Test: Resident Evil Zero (Nintendo Switch)

Von Michael Prammer am 17. Juni 2019

Resident Evil Zero lässt euch die Vorgeschichte des Erstlings noch einmal auf Nintendo Switch erleben. Wie sich die Neuauflage auf der Hybridkonsole schlägt, verrät unser Test.

Die Handlung setzt vor den Ereignissen des ersten Teils der Serie an und lässt euch in die Rolle von S.T.A.R.S.- Rekrutin Rebecca Chambers schlüpfen. Zusammen mit ihrem Team soll sie unerklärliche Morde in Raccoon Forest aufklären. Beim Einsatz stürzt der Hubschrauber der Einheit ab und die Besatzung überlebt nur knapp, verliert allerdings ihre komplette Ausrüstung. Auf dem Gelände stoßen sie auf einen Gefangenentransporter, der nur noch Leichen beinhaltet. Von einem Häftling, Billy Coen, fehlt allerdings jede Spur. Rebecca begibt sich in einen nahe gelegenen Zug, um nach weiteren Hinweisen auf den Verbleib des Gefangenen zu suchen. Als dieser sich auf mysteriöse Weise in Bewegung setzt, beginnt das Horror-Abenteuer.

Altes Prinzip mit neuer Dynamik

Am Spielprinzip hat sich nichts geändert. Die Hintergründe sind vorgerendert und lediglich die Charaktere sind dynamischer Natur. Das führt dazu, dass das Spiel über keine justierbare Kamera verfügt. Der Spieler kann je nach Spielszene gewisse Blickrichtungen wahrnehmen oder eben nicht. Dadurch ist beim Erkunden des Zugs oftmals auch ein Wechsel des Szenarios notwendig, um sich aus brenzligen Szenen zu befreien. Die Charaktere bewegen sich dank einer moderneren Steuerung dennoch bei weitem nicht so starr und träge, wie es noch bei den original Spielen der Fall war, sondern haben eine gewisse Dynamik mitbekommen. Der besondere Reiz an „Zero“ ist das Zug-Szenario, das wenig Raum zum Manövrieren lässt, da der Spieler stets in engen Wagons unterwegs ist.

Im Laufe des Abenteuers steuert der Spieler nicht nur Rebecca, sondern auch den flüchtigen Ausbrecher Billy. Das ungleiche Paar benötigt gegenseitige Hilfe, um sich den Zombihorden zur Wehr zu setzen. Kommt der eine mal nicht weiter, weil ihm eine wichtige Schlüsselkarte fehlt, wird diese vom anderen besorgt und via zuginterner Lastenzüge zugesteckt. Diese Spielmechanik hat leider zur Folge, dass man immer und immer wieder die gleichen Stellen im Spiel besucht. Zum Glück tauchen neue Monster und Gefahren an alten Stellen unerwartet auf und sorgen für neuen Horror oder aber alte Wege, die vorher frei begehbar waren, sind plötzlich versperrt. Das sorgt für Abwechslung.

Unterwegs gilt es für die beiden Helden unterschiedliche Gegenstände aufzusammeln, die vor allem den Waffen und der Gesundheit zu Gute kommen. Munition und Health-Packs sind Serien-typisch rar gesät und müssen stets mit Bedacht eingesetzt werden. Speicherpunkte gibt es auch nur wenige und gerade diese führen zu teilweise nervigem Backtracking. Richtig störend sind auch die Ladezeiten zwischen den einzelnen Wagons. Hier geht einiges an Spielfluss verloren.

Aus technischer Sicht gilt: Die Frischzellenkur bekommt dem Abenteuer richtig gut und vor allem die Charaktere sehen sehr gelungen aus. Auch die Hintergründe und die Beleuchtungen sorgen für die notwendige Atmosphäre und lassen den Gruselschocker in einem tollen, neuen Glanz erstrahlen. Leider sind die Zwischensequenzen nicht ganz so gut gelungen und wirken im Vergleich zu den in Echtzeit berechneten Szenen fast schon etwas blass. Hier hätte man in Sachen Inszenierung etwas mehr aus dem Spiel holen können, war doch gerade dieser Aspekt auf dem Gamecube noch ein großer Pluspunkt. Dennoch ist gerade im Hinblick auf Atmosphäre den Entwicklern ein tolles Remake gelungen.

Fazit:

Resident Evil Zero ist auf Nintendo Switch eine gelungene Umsetzung. Den Entwicklern ist ein ordentlicher Port mit einer dichten, gruseligen Atmosphäre gelungen. Die Frischzellenkur bekommt dem Titel absolut und lediglich bei den Zwischensequenzen und den Ladezeiten hätte man etwas mehr raus holen können. Die gelungene Mischung aus Kämpfen, Rätseln und Erkunden gepaart mit dem Koop-Part und dem Hin- und Herschalten zwischen den Charakteren tut dem Spiel richtig gut. Mit Ausnahme des vielen Backtrackings kommt kaum Langeweile auf. Switch-Besitzer dürfen sich auf jeden Fall auf eine gelungene Umsetzung mit nur ganz wenigen Macken freuen. Einen kleinen Punkteabzug gibt es allerdings dafür, dass die Switch-Version, obwohl nur als Download erhältlich, 10€ teurer ist als auf PS4 und Xbox One.

Wertung:

7.5

Michael Prammer meint:

"Gelungene Umsetzung, die auch auf Nintendo Switch für einen tollen Horror-Trip sorgt"
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Gut
Technik: Gut

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