Fortnite ist nicht länger im App Store und auf Google Play erhältlich

Von Jeremiah David am 14. August 2020

Der Konsolen-Krieg war gestern. Jetzt zieht Epic gegen Apple in die Schlacht.

Etwas kuriose Nachrichten kommen zurzeit aus den USA. Dort hat Apple das Spiel Fortnite aus dem App Store entfernt. Auch im Google Play Store ist der Shooter nicht mehr erhältlich. Der Grund: Wer in Apples App Store ein Spiel oder eine andere App anbieten möchte, muss Apples hauseigene Zahlungsmethode nutzen. Das gilt auch für In-Game-Käufe. 30% aller Zahlungen gehen dadurch an Apple. Diese Restriktionen wurden von Epic Games schon häufiger als unfair bezeichnet, gestern allerdings ging der Konzern zum ersten Mal direkt dagegen vor. Mit einem Update wurde Fortnite-Spielern die Möglichkeit eingeräumt, V-Bucks (Fortnites In-Game-Währung) zu einem vergünstigten Preis direkt von Epic zu erwerben.

Gegenüber dem Magazin The Verve, erklärte Apple:

Today, Epic Games took the unfortunate step of violating the App Store guidelines that are applied equally to every developer and designed to keep the store safe for our users. As a result their Fortnite app has been removed from the store. Epic enabled a feature in its app which was not reviewed or approved by Apple, and they did so with the express intent of violating the App Store guidelines regarding in-app payments that apply to every developer who sells digital goods or services.

Zu Deutsch: Weil das Update nicht mit Apple abgesprochen war und gegen Apples Konditionen verstieß, wurde Fortnite aus dem App Store entfernt. Inzwischen ist das Spiel auch nicht mehr im Google Play Store erhältlich, denn dort gelten ähnliche Restriktionen, allerdings ist Fortnite über andere Quellen noch immer für Android verfügbar.

Wenig überraschend schien Epic genau diese Reaktion erwartet zu haben, denn nur kurze Zeit später reichte Epic eine Unterlassungsklage gegen Apples „wettbewerbsverzerrende Restriktionen“ ein. Eine einstweilige Verfügung soll Fortnite wieder in den App Store bringen. Gegenüber Kotaku erklärte Epic:

Epic has taken legal action to end Apple’s anti-competitive restrictions on mobile device marketplaces.

Auf Youtube hat Epic auch bereits ein Video veröffentlicht, in dem Epic mit dem Hashtag "FreeFortnite" Gamer wortwörtlich dazu aufruft, sich am Kampf zu beteiligen. Das Jahr 2020 soll kein Jahr „1984“ werden. Das Video ist eine Parodie eines alten Apple-Werbespots.

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12 Kommentare:


Vyse
vor 2 Monaten | 1
"App Store guidelines that (...) designed to keep the store safe for our users."

Klar, natürlich geht es Apple nur um die Sicherheit der User und in keinster Weise um den eigenen Profit. ^^

Bei Apple häuft sich das langsam, da Microsoft vor Kurzem die Project xCloud-Beta unter iOS vorzeitig wieder beendet hat. In der entsprechenden Pressemitteilung wurde ungewöhnlich scharf gegen Apple geschossen. Und auch dieser Schritt hat schon rechtliche Fragen aufgeworfen, da Apple selbst ja den Apple-Arcade-Service betreibt und nun ein potentielles Konkurrenzprodukt nicht in seinen Store lässt.

Letztendlich glaube ich aber nicht, dass die Klage Erfolg haben wird, und Epic weiß das vermutlich auch. Es geht hier nur um PR und darum, ein paar wütende 12- bis 14-jährige gegen Apple aufzubringen, um Apple etwas Marktmacht zu nehmen, damit man mehr V-Bucks auf Plattformen verkaufen kann, deren Betreiber eine geringere Marge nehmen.

Und leider ist es auch pietätlos wenn ein Konzern, der zu 40% den Chinesen (Tencent) gehört, ausgerechnet Anspielungen auf Orwell und #FreeHongKong zu PR-Zwecken benutzt...

Asinned
vor 2 Monaten | 0
Hier gehts eher um die zu hohen Gebühren(und trifft somit auch Google mit ihrem Play Store), bei Xcloud, Stadia & Co geht es wirklich um ein Apple Monopol. Da läuft glaube ich auch gerade eine EU Klage zu letzterem. Ist auch schon willkürlich. Ich darf von nem Remot Gaming PC streamen, ich darf von einer lokalel gaming machine streamen, aber wenn ich von einem remote Gaming Service streame dann kann Apple nicht mehr gewährleisten, dass ich nichts böses tue.
SuMs3MaNn
vor 2 Monaten | 0
...Apple beschützt absolut seine Kunden (vorrangig die terrorisierten Eltern) ! Nämlich vor ihrer eigenen Dämlichkeit und Unfähigkeit selbst zu begreifen, dass es absolut nicht normal oder ok“ ist, hunderte bis tausende Euro in den Wind zu blasen für Skins / oder allgemein Inhalte, die auch so im Spiel sein müssten wie es früher schließlich auch möglich war. Wer sowas unterstützt...naja Servus !! Denkt mal drüber nach ;) (solche Beträge zwischen 800-2000€ habe ich kranker Weise die letzten paar Monate häufig zu hören bekommen...man man man ...Hirn einschalten und back to roots bitte...60-70€ für ein Spiel und da ist normal alles drin und ohne ekligen Grind an jeder Ecke. Sinnvoller DLC der das vollwertige Spiel bereichert ist ja absolut ok)


Samus_Aran
vor 2 Monaten | 2
Ich finde es gut, dass hier mal ein Schwergewicht gegen Apple in die Schlacht zieht. Allerdings muss einem auch klar sein, dass wir mit Epic keinen Ritter in goldener Rüstung haben. Die machen das auch nur aus Interesse am eigenen Geldbeutel. Egal wer hier am Ende profitiert, die Kunden sind es sicher nicht.

SuMs3MaNn
vor 2 Monaten | 0
Naja vll gibts für die(Epic) ja in Ihrem In-Game Store ne goldene Rüstung für schnäppchenhafte „tausend und eine Nacht“ und mit doppelt Boost für 20 Mark extra der 5 Sekunden läuft, geht sicher was ✌️

Falco
vor 2 Monaten | 1
Rechtlich gesehen ist das schon sauber, was die Store Anbieter machen. Zumindest auf auf Vertragsebene.

Ich bin da bisschen zwiegespalten. Auf der einen Seite werden da Distributionskanäle kostenlos in Anspruch genommen, welche einen unglaublichen Impact haben.

Anderseits haben wir hier schon ein klassisches Oligopol vorliegen, welches man angehen sollte.

Es wird auf jeden Fall ein richtungsweisender Prozess. Spotify hatte es auch schon gegen Apple versucht. 30% Abgaben sind absurd. Obwohl man auch erwähnen sollte, dass die Gebühren ab dem 2. Jahr sich halbieren.

Im Endeffekt trifft es Dauerläufer wie Fortnite entscheidend weniger als Entwickler von Apps, die einen einmaligen Kauf voraussetzen und den Großteil des Umsatzes im ersten Jahr machen.

SantiagoWinehouse
vor 2 Monaten | 0
Finde ich um ehrlich zu sein affig, da die Konditionen bei Vertragsunterzeichnung vorlagen und sie wussten, worauf sie sich einlassen.

Blütenzauber
vor 2 Monaten | 0
Die Frage bei den ganzen Mist ist doch. Wer nimmt da am meisten Schaden ??? Appel verliert einige Kunden und auch eine Menge Geld. Den wen nur 50% der iOS Spieler ihre Einkäufe zurückfordern kommt Appel in den roten Bereich . Und ok sie das wirklich wollen denk ich mal nicht . Und Epic verliert Millionen Spieler . Da die meisten ja noch Kinder sind , können sie nicht mal auf die schnell sich ein neues Handy oder eine neue ps kaufen . Also macht Epic da auch Verluste. Und wen wir doch mal ganz erlisch sind . Die Spieler sind doch die die wider am ende ohne was da stehen . Das ist wie in der Politik. Da machen sie auch Versprechungen und sagen es wird alles besser . Und am Ende passiert nichts und dir versprechen werden nicht eingehalten . Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben . Klar kann ich verstehen das alle auf ihr Recht und regeln bestehen . Aber muss das den wirklich so ausarten ???

Tobsen
vor 2 Monaten | 0
Mir gefällt die Eskalation des Ganzen nicht. Ich habe Angst, dass uns das richtig gehörig um die Ohren fliegt.

Denios
vor 2 Monaten | 0
wer spielt denn Fortnite auf dem Handy?

SuMs3MaNn
vor 2 Monaten | 0
Wer spielt überhaupt Fortnite? ...verboten gehört der ganze Mist ala „Free to Play“ ...noch zu keiner Zeit JEMALS !!! haben die Menschen ihr hart verdientes Geld bekloppter und vorallem mit solchen riesen Beträgen zum Fenster rausgeworfen wie aktuell... FREE TO PLAY —> 800-2000€ ...nicht gerade stimmig

Tobsen
vor 2 Monaten | 0
Es könnte ein Krieg der Tech-Giganten werden. Und am Ende das alte Lied des Krieges: überall nur Tod und Verderben.