Test: Pokémon Sword

Nutzer-Story von Matthew am 03. August 2020

Konsole: Nintendo Switch

Release: 15.11.2019

Abschlussdatum: 02.08.2020

Spielzeit: ca. 80 Stunden


Spieleinhalt

Ich habe die Story komplett abgeschlossen und alle 400 Pokémon im PokéDex vervollständigt. Dazu besitze ich alle 100 TMs.
Zusätzlich habe ich den ersten DLC "Isle of Armor" beendet und ebenfalls dort den PokéDex mit 210 Pokémon vervollständigt.


Spieleranzahl

Ihr könnt das Spiel nur alleine durchspielen, jedoch könnt ihr mit anderen Spielern tauschen und gegen diese in Pokémonkämpfen antreten. Dazu könnt ihr mit bis zu vier Spielern an Raids teilnehmen, um gegen riesige Pokémon zu kämpfen und diese zu fangen.


Story

Der unbesiegbare Champion Leon kehrt von seiner erfolgreichen Tour zurück und wird wärmstens empfangen. Er bringt Geschenke für euch und seinen kleinen Bruder Hop mit: Grookey (Pflanze), Scorbunny (Feuer) und Sobble (Wasser), die neuen Starterpokémon. Nach der Auswahl beginnt eure Reise zu den Arenen, denn sowohl ihr als auch euer neuer Rivale Hop beschließen neuer Champion zu werden.


Review

Ich habe viel zu Pokémon Sword und Shield mitbekommen und wollte unvoreingenommen an diesen Titel ran gehen, immerhin liebe ich die Pokémon und den Sammelwahn. Vor allem gefallen mir die Geister- und Unlicht-Pokémon, weshalb ich mir ein Team ausschließlich mit diesen Typen aufgestellt habe. Mein Lieblingspokémon bleibt weiterhin Gengar, aber neben ihm stießen fünf weitere in mein Team zu: Obstagoon, Umbreon, Cursola, Chandelure und Runerigus.

Die Geschichte selbst war typisch für das Genre: Ihr beginnt eure Reise, um Champion werden zu wollen. Ihr werdet recht früh als Rivale anerkannt. Ihr erlebt die Abenteuer mit einem Antagonisten. Dennoch fiel diese negativer aus, als in den vorherigen Teilen. Die Arenen wirken alle sehr einfach und kommen sehr schnell hintereinander, dass ich selbst kaum viel Zeit zwischen zwei Arenen verloren habe. Der Rivale Hop war einzig mit seiner Art sehr lästig, da er einen mehr zu sagen als Pokémon für den Kampf parat hatte - noch nie war mir ein Rivale derartig unsympathisch in einem Pokémon-Spiel. Die eigentliche Antagonisten-Geschichte spielt ebenfalls komplett im Hintergrund statt und ist gegen Ende erst von Relevanz. Davor werdet ihr immer wieder hingewiesen, ihr sollt eure Arenaorden sammeln, denn der unschlagbare Champ kümmert sich bereits darum. Ich habe nicht viel von der Kampagne erwartet und wurde dennoch recht enttäuscht, aber dies ist mein subjektives empfinden.
Jedoch brachten die Stadien frischen Wind in die Atmosphäre rein.

Ansonsten blieb im Spiel das meiste unverändert: Kämpfe laufen weiterhin nach dem gleichen Schema ab, wie immer. Jeder wählt eine Attacke aus, dann wird abhängig vom Initiativewert nach und nach der Angriff ausgewählt. Pokémon können Gegenstände mit sich führen und haben passive Fähigkeiten. Ich selbst habe keine competitive Erfahrungen, aber ich bin mir sicher, dass dieser Teil gerade für Turnierspieler eine gute Fortsetzung ist.

Die neue Mechanik Dynamax finde ich nicht gut. Ich mag sie nicht und kommt sehr unausgeglichen rüber. Im Hauptteil habe ich einfach jedes Pokémon gedynamaxt, wenn es mein Kontrahent tat - damit war es wieder ein normaler Kampf. Jedes Pokémon konnte man vergrößern, hielt drei Runden an, danach wurde es wieder klein. Manche änderten ihre Form im Gigadynamax. Mein Favorit bleibt hier die Megaevolution, die es im aktuell Teil nicht mehr gibt.

Bevor ich auf die Technik und Grafik zu sprechen komme, möchte ich die Musik loben: Mir hat sie gefallen. Vor allem mochte ich die Musik, wenn der Arenakampf los ging.
Grafisch ist Pokémon selbstverständlich kein Meisterwerk, hat mich persönlich nicht gestört. Es wäre schön gewesen, die Welt in einer Pracht zu sehen, wie wir es in Super Mario Odyssey oder Breath of the Wild gewohnt sind, dennoch hat es mir nicht den Spaß genommen.
Was jedoch mir den Spaß raubte, sind die anderen technischen Mängel, die das Spiel hat und ich rede nicht von den Framrateeinbrüchen, wenn es schneite. Ich rede von aufploppenden Pokémon direkt vor der Nase. Ich konnte es damals erst nicht glauben, aber es ist wirklich traurig, dass die Pokémon aus kurzer Distanz nicht sichtbar sind. Ich versuchte das Gute daraus zu sehen, denn ich konnte immerhin schnell die Pokémon neu würfeln, die im Gras sichtbar werden, jedoch ergab es keinen Sinn, Pokémon auszublenden, die eh einen festen Punkt hatten an dem sie erscheinen. Dies erschwert unnötig die Suche in der Naturzone. Darüber hinaus hat mir die Naturzone nicht gefallen. Ich bekam sehr früh Zugriff auf ein riesiges Areal, um sämtliche Pokémon zu fangen. Alleine die Story sorgte für eine künstliche Eingrenzung durch Orden, denn ich durfte nur Pokémon bis zu einem bestimmtes Level fangen, welche sich pro Orden erhöhte. So konnte ich zu Beginn keine Lvl. 40 Pokémon fangen, jedoch sie antreffen und herausfordern. Lieblos empfand ich diese ebenfalls, da sie nichts anderes war als ein riesiger Ort zum Fangen der Pokémon: Ich empfand diese einfach nicht als lebendig. Alle Pokémon hatten ihren statischen Erscheinungsort, unnatürlich wandelten Pokémon umher. Obwohl sie Naturzone heißt, empfand ich die Lebensweise der Pokémon als alles andere als natürlich.

Dennoch ist die Naturzone der erste Schritt in die richtige Richtung: Ein riesiges Areal mit vielen verschiedenen Pokémon. Wettereffekte, die die Lebensräume der Pokémon beeinflussen. Keine feste Kamera mehr, sondern die Möglichkeit die Welt frei zu erkunden.

Mein größtes Problem hatte ich mit der Online-Verbindung und den Raids. Die Raids an sich sind eine nette Idee, jedoch langweilig umgesetzt. Hauptsächlich bestanden die Raids daraus, dass der Lobbyhost sein Pokémon dynamaxte und sehr effektive Angriffe auf das andere Pokémon drauf kloppte, um maximalen Schaden raus zu holen. Alle anderen drei taten selbiges. Dabei wählte ich meine Attacke aus, das gegnerische Pokémon und wartete solange bis ich den Vorgang wiederholen durfte. Unnötig wurden die Kämpfe noch mit Schilden hinausgezögert, die der Gegner erzeugte - diese musste unser Team jedes Mal mit wenigen Treffern zersprengen, um wieder mehr Schaden anzurichten. Nach langem monotonem Spam vom A-Knopf und vielen Angriffsanimationen war der Raidboss besiegt und konnte gefangen werden. Die einzige Taktik des ganzen Kampfes bestand darin: Wähle eine sehr effektive Attacke aus und spamme den A-Knopf bis das Vieh besiegt war.

Die größte Herausforderung der Raids bestand darin sich als Gruppe überhaupt erst einmal zu finden. Es kann einfach nicht sein, dass ich in der heutigen Zeit keine gute Möglichkeit habe mit Freunden zu spielen ohne auf Probleme zu treffen. Wenn jemand eine Lobby geöffnet hatte, konnte ich alle Anfragen auf Freunde filtern. Manchmal konnte ich problemlos rein, manchmal wurde mir jedoch noch die alte Lobby angezeigt. Dazu darf ich ein einziges Mal aktualisieren, wodurch es meist dafür sorgte, dass ich meine Freunde gar nicht mehr sah. Ich musste mich immer wieder vom Internet trennen und neu verbinden. Damit das nicht genug war, hatte GameFreak sich damals gedacht: Es wäre bestimmt cool, wenn die Spieler andere Spieler in der Wild Area antreffen. An sich eine nette Idee, aber wenn die Welt nicht spielbar ist, weil alles am laggen ist und Charakterinterkationen keinerlei Vorteile mit sich bringen, möchte ich andere Spieler zum Wohle meines Spielflusses nicht angezeigt bekommen.

Ich hätte noch auf Probleme eingehen können, wie das Fehlen diverser Pokémon oder das alberne Blocken von neuen Arealen durch Team Yell, jedoch störte mich dies kaum bis gar nicht.


DLC 1 - Isle of Armor


Ich war sehr schockiert und sauer, als ich den DLC-Paket für 30€ gekauft habe, den Zug zur Rüstungsinsel nahm, den PokéDex erhielt und bereits 50% des PokéDex vollständig hatte.
Es gibt 210 Pokémon auf der Insel und ich hatte bereits die Hälfte im Hauptspiel ohne DLC gefangen - das fand ich frech.
Ich hatte die Insel mit einem komplett neuen Pokémon-Team gespielt, alle im DLC erhältlich. Darunter Malamar, welchen ich bereits im Hauptspiel entwickelt hatte. Dennoch gab es fünf exklusive Unlicht- und Geist-Pokémon, die ich hinzufügen konnte: Zoroark, Urshifu, Sharpedo, Palossand und Krookodile. Leider konnte ich nur halb so viel mit ihnen das Spiel genießen, wie mit meinem Hauptteam, denn die Insel war nichts anderes als eine riesige Naturzone. Da ich jedoch keinerlei Einschränkungen mehr nachdem Durchspielen hatte, konnte ich den Großteil bereits in den ersten beiden Tagen auf der Insel fangen - einzig das Wetter sorgte dafür, dass ich eine Hand voll Pokémon entwickeln bzw. züchten musste.

Die Geschichte selbst ist ebenfalls in wenigen Stunden durchgespielt, denn ihr schließt euch irrtümlich dem Dojo an und müsste ein paar Aufgaben absolvieren. Die Länge des DLCs wird nur dadurch gestreckt, dass ihr ein Stufe 10 Pokémon erhaltet, welches ihr auf Lvl. 70 hoch leveln müsst, um in der Story voran zu schreiten.

Mein einziges Highlight aus dem DLC waren die Wasserattacken von Sharpedo, wenn ich mit meinem Rotom-Bike über den Ozean fuhr - zumindest brachte dies etwas Leben in die Pokémonwelt rein.

Wertung:

5.5 / 10

Matthew meint:

"Für mich eine enttäuschende und lieblose Erfahrung in meiner geliebten Pokémonwelt."
Spielerlebnis: Gut
Umfang: Durchschnittlich
Technik: Mangelhaft

Schreibe einen Kommentar: