Test: Ghostbusters - The Video Game Remastered

Von Michael Prammer am 24. Oktober 2019

Pünktlich zum Herbstanfang sind die Geisterjäger zurück in einem Remastered auf den aktuellen Konsolen. Wir verraten euch, ob der Titel zum gruseln schön oder eher schauderhaft ist.

If there's something strange...

Wer kennt die berühmte Titelmelodie der Ghostbusters-Filme nicht? Wenn die ersten Zeilen aus den Lautsprechern erklingen, dürften die meisten Spieler bereits einen Ohrwurm haben. Das Spiel zum Film ist dabei kein Unbekanntes und wurde bereits vor etwa 10 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht. Zur Geschichte muss an dieser Stelle daher nicht viel gesagt werden, sie bedient sich originalgetreu bei der berühmten Filmvorlage. Peter, Ray, Egon und Winston sind die Ansprechpartner schlechthin, wenn es um übernatürliche Ereignisse geht. Und sie haben sich Verstärkung in Form von Hoss geangelt, wobei dieser vom Spieler übernommen wird. Es verschlägt euch, wie schon in den beiden Filmen aus den 80ern, nach New York und gleich im Tutorial begegnet der Protagonist dem berühmten Geist Slimer.

Damit sind wir auch schon Spielprinzip angekommen. Bei Ghostbusters handelt es sich um ein Action-Adventure, bei dem der Held aus der Third-Person-Ansicht gesteuert wird. In einem kurzen Tutorial werden die Grundmechaniken vermittelt, die im Grunde das gesamte Spiel über Anwendung finden. Im Spiel geht es letztlich immer darum einen bestimmten Geist zu jagen, wobei dieser aber zunächst einmal von euch aufgespürt werden muss. Die wichtigste Waffe im Kampf ist dann die Protonen-Kanone, mit der ihr den schauderhaften Gesellen zu Leibe rücken könnt. Wichtig hierbei: Überhitzt das Gerät, ist es erst einmal eine Weile unbrauchbar und ihr seid in dieser Zeit dem Geist schutzlos ausgeliefert. Deshalb gilt es stets clever mit der Rückenbewaffnung umzugehen. In der Endphase eines jeden Kampfes geht es dann darum eine Falle aufzustellen, mit dessen Hilfe der geschwächte Geist dann dingfest gemacht werden kann. All das geschieht meistens zusammen mit mindestens einem Mitstreiter. Leider ist die KI eurer Mitstreiter nicht immer eine große Hilfe, sodass eure Kumpanen oftmals gerettet werden müssen, da sie von den Gespenstern in die Mangel genommen wurden. Gleichzeitig können aber natürlich auch eure Kollegen euch auf die Beine helfen, wenn es doch mal bei euch selbst eng wird. Dies wird im Verlaufe der Story auch sicher das ein oder andere mal passieren, da die Kämpfe mit zunehmender Spieldauer immer fordernder werden, wobei sie stets fair bleiben. Dank unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade ist für jeden Spielertyp eine passende Spielstufe dabei.

...in your neighborhood

Von euch eingefangene Geister spülen jedes Mal Geld in eure Tasche. Dieses wiederum lässt sich in diverse Upgrades ummünzen, die für den Spielfortschritt wichtig sind. Während sich kleinere Geister mit einfachen Fallen schnappen lassen, können größere Spukgenossen diesen nur ein müdes Lächeln abgewinnen. Hier bedarf es dann größeren Kalibern und so werden auch ganz große Geister, wie beispielsweise der bekannte der Marshmallow Man, irgendwann zu Geld verarbeitet. Die Steuerung klappt dabei in allen Fällen ausgezeichnet und nur selten steht die KI in Form der eigenen Mitstreiter etwas im Weg. Was speziell bei der Nintendo-Switch-Version etwas jedoch schade ist: Die Joy-Con dürsten regelrecht nach einem Einsatz der Protonen-Kanone. Es hätte sich einfach wunderbar angeboten, dieses Feature als Zusatzoption mit anzubieten, wobei das wohl wieder mit Arbeit verbunden gewesen wäre. Darauf hatten die Entwickler ganz offenbar keine Lust. 

Was hingegen bei allen Varianten prinzipiell in Ordnung geht, ist der Umfang. Dieser ist zwar nicht übermäßig groß, liegt aber mit etwa acht Stunden Spielzeit für die Story durchaus noch im Rahmen. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad, drei an der Zahl sind vertreten, ist ein zweiter Durchlauf zudem motivierend, ohne aber, dass es etwas wirklich Neues zu entdecken gibt.

Den nächsten Abschnitt beginnen wir mit einer Preisfrage. Was sollte ein Remastered bieten, um einen angemessenen Preis für das Werk verlangen zu dürfen? Eine überarbeitete Optik wäre nicht schlecht. Check, bietet diese Version. Gerade die Switch-Version, die wir getestet haben, sieht wirklich ordentlich aus und kann auch in hitzigen Geistergefechten mit einer ordentlichen Framerate auftrumpfen. Technisch macht die Umsetzung also einen mehr als guten Gesamteindruck. Zusätzlich wären aber noch ein paar neue Inhalte immer willkommen. Leider Fehlanzeige. Was sollte aber keineswegs passieren? Das Fehlen von Inhalten. Leider aber ist genau das beim hiesigen Ableger der Fall. Da wäre zum Beispiel der lustige Mehrspielermodus, der im Remastered einfach wegrationalisiert wurde. Kommt schon Jungs, das Spiel schreit doch förmlich danach und in beinahe allen Missionen ist man doch mit mindestens einem Kameraden unterwegs. Warum also ist da kein Multiplayer mit an Bord? Zudem vor allem für Filmfans ein ganz großes Ärgernis: die deutsche Synchronisation ist ebenfalls dahin. Na klar, ist auch deutlich angenehmer und schneller umzusetzen, als für jedes Land aufwändig neu zu vertonen. Im Originalspiel waren aber sowohl Multiplayer als auch eine tolle deutsche Synchronisation mit an Bord. Sehr schade und ärgerlich zugleich.

Who you gonna call?

Wer das Original nicht gespielt hat und auf die Ghostbusters-Filme steht, dem gratulieren wir herzlich. Denn dann ist dieses Spiel genau das Richtige für euch. Das Action-Adventure sieht ordentlich aus, spielt sich toll und wird gut präsentiert. Der Charme der Filme kommt bestens rüber und man fühlt sich vom ersten Moment an wie ein kleiner Hobby-Geisterjäger. Wer das Original kennt, dem gratulieren wir aber auch, denn er darf das Spiel getrost links liegen lassen. Denn jene Spieler hatte seinerzeit im Original einen Mehrspielermodus und eine deutsche Synchronisation mit dabei, die im Remastered leider wegrationalisiert wurden. An dieser Stelle muss man sich daher die Frage erlauben: Was soll das? Warum bietet man ein Spiel als Remastered an und lässt zwei essentiell wichtige Aspekte einfach weg? Profitgier? Faulheit? Was auch immer es ist, wissen wohl nur die Entwickler.  An der grundsätzlichen Qualität des Hauptspiels ändert dies aber natürlich nichts.

Von uns getestet: Nintendo-Switch-Version

Wertung:

7.0

Michael Prammer meint:

"Charmantes und solides Filmspiel, das jedoch wichtige Features des Originals vermissen lässt."
Spielerlebnis: Gut
Umfang: Durchschnittlich
Technik: Gut

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