Teamplay #71: Das spielt die Redaktion

Von Die Redaktion am 12. Juli 2020

In Teamplay verschaffen wir euch regelmäßig sonntags kurze Eindrücke darüber, was die Redakteure von NplusX gerade zocken. Hier geht es zu unserer letzten Ausgabe von Teamplay. Doch was lag in den letzten zwei Wochen an?

Andy: Da ich es in letzter Zeit etwas ruhiger angehen lassen will, habe ich einen neuen Spielstand im PC Building Simulator begonnen. Ich hatte mir den Titel schon in seiner Early-Access-Phase besorgt, dann jedoch auf den Release gewartet - mittlerweile sind die Entwickler bei Version 1.8 angelangt. Der vermeintliche Nischentitel ist nicht einfach nur ein Spielzeug für Enthusiasten, sondern bietet auch einen wirklich umfangreichen Karriere-Modus, den ich nach über zehn Spielstunden noch nicht mal zu einem Drittel beendet habe. Highlight desselben sind die vorgegebenen Jobs, die kleine Stories erzählen - so helfe ich zum Beispiel einem Film-Enthusiasten bei seiner Jagd auf die originale LaserDisc-Version von Babes of Planet Bathimoor oder korrespondiere mit einer Yoga-Tante, die mir böse Mails schreibt, weil ich ihren PC nicht mit irgendwelchen Heilungsritualen, sondern durch den Austausch defekter Komponenten repariert habe.

Das Gameplay erinnert dabei ein bisschen an das legendäre Papers, Please. Ihr habt zwei SLI-Grafikkarten gekauft, aber das dazugehörige Mainboard unterstützt nur Crossfire? Pech gehabt. Euer Netzteil ist zu schwach für den dicken High-End-Prozessor, den ihr verbaut habt? Schwarzer Bildschirm. Wärmeleitpaste vergessen? Ein Stern auf Bongle. Vor allem durch das Fehlen eines Zeitlimits ist der PC Building Simulator aber deutlich einfacher und bietet daher eher eine entspannte Spielerfahrung im Stil von Viscera Cleanup Detail oder House Flipper. Im Gegensatz zu den meisten anderen in diesem Genre tätigen Studios stellen die Entwickler jedoch hohe Qualitätsansprüche an sich selbst, was man vor allem an der sehr gelungenen technischen Umsetzung merkt. Lediglich das UI könnte sehr viel besser sein. Dafür wurden hunderte Hardware-Bauteile von so gut wie allen namhaften Herstellern extrem detailliert ins Spiel integriert und ständig neue Produkte nachgepatcht, sodass der Titel durchaus auch als Referenz für das Bauen eines echten PCs herhalten könnte.

Deniz: Ich werde immer tiefer in den Sog namens Final Fantasy XIV gezogen. Obwohl es ein MMORPG ist, spiele ich es quasi als Singleplayergame, mit nur minimalen Interaktionen mit anderen Spielern. Die Story des Hauptspiels, A Realm Reborn, ist kurz vor dem Ende und hat da auch an Fahrt aufgenommen, aber bevor ich diese beende, habe ich noch meine Klasse gewechselt. Bisher war ich die ganze Zeit als Faustkämpfer/Mönch unterwegs, aber der Kampfstil des Ninjas sagt mir noch etwas mehr zu, also habe ich mich den Schurken angeschlossen, deren Storystrang (jede Klasse hat seine eigenen Storyquests) beendet und mich auf Level 30 nun den Ninjas angeschlossen (das ist die "Weiterentwicklung" des Schurken). Inzwischen kann ich riesige Wind-Shuriken, Blitze oder Flammen auf Gegner schleudern, während meine zwei Messer im Nahkampf den Rest erledigen. Jetzt grinde ich mich nur noch durch ein paar Dungeons und dann geht die Story weiter!

Was FFXIV echt verdammt gut macht, sind die Charaktere. Ich hab nur wenige Tage mit der Schurkengilde verbracht und trotzdem sind mir Jack, V'Kebbe und Perimu echt ans Herz gewachsen und ich vermisse sie tatsächlich bereits etwas. Die beiden Ninjas Oboro und Tsubame sind zwar cool, aber auch etwas distanziert, was vermutlich an den tragischen Umständen ihrer Reise nach Eorzea liegt.

Ach ja, am diesen Monat laufenden Dragon-Quest-Event habe ich natürlich auch längst teilgenommen und mir einen Schleimkönig-Hut und einen neuen Begleiter sichern können. Mein kleiner, süßer Golem wird mir von nun an auf meiner epischen Quest zur Seite stehen! Zumindest seelisch, denn leider sind Begleiter nur Deko und können nicht ins Kampfgeschehen eingreifen...

Kamil: Vor einigen Tagen habe ich The Last of Us Part 2 beendet und kann mich der Meinung von Jerry (Link zum Test) eigentlich uneingeschränkt anschließen. Insbesondere hinsichtlich der Production Values, also Grafik, Sound, Inszenierung sowie der generellen Einbindung der Geschichte in das Gameplay, ist Naughty Dogs aktuelles Werk ein echter Meilenstein. Ich kann zwar durchaus nachvollziehen, wenn Leute, die eine übliche Fortsetzung erwartet haben, angesichts einiger Entscheidungen in der Story enttäuscht oder sogar verärgert sind. Aber der mutige Schritt, eben keine 0815-Fortsetzung zu machen, und diese dann so unfassbar packend und über 25 Stunden mitreißend umzusetzen, verdient meiner Meinung nach eher Anerkennung und Respekt. Hinzu kommt die wirklich atemberaubende Optik, die insbesondere im Hinblick auf das Detailreichtum der Umgebungen, aber auch  in den Bereichen Texturen, realistische Beleuchtungen und die Lebensechtheit der Protagonisten neue Maßstäbe setzt.

Auch das bewährte Gameplay wurde mit sinnvollen Veränderungen  (z.B. Melee-Moves, angepasstes Crafting-System, Tarnung in Gräsern in Büschen, die Möglichkeit zu kriechen, bessere Gegner-KI etc.) noch einmal geschliffen, sodass sich der Titel insgesamt einfach unfassbar rund und hochwertig anfühlt und jederzeit bestens zu unterhalten weiß. Die dem Titel zugrunde liegende Rachgeschichte sowie der hohe Gewaltgrad sind zwar sicherlich nicht jedermanns Sache. Dennoch kann ich jedem Interessierten wirklich nur empfehlen, sich auf das Spiel einzulassen und es nicht nur anhand von einzelnen Storyprämissen oder Leaks (die zum Teil nichtmal akkurat sind) schon vorab zu bewerten. Denn wenn das der Fall ist, schickt euch The Last of Us 2 auf eine bockstarke, emotionale Achterbahn der Gefühle, die in einer einzigartigen und in der Form wohl noch nie dagewesenen Spielerfahrung mündet.

Matthew: Ich habe mich zum ersten Mal in den Hardcore-Modus von Diablo III: Eternal Collection reingetraut, um die jeweiligen Erfolge aus dem Modus zu erhalten. Der Unterschied zum normalen Modus ist hauptsächlich der Perma Death, nebenbei sind die Hardcore-Charaktere unabhängig vom normalen Profil, da die Items aus der Truhe, das Gold und die Paragonstufe selbst erarbeitet werden müssen.

Hier versuchte ich, vorsichtiger an die Sache heranzugehen und die Betonung liegt auf "versuchte" – nun ja, ein neuer Totenbeschwörer ist bereits in den Startlöchern. Der Verlust ereilte mich erst dann, als ich mit einem neuen Helden begonnen hatte und realisierte, wie mühselig es ist, von vorne zu beginnen.

Ansonsten habe ich die selbe Routine verfolgt wie zuvor auch: Äkte für Erfolge und Aufträge abgeklappert und diverse Rifts gestartet. Mein Ritual, mit einem Freund jeden Dienstagabend zu zocken, blieb unverändert und dort machte ich gute Fortschritte beim Finden einiger Events. Nebenbei suchen wir nur noch eines und im Anschluss lasse ich ihn meine kleinen Charaktere hochziehen – aus irgendeinen Grund dachte Blizzard, für bestimmte Erfolge zwei Charaktere der selben Klasse auf Stufe 60 hochzuspielen, sei lustig. Meine Freundin schloss sich mir ebenfalls öfters mit ihrer Magierin an und wir haben versucht, diverse Rifts abzuschließen. Bisher konnte ich sie wenig dafür begeistern, aber hier gilt: Mit gehangen, mit gefangen.

Es verwundert wohl niemanden mehr, dass Animal Crossing: New Horizons weiterhin aktiv von mir gespielt wird. Noch vor kurzem kam das Sommer-Update und brachte die Möglichkeit zum Tauchen mit sich. Im Vorgänger nervte es mich, aber hier ist es doch recht entspannend. Da ich einmal am Tag Pascal eine Muschel schenken kann, gehört es nun auch zu meinem Tagesablauf. Ansonsten konnte ich zum ersten Mal das Insektenturnier antreten. Mit meiner Freundin probierte ich es, aber trotz der erhöhten Punkte sammelten wir einfach zu wenige Insekten, da die Erscheinungsrate im Mehrspieler seltsam ist. 

Michi: Ich stecke spielerisch wieder einmal in einer "Sackgasse" und komme zu fast überhaupt nichts. Einzig, wenn mein Sohn sich meine Nintendo Switch unter den Nagel reißt, spielen wir ein paar Minuten am Tag. Deshalb ist die Spieleauswahl nicht all zu überragend. Summer in Mara hat es meinem Spross angetan, welches ich hier für NplusX getestet hatte. Mir selbst hat es bedingt gefallen, mein Junior ist hin und weg von dem Indie-Titel. Das Erforschen der Inseln, das Anpflanzen von neuem Gemüse und die vielen Aufgaben bereiten ihm Freude. Nervige Grafikfehler und lange Ladezeiten, die mir selbst den letzten Nerv rauben, stören ihn überhaupt nicht. So hat Summer in Mara Animal Crossing abgelöst, was wir die Wochen zuvor täglich gespielt hatten. Die Kinder soll mal einer verstehen.

Wenn ich dann beide Kids im Bett habe und meine Partnerin selbst etwas Auszeit vor dem Fernseher sucht, dann darf auch ich etwas Zeit für Videospiele verbringen. Ich habe hierfür meine PlayStation Portable herausgekramt und Metal Gear Solid: Peace Walker angefangen. Da ich ein bekennender Fan von The Phantom Pain bin, ist auch dieser Teil genau nach meinem Geschmack. Auch erstaunlich ist die Tatsache, was für einen Umfang und eine Qualität damals auf eine kleine UMD gebracht wurden. Die ersten Missionen habe ich geschafft und sowohl Story, als auch Gameplay wissen bei mir zu unterhalten. Mal sehen, wie lange.

Und mit welchen Spielen seit ihr in den Juli gestartet?

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6 Kommentare:


Vyse
vor 1 Monat | 2
@Deniz
Wie sieht es in Final Fantasy XIV eigentlich mit Instant Respawns aus? In World of Warcraft fliegt man ja einfach vom nächstgelegenen Schrein zu seiner Leiche und spielt weiter, als ob nichts gewesen wäre, ist das in FF14 grundlegend anders? Falls S-E das irgendwie anders gelöst haben sollte könnte ich mir nämlich echt vorstellen, da auch mal reinzuschauen.

Asinned
vor 1 Monat | 3
Auf der Welt wirst du einfach nur zu deinem Heimatkristall teleportiert. Single Player Content ist dann einfach gescheitert. Während Instanzen (wenn dich niemand wiederbelebt) landest du am Anfang des Dungeons. Wenn es ein Boss Battle war, kannst du aber nicht einfach wieder rein sondern muss warten bis alle anderen auch gestorben sind und dann fängt der Fifht von vorne an. Es gibt aber Abkürzungen damit man nicht den ganzen Fußweg wiederholen muss
Denios
vor 1 Monat | 1
Was Asinned sagt. Man verliert an sich nichts, aber teleportieren kostet immerhin ein bisschen Geld. Bosse werden auch geheilt, wenn man einen Kampf verliert und wieder hinlaufen muss. Es gibt in Dungeons auch ein Zeitlimit, aber das ist extrem großzügig


Asinned
vor 1 Monat | 3
Auch bei mir ist nach LoU 2 wieder FF14 Zeit. Ich habe jetzt auch ENDLICH das Base Game durch und zocke die erste Erweiterung Heavenwards. Die Story, die in den Patches angezogen hat wird hier spannend weitererzählt und auch sonst gibt es ein paar interessante Gameplayneuheite u.a. das man jetzt in bestimmten Arealen fliegen kann. Aber auch ich spiele es quasi als Singleplayergame und konzentriere mich ausschließlich auf meine Dragoon Klasse (weshalb ich im Level fem Storylevel voraus bin)

CaptainSatan
vor 4 Wochen | 3
Die dunkle und geheimnisvolle Welt Heilandsnest aus Hollow Knight hat mich wieder in seinen Bann gezogen.
Ich hatte den Titel eigentlich schon zum Release der Switch Fassung ausgiebig gespielt aber jetzt probier ich das Game wirklich auf 100% auf meiner XBOX ONE mit Unterstützung des Elite Controller zu beenden.
Meiner Meinung das beste Metroid Vania das es momentan gibt.
Nur die freischaltbaren Erfolge/Trophäen sind schlecht gewählt da mehrere Spieldurchgänge erforderlich sind.
Ich finde bei Singelplayer Games sollten nahezu alle Erfolge/Trophäen im ersten Spieldurchgang im Rahmen des möglichen liegen.

Matthew1990
vor 4 Wochen | 0
An sich fand ich die Trophäen alle gut machbar (Switch).
Ich brauchte halt drei Durchläufe:
- 100%
- Any% Speedrun + Steel Soul
- 100% Speedrun mit + Steel Soul
Aber ich stimme vollkommen zu: Hollow Knight ist zurzeit echt das beste Metroidvania. Ich liebe das Spiel. :D