Test: Burnout Paradise Remastered (Nintendo Switch)

Von Michael Prammer am 29. Juni 2020

Im Jahr 2018 erschien der Titel bereits als Remaster anlässlich seines zehnten Geburtstages auf PlayStation 4 und Xbox One. Jetzt bekommt auch die Nintendo Switch eine Version spendiert. Zu unserem PS4-Test von Burnout Paradise Remastered geht es hier.

Heute wie damals gibt es das Rundum-Sorglos-Paket und Nintendo-Fans müssen in Puncto Umfang auf nichts verzichten. Switch-Besitzer erhalten neben sämtlichen inhaltlichen DLCs auch die neuen Features, das dynamische Wettersystem und den Tag/Nacht-Wechsel. Motorräder, pompöse Karossen oder klassische Autos aus Film und Fernsehen – all das gibt es bereits zu Beginn des Spiels. Auch Big Surf Island, ein großes DLC-Gebiet, welches das Hauptspiel seinerzeit immens erweiterte, darf bereits zu Beginn befahren werden.

Willkommen im Paradies

Gerade auf Nintendo Switch kommt das Open-World-Rennspiel wie gerufen und kann mit diesem Umfang auch voll auftrumpfen. Denn bislang gibt es zwar einige interessante Arcade-Racer für Nintendo-Freunde, aber wenn es um die großen, offenen Spielwelten im Rennstall geht, dann schielt man doch etwas neidisch auf die Konkurrenz. Das muss jetzt nicht mehr sein, zumal keinerlei Abstriche im Vergleich zu den anderen Versionen unternommen worden sind. Und dabei bleibt auch das Spielprinzip gleich und vor allem motivierend.

Zu Beginn startet man mit einer schrottreifen Karre und einer „minderwertigen“ Führerschein-Lizenz. Beides will man natürlich so schnell wie möglich hinter sich lassen. Nach der Reparatur des Wagens sucht man sich ein paar Rennen, gewinnt diese und arbeitet sich Stück für Stück in der Lizenz nach oben, was einem dann neue Autos bringt. An dieser Stelle lässt sich aufgrund des vollgepackten Remastered-Pakets gehörig schummeln, doch wer etwas auf sich hält, spielt mit den Autos weiter, die er im Karrierefortschritt freispielt. Die Renntypen sind dabei abwechslungsreich und gleichen sich selten. An einer Kreuzung wartet ein Eins-gegen-Eins, dann gibt es ein Rennen gegen sieben Kontrahenten, während in einem anderen Wettbewerb möglichst viele Gegner von der Strecke „geschossen“ werden müssen.

Üppiger Umfang, solide Technik, frecher Preis

Über 100 Fahrzeuge und über 100 Rennen der verschiedensten Arten sprechen eine deutliche Sprache in Sachen Umfang und garantieren langen Spielspaß. Die offene Spielwelt weiß nebst den Online-Herausforderungen, die ebenfalls noch mit an Bord sind, und den kleineren Aufgaben (Abkürzungen finden, Schilder zerstören, etc.) zu begeistern. Dazu überrascht die Nintendo-Switch-Version mit einer sauberen Technik, die vor allem bei der Framerate komplett überzeugen kann. Auch auf der Hybrid-Konsole schafft der Open-World-Titel 60 Bilder pro Sekunde und sorgt jederzeit für ein rasantes Renngefühl, egal ob am Fernseher oder im Handheldmodus. Dass Nintendos Switch es nicht mit den großen Systemen aufnehmen kann, zeigt sich allerdings an anderer Stelle.

Da wäre einmal die schon oft angesprochene fehlende analoge Schultertaste, die mehr als schmerzlich vermisst wird. Zwar lässt sich Burnout Paradise auch auf der Switch problemlos steuern, es ist jedoch mit einem analogen Pad doch nochmal ein anderes Feeling, wenn man tatsächlich mit dem Gas spielen kann. Auch fallen die 60 Bilder pro Sekunde zu Lasten der Auflösung, die gerade im Handheldmodus teilweise schon grob ausfällt. All dies kann man den Entwicklern kaum ankreiden, schließlich müssen sie sich hier an die Gegebenheiten der Nintendo-Konsole anpassen. Wirklich frech ist allerdings der ausgerufene Preis von knapp 50 Euro. Zum Vergleich: Auf dem PC und anderen Konsolen wird die 20-Euro-Marke spielend unterboten und die Switch-Version bietet nicht wirklich mehr als die 2018er-Varianten. Damit erhärtet sich der Verdacht, dass EA zwar einerseits Nintendo-Freunden mit einem tollen Rennspiel etwas Gutes tun will, auf der anderen Seite die Kundschaft aber nochmal recht ordentlich ausnutzen möchte.

Fazit:

Burnout Paradise Remastered ist auch auf Nintendo Switch ein klasse Rennspiel. Es gibt das volle Paket mit einem kolossalen Umfang, der mit den anderen Versionen absolut identisch ist. Dass man technisch nicht ganz Schritt halten kann, dürfte im Vorfeld klar gewesen sein, aber auch diese Schwierigkeit wird mit Bravour gemeistert und die 60 Bilder pro Sekunde sorgen für ein rasantes Spielerlebnis. Grund zur Kritik bietet beinahe nur der Preis, der ziemlich frech ausfällt. Während auf anderen Systemen die Hälfte oder weniger ausgerufen wird, dürfen Nintendo-Spieler aktuell beinahe den Vollpreis bezahlen – ohne einen echten Mehrwert zu bekommen. Unser Tipp deshalb: Wartet, bis das Spiel im Preis fällt, denn dann lohnt es sich auf jeden Fall. Macht aber bitte nicht diese Preispolitik mit.

Wertung:

8.0

Michael Prammer meint:

"Auch auf der Switch ein tolles Rennspiel – aber wartet, bis der Preis stimmt."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Herausragend
Technik: Gut

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