Teamplay #67: Das spielt die Redaktion

Von Die Redaktion am 17. Mai 2020

In Teamplay verschaffen wir euch regelmäßig sonntags kurze Eindrücke darüber, was die Redakteure von NplusX gerade zocken.  Hier geht es zu unserer letzten Ausgabe von Teamplay.

Jerry: Ich arbeite weiter an meinem Pile-of-Shame und hab die letzten Tage vor allem Get Even gespielt. Das Spiel erschien 2017 für die PS4 und Xbox One, und konnte damals keine überragenden, aber immerhin passable Wertungen einheimsen. Die Trailer versprachen einen Story-lastigen Thriller mit Shooter-Passagen. Nach acht bis zehn Stunden Spielzeit habe ich die Kampagne beendet und bin letztlich nicht unzufrieden. Grafisch wirkt das Spiel stellenweise altbacken und als Shooter ist Get Even bestenfalls akzeptabel. Es gibt kaum Waffen, keine anspruchsvolle Gegner-KI und praktisch keine vernünftigen Stealth-Mechaniken, obwohl der Spieler regelmäßig darauf hingewiesen wird, dass Gegner nicht getötet werden sollten. Die Shooter-Passagen machen aber höchstens die Hälfte des Spiels aus und der Rest ist ein atmosphärischer, kreativer Mix aus Cyber-Thriller und Detektivspiel mit einem Hauch von Horror.

Als mürrischer Auftragskiller Cole Black wacht der Spieler fast komplett ohne Erinnerungen in einer düsteren Anstalt auf. Er erinnert sich nur an ein einziges Ereignis: Den gescheiterten Rettungsversuch einer entführten Frau mit einer um die Brust geschnallten Bombe.

Das Sanatorium entpuppt sich schnell als Virtual-Reality-Konstrukt und ist Teil einer futuristischen Therapie, mit deren Hilfe Black in die Tiefen seines eigenen Bewusstseins reist, um wilde Erinnerungsfetzen zu einer kohärenten Story zusammenzusetzen. Ein mysteriöser Mann namens Red meldet sich immer wieder über verschiedene Monitore und hilft Black tiefer und tiefer in die teils sehr bizarren Erinnerungen einzutauchen. Die Story wird klasse erzählt und motiviert stets zum Weiterspielen, außerdem gibt’s einen coolen Twist am Ende. Der Sound ist zudem außergewöhnlich gut. Mit kompetenterem Gameplay oder gar als Walking-Sim ganz ohne Gameplay wäre Get Even sicher erfolgreicher gewesen.

Matthew: Seit Anfang Februar spiele ich täglich Ring Fit Adventure. Erst hielt ich es für einen Wii Fit-Verschnitt, nur mit einem Ring und kurzer Story, doch Nintendo hat weit mehr daraus gemacht. Die Story ist zwar die typische "Bösewicht will die Welt verdunkeln"-Geschichte, dennoch wurden sympathische Charaktere integriert, die mich im Spielverlauf öfters zum Schmunzeln brachten. Die Welten strecken sich über viele Stunden und selbst nach den Credits sehe ich erst einmal kein Ende im Post-Game. Das Gameplay selbst ist ebenfalls tiefer als erst erwartet: Ich habe meine Fähigkeiten, Gegner haben bestimmte Schwächetypen, ich kann Smoothies herstellen und Level aufsteigen, außerdem gibt es Ausrüstungen, Setbon und einen vollwertigen Talentbaum.

Primär spiele ich das Spiel jedoch aus sportlichen Gründen. Ich jogge durch die Level, überwinde Hindernisse oder bekämpfe Gegner mit Fitnessfähigkeiten. Dabei versuche ich einen Tagessatz an Kalorien zu verbrennen, die im Spiel gemessen werden. Seitdem ich das Spiel habe, steigerte es sich monatlich auf aktuell 260 kcal und ich bin vollkommen zufrieden. Dabei trainiere ich in einer Session aktiv im Schnitt 40 Min.

Ansonsten wird Animal Crossing: New Horizons intensiv gespielt. Mein Laden hat sich mittlerweile ausgebaut und das komplette Sortiment verdoppelt: Möbel, Tapeten, Werkzeuge, etc. Vor allem die Topankäufe waren mir wichtig, um meine Ressourcen in viele Sternis umzutauschen. Dabei vermisse ich jedoch die Option die herzustellende Stückzahl einzustellen. Stattdessen muss ich stets auf den A-Knopf an der Werkbank hämmern.
Das Update brachte mir ein Highlight mit, denn Rainer ist wieder da mit seinem unseriösen Boot und skurrilen Kunstverkäufen. Es macht mir viel Spaß seine vier Kunstobjekte unter die Lupe zu nehmen und die Originalen herauszufiltern. Da ich pro Tag nur ein Kunststück bestellen darf, verschenke ich meist übrige – insofern etwas übrig bleibt.
Einen weiteren Kritikpunkt hätte ich beim Fliegen, denn es dauert mir einfach zu lange. Dennoch liebe ich es Angebote zu teilen, Briefe und Bestellungen zu verschicken oder Anleitungen von anderen Bewohnern abzuholen. Ich schaue immer sehr gerne nach, was andere brauchen, denn umgekehrt wird auch mir sehr viel geholfen. Für dieses Spielerlebnis mit Communities drücke ich dann auch einmal ein Auge zu bei meiner langen Wartezeit am Flugsteig. Natürlich gilt wieder: Braucht ihr etwas, findet ihr mich auf Discord.

Da mir der Name Poopsville vom Fäkalsprachfilter verboten wurde, musste ich mich leider damit begnügen, meine Stadt in The Elder Scrolls: Blades auf Weinertown zu taufen. Meine Namensgebung lässt schon vermuten, dass ich nicht ganz unvoreingenommen an die Nintendo-Switch-Portierung des Smartphone-Titels herangegangen bin, der Bethesdas Ruf zusammen mit Fallout 76 ganz schön ruiniert hat.

Denn natürlich war Bethesda beim Anreichern des klassischen Elder-Scrolls-Gameplays mit typischen Smartphone-Elementen genauso schamlos wie eine Twitch-Streamerin, die stundenlang ihren Ausschnitt in die Kamera streckt. Mikrotransaktionen, auf die mich das Spiel auch gerne mal mit Pop-Ups hinweist, die sich während des Gameplays öffnen, können zum Kauf prall gefüllter Schatzkisten eingesetzt werden; aber auch für von Fortnite inspirierte Emotes, die ich dann im PvP-Modus nutzen kann, oder zum Überspringen der zahlreichen Timer, die u.A. an verschiedene Upgrade-Mechaniken gekoppelt sind. Besonders lächerlich finde ich es, wenn mich der am Ende eines langen Dungeons lauernde Endboss mit einer unblockbaren Spezialattacke umhaut und das Spiel mir daraufhin auf dem Game-Over-Bildschirm anbietet, doch einfach etwas Echtgeld zu bezahlen, um sofort wiederbelebt zu werden und weiterspielen zu können. Viele Spieler haben an dieser Stelle wohl tatsächlich nicht die Geduld, einen kompletten Dungeon zu wiederholen, und geben lieber ihre Kreditkartendaten an Bethesda weiter.

Bemerkenswerterweise hat Blades kein Energiesystem, sodass ich auch als Free User beliebig lange Spielsitzungen absolvieren kann. Und die von Bethesda gezielt eingebauten Dopamin-Trigger, die Smartphone-Entwickler schon längst zu einer echten Wissenschaft gemacht haben, ziehen natürlich auch bei mir. Wer keine Premium-Währung zahlt und bereit ist, einem geschenkten Gaul nicht ins Maul zu schauen, kann sich von dem kostenlosen Download trotz des extrem simplifizierten Gameplays also durchaus ein seichtes Unterhaltungsprogramm bieten lassen. Die Frage ist nur, ob man dann nicht lieber zu einem Titel eines asiatischen Herstellers greift, der wenigstens anständigen Fanservice bietet, sodass das Sammeln kosmetischer Items auch Spaß macht.

Deniz: Ich kann mich Matthew hinsichtlich Ring Fit Adventure nur anschließen. Auch ich habe das Spiel vollkommen unterschätzt, bin aber von der "RPG-haftigkeit" positiv überrascht worden. Ich bin noch mitten im Storymodus und ab und zu setze ich zwar mal ein paar Tage aus, aber meine Fitness hat sich seit Spielbeginn extrem gesteigert, was ein echt gutes Gefühl ist und das will ich eigentlich auch beibehalten.

Hauptsächlich spiele ich aktuell aber was anderes auf meiner Switch: Ein Testmuster zu Xenoblade Chronicles: Definitive Edition flatterte bereits vor zwei Wochen in die Redaktion und ich nahm mich dieser Mammut-Aufgabe für euch an (zum Preview). Das Original auf der Wii habe ich nie gespielt, da ich kein Exemplar mehr zu einem vernünftigen Preis ergattern konnte, als ich darauf aufmerksam wurde, aber zum Glück (?) wurde das Spiel ja auf den New 3DS geportet. Diese Version spielte ich zwar durch, aber so wirklich flashen konnte mich das Spiel damals abseits von der grandiosen Story dann doch nicht. Die riesigen, wunderschönen Gebiete kamen auf dem Mini-Screen mit der extrem niedrigen Auflösung einfach nicht richtig zur Geltung und auch die Kämpfe litten dadurch an Unübersichtlichkeit. Außerdem hatte ich irgendwann keine Lust mehr, mir für die vielen Sidequests (die ich sonst ja immer ganz gerne mache) einen Ast zu suchen. Glücklicherweise wurden viele meiner Probleme mit dem Spiel in der Definitive Edition ausgemerzt - mehr dazu aber in meinem Preview und in dem noch kommenden ausführlichen Test.

Ach ja, auf dem Handy spiele ich übrigens auch immer noch relativ regelmäßig Dragon Quest of the Stars. Die wöchentlichen Events, die thematisch oft mit einem Hauptteil der Reihe zu tun haben, gefallen mir richtig gut. Im Dragon-Quest-IV-Event konnte man mit den Helden aus dem Spiel gegen den gefährlichen Psaro antreten und aktuell könnt ihr euch im Dragon-Quest-V-Event für eine "Braut" entscheiden, die euch nach einem Dungeon Bonus-Items liefert. Ich konnte natürlich nicht anders und wählte Bianca, wie auch schon damals in Dragon Quest V.

Wie versüßt ihr euch die Zeit zuhause?

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7 Kommentare:


Matthew1990
vor 5 Monaten | 0
@Deniz Hattest du einen New 3DS oder die XL Variante?
Ich konnte auf meinem New 3DS XL ganz gut Xenoblade Chronicles zocken.
War natürlich nicht super optimal, aber für mich reichte es. :)

Ansonsten freue ich mich auch auf Xenoblade Chronicles. Mal sehen, wann ich das angehen kann und weitere ~ 200 Std. rein stecken darf. HYPE! :D

Denios
vor 5 Monaten | 1
hatte auch den XL und ja, war gut zockbar, aber halt sehr pixelig und man hat imho gemerkt, dass das Spiel eigentlich für eine höhere Auflösung gedacht war

Asinned
vor 5 Monaten | 1
Da FF7R und Turing Test durch ist, konzentriere ich mich auf Thronebreaker und gebe Death Stranding eine 2. Chance. Bei letzteren bin ich bald aus der viel zu langen Episode 3 raus und hoffe das dann die Story wieder anzieht.

Tobsen
vor 5 Monaten | 3
Ich spiele widme mich voll und ganz Death Stranding. Speziell Episode 3 war richtig stark. Was World Building anbelangt, war das evtl. eines der stärksten Segmente, die ich je gespielt habe. Neben Shenmue 3, FFXV und RDR2 wird Death Stranding mein GoTG. Das Spiel macht einfach alles richtig. Jede Minute damit ist ein Fest.

TraxDave
vor 5 Monaten | 2
Nachdem GameStop es nicht für nötig gehalten hat, mich zu kontaktieren und ich erst mit zwei Anrufen an verschiedenen Tagen herausgefunden habe, dass sie keine einzige Vorbestellung der Deluxe Edition von FF7 bedienen - und dann auch noch beleidigend werden, wenn man fragt, wieso man nicht kontaktiert worden ist - dauerte es bis Freitag, bis mein FF7 bei mir ankam. Zum Glück habe ich es bei Square Enix direkt noch entdeckt, nachdem es wieder in Stock war. Vier Stunden habe ich seitdem auf dem Konto und hoffe bald weiterspielen zu können. :)

Die Zeit hab' ich mir wie geplant (mit etwas mehr als geplant) kleinen Games vertrieben: Injustice 1 Story Mode (Wii U), Tekken Tag Tournament 2 Arcade Mode (Wii U), I Am Bread (PS4), Flower (PS4), Journey (PS4), Star Fox Guard (Wii U) und Captain Toad Treasure Tracker (Switch). Klingt viel, ist es aber in Zeit eigentlich nicht.

Nur Captain Toad habe ich ausgiebiger gespielt. Das gesamte Game mit meiner Freundin im Koop und auch letztendlich alles gesammelt. Ist echt empfehlenswert. :D

CaptainSatan
vor 5 Monaten | 1
Dead Space 3 hab ich nach all den Jahren doch noch eine Chance gegeben. Die damaligen Kritiken zum Spiel haben mich vom Kauf abgehalten.
....leider muß ich sagen das das Spiel auch heute immer noch schlecht ist :(

Um so mehr hat mich Yoku‘s Iland Express unterhalten, obwohl ich den Flipper Metriodvania Titel bereits auf Switch durch hab, unterstützte ich die Entwickler gerne nochmals durch den Kauf der XBOX Version.

Parallel dazu beiß ich mich durch die Neuauflage des Plattformklassikers Ginna Sisters. Der Schwierigkeitsgrad zieht verdammt an xD

Matthew1990
vor 5 Monaten | 0
Schade. Ich habe Dead Space 3 auch nie gespielt, aber Teil 1 und 2 fand ich echt nice.
Aber irgendwie ist es so eine Eigenschaft von EA, gute Spiele mit schlechten Nachfolgern zu töten.
Ich selbst kann dazu nichts sagen, aber ich höre halt immer viel von anderen.