Test: Animal Crossing: New Horizons

Von Andreas Held am 30. März 2020

Willkommen zu meinem kleinen Reise-Tagebuch.

Anm. d. Red.: Animal Crossing: New Horizons unterstützt lediglich eine Insel pro Switch-Konsole. Ferner wird der erste Spieler, der das Spiel startet, zum Inselsprecher gemacht. Bis zu sieben weitere Personen können mit derselben Switch-Konsole auf der vom ersten Spieler erstellten Insel einziehen. Sie erhalten ihr eigenes Haus und Zugriff auf fast alle Gameplay-Features von New Horizons, sind jedoch nicht dazu in der Lage, eigenmächtig neue Bauprojekte zu starten oder die Position neuer Gebäude zu bestimmen. Wollt ihr als zusätzlicher Bewohner Einfluss auf diese Dinge nehmen, müsst ihr euch also außerhalb des Spiels mit dem Inselsprecher abstimmen und diese Entscheidungen gemeinsam fällen.

Tag 1 - 19. März

Heute war es endlich soweit. Ich durfte mein altes, trostloses Leben hinter mir lassen und mit Nook Inc. auf einer bislang unbewohnten Insel noch einmal ganz von vorne anfangen. Irgendwann im Laufe des Tages, ich hatte nicht auf die Uhr geschaut, kamen wir dann auf dem Eiland an. "Wir" - das sind meine beiden Nachbarn Plucky und Poncho, die sich diese Insel mit mir teilen werden, sowie Tom Nook und seine beiden Helfer, die uns beim Leben in der Wildnis unterstützen wollen. Zum Start bekamen wir alle nur ein Zelt, eine Lampe, ein Radio und ein Camping-Bett - aber das kann ja noch werden. Für Nahrung ist gesorgt, denn auf dieser Insel wachsen überall Pfirsiche.

Am Abend gab es eine kleine Feier, aber da ich nicht so der Partylöwe bin, habe ich mich in meinem Zelt ein bisschen hingelegt. Es war schon nach Mitternacht, als mich ein etwas irritierter Tom Nook noch einmal aufwecken musste, da ich meine Rechnung noch nicht bezahlt hatte! Weil ich kein Geld bei mir habe, darf ich auf der Insel verschiedene Arbeiten verrichten (z.B. Unkraut jäten oder Blumen pflanzen), die dann in Bonusmeilen umgerechnet werden - habe ich genug gesammelt, gilt meine Rechnung als bezahlt.

Nook zeigte mir außerdem seine Werkbank, auf der ich aus fünf Ästen eine kleine Angel herstellen durfte. MacGyver wäre stolz auf mich! Plucky brachte mir dann noch bei, wie man aus Unkraut einen Regenschirm bauen kann, und ich verkaufte ein paar Pfirsiche und Muscheln an Timmy, um mein erstes Geld zu verdienen, mit dem ich mir dann ein paar Anziehsachen bestellte.

Tag 2 - 20. März

Heute sollte mein großer Tag sein! Immerhin hatte ich alle Zeit der Welt, um mein neues Leben auf der Insel mal so richtig zu genießen. Die Bonusmeilen zum Bezahlen meiner Rechnung hatte ich recht schnell zusammen. Tom Nook bot mir daraufhin an, mein Zelt durch ein richtiges Haus auszutauschen, das ich nun aber mit Geld abbezahlen muss. Außerdem wurde ich in das Bonusprogramm Miles+ aufgenommen. Damit kann ich mir durch kleinere Aufgaben, die immer wieder neu generiert werden, quasi unbegrenzt viele Bonusmeilen verdienen.

Das wird jedoch warten müssen, denn leider fehlen mir noch viele Werkzeuge, um wirklich viel auf der Insel machen zu können. Ich habe keine Axt und keine Schaufel, und da ich die Flüsse nicht überqueren kann, kann ich momentan nur knapp ein Drittel der Insel begehen. Fische angeln und Schmetterlinge fangen wurde sehr schnell langweilig, sodass ich mich schon am frühen Vormittag in mein Zelt zurückgezogen habe. Hoffentlich passiert morgen irgendwas aufregendes.

Tag 3 - 21. März

Mein Haus ist schon fertig! Es ist nur marginal größer als mein Zelt, kommt dafür aber mit einem Lagerraum und einer Einrichtungssoftware zum Platzieren von Möbeln und Deko-Objekten. Letztere ist etwas fummelig, aber man gewöhnt sich dran. Es sieht jetzt alles noch etwas zusammengewürfelt aus, weil die meisten meiner Einrichtungsgegenstände sprichwörtlich vom Himmel gefallen sind, aber das wird sicher noch. Mittlerweile habe ich auch meine eigene Werkbank, aber warum kann ich Rohstoffe, die in meinem Lagerraum liegen, nicht direkt zum Werkeln benutzen? Ich muss jedes Mal erst nachsehen welche Materialien ich brauche, dann ins Lager um die nötigen Bauteile zu holen, wieder zur Werkbank um das gewünschte Item herzustellen, und dann noch mal zurück ins Lager um die überschüssigen Rohstoffe wieder abzulegen. Das ist umständlich und lästig.

Nook hat mir im Lauf des Tages ein Ticket gegeben, mit dem ich auf eine andere Insel fliegen kann. Am Zielort konnte ich dem Piloten mit Bonusmeilen eine Axt und eine Schaufel abkaufen, was momentan immer noch meine einzige Möglichkeit ist, an diese Werkzeuge ranzukommen. Ich nutzte meine Zeit vor allem zum Holzhacken, da Nook seinen eigenen Laden bauen will und dafür tonnenweise Holz braucht. Ich konnte aber auch ein paar Kokosnüsse einsacken, die ich direkt zu Hause gepflanzt habe, und sogar ein Dinosaurier-Fossil mitnehmen.

Ausflüge auf andere Inseln machen Spaß, aber Nook lässt sie sich mit Bonusmeilen recht teuer bezahlen. Der Pilot hat mir sogar versprochen, jedes Mal wenn wir verreisen ein neues Eiland anzufliegen. Teilweise sehen diese Ausflugsziele schon sehr ähnlich aus, aber trotzdem macht es Spaß, die unbewohnten Inseln von oben bis unten zu plündern.

Tag 5 - 23. März

Ich war gestern enorm fleißig und habe nicht nur mein erstes Haus abbezahlt (das dann gleich seine zweite und doppelt so teure Ausbaustufe erhielt), sondern auch die Materialien für Tom Nooks Laden zusammengeschafft. Außerdem habe ich die Bonusmeilen-Aufgabe erfüllt, für die man 100 Fische fangen muss, ohne einen einzigen Fehler zu machen. Bin ich froh, dass ich das hinter mir habe!

Zur Belohnung ging es heute dann mal ordentlich voran auf dieser Insel. Zu allererst war da die kleine, aber charmante Einweihungsfeier für Nooks Laden. Danach habe ich den Bau unserer ersten Brücke in Auftrag gegeben und die nötigen Materialien dafür bereitgestellt. Zuguterletzt hat Nook die Critterpedia auf meinem Smartphone installiert, in der alle Fische und Insekten gespeichert werden, die ich jemals gefangen habe. Insgesamt hat die App Platz für 160 verschiedene Spezies - für Beschäftigung ist also auch langfristig gesorgt. Und offenbar ist Museumswärter Blathers so angetan von dieser Artenvielfalt, dass er sich diese Insel zumindest einmal näher ansehen will.

Tag 6 - 24. März

Puh, es ist beinahe schon Mitternacht und ich bin gerade erst völlig übermüdet in mein Bett gefallen, aber die Zeit für diesen Tagebucheintrag muss ich mir noch nehmen. Der Tag begann mit der Einweihungsfeier für unsere neue Brücke, was ich für so eine billige Holzbrücke schon etwas theatralisch fand. Aber okay. Danach kümmerte ich mich um Blathers und zeigte ihm so viele Lebewesen und auch Fossilien, dass er sich noch am selben Tag dazu entschied, ein Museum bei uns zu eröffnen!

Dummerweise konnte ich meine Klappe nicht halten und habe vor allen Leuten, die ich auf meinen Reisen zu anderen Inseln getroffen habe, ordentlich von meiner neuen Heimat geschwärmt. Jetzt wollten gleich drei von ihnen gleichzeitig bei uns einziehen - nachdem Tom Nook sie mit dem Versprechen geködert hatte, dass sie nicht nur ein Zelt, sondern gleich ein vollständig möbiliertes Haus bekommen! Wir haben uns die Arbeit dann geteilt - ich sollte die Inneneinrichtung stellen und Nook kümmert sich um die vier Wände drumherum. Mein Tag bestand dann daraus, aus den verschiedensten Materialien insgesamt 18 Möbelstücke zu fertigen. Mittlerweile habe ich auch eine Leiter und einen Stab zum Überqueren von Flüssen, sodass ich meine komplette Insel nach Rohstoffen absuchen konnte. Da das nicht reichte, musste ich mich dann obendrein noch zwei mal ausfliegen lassen, um alle nötigen Rohstoffe zu beschaffen. Der Tag war also lang und anstrengend, aber irgendwie hat es auch Spaß gemacht.

PS: Ich hasse Taranteln.
PS2: Und Wespen noch viel mehr.
PS3: Warum klingt der Standard-Klingelton auf Tom Nooks Smartphones eigentlich wie das Lachen von Woody Woodpecker? Darf er das überhaupt einfach so verwenden?

Tag 9 - 27. März

Da es an den letzten Tagen nicht mehr so viele Neuigkeiten gab, habe ich mich mal um die Einrichtung meiner mittlerweile zwei Zimmer umfassenden Wohnung gekümmert. Ich habe mir im Hinterzimmer einen Hauswirtschaftsraum und ein großes Wohn- und Schlafzimmer eingerichtet.

Nachtrag: Ich habe zwei Bilder von meiner Wohnung gemacht. Gefällt sie euch?

Tag 11 - 29. März

Mit der Eröffnung der neuen Stadthalle ist unsere Insel jetzt zu einem richtigen kleinen Dorf herangewachsen. Nook hat auch sofort klargestellt, dass dies nicht das Ende der Entwicklung sein wird und plant bereits die nächsten Gebäude und Projekte, um das Leben in unserem kleinen Stadtstaat noch weiter voranzutreiben.

Trotzdem denke ich, dass dies ein guter Zeitpunkt ist, um mein Tagebuch zu beenden und zum Abschluss ein kleines Fazit darüber zu ziehen, wie sehr mir mein Inselleben gefällt. Und die Antwort lautet ganz eindeutig: Außerordentlich gut. Das Leben schreitet hier nur ganz langsam voran, was ich insgesamt aber als einen großen Pluspunkt empfinde. Ich bin jeden Morgen unglaublich gespannt darauf, die vollendeten Bauprojekte zu begutachten und zu erfahren, was Tom Nook wohl als nächstes geplant hat. Die täglichen Aufgaben, mit denen ich Rohstoffe sammele und Geld verdiene, sind extrem simpel - aber trotzdem, oder vielleicht genau deshalb, bereiten sie mir auch extrem viel Freude. Manchmal ist weniger eben mehr, was übrigens auch für das optische Erscheinungsbild unserer Insel gilt. Es sieht alles ein bisschen einfach aus, aber trotzdem finde ich unser Inselparadies und auch meine kleine, selbst eingerichtete Wohnung richtig schick anzusehen.

Somit steht natürlich fest, dass ich auch nach dem Abschluss meines kleinen Reiseberichts definitiv weiter als rechte Hand von Tom Nook an der Entwicklung unserer neuen Heimat mitwirken möchte. Ich bin schon unglaublich gespannt darauf, welche Ideen sich unser Rudelführer noch einfallen lässt und wie unsere kleine Gemeinschaft in einigen Wochen oder gar in einigen Monaten aussehen wird. Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit noch sehr lange dauern, bis ich auch nur annähernd das Gefühl habe, dass es hier nichts mehr zu tun gibt und ich alles gesehen habe.

Wertung:

9.5

Andreas Held meint:

"Ich will hier nie wieder weg."
Spielerlebnis: Herausragend
Umfang: Herausragend
Technik: Sehr gut

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2 Kommentare:


michi1894
vor 2 Monaten | 4
Schöner Test, auch das Format macht absolut Spaß zu lesen.

nibez
vor 1 Monat | 2
Danke für den Bericht!
Ich hab ja noch nie ein Animal Crossing gespielt, aber NH scheint ja wirklich gelungen zu sein.
Da ich die Switch dann aber so oder so teilen müsste, geht es mir schon sehr auf den Sack, dass man nur eine Insel anlegen kann. Dümmste Entscheidung einfach.