Teamplay #58: Das spielt die Redaktion

Von Die Redaktion am 12. Januar 2020

In Teamplay verschaffen wir euch regelmäßig sonntags kurze Eindrücke darüber, was die Redakteure von NplusX gerade zocken. Hier geht es zu unserer letzten Ausgabe von Teamplay.

Andy: Momentan habe ich deutlich mehr Interesse an Retro-Titeln als an aktuellen Spielen, weshalb ich mir mal einige der NES-Spiele angeschaut habe, die Nintendo erst kürzlich zur Online-Bibliothek hinzugefügt hat. Journey to Silius war mir bereits ein Begriff und stammt von Sunsoft, die auf Nintendos erster Heimkonsole reihenweise Titel veröffentlicht haben, die zwar sehr gut, aber nicht kommerziell erfolgreich waren. Auch Journey to Silius hat viele Fans, aber ich werde wohl keiner davon. Der Schwierigkeitsgrad und die träge Steuerung des Titels erinnern an Dark Souls - mit dem Unterschied dass man nach dem dritten Game Over nicht am letzten Lagerfeuer, sondern im Titelbild landet. Da höre ich mir lieber noch einige Male den Soundtrack des Spiels an, denn die Hintergrundmusik des zweiten Levels ist für mich das beste Musikstück, das je für einen NES-Titel komponiert wurde. Checkmate, Mega Man!

Etwas besser gefallen hat mir Vice: Project Doom, das wie ein Lizenzspiel zu einem amerikanischen Actionfilm anmutet, aber keines ist. Stattdessen haben sich die Entwickler ordentlich bei Ninja Gaiden bedient und obendrein die Dreiteilung in Action-, Fahrzeug- und Shooter-Levels ausgerechnet bei The Adventures of Bayou Billy abgeschaut. Auch wenn ich irgendwann sehr spät im Spiel das Handtuch geworfen habe, würde ich den Schwierigkeitsgrad des vergleichsweise storylastigen 8-Bit-Titels insgesamt als sehr fair bezeichnen. Der stärkste Aspekt des Titels ist wohl seine Optik - das kleine japanische Studio Aicom hat es nämlich irgendwie geschafft, Nintendos Dinosaurier einige sehr detaillierte Grafiken zu entlocken und dabei gleichzeitig die weit verbreiteten Slowdowns und Sprite-Flackereien größtenteils auszubügeln.

Michi: Ich habe mir Rise of the Tomb Raider etwas genauer angesehen und ein paar Stunden in das Abenteuer rein gespielt. Nach dem ersten Reboot von Lara Croft, das ich bereits auf XBOX One gespielt hatte, durfte ich dessen Fortsetzung nun dank Google Stadia im monatlichen Abo ohne Zusatzkosten spielen. Die Fortsetzung setzt meiner Meinung nach eine ganze Schippe drauf und spielt sich deutlich flotter, als der Vorgänger. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass Lara nicht nur das kleine, ängstliche Mädchen ist, das von einer Verletzung zur Nächsten humpelt, sondern die junge Frau Croft ist zur Frau gereift. Sie aggiert deutlich selbstbewusster und die Geschichte wirkt interessanter. Dabei sind noch genügend spielerische Elemente des Tom Raider-Spiels vorhanden, sodass ich gleich wusste, was zu tun war und die Neuerungen sind überschaubar. Allerdings macht das Abenteuer und die damit verbundenen Erkundungen eine Menge Spaß und so bereue ich fast ein wenig, nicht bei Shadow of the Tomb Raider neulich zugeschlagen zu haben.

Deniz: Ich bin aktuell im Final-Fantasy-Fieber. Der näherrückende Release des Remakes zum Fan-Liebling Final Fantasy VII hat mich dazu bewegt, mir endlich mal das Original anzuschauen - oder zumindest die Switch-Version davon, die von einigen Annehmlichkeiten profitiert. Dank des Turbo-Modus konnte ich nämlich lange Fußwege und Kämpfe mit dreifacher Geschwindigkeit bewältigen und schaffte es damit, den PSOne-Klassiker in wenigen Tagen zwischen den Jahren durchzuspielen. Abschließend kann ich nur sagen, dass ich das Spiel sehr gut fand und seinerzeit wahrscheinlich begeistert gewesen wäre, aber gerade an der Grafik und den fummeligen Minispielen hat der Zahn der Zeit sichtbar genagt. Ich bin jedenfalls gespannt aufs Remake und habe in der Zwischenzeit einen weiteren Teil der Reihe auf meiner Switch angefangen: Final Fantasy XII: The Zodiac Age. An diesem recht Star-Warsesquen Ableger reizt mich vor allem das einzigartige Kampfsystem. Mit sogenannten Gambits lassen sich alle Partymitglieder sehr fein programmieren und Kämpfe somit automatisieren. Das bedeutet zum Einen zwar viel Gefrickel im Menü, aber es ist schön, wenn eine Strategie aufgeht und man sich die nächsten Kämpfe über keinerlei Gedanken mehr machen muss.

Matthew: Ich habe mir die Herausforderung gestellt, alle vier Pfade in Fire Emblem: Three Houses nur mit der Haus-internen Truppe abzuschließen ohne dabei eine Einheit im Kampf fallen zu lassen. Nachdem ich endlich alle vier Geschichtsperspektiven gesehen habe, empfinde ich Claudes Weg am sympathischsten. Er verfolgt nicht nur einen Weg ohne Gewalt. Seine Neugierde für die Welt und das Interesse den Rassismus zu bekämpfen, um Fódlan mit dem Rest der Welt zu vereinen sind nobel. Darüber hinaus gefiel mir sein Ende am besten. Ebenfalls konnte ich sämtliche Truppen und deren Schüler kennen lernen. Claudes Truppe sagte mir hier allerdings am wenigstens zu, da ich die Hälfte der Klasse unsympathisch fand.

Ebenfalls veränderte sich meine Einstellung, nachdem ich die Seite von Rhea erfahren habe – ihre Motive, ihre Einstellung und Ansichten. Da jedes Ende seine eigene Geschichte schreibt, gibt es in diesem Ableger kein gutes oder schlechtes Ende. Jeder kann für sich entscheiden, welche Moral er vertritt und welche Ansichten er teilt. Damit schlage ich mich persönlich auf Rheas Seite und nehme die Kirche Seiros in Schutz.

Die Geschichte selbst fesselte mich, doch um alle Pfade eigenständig zu erleben, muss viele bekannte Teile der Geschichte wiederholt werden: Jedes New Game+ verlangt die ersten 12 Kapitel abzuspielen, obwohl diese sich kaum bis gar nicht verändern und können gezielt übersprungen werden.

Das Gameplay an sich hat mir auch diesem Ableger sehr gefallen, auch wenn mich manche Punkte als Fire Emblem-Veteran etwas ungewohnt trafen. Hauptsächlich musste ich mich an das neue Klassensystem gewöhnen und konnte mich erst ab dem zweiten Playthrough meine Klassen für meine Einheiten besser planen. Mehr zu meinem Eindrücken könnt ihr in meiner persönlichen Review auf NplusX nachlesen.

Mit welchen Spielen seid ihr ins neue Jahr gestartet?

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9 Kommentare:


Asinned
vor 9 Monaten | 3
Nachdem ich AC Odyssey endlich abgeschlossen habe, spiele ich Shadow of the Tomb Raider. Environment Grafik ist top, Gesichtsanimationen eher nicht so, aber die optionalen Gräber haben richtig coole Rätsel. Im Coop machen meine Freundin und ich eine Pause von Divinity OS2 (fesselt mich auch nicht so) und spielen dagegen Overcooked 2. Das ist mega gut, gefühlt aber einen Tick leichter als Teil 1

Pogo
vor 9 Monaten | 2
Ich spiele dank GamePass PC gerade Rise of the Tomb Raider. Ich war absolut kien Fan vom ersten Teil und hab mich durch den nur durchgequält. Dennoch hab ich dem ganzen eine Chance gegeben, weil es eben umsonst ist. Es gefällt mir sehr! Deutlich besser als der erste Teil. Es tut dem Titel sehr gut, dass nicht mehr diese nervigen kack Charaktere aus dem einser dabei sind, und dass Lara nicht mehr diese Heulsuse. Die Story ist auch ein bisschen interessant, Charaktere ebenfalls. Ist alles immernoch meilenweit von Uncharted entfernt, aber das Gameplay mit den Gräbern und den Feuergefechten ist mindestens genauso gut, wenn nihct besser. Auch Grafische in echtes Brett. Aus irgend einem Grund, ist das Spiel aber so dunkel, dass man oft echt sehr wenig sieht. Besonders toll, wenn Lara ihr Leuchtstäbchen nicht anmacht...

Matthew1990
vor 9 Monaten | 0
@Slash-Kamei
Falls du es liest:Du hattest gefragt,ob ich nun nach Fire Emblem mit The Witcher anfange.
Ne, noch nicht. Erst einmal Diablo III und Link's Awakening. Wann dieses Jahr The Witcher dran kommt, muss ich noch schauen. :)

Slash-Kamei
vor 9 Monaten | 1
Na da hast du ja noch einiges vor dir :)
Man wird im Witcher echt erdrückt mit Nebenquests, so dass man gar nicht weiß, was man als nächstes machen soll...ich bin echt mal gespannt wie lange ich da noch beschäftigt sein werde...
Matthew1990
vor 9 Monaten | 0
Genau deshalb wollte ich vor The Witcher 3 noch Luigis Mansion, Pokémon und Link's Awakening abschließen. Ich habe auch gehört, dass The Witcher 3 viele Stunden benötigt, wenn man alles abschließen möchte. xD
Und da die Nebenquests alle extrem gut sein sollen, wollte ich diese auch nach gehen. :)
Ich hoffe, du hast dabei noch eine menge Spaß! :D


TraxDave
vor 9 Monaten | 0
Frage an Deniz:
Auf wieviel Zeit belaufen sich die "einigen Tage" denn bei Final Fantasy VII ungefähr? Hab die Switch-Version schon vor einiger Zeit angefangen und eine Zwangspause eingelegt (bin noch ganz am Anfang bei geschätzt 5 Stunden), würde jedoch gerne vor dem Remake (das ja gerade auf 10. April verschoben wurde) EASY fertig werden. :P

Denios
vor 9 Monaten | 1
Also wenn man den Turbo großzügig nutzt und wie ich einen großen Teil des optionalen Krams links liegen lässt, kommt man in unter 25h durch.
TraxDave
vor 9 Monaten | 0
Ich glaube anders ist das Nicht-Remake auch gar nicht mehr durchzuspielen. :P
Danke für die Info. :)

Denios
vor 9 Monaten | 0
Man kann es sicher auch "normal" durchspielen, aber dann dauert es halt locker über 50h und das wäre auf jeden Fall sehr anstrengend :D Habe das Spiel ja schon auf der Vita gehabt, aber extra für den Turbomodus dann doch die Switch-Version gekauft :D