtige Richtung - jede Episode schaltet gefühlt ein anderen Levelabschnitt frei. Dadurch fällt die Erkundung komplett flach.
In den drei Teilen sucht ihr, sammelt euren Stern auf und fliegt aus dem Level. Super Mario 64 hatte den Luxus, dass wenige Sterne euch nicht raus schmeißen, wie der Stern für 100 Münzen, aber dieser wird euch in Sunshine wieder genommen. Es war eine kluge Entscheidung im neusten Marioteil eine frei erkundbare Welt ohne Hubwelt einzubauen, damit ihr nicht nach jedem Mond wieder komplett raus geworfen werdet.

Die drei Spiele lohnen sich weiterhin durchzuspielen und sind schöne Ableger der 3D-Reihe und auch ohne Super Mario Galaxy 2 sind diese Spiele schön zu spielen.

Wertung:

8 / 10

Matthew meint:

"Eine unvollständige Collection, die mit wenig Neuerungen daher kommt - trotz dessen ist sie voll mit zeitlosen Klassikern!"
Spielerlebnis: Herausragend
Umfang: Gut
Technik: Gut

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