Test: Dauntless (Nintendo Switch)

Von Michael Prammer am 30. Dezember 2019

Ein Monster Hunter mit der Optik von Fortnite; so könnte man Dauntless beschreiben. Wir haben uns das Free-to-Play-Abenteuer auf Nintendo Switch etwas genauer angesehen.

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Jägers, der auf der fliegenden Insel Shattered Island lebt. Hier hausen eine beachtliche Anzahl unterschiedlicher Urzeitwesen, die sogenannten Behemoths, welche eine Bedrohung für das Ökosystem der Insel darstellen. Das liegt zum einen an dem Verhalten der Tiere, da diese gerne die Natur um sich herum zerstören, zum anderen aber auch an deren Fressgewohnheiten. Die Behemoths ernähren sich von der magischen Substanz Äther, welche die Insel in die Luft hält. Die Jäger – auch Slayer genannt – sind dafür verantwortlich, das Ökosystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen, sprich die Behemoths auf der fliegenden Insel zu vernichten.

Monster Hunter in einfach

Das Gameplay in Dauntless wirkt vertraut und dürfte Monster-Hunter-Spielern bekannt vorkommen. Charakter müssen nicht aufleveln, sondern werden nur durch neue Ausrüstungsgegenstände stärker und besser. Die einzige Möglichkeit, bessere Ausrüstung zu erhalten, besteht darin, Monster zu jagen und ihre Leichen nach wertvollen Teilen zu durchsuchen, um damit neue Waffen und Rüstungen zu basteln, die es dem Spieler wiederum ermöglichen, noch härtere Monster mit noch wertvolleren Teilen zu bekämpfen. Dem Spiel liegt hier eine einfache Mechanik zu Grunde, diese wurde jedoch unglaublich gut umgesetzt. Das Hauptaugenmerk der Aufgaben im Spiel konzentriert sich auf die reine Jagd nach den Behemoths. Das Monsterjagen steht klar im Mittelpunkt, Nebenaufgaben werden lediglich am Rande abgewickelt und haben kaum Einfluss auf das Spielgeschehen. Entweder ein einzelner Feind oder eine Gruppe von Widersachern – die Questbeschreibung gibt stets Aufschluss darüber, was gefordert ist. Dabei kann es, je nach Größe des Monsters, schon mal vorkommen, dass ein Kampf 30 Minuten geht. Im Grunde ist Dauntless aber dennoch auf das „schnelle Spiel“ ausgelegt. Um bestimmte Ausrüstungen zu ergattern, ist es wichtig, manche Monster immer und immer wieder zu besiegen, wodurch die Kämpfe mit der Zeit immer schneller zu erledigen sind.

Ausgangspunkt ist vor jeder Jagd die Stadt Remsgate. Hier finden Spieler allerlei Händler, Schmiede und andere NPCs, bei denen man seine neu gewonnenen Materialen zu neuen Waffen oder Rüstungen verarbeiten lassen kann. Hier beginnt auch die Vorbereitung für die nächste Jagd und die will gut überlegt sein. Nicht jedes Monster lässt sich nämlich gleich bekämpfen. Ein Eis-Behemoth mag kein Feuer, Slayer sind also gut beraten, sich hier mit einer Feuerklinge einzudecken. Ein Feuer-Behemoth hingegen fürchtet die Eisklinge. Unabhängig davon bleibt es allerdings jedem Jäger selbst überlassen, welchen Kampfstil er wählt. Es gibt Äxte, Doppelklinken, große Schwerter, etc. Jeder Spieler kann seinen eigenen Stil ausprobieren und für sich herausfinden, wie er die Monsterjagd am effektivsten gestaltet.

Jagen, Ausrüsten, Jagen

Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, wird eine Quest ausgewählt. NPCs wollen unterschiedliche Aufgaben erledigt haben, diese bringen allerdings nur Belohnungen für den Charakter. Wer im Spiel vorankommen und das heißt neue Monster finden möchte, der begibt sich auf die Monsterjagd. Diese findet im Normalfall immer mit anderen Spielern statt, darf aber auch alleine bewältigt werden. In der Regel stürzt man sich mit drei weiteren Slayern, sofern die Spielersuche funktioniert hat, ins Abenteuer und bekämpft gemeinsam einen Behemoth. Zu viel Spieltiefe darf hier allerdings nicht erwartet werden, da es einzig und alleine darum geht, das Ungetüm ausfindig zu machen und dann zu erlegen. Das heißt im Umkehrschluss, dass alle vier Jäger auf das Tier einprügeln und die Taktik komplett flöten geht. Gegenseitiges Heilen, Fallen stellen oder andere Kniffe, wie man sie aus Monster Hunter kennt, sollte man besser vergessen.

Technisch schafft es Dauntless auf der Switch leider nicht zu überzeugen. Die Bildrate wirkt sehr instabil und es kommt häufig zu Rucklern. Das ist in Anbetracht der relativ spartanischen Optik etwas schade. Fortnite bietet beispielweise einen ähnlichen Grafikstil, läuft aber deutlich sauberer. Wirklich irritierend ist, dass die schlechte Bildrate bereits in der Hubwelt beginnt. Dort, wo eigentlich kaum etwas los ist und das Spielgeschehen entspannt daherkommt, läuft schon kaum etwas flüssig. Kleine Entwarnung allerdings an dieser Stelle: unspielbar ist Dauntless keineswegs, man muss sich nur mit dem Geruckel arrangieren.

Dauntless ist komplett kostenlos spielbar, kann allerdings via Mikrotransaktionen „nachgebessert“ werden. Hier kann man sich beispielsweise für 10€ einen Season-Pass kaufen, der einige nette kosmetische Verschönerungen mit sich bringt und durch zusätzliche Aufgaben die Langzeitmotivation etwas steigert. Um das Spiel im Fortschritt voran zu treiben, taugen die Echtgeldeinsätze allerdings nicht, was hierbei absolut positiv hervorzuheben ist. Damit kann man Dauntless keine sogenannte „Pay-to-Win“-Mechanik ankreiden.

Fazit:

Dauntless ist eine spaßige und motivierende Monsterjagd, wenngleich das Spiel mit Monsterhunter nicht mithalten kann. Die kurzweiligen Trips zu den Behemoths machen Laune, der Drang nach neuen Rüstungsteilen und Waffen spornt an und lässt den Spieler immer wieder kurze Ausflüge zu den Monstern unternehmen. Dazu ist trotz den Mikrotransaktionen das gesamte Spiel ohne Einsatz von Echtgeld relativ gut kostenlos spielbar. Leider fällt die Technik absolut negativ auf und die Framerate geht bereits in der Hubwelt in die Knie. Wer darüber hinwegsehen kann, erlebt eine kurzweilige und größtenteils süchtigmachende Monsterjagd.

Wertung:

7.0

Michael Prammer meint:

"Trotz schlimmer Technik eine motivierende Monsterjagd."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Gut
Technik: Mangelhaft

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