Teamplay #41: Das spielt die Redaktion

Von Die Redaktion am 19. Mai 2019

In unserem Story-Format Teamplay verschaffen wir euch regelmäßig sonntags kurze Eindrücke darüber, was die Redakteure von NplusX gerade zocken. Hier geht es zu unserer letzten Ausgabe von Teamplay. Und was war nun in den vergangenen Wochen los?

Nico: Der erste Titel aus dem Hause Quantic Dream fristete schon seit längerer Zeit in meiner Steam-Bibliothek ein ungespieltes Dasein, in den letzten Tagen konnte ich diesen Umstand endlich beheben. Also habe ich mir Omikron: The Nomad Soul - nein, nicht Fahrenheit - angesehen. Der Titel erschien 1999 für Windows und Dreamcast und ist der einzige Quantic-Dream-Titel, der nie den Weg auf eine PlayStation schaffte, wohl wegen mangelnder Hardware-Power. Mein Interesse konnte der Titel hauptsächlich deswegen wecken, weil David Bowie den Soundtrack komponierte, sechs neue Stücke aufnahm und sogar zwei Rollen im Titel spielte. 

20 Jahre nach Release macht sich die alte Technik natürlich deutlich bemerkbar: frühe 3D-Grafik altert nicht gut, die Steuerung des Protagonisten ist unheimlich langsam und behäbe und der Spielwelt mangelt es überall an Details. Doch für damalige Verhältnisse wird hier schon einiges geboten, so ist die semi-offene Spielwelt eine bemerkenswert dicht bevölkerte Stadt, viele Komponenten des Spiels sind reichhaltig ausgearbeitet, sämtliche Bewegungen der Charaktere wurden mit Motion Capturing erstellt und für die aufwendige Sprachausgabe wurden bekannte Synchronsprecher angeheuert. 

Die Stadt Omikron liegt in einer Paralleldimension auf dem Planeten Phaeon, im Verlauf der Story müssen wir unsere von einem Dämon geklaute Seele wiederfinden. Der Clou besteht darin, dass wir erstens zu jedem Zeitpunkt jede der über 100 sprechenden Figuren in ein Gespräch verwickeln und uns so nach Hinweisen umhorchen können. Und zweitens setzen wir die Story nach jedem Ableben mit einer anderen Spielfigur fort; für einige Rätsel müssen wir sogar gezielt zwischen den zwölf Protagonisten wechseln. Durch die vielen möglichen Ansätze beim Entwirren der Story ist Omikron also eher für geduldige Spieler geeignet.

Jerry: In letzter Zeit habe ich Stunden über Stunden in Days Gone gepumpt. Es ist ein eigenartiges Spiel. Abgesehen von ein paar Rucklern hin und wieder macht es wenig verkehrt. Das erste große Spiel von Bend Studio bietet eine große Spielewelt, eine sehr gute Grafik, eine kompetente Story und interessante Charaktere. Es macht durchaus Spaß, aber kann dennoch nicht restlos begeistern. Würde man mich fragen „Wie ist das Spiel so?“, würde ich schulterzuckend antworten „Es ist nicht schlecht“, um dann noch mit einem verschmitzten Lächeln hinzuzufügen: Eigentlich ganz gut.

Ähnlich sind auch die Meinungen der internationalen Presse. Das liegt vor allem daran, dass Days Gone praktisch keine eigene Ideen vorweisen kann. Es wirkt, als hätten sich die Entwickler die größten Abenteuerspiele anderer Firmen angeschaut und dann einfach verschiedene Elemente aus Far Cry, Assassin's Creed, Red Dead Redemption, Dying Light oder The Last of Us zu einem neuen Spiel zusammengeschustert, und dann kam irgendein Mitarbeiter noch auf die Idee Zombies zu integrieren. Das Ergebnis ist eine vollkommen neue IP, die sich wie eine altbekannte anfühlt. Mich konnte der Titel gut unterhalten, aber ich weiß, dass er mir nicht wie bessere Spiele im Gedächtnis bleiben wird. Ich hoffe auf einen zweiten Teil, bei dem sich die Entwickler etwas mehr Individualismus zutrauen.

Andy: Nachdem ich den Titel schon länger auf dem Schirm hatte, habe ich mir kürzlich in einem Sale das Retro-Rennspiel Horizon Chase Turbo zugelegt. Der Indietitel verbindet das Gameplay von Outrun mit Rennen gegen bis zu 19 KI-Gegner.

Wie im Original kann ich selbst die engsten Haarnadelkurven fast mit Vollgas nehmen, sodass Horizon Chase Turbo eher wie ein Geschicklichkeitsspiel als ein Rennspiel daherkommt. Tatsächlich erfordert es schnelle Reaktionen und viel Fingerspitzengefühl, wenn ich mein Gefährt ohne Kollisionen um die gegnerischen Boliden herum manövrieren möchte. Für etwas Würze sorgen die auf jeder Strecke verteilten Münzen - für den Erwerb der besten Trophäe müssen alle Münzen eingesammelt und gleichzeitig das Rennen gewonnen werden. Bereits im ersten Drittel des Spiels ist der Schwierigkeitsgrad angenehm fordernd.

Als Komponist konnte Barry Leitch angeheuert werden, der schon für viele andere Arcade-Racer - darunter Top Gear Rally für das N64 - einen Soundtrack gebastelt hat. Auch grafisch sieht der Titel äußerst schick aus, wenngleich die Streckendesigns angesichts der Tatsache, dass man eigentlich eine Weltreise durch 12 exotische Locations mit insgesamt über 100 Rundkursen macht, leider etwas abwechslungsarm daherkommen. Außerdem leidet die Nintendo-Switch-Version unter Performance-Problem, sodass ich im Nachhinein wohl doch lieber zur technisch überlegenen PS4-Version gegriffen hätte.

Deniz: Mit Romancing SaGa 2 auf meiner treuen Switch habe ich eines der seltsamsten JRPGs begonnen, das ich je erlebt habe. Square etablierte sich bereits zu SNES-Zeiten als Major Player mit diversen Final Fantasys, Secret of Mana und Chrono Trigger, aber auch weniger bekannten Rollenspielen wie der SaGa-Reihe, die ursprünglich auf dem GameBoy als Final-Fantasy-Spinoff startete und ziemlich... experimentell ist. 

Romancing SaGa 2 hat ein seltsames, teilweise randomisiertes Levelup-System, eine mehrere hundert Jahre und viele charakterlose Charaktere umspannende, teilweise nonlineare Geschichte, einen extrem schwankenden und oft frustrierend hohen Schwierigkeitsgrad mit zahllosen unfairen Situationen und generell total viele Mechaniken, die dem Spieler einfach null erklärt werden. Lustig ist aber, dass man hart bestraft wird, wenn man sie nicht früh meistert. Ich bin selten dermaßen oft in einem JRPG gestorben und im Gegensatz zu den meisten anderen Spielen kann ich weder meine Taktik großartig ändern, noch grinden (denn Gegner skalieren mit der Anzahl bestrittener Kämpfe mit und werden eher schwerer als leichter, wenn man grindet).  

Ich bin inzwischen zwar fast durch mit dem Spiel, muss aber wohl oder übel nochmal von vorne anfangen (New Game+ kann jederzeit angefangen werden, wobei der Battle Count zurückgesetzt, aber einige Attribute der Charakterklassen erhalten bleiben), denn im letzten Szenario haut mich einfach jeder random Gegner in 1-2 Runden tot, teilweise bevor ich überhaupt agieren kann. Wirklich empfehlen kann ich das Spiel nicht, es frustet deutlich mehr als es Spaß macht, aber wer sich davon nicht abschrecken lässt, dem empfehle ich die Lektüre mehrerer Guides vor und während des Spiels...

Und wie habt ihr vor den Bildschirmen das schlechte Wetter genutzt?

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9 Kommentare:


Etzloets
vor 6 Monaten | 3
Ich habe gestern in PES mit Southampton die Premier League gewonnen in der zweiten Saison. In der CL und im Pokal war jeweils im Viertelfinale Schluss. Dafür hat es am letzten Spieltag noch geklappt Man City zu überholen.

Dazu bin ich noch in Dragons Dogma und Final Fantasy X auf der Switch vertieft. Und Yoshi liegt auch noch rum. Und Monster Hunter XX würde ich auch gerne weiterspielen.

Matthew1990
vor 6 Monaten | 1
Monster Hunter kann ich nur empfehlen. Da kann man auch gerne mal mit Deniz und mir online spielen. :P
Etzloets
vor 6 Monaten | 1
Gerne. Ich bin aber noch ganz am Anfang. Das wäre für euch sicher Kindergarten

Denios
vor 6 Monaten | 2
Das macht nix :)

Etzloets
vor 6 Monaten | 1
Dann wäre ich natürlich gerne mal dabei


Matthew1990
vor 6 Monaten | 0
Ich habe Pokémon Let's Go fast fertig. Da fehlt mir nur noch Melmetal. Wird da leider nur etwas dauern, weil diese blöde Kiste in Pokémon Go sich nur alle 4 Tage öffnen lässt und man 400 Bonbons zur Entwicklung braucht.

TraxDave
vor 6 Monaten | 0
LEGO City Undercover auf Wii U wurde beendet. Nach wie vor bin ich recht begeistert von dem Spiel. Danach wurde spontan The Amazing Spiderman 2 für Wii U eingelegt (damals um ca. 5€ gekauft um über den Betrag für den gratis Versand zu kommen) - mehr war es auch auf keinen Fall wert. Selten so ein schlecht gemachtes Spiel gesehen. Lustigerweise hat's mich trotzdem unterhalten.

KHIII stagniert noch weiter vor sich hin, dafür habe ich Darksiders (1) auf der PS3 in der Ur-Version gestartet und bin bei ca. der Hälfte des Abenteuers. Dreister God of War Klon - Spaß macht's trotzdem sehr viel!

CaptainSatan
vor 6 Monaten | 0
Ich hab mir das geniale Rayman Legend jetzt schon zum 3. mal gekauft

CaptainSatan
vor 6 Monaten | 1
Wath the F*** !! Wieso ist mein Kommentar gekürzt???