Test: Mutant Year Zero: Road to Eden

Nutzer-Story von JoWe am 06. Februar 2019

Wenn Schwein und Ente zusammen durch eine postapokalyptische Welt streifen, um sich gegen Ghule, Roboter und andere Zonenbewohner zu verteidigen...

...dann ist das keine ostdeutsche Landwirtschaftssimulation, sondern eine Gechichte in der Welt des Pen-and-Paper-Rollenspiels „Mutant Year Zero“. Das rundenbasierte Taktikspiel führt den anspruchsvollen Strategen durch verschiedene zusammenhängende Areale der von einem Atomkrieg vernichteten, feindlichen und menschenleeren Welt.
BCThNmutant_year_zero_screenshot4.jpgXCOM-Kenner werden sich in den taktischen Rundenkämpfen direkt absolut heimisch fühlen. Jedes Teammitglied kann mit unterschiedlichen Waffen und Ausrüstung ausgestattet und mit Mutationen, die durch gewonnene Erfahrungspunkten freigeschaltet werden können, nach seinen Vorlieben individualisiert werden. Zwar ist die Anzahl an Möglichkeiten überschaubar, es ergeben sich allerdings kreative Kombinationsmöglichkeiten. Der Einsatz der Mutationen in den Kämpfen ist durch einen „Kill-Cooldown“ beschränkt und muss daher gut geplant werden. So kann ein Gegner für zwei Runden zwar „übernommen“ werden, für den Einsatz einer weiteren Mutation (des gleichen Teammitglieds) müssen aber zuvor drei Gegner besiegt werden.

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In der Arche, der Heimatbasis, kann man sich für aufgesammelten (und spärlich gesäten) Schrott teure Medikits, unterschiedliche Granaten, Waffen und Waffenmodifikationen kaufen. Viel Leben bietet die Basis abseits davon nicht - ist aber nun mal der Aufhänger für die etwas belanglose und lineare Geschichte einer zusammenbrechenden Wasserversorgung und der damit verbundenen Suche nach dem vermissten (einzigen) Techniker.

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Die Charaktere im für die Kampfsituationen zusammengestellten Dreiersquad haben zwei Aktionspunkte für verschiedene Aktionen zur Verfügung, der Zug ist nach Verbrauch der Punkte zu Ende - er kann natürlich auch vorher beendet werden - und dann sind die Gegner dran. Diese sind dem eigenen Team zahlenmäßig überlegen und sowohl gut ausgerüstet, als auch stark gepanzert - insbesondere die Bossgegner sollten nicht angegriffen werden, bevor man in dem entsprechenden Gebiet einzelne Gegner mit lautlosen Waffen ausgeschaltet hat. Ist man zu laut oder schafft man es nicht, den Gegner auszuschalten (bzw. für den nächsten Zug kampfunfähig zu machen), ruft dieser in seinem Zug nämlich seine gesamten Kumpanen in dem Gebiet auf den Plan. Selbst auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad sind die Kämpfe durchgängig fordernd, das Ausnutzen von Deckungsobjekten, die eine volle (allerdings auch zerstörbare) Deckung in den abwechslungsreichen Gebieten bieten, ist daher überlebenswichtig. Die KI der Gegner ist hierbei absolut schonungslos: Deckungen und höhere Positionen werden ausgenutzt, das Team flankiert und eingekreist, Mutationen seitens der Gegner gezielt und effektiv eingesetzt.

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Die abwechslungsreichen Gebiete strotzen vor liebevoll gestalteter Details und entlocken den sympathischen Protagonisten immer wieder den einen oder anderen witzigen Spruch. Auch Unterhaltungen der Gegnertruppen tragen zur Atmosphäre bei. Diese können abseits der Kämpfe in Echtzeit frei erkundschaftet und geplündert werden. Gegnergruppen sind frühzeitig sichtbar und können größtenteils umgangen werden, um die Teammitglieder für einen guten strategischen Einstieg frei zu positionieren, bevor man in den (Kampf-)Rundenmodus wechselt - vorausgesetzt, man stolpert nicht in den Sichtradius der Gegner. Die Karten sind nicht generisch und einmal besiegte Gegner und geplünderte Objekte tauchen nicht wieder auf, eine Rückkehr zu einmal abgeschlossenen Orten ist nicht nötig, man kann nicht grinden oder überleveln.

Die Story in der Zone ergibt sich in Gesprächen zwischen den Teammitgliedern und wird in wenigen gezeichneten Zwischensequenzen vorangetrieben. Die Musik fängt die Atmosphäre gut ein und passt sich dynamisch der jeweiligen Situation an. Das gesamte Setting ist von den Charakteren bis zum Waffendesign in sich überzeugend und stimmig. Technisch ist Mutant Year Zero solide umgesetzt und sieht gut aus. Leider lässt sich nicht in das Geschehen hineinzoomen oder die Kamerahöhe verändern. Bei der Xbox-One-Fassung kam es außerdem leider zu relativ häufigen Abstürzen, so dass man auf der Startseite landete.

Wertung:

8.0

JoWe meint:

"Echtzeit-Rundenstrategie-Mix in postapokalyptischer Atmosphäre - tierisch anspruchsvoll."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Gut
Technik: Durchschnittlich

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