Test: Children of Morta

Von Michael Prammer am 03. Dezember 2019

Ein Rogue-lite Hack and Slay mit Pixeloptik, da darf man gespannt sein, wie viel Spaß das bringt. Unser Test gibt Aufschluss darüber.

Die Geschichte erzählt von der Familie Bergson, die sich seit jeher dafür verpflichtet hat, den sagenumwobenen Berg Morta vor finsteren Mächten zu beschützen. Als sich die Dunkelheit erneut über das Land ausbreitet, greift Familienoberhaupt und Protagonist des Spiels, John, zu den Waffen. Die Familie ist jedoch etwas „geschwächt“, denn während die Ehefrau Nachwuchs erwartet, sind Mutter und Bruder bereits etwas in die Jahre gekommen und können John bei seiner Aufgabe nicht unterstützen. Er kann jedoch Hilfe von seiner ältesten Tochter Linda erwarten, nach einiger Zeit schließen sich darüber hinaus weitere Familienmitglieder der Kämpferriege an. Das Besondere an der Geschichte: Jede Figur bringt eine eigene Fähigkeit mit ins Spiel.

Die Familie hält zusammen

John ist der klassische Schwertkämpfer, Linda eine geübte Bogenschützin und die anderen Kinder haben verschiedene Waffen wie Dolche, einen Hammer, bloße Fäuste oder sogar magische Fähigkeiten. Jeder einzelne Charakter, sind sie denn im Verlauf der Geschichte erst einmal alle beisammen, steuert sich grundverschieden. Zum Voranschreiten des Spiels sind allerdings alle Protagonisten notwendig. Jeder Held/Heldin hat einen eigenen Talentbaum, der im Laufe des Spiels erweitert wird. Daher ist es auch ratsam, die Charaktere immer wieder durchzuwechseln, um die Kämpfer gleichmäßig zu skillen.

Children of Morta ist dem Hack-and-Slay-Genre zuzuordnen und bringt dabei eine gehörige Portion Rogue-lite mit sich. Will heißen, die Dungeons sind zufällig generiert und werden bei jedem Besuch und natürlich bei jedem Ableben der Helden neu zusammengewürfelt. Spielt man im Koop-Modus, besteht die Möglichkeit, sich gegenseitig wiederzubeleben, ansonsten startet man nach dem digitalen Tod des Helden wieder am Beginn des Dungeons. Sollte sich eines dieser Verliese als zu schwierig erweisen, ist Geduld gefragt, schließlich wird man mit jedem Durchlauf stärker, verbessert seine Skills und legt sich neue Taktiken zurecht, um beim nächsten Versuch erfolgreicher zu agieren. Dafür werden, ähnlich wie in Dead Cells (zum NplusX-Test), permanente Verbesserungen in einer Werkstatt angelegt, welche die Geschwindigkeit, die Ausdauer, die Angriffskraft oder die Lebensenergie steigern.

Rogue-lite trifft Retro

Bei Children of Morta ist Geduld gefragt. Immer wieder muss der Spieler die Dungeons wiederholen und ein gewisser Grad an „Grinding“ ist unablässig, denn die Verbesserungen sind minimal und einen Schwierigkeitsgrad gibt es nicht. So gestaltet es sich manchmal relativ zäh, bis man gewisse Fähigkeiten dahingehend entwickelt hat, bis eine bestimmte Stelle endlich gemeistert ist. Es gibt leider auch keinerlei Abkürzungen in den Verließen und so starten die Dungeons stets von vorne. Der Tod ist ein ständiger Begleiter und eine gewisse Frustresistenz setzt das Spiel voraus. Abhilfe kann hier stets ein zweiter Spieler schaffen, der das Abenteuer deutlich vereinfacht - nicht zuletzt, da ihr euch gegenseitig wiederbeleben könnt. Allerdings muss dieser Partner zwingend an eurer Konsole sitzen, eine Onlineanbindung bietet Children of Morta leider nicht.

Technisch kommt das Abenteuer sehr charmant daher. Die Diablo-ähnliche Topdown-Ansicht gepaart mit der verpixelten Retrooptik weiß von Beginn an zu gefallen und hat außerdem einige aufwändige Animationen zu bieten. Die Bildrate ist auf der Nintendo Switch allerdings nicht gerade stabil und das Spiel kommt oft ins Stottern. Dazu kommen teils lange Ladezeiten, die unnötig für diese Art von Spiel ausfallen. Die Soundkulisse kann überzeugen und gerade der englische Erzähler schafft eine super Atmosphäre und erzählt die Geschichte sehr unterhaltsam. Die Steuerung ist auch sehr gelungen, frei konfigurierbar und funktioniert während der Spieldauer von etwa 15 Stunden absolut problemlos.

Fazit:

Children of Morta ist ein tolles Rogue-lite-Action-Adventure, das mit einer interessanten Geschichte, einer super Soundkulisse und einer netten Optik daherkommt. Genretypisch liegt der Reiz im Abenteuer in der Wiederholung der Dungeons und neben Geduld und Ausdauer ist auch ein wenig Frustresistenz gefragt. Aber gerade mit einem zweiten Spieler lässt sich das Spiel gut an zwei Wochenende gemütlich durchspielen und dank der unterschiedlichen Charaktere ist eine Menge Abwechslung geboten. Leider läuft Children of Morta auf der Konsole nicht lupenrein und die Bildrate gerät merkwürdigerweise ab und zu leicht ins Stocken. Auch die langen Ladezeiten stören etwas und hätten dezenter ausfallen dürfen. Unter dem Strich kommt hier, gerade für die Wintermonate, ein netter Couch-Koop, den man unbedingt auf dem Schirm haben sollte.

Von uns getestet: Nintendo-Switch-Version

Wertung:

8.0

Michael Prammer meint:

"Charmantes Abenteuer mit leichten Technikschnitzern, zu zweit aber genial."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Gut
Technik: Durchschnittlich

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