Test: Assassin's Creed: The Rebel Collection

Von Michael Prammer am 02. Januar 2020

Nach Assassin's Creed III Remastered schafft es nun auch der vierte Hauptteil der Serie im Bundle mit dem nachfolgenden Zwischentitel Assassin's Creed: Rogue auf Nintendo Switch. Ob das Paket auch spielerisch überzeugen kann, verrät unser Test.

Assassin's Creed: The Rebel Collection beinhaltet insgesamt zwei Assassin's-Creed-Spiele sowie deren DLCs, was für eine ganze Menge Umfang sorgt. Das wäre zum einen der vierte Hauptteil der Meuchel-Serie, Assassin's Creed: Black Flag. Dieser führt den Spieler als Edward Kenway in die Karibik um die Zeit des großen Piraten Black Beard, der zufälligerweise eine tragende Rolle im Abenteuer spielt. Die Geschichte ist dabei relativ spannend erzählt und führt, typisch für die Serie, auch den Assassinen-Orden in die Gewässer rund um die Bahamas und Kuba. Die Story wechselt dabei immer wieder zwischen Gegenwart und der Zeit des Spielgeschehens ab, was ebenfalls völlig normal für die Serie ist. Im Vergleich zu anderen Serienteilen bedient sich Black Flag jedoch relativ dezent an diesem Feature, sodass auch Spieler, die sich in anderen Teilen daran gestört haben, weitaus weniger zu meckern haben werden.

Zwei Spiele mit an Bord

Zum anderen ist auch der Nachfolger Assassin's Creed: Rogue Bestandteil der Collection. Das Spiel stellt eine Verbindung zwischen Assassin’s Creed 4: Black Flag und Assassin’s Creed 3 her und bildet somit den Abschluss der Kenway-Saga. Dem Spieler wird dafür die Geschichte des Assassinen Shay nähergebracht. Diese ist im Vergleich zum Piratenabenteuer um Kenway jedoch längst nicht so spannend und aufregend erzählt, weiß dennoch von Anfang bis Ende ordentlich zu unterhalten. Vielleicht mag die nicht ganz so brillante Story auch der Umgebung geschuldet sein, da ihr nicht mehr wie in Black Flag an schönen Stränden und Städten der Karibik umherreist, sondern mit dem „biederen“ Nordamerika Vorlieb nehmen müsst. Jedoch ist die Tatsache, dass es den Protagonisten eher auf die Seite der „Bösen“ schlägt, für den einen oder anderen Spieler sicher eine durchaus reizvolle Abwechslung zum normalen Seriengeschehen.

Zu Assassin's Creed braucht man ansonstem im Grunde nicht mehr allzu viel zu sagen, die Serie spielt sich wie eh und je. Möglichst ohne große Aufmerksamkeit zu erwecken versucht der Spieler seine Gegner leise und stilvoll um die Ecke zu bringen. Hin und wieder lassen sich Feuergefechte nicht vermeiden, der Sinn des Spiels ist jedoch vor allem der leise und heimliche Mord von Zielpersonen. Hierbei gibt es viele Möglichkeiten: Mal aus dem Gebüsch heraus euer Opfer packen und dort verschwinden lassen, ein anderes Mal schleicht ihr euch zwischen anderen Menschen hindurch, um im richtigen Augenblick zuzuschlagen. Wieder ein anderes Mal positioniert ihr euch auf einem Baum und meuchelt den ahnungslosen Gegenüber von oben. Egal ob Black Flag oder Rogue; die Spielmechanik funktioniert in beiden Teilen bestens.

Was in beiden Spielen ebenfalls richtig Laune macht, sind die Seegefechte. Ausgestattet mit einem Schiff und ordentlichen Bordkanonen wird auf hoher See auf Beutejagd gegangen. Ist ein feindliches Schiff gefunden, wird dieses zunächst einmal ordentlich „bearbeitet“, ehe ihr mit eurer Crew das Schiff entert und die gegnerische Truppe auf den Grund des Meeres schickt. Anschließend freut ihr euch auf die Beute, die es auf dem Schiff zu verdienen gab. Überhaupt zählen die Erkundungstouren auf den Schiffen zu den Highlights der Spiele. Es gibt in den offenen Spielwelten viele Inseln zu entdecken, die kleine oder große Schätze enthalten, sodass immer etwas zu tun ist, auch wenn die Story gerade einmal links liegen gelassen wird.

Ein Manko gibt es jedoch dann doch: Aus technischer Sicht betrachtet sind beide Abenteuer leider nicht immer ganz sauber gelungen und offenbaren den einen oder anderen Schnitzer. Vor allem die zum Teil sehr langen Ladezeiten und die regelmäßigen Bildrateneinbrüche sind an dieser Stelle zu erwähnen. Letztere stören zwar nur selten den Spielfluss bzw. Behindern das weitere Voranschreiten kaum, sie sollten bei einer Neuauflage in dieser Form aber einfach nicht in dieser Häufigkeit vorkommen. Andere Entwickler haben es schließlich auch geschafft Ports älterer Blockbuster deutlich sauberer auf die Switch zu bringen. Ansonsten sehen beide Titel (Black Flack besser als Rogue) optisch durchaus gut aus, wenn auch viele Texturen relativ matschig daherkommen. Die Soundkulisse wiederum kann voll überzeugen und macht einen gewohnt guten Job.

Fazit:

Assassins's Creed: The Rebel Collection liefert vor allem eines: jede Menge Umfang. Allein Assassins's Creed: Black Flag, welches eine tolle Story und fantastische Schauplätze parat hält, kann für mehrere Wochen unterhalten. Doch auch Assassin's Creed: Rogue braucht sich in Sachen Umfang nicht zu verstecken, auch wenn die Story nicht ganz so packend daherkommt wie der vierte Hauptteil der Serie. Zudem sind beide Titel mit den dazugehörigen DLCs ausgestattet, was für weiteren Spielspaß sorgen dürfte. Da fällt der fehlende Mehrspielermodus kaum ins Gewicht. Was hingen sauer aufstößt ist die technische Seite. Prinzipiell sehen beide Spiele optisch durchaus gut aus, doch es gibt lange Ladezeiten, zahlreiche Bildrateneinbrüche und auch diverse matschige Texturen. Das trübt das ansonsten stimmige Gesamtbild, schmälert aber eine Tatsache nicht: diese Collection unterhält euch für Wochen.

Wertung:

7.5

Michael Prammer meint:

"Ein üppiger Umfang mit zwei tollen Spielen trifft auf eine durchwachsene Technik mit lästigen Mängeln."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Herausragend
Technik: Mangelhaft

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