Teamplay #77: Das spielt die Redaktion

Von Die Redaktion am 04. Oktober 2020

In Teamplay verschaffen wir euch regelmäßig sonntags kurze Eindrücke darüber, was die Redakteure von NplusX gerade zocken. Hier geht es zu unserer letzten Ausgabe von Teamplay

Matthew: Ich habe in den letzten Wochen ein paar kürzere Abenteuer beendet und konnte gleich drei Titel abschließen und hier meine Nutzerstorys präsentieren.

Angefangen mit Astral Chain, was an sich kein wirklich kurzes Spiel ist, jedoch fehlten mir wenige Postgame-Missionen, die ich abschließen wollte. Nach einer längeren Pause fand ich gut zurück in die Steuerung, was an sich sehr wichtig war, denn die letzten Bonusmissionen boten harte Herausforderungen. Vor allem die letzten drei heben das Spiel auf ein noch höheres Level. Dennoch konnte ich stolz den zusätzlichen Bonusendboss besiegen. Kennt ihr diese Momente? Ihr seid gerade im Abenteuer unterwegs oder mitten in einem Bosskampf und plötzlich wechselt die Musik, wodurch richtig Gänsehaut kommt? Genau diesen Moment hatte ich wieder beim Bosskampf – einfach episch! Meine erste Nutzerstory dazu findet ihr HIER.

Ich konnte zwei physische Versionen auf Super Rare Games von World of Goo und Little Inferno ergattern. Beides sind recht kurze Spiele von den selben Entwicklern. Ich wollte mir schon länger ein Spiel von Tomorrow Coperation anschauen, denn vor allem der Artstyle und das skurrile Gameplay sprachen mich an. Gepuzzlet habe ich in beiden Spielen gerne – wenn auch auf unterschiedlicher Art und Weise. World of Goo bietet eher Puzzleabenteur auf physikalischer Ebene mit Brücken bauen und zum Ziel gelangen (Nutzerstory HIER), während Little Inferno an sich einfach nur ruhiges Verbrennen ist und dabei die Puzzlecombos durchs Verbrennen rein optional sind. Dennoch sorgten das skurrile Gameplay, interessante Kombinationen und lustige Briefe dafür, dass mir das feurige Spielzeug aus Little Inferno (Nutzerstory HIER) weitaus besser gefiel.

Michi: Ich habe The Last of Us Part 2 für mich (vorerst) abgeschlossen, obwohl ich den Titel noch nicht durchgespielt habe. Und diese Tatsache tut mir fast schon ein wenig Leid. Denn handwerklich gesehen gehört das Spiel von Naughty Dog zu den besten Spielen, die ich je auf einem System gespielt habe. Doch nach etwa 15 Stunden habe ich einfach keine Motivation mehr, das Spiel weiter zu spielen. Ich musste mich fast schon zwingen, in den letzten Spielstunden meine PS4 zu starten, um den Titel weiter zu spielen. Aber warum? Die Spielwelt ist nach wie vor klasse, die Grafik atemberaubend, die Atmosphäre sucht teilweise seinesgleichen. Aber ich kann diese Story einfach nicht mehr ertragen. Die beiden Hauptdarstellerinnen, so sympathisch ich sie zu Beginn des Spiels auch fand, gehen mir mittlerweile einfach nur noch auf die Nerven. Außerdem fühlt sich das Spiel seit einer Ewigkeit irgendwie immer gleich an: Ich durchsuche Gebäude nach Materialien, suche einen Weg zu meinem nächsten Ziel, lande in einem dunklen Gebäude und kämpfe gegen furchteinflößende Gestalten. Die Motivation fehlt mir aktuell einfach, dieses Schema weiter zu machen, deshalb lege ich erst einmal eine längere Pause ein.

Auf Nintendo Switch habe ich mir die Super Mario 3D Collection zugelegt. Als ersten Titel habe ich Super Mario 64 mit 70 Sternen beendet und das Spiel vorerst durchgespielt. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, als ich mit etwa 13 Jahren das Nintendo 64 nebst dem Super-Mario-64-Modul in meinen Händen hielt und auf einem alten Röhrenfernseher spielte. Das Spiel packt mich heute noch wie damals, wenngleich ich heute nicht mehr ganz so geschickt am Gamepad bin, was an meinem Alter liegen könnte. Spaß mach das Hüpfen wie eh und je, aber ich muss Nintendo auch etwas tadeln. Ich finde es einfach nur unverschämt, dass man keine Anpassungen vorgenommen hat (keine 16:9-Auflösung, keine Kamera-Anpassung) und die Spiele einfach nur so lieblos auf das Modul gepackt hat. Ein bisschen hätte man schon daran arbeiten dürfen, immerhin werden hier 60 Euro verlangt. Aber wie gesagt, Spaß machte Super Mario 64 schonmal und die anderen beiden Spiele werde ich mit ebenso viel Freude spielen.

Nico: Auch ich habe mich nach meinem Urlaub direkt auf Super Mario 3D All-Stars gestürzt. Obwohl der Beiname "All-Stars" wohl etwas fehl am Platze ist, denn enthalten sind lediglich die Hälfte aller 3D-Mario-Spiele (die nicht zuvor auf der Switch erschienen). Gut, Super Mario 3D World wird mit einem eigenen Release bedacht und Super Mario 3D Land ist wohl kein Titel, den irgendein Fan noch hinterhertrauern würde, aber das Fehlen von Galaxy 2 ist schon ein Dorn im Auge, zumal der Grund dafür so offensichtlich ein weiteres Abkassieren in Form des noch kommenden DLCs ist. Und so gut Super Mario 64 auch ist, in der Collection hätte es Nintendo wahrlich nicht umgebracht, wenn sie einige technische Verbesserungen auf den Klassiker angewandt hätten. Vor allem die sperrige Kamera und die niedrige Draw Distance der Objekte (abgesehen von Roten Münzen natürlich) lassen schnell den Eindruck erwecken, dass der japanische Publisher wirklich absolut kein Interesse daran hatte, hier ein dem Anlass würdiges Paket zu schnüren. Panic Nintendo is best Nintendo - und das Gegenteil stimmt auch.

Andy: Zunächst einmal muss ich an dieser Stelle eine kleine Richtigstellung posten: CrossCode hatte ich in Ausgabe #75 recht stark kritisiert, aber nachdem ich das Action-RPG nun durchgespielt habe, hat sich dieser Eindruck enorm verbessert. Mit Ausnahme des immer hektischer werdenden Kampfsystems konnte mich jeder Aspekt des Titels voll überzeugen, und vor allem an seinem günstigen Kaufpreis gemessen ist das Spiel herausragend gut.

Ansonsten habe ich in dieser Woche meine komplette Freizeit mit Genshin Impact verbracht, und der positive Eindruck aus meinem Anspielbericht hat sich eher noch weiter verbessert. Schon allein die Tatsache, dass man zum Freischalten aller Achievements insgesamt 1.200 in der Spielwelt versteckte Schatztruhen öffnen muss (und dann noch längst nicht alle gefunden hat) lässt erahnen, wie riesig dieses Spiel ist. Tatsächlich sind es aber vor allem die audiovisuelle Präsentation und die entspannte Atmosphäre, die es mir wirklich angetan haben. Zu ruhiger Klaviermusik durch eine schön gestaltete, mittelalterliche Fantasy-Welt zu reisen, das hat einfach was. Die Story ist nichts besonderes und basiert größtenteils auf Klischees, kann mich aber ebenfalls gut unterhalten. In gewisser Weise ist Genshin Impact das World of Warcraft für Einzelspieler, das ich mir immer gewünscht habe.

Allerdings könnte ich mich mittlerweile dafür prügeln, die PS4-Version anstelle der PC-Version heruntergeladen zu haben, denn erstere ist selbst auf der PS4 Pro eine technische Katastrophe. Vor allem in intensiven und gar nicht mal so einfachen Kämpfen gegen die eigentlich durchaus fair und intelligent gestalteten Bossgegner ist es enorm frustrierend, wenn die Framerate nicht mitmacht und Ruckler dafür sorgen, dass ich meine Ausweichmanöver nicht mit dem richtigen Timing platzieren kann. Auch das krasse Monetarisierungskonzept macht mir weiterhin Bauchschmerzen, denn ich habe tatsächlich schon einen Twitch-Streamer dabei beobachtet, wie er über 1.000 Dollar in die Charakter-Lotterie pumpte - und die von ihm gewünschte Figur am Ende trotzdem nicht erhalten hat. Trotzdem versuchte er mit allerlei verzweifelten Argumenten, sein Kaufverhalten vor seinen Zuschauern und letztendlich wohl auch vor sich selbst zu rechtfertigen.

Deniz: Schon seit geraumer Zeit fehlte mir nur noch eine einzige Dorf-(Singleplayer)-Quest in Monster Hunter Generations Ultimate, und es war nicht die letzte, in der man gegen die vier Obermonster aus Generations und anschließend gegen den Raketendrachen Valstrax antreten musste. Die Quest war zwar zeitlich ziemlich knapp, aber gut machbar. Eine andere 9*-Quest, „Die Geheimnisse der Welt“ empfand ich bisher jedoch als unschaffbar: In Shagaru Magalas Kampfarena „Heiligtum“ muss man hier zuerst gegen einen Rajang und einen Ferus Zinogre gleichzeitig kämpfen und dann gegen den goldenen Drachen, sobald die ersten beiden bezwungen waren. Das Fiese an der Sache: Man kann in diesem Gebiet keine Fallen stellen oder das Areal wechseln, um sich in Ruhe zu heilen. Während Rajang also Kame-Hame-Has spammte und Zinogre mit Kugelblitztorpedos um sich feuerte, rannte ich die ersten 20 Minuten der Quest einfach nur um mein Leben und hoffte, dass die beiden sich oft genug gegenseitig Schaden zufügen würden, denn ich kam fast überhaupt nicht zum Angreifen. Als Rajang endlich zusammenbrach, hatte ich bereits zwei Leben verloren und war am Ende meiner Heiltränke angekommen. Zinogre fiel glücklicherweise aber kurz darauf auch. Dann wurde es aber erst richtig spannend. Shagaru Magala erschien und tränkte die Map in seinem explosiven Virusgemisch. Ohne Heiltränke musste ich mich darauf verlassen, dass mich ab und zu meine Katzenkameraden heilen, denn aufgrund des immer näher rückenden Zeitlimits blieb mir keine Wahl, als voll in die Offensive zu gehen. Plötzlich erschien der Schriftzug „Nur noch 5 Minuten übrig“ und ich wusste: Jetzt oder nie. Entweder ging ich drauf oder er. Ich zog mein mit Eismagie versehenes Langschwert, rannte um den Drachenältesten herum, der seinen giftigen Odem spie, rammte es ihm die Seite und warf ihn damit um. Eine vollständig ausgeführte Elanangriffskette später war es dann vorbei. Die ganze Anspannung der letzten 45 Minuten verflog plötzlich. Ich habe überlebt. Ich habe gesiegt. Ich habe… jede einzelne Singleplayerquest von Monster Hunter Generations Ultimate abgeschlossen. Ich bin ein Held.

Und welche digitalen Heldentaten habt ihr in den letzten Wochen vollbracht?

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6 Kommentare:


Asinned
vor 2 Wochen | 2
FF14: Dragoon 77/Gunbreaker 76 Story ziemlich mittig in Shadowbringer(5.0). Von der Story her ist das ziemlich interessant und könnte wirklich die beste der 3 Erweiterungen sein. Insgesamt find ich das Game immer noch super, will es aber für mich auch mal vorläufig zu Ende spielen indem ich die Hauptstory soweit durch mache wie aktuell möglich und zusätzlich noch ein paar interessante Nebenquests wie das NierCrossover absolviere.

Ansonsten habe ich den 2. Ori Teil auf Switch begonnen. Technik ist das Game ein meisterhafter Port. Läuft durchweg flüssig mit 60fps und die Optik macht keine größeren Abstriche. Tolle Leistung des Entwicklerteams, dass zum Release ja Performance Probleme mit der Xbox hatte. Artstyle und Sound aind erwartungsgemäß wunderschön. Überrascht hat mich dann aber das Gameplay. Hier hat mich der Vorgänger nicht zu 100% abgeholt, aber Will of the Wisp ist eine enorme Steigerung und bietet viel mehr Fähigkeiten, Abwechslung und auch ein wenig Anpassungsmöglichkeiten. Insofern richtig toller Plattformer den ich genieße während ich mal nicht am TV zocken kann.


Matthew1990
vor 2 Wochen | 0
Ich muss mir die beiden physischen Versionen von Ori auch im Dezember gönnen! :D

Gengor
vor 2 Wochen | 1
Hatte auch Genshin Impact ausprobiert und war positiv angetan. Ansonsten war ich am Freitag erst einmal mit Star Wars Squardrons auf der PS4 (mit und ohne VR) unterwegs. Ein guter Single Player, zumindest bislang und techn. super gemachtes Raumkampf-Feeling. Hoffe es ist erfolgreich genug, dass EA einen Teil 2 bringt oder gar Add-ons bzw. eine robusteren Coop-Modus.

michi1894
vor 2 Wochen | 2
Der Beitrag von Deniz ist einfach nur köstlich :D... Ich kann mir richtig vorstellen, wie er "gelitten" hat.

Matthew1990
vor 2 Wochen | 1
Die Kritiken zu der 3D All Stars kann ich vollkommen nachvollziehen.
Außer Michi! Dir fehlen noch 50 Sterne! Das muss noch abgeschlossen werden. :P

@Deniz Erst schaffst du zu erst Thunderlord Zinogre und jetzt das!
Ich weiß nicht, ob ich dich dafür beneide oder hasse! :D
Glückwunsch für den Abschluss!!!! ^-^

Vyse
vor 2 Wochen | 2
Und der Oscar für den besten Teamplay-Beitrag geht an....