Ich vermisse ihn. Den stählernen Himmel.

Nutzer-Story von prog4m3r am 22. April 2020

ACHTUNG: Ihr solltet dies nur lesen, wenn ihr Final Fantasy VII Remake bereits durchgespielt habt, da es storyrelevante Spoiler enthält.

Test: Final Fantasy VII Remake. Das Remake, dass kein Remake sein wollte.

Die auffälligste storytechnische Änderung, welche sich durch die gesamte Geschichte des „Remake“ zieht, sind wohl die geisterartigen Wesen in schwarzen Kutten, welche euch bereits in den ersten Spielstunden erscheinen. Im Verlauf der Geschichte erfährt man, worum es sich bei diesen handelt. Diese Wesen, Moiren genannt, sind – 
entsprechend ihres Namens – das personifizierte Schicksal und sorgen dafür, dass alles so passiert wie es passieren muss, also so wie es bereits 1997 im Original passierte. Nunja, zumindest dass es letztendlich so ausgeht, wie man beispielsweise an Wedge seinem Schicksal sieht, welcher den Sturz vom Pfeiler in Sektor 7 anders als im Original überlebt, dann jedoch von den Moiren aus dem Fenster des Shinra-Hauptquatiers geworfen wird – auch wenn dies im Blackscreen geschieht.

Jetzt argumentiert 
ein Mancher, dass der finale Bosskampf gegen die Moiren keinen Sinn macht, weil Cloud und seine Party im Original Midgar verlassen und es somit unlogisch wäre diese aufzuhalten. Allerdings durchbricht kurz zuvor Sephiroth sein Schicksal und die anderen Folgen ihm – was bei mir die Frage aufwirft, wieso die Leute nicht aufpassen was passiert, wenn sie schon so ein storylastiges Rollenspiel spielen, aber nun gut –, dahingehend versuchen die Moiren also nicht Cloud und die anderen daran zu hindern Midgar zu verlassen, sondern ihr eigenes Schicksal zu beeinflussen.

Nun haben also Cloud und die anderen, aber eben auch Sephiroth sich von ihrem Schicksal befreit und was in Final Fantasy VII-2 passiert, weiß wohl nur Tetsuya Nomura – woher auch meine Sorge rührt, dass dieser womöglich etwas überambitioniert beim vollenden dieser neuen Geschichte sein könnte.

The Unknown Journey Will Continue

Es bleibt jedoch eine Szene, die mehr Verwirrung als Sinn stiftet und welche mir die Sorge um obig erwähnte Ambitionen erst richtig einhämmerte. Ich spreche natürlich von dem was wir in Final Fantasy VII Remake von Zack Fair zu sehen bekommen. Der SOLDAT und Protagonist von Final Fantasy VII: Crisis Core (PSP) ist eigentlich dazu bestimmt in der dargestellten Szene gegen die Shinra-Gardisten zu sterben, woraufhin der von ihm nach Midgar begleitete Cloud Strife von diesem erst das Buster Sword erhält und die Ereignisse von Final Fantasy VII seinen Lauf nehmen.

Nun 
überlebt dieser in Final Fantasy VII Remake jedoch, weil die Moiren im Hintergrund offensichtlich besseres zu tun haben. Was genau auch immer, ob wir es je erfahren werden?

Hier wird es jetzt verwirrend, weil ohne dessen Ableben auch die Ereignisse von Final Fantasy VII Remake so nicht hätten stattfinden dürfen und die Veränderung des eigenen Schicksals nicht die Vergangenheit beeinflussen würde. Eine Erklärung dazu liefert das Spiel jedoch gleich selbst, indem offensichtlich und demonstrativ eine Chipstüte mit Stamp – ein Maskottchen von Shinra, welches zu Kriegszeiten als Propaganda-Material genutzt wurde – drauf, welcher konträr zum Rest des Spiels 
hier als komplett andere Hunderasse dargestellt wird, durch das Bild weht. Eine Erklärung die eigentlich auch mehr verwirrt als Antworten schafft, da dies meiner Meinung nach eine andere Zeitlinie impliziert, sein Schicksal zu verändern aber nicht die Zeitlinie ändert und auch wenn die Moiren im Hintergrund was auch immer anderes zu tun hatten, das Überleben von Zack Fair ebenso wie jenes von Wedge nachträglich korrigiert werden müsste. 

Nun könnte man sagen, dass diese Szene reiner Fanservice sein soll, immerhin spielt dieser Charakter eine wichtige Rolle im Universum von Final Fantasy VII und war Aeriths erste Liebe. Letzteres und das geänderte Schicksal – und damit höchstwahrscheinlich auch jenes von Aerith, lassen mich allerdings glauben, dass dahinter mehr steckt. Ein mögliches Zusammentreffen, würde allerdings in keinerlei Hinsicht einen Sinn ergeben. Da Cloud und seine Party durch die Befreiung von den Fesseln des Schicksals definitiv keine Zeitlinie gewechselt haben dürften, zumal dann auch Cloud, Barret, Tifa, Aearith, Red XIII und eben auch Sephiroth doppelt in dieser Zeitlinie existieren müssten – oder zumindest Cloud. Ihr seht, es ergibt eben nur fast alles einen Sinn.

Ich hoffe wirklich Tetsuya Nomura hat hier nur eine unnötige und kontroverse Szene eingebaut, um ein mögliches Remake von Final Fantasy VII: Crisis Core zu pushen und Zack Fair spielt in Final Fantasy VII-2 keine Rolle – da er tot sein müsste, aber wer weiß schon was diesem durch den Sinn geht und ob man hier nicht ein riesiges Plothole gebastelt hat.

Was meint ihr, bekommen wir hier jetzt eine Shitshow auf dem Level von Kingdom Hearts oder wird es eine vernünftige Erklärung geben?

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2 Kommentare:


darkarth
vor 1 Monat | 0
Ich habe immernoch große Zweifel daran, dass sie in die Toten sozusagen in die aktuelle Zeitlinie zurückholen und finde genug Hinweise, die das für mich ganz anders aussehen lassen. Zwei Hinweise dazu sehe ich im Ultimania Interview. Der eine ist, dass betont wurde, dass die zukünftigen Teile keine großen Storyveränderungen erfahren werden. Nun wäre es aber ziemlich sinnlos jemanden nochmal zurückzuholen, ohne dass es einen großen Impact auf die Story hätte.

Der zweite HInweis ist, dass Nomura sagte:

"Wir dachten, dass es nur eine subtile Veränderung gibt, bei der Sie Biggs am Ende lebend sehen, was Sie denken lässt: „Warte, das ist komisch…“ und ein leichtes Gefühl des Unbehagens vermittelt. Aber dann dachten die Mitarbeiter, wenn Platz für mehr Szenen ist, fügen wir es einfach hinzu (lacht)."

Ich weiß nicht, wie ihr es seht, aber die Meisten sind sich ja darin einig, dass das Spiel sehr gut ist, bis zu eben diesen Punkt. Und wenn man sich vergegenwärtigt, wie sorgfältig sie mit der Story umgegangen sind, kann man eigentlich auch davon ausgehen, dass sie wissen, was sie mit solchen Szenen in uns verursachen. Und wie wir hier lesen, wollte man uns bewusst mit diesem Gefühl zurücklassen und uns eventuell auf eine falsche Fährte führen, damit wir was zum Spekulieren haben.

In der Szene mit Zack sehen wir Midgar explodieren. Ich frage mich bis heute, was da explodiert? Aber das ist garnicht so wichtig.

Wichtig ist, dass wir sehen, dass die Funken dieser Explosion bis hin zu Zack fliegen. Dann gibt es einen Cut zu Midgar und die Kamera schwenkt rüber zu Biggs. In diesem Szenario sehen wir die Funken auch überall. Das bedeutet für mich auf jeden Fall, dass beides in der selben Zeitlinie / Dimension spielen muss.

Und dann gibt es wieder einen Cut, wo wir uns offenbar wieder in der Gegenwart befinden (ohne Funken). Erst sehen wir Marlene, dann Barret und das Team und dann sehen wir, wie nur Aerith zu spüren scheint, dass Zack und Cloud aus der anderen Zeit an ihr vorbeilaufen und sie reuevoll nach unten blickt.

Wenn Zacks Überleben nun Teil der Gegenwart wäre, würde Cloud sein Bustersword nicht haben können und fast alles weitere würde sich drastisch verändern. Da es aber ja nun keine großen Verändeurngen geben soll, kann das, was wir von Zack gesehen haben, nicht Teil der Gegenwart sein und damit kann auch Biggs Überleben nicht Teil der Gegenwart sein.

darkarth
vor 1 Monat | 0
Meine Idee dazu ist, dass wir hier eine Variante der Geschichte sehen, von der Aerith weiß, dass sie existieren könnte, wenn sie selbst auch überlebt. Wenn sie aber überlebt, wird Holy oder der Lebensstrom nicht dazu in Bewegung gesetzt, Meteor aufzuhalten, was bedeutet, dass alle sterben würden.


Das bedeutet wiederum, dass Aerith die Möglichkeit, dass Zack und Avalanche noch leben, opfern muss, um die Menschheit von Jenova/Sephiroth zu befreien. Und das will sie den Anderen natürlich nicht sagen, weil sie eventuell Angst hat, dass sie sie aufhalten würden, weil sie dann ihre Freunde retten wollen.


Aber es würde ihren Motiven mehr Impact geben.

Im Original könnte es theorethisch ähnlich gewesen sein. Nur das Aerith erst im alten Tempel alles erfahren hat und sie deswegen schnurstracks zur vergessenen Stadt gelaufen ist um sich von Sephiroth umbringen zu lassen. Eventuell ist dies Opfer nötig um Holy zu aktivieren?


Ich denke trotzdem, dass es Änderungen geben wird, sonst würde es wenig Sinn machen, dass Schicksal zu besiegen. Aber sie werden vermutlich nicht den Plot grundlegend verändern sondern alles in dem Rahmen halten, wie es im Original hineininterpretiert werden könnte.

Sowohl meine Interpretation vom Ende und Aerith als auch der Twist, dass Shinra ihren eigenen Reaktor zerstört, wären gute Beispiele dafür, wie es läuft.

Beides kann man ins Original hineininterpretieren, wenn man will.

Die Frage ist jetzt ja nur, woher Aerith und Sephiroth bereits alles wissen? Nun es gibt eine Theorie im Internet die besagt, dass Sephiroth (eigentlich ist es ja Jenova) aus der Zukunft kommt, um zu verhindern, was im Original passiert ist, damit sie nicht wieder verliert und das Remake eigentlich ein Sequel von Advent Children ist. Es gibt wirklich sehr sehr viel, dass subtil darauf hinweist, sodass man nur schwer daran zweifeln kann.Aber wir werden es sehen.