Test: Mechstermination Force

Von Michael Prammer am 20. April 2019

Wie wäre es mit einem 2D-Shooter, der ausschließlich auf kolossale Bosskämpfe setzt und zusätzlich mit einen bockschweren Schwierigkeitsgrad daherkommt? Willkommen bei Mechstermination Force.

In diesem kleinen Indie-Titel, der dem Genre der 2D-Action-Sidescroller zugeordnet werden darf, verzichten die Entwickler beinahe komplett auf eine Hintergrundgeschichte. Nur soviel wird an den Spieler herangetragen: Riesige Roboter und Mechs haben die Weltherrschaft an sich gerissen und sind in unterschiedliche Städte eingefallen. Es gibt nicht mehr viele Überlebende auf dem Planeten, außer einer kleinen Elite-Einheit, deren Kopf der Hauptprotagonist des Titels ist. Aus einem kleinen Unterschlupf heraus werden fortan verschiedenen Operationen gesteuert, um das Überleben der Menschheit zu sichern.

Bosskampf-Orgie mit hohem Schwierigkeitsgrad

All das klingt im ersten Moment sogar recht aufregend, allerdings ist die Geschichte nur fades Beiwerk und wird im Spielverlauf so gut wie gar nicht weitererzählt. Die erwähnte Basis dient im Grunde auch nur zum Aufwerten des Helden, dazu kommen wir jedoch später. Ansonsten dient der Unterschlupf noch als Hubworld, um von dort in die einzelnen Stages zu gelangen. Dabei bietet das Spiel keine klassischen Ballerorgien durch kleinere Gegnergruppen, stattdessen steht der Spieler sofort einem kolossalen Boss gegenüber. Und hier steht der Spieler sprichwörtlich oftmals wie der Ochs vor dem Berg, denn zunächst gilt es herauszufinden, wo denn die Schwachstellen des Giganten sind. Haben sich diese herauskristallisiert, geht es ans Eingemachte und es gilt durch gezielte Schüsse das Stahlmonster in die Knie zu zwingen. Während und am Ende des Kampfes winken zudem Goldmünzen, die in der Basis ausgegeben werden dürfen und in neue Waffen oder Energieerweiterungen investiert werden können.

Das klingt alles zunächst ganz spaßig, erweist sich allerdings bereits ab dem dritten Bosskampf als regelrechte Trial-and-Error-Orgie. Denn bereits zu diesem Zeitpunkt müsst ihr die hart verdienten Goldmünzen sinnvoll investieren und gut überlegen, ob es denn die neue Waffe oder vielleicht doch ein weiterer Herzcontainer sein soll, welche euch unter die Arme greift. Bereits besiegte Bosse lassen sich immer wieder erledigen und so bleibt vor einem unbesiegbar erscheinenden Kampf nichts anderes übrig, als die bereits erlegten Mechs wieder und wieder zu besiegen, um das Konto zu füllen und die notwendige Ausrüstung zu kaufen. Hierbei schleicht sich schnell eine gewisse Monotonie ein, da die Kämpfe mitunter wirklich sauschwer sind und die richtige Taktik erst durch unzählige Fehlversuche herausgefunden werden will. Am Ende allerdings, wenn der Boss besiegt ist, macht sich das Gefühl der Triumphs breit und es kommt immer wieder die notwendige Motivation auf, um weiterzuspielen.

Steuern lässt sich Mechstermination Force hingegen jederzeit einwandfrei. Wer stirbt, tut das sicher nicht aufgrund ungenauer Eingaben am Controller, sondern weil er die Mechanik des Bosses noch nicht verinnerlicht oder den Energiehaushalt nicht im Griff hat. Dabei ist es egal, ob der Joy-Con-Controller den Helden zum Sieg trägt oder der Pro-Controller das bevorzugte Eingabegerät ist. Apropos Joy-Cons: Das Abenteuer lässt sich auch im Koop-Modus mit einem zweiten Spieler spielen, wodurch doppelte Freude aufkommt. Auch ansonsten läuft das Spiel aus technischer Sicht einwandfrei und der Comic-Look kommt rund und flüssig rüber, ohne irgendwelche Fehler zu offenbaren.

Fazit:

Mechstermination Force bietet kurzweilige Action-Unterhaltung für Spieler, die über eine gewisse Frustresistenz verfügen und kein Problem damit haben ein Level das eine oder andere Mal wiederholen zu müssen. Dabei sind mit dem Begriff "Level" jedoch einfach nur eine Menge kolossaler Bosskämpfe gemeint, denn ihr solltet euch weder auf eine tolle Story noch auf lange Erkundungen einstellen. Schnörkellose Action, schnelle und harte Bosskämpfe und der immer wiederkehrende Tod – das sind die Hauptelemente des Spiels. Und diese funktionieren. Allerdings bietet der Titel eine Menge Trial-and-Error und es bedarf gerade bei den späteren Bossen viel Ausdauer, um diese auch besiegen zu können. Zu einer Topwertung reicht es deshalb für Mechstermination Force leider nicht, dennoch kann der Titel wirklich gut unterhalten.

Wertung:

7.5

Michael Prammer meint:

"Kurzweiliges Actionspektakel, das eine gewisse Frustresistenz voraussetzt."
Spielerlebnis: Gut
Umfang: Durchschnittlich
Technik: Sehr gut

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