Angespielt: Apex Legends

Von Michael Prammer am 05. Februar 2019

Erst gestern Abend wurde der Free-to-Play-Shooter Apex Legends, der im Titanfall-Universum angesiedelt ist, via Livestream von EA und Respawn Entertainment enthüllt. Wir sind bereits in die Schlacht gezogen.

Die Titanfall-Entwickler Respawn Entertainment haben höchstpersönlich Hand angelegt und springen mit Apex Legends auf den weiterhin rasenden Battle-Royale-Zug auf. Denn genau das ist Apex Legends: Ein reinrassiger Battle-Royale-Shooter, wie er spätestens seit PUBG und Fortnite fester und beliebter Bestandteil der Gamingbranche geworden ist. Die Spielregeln unterscheiden sich jedoch etwas von den bisherigen Genrevertretern und es gibt einige weitere Besonderheiten, die für frischen Wind sorgen. Zwar bleibt die Grundformel des „Last-Man-Standings“ bestehen, jedoch wurde das Gameplay an einigen Stellen um weitere Facetten bereichert. Und ebenso ganz wichtig: Das Spiel ist im Grunde komplett kostenlos spielbar, auch wenn ihr genretypisch überall auf Goodies hingewiesen werdet, die ihr via Echtgeld erwerben könnt. Glücklicherweise sind alle Gegenstände, die ihr auf diese Weise erwerben und nicht freispielen könnt, rein kosmetischer Natur.

Doch der Reihe nach. Wer Titanfall liest und hofft, dass er es mit den Stahlgehilfen aus der Serie zu tun bekommt, der wird wohl zunächst einmal enttäuscht sein. Die namengebenden Titans spielen hier nämlich keine Rolle. Stattdessen habt ihr die Wahl zwischen sechs menschlichen Helden im futuristischen Look. Zusätzlich könnt ihr zwei weitere Charaktere entweder mit etwas Zeitaufwand freispielen oder mittels Echtgeld hinzukaufen. Anders als in anderen Battle-Royale-Shootern unterscheiden sich die Helden jedoch nicht nur optisch voneinander, sondern verfügen auch jeweils über eine besondere Fähigkeit, die sie im Kampf einsetzen können. Da wäre zum Beispiel die Sanitäterin Lifeline, die mithilfe einer Barriere kampfunfähige Verbündete zurück ins Spiel holen kann. Oder aber Spurenleser Bloodhound, der die letzten Gegneraktivitäten lokalisieren und somit dieses Wissen gezielt für sein Team nutzen kann.

Team? Verbündete? 

Richtig gelesen, denn auch in diesem Bereich existiert ein großer Unterschied im Vergleich zu Fortnite und Co. Ihr startet das Spielgeschehen nämlich immer als sogenanntes Squad bestehend aus drei Kämpfern - ein Solomodus wird nicht geboten. Dabei wird euer Charakter der Reihe nach ausgewählt und wer sich hierbei schon ein wenig Gedanken macht, kann sein Team strategisch klug zusammen stellen. Teamwork ist also Trumpf und so ist der Tod nicht das unmittelbare Ende. Wird die Kampfmarke, die jeder gefallene Spieler hinterlässt, vom eigenen Team aufgesammelt und an einem der verteilten Respawn-Punkte auf der Karte eingesetzt, darf der gefallene Held einmal pro Spiel wiederbelebt werden. Ansonsten gleicht Apex Legends den anderen Genrevertretern aber schon sehr deutlich. Der gemeinsame Absprung aus einem Flugzeug, das Aufsammeln von Gegenständen und Waffen und die stetig kleiner werdende Karte sind feste Bestandteile des Gameplays. Statt 100 Kämpfern sind allerdings nur 60 Kampfgenossen zeitgleich im Einsatz. Angesichts der Größe der (bisher einzigen) Karte kann es gerade zu Spielbeginn noch zu etwas Leerlauf kommen. Hier gilt es, das Spielerlebnis nachträglich weiter zu verfeinern.

Apex Legends spielt sich dabei relativ flott, kommt mit einer interessanten Optik daher und die ersten Spiele in unserer Testsession liefen alle ohne Verbindungsabbrüche ab. Vereinzelte Ruckler und teils unsaubere Texturen stören den Spielablauf nicht, im Grunde läuft das Spiel schon sehr ordentlich. Auch die Steuerung geht gut von der Hand und funktioniert ohne Beanstandung. Die bisher verfügbare Karte wirkt allerdings designtechnisch recht einseitig und bietet zu wenig Abwechslung. Zwar gibt es Flüsse, Sümpfe und mehrere Gebäude, jedoch sieht alles relativ ähnlich aus. 

Momentan fehlt dem Spiel außerdem die Langzeitmotivation. Es lassen sich zwar neue Skins für Waffen und Kämpfer freischalten und wer richtig viel Ausdauer hat, schaltet sogar die beiden zusätzlichen Helden frei, es gibt allerdings abseits dessen kaum etwas zu tun. Ein Season-Pass, der im März erscheinen soll, wird wohl für Abwechslung sorgen, dürfte die Spieler allerdings zur Kasse bitten.

Fazit und Ausblick:

Apex Legends ist eine willkommene Abwechslung im Battle-Royale-Dschungel und kann mit seinen neuen Ideen durchaus überzeugen. Zudem spielt es sich relativ flüssig und leistet sich nur wenige technische Schnitzer. Auch die Verbindungen haben in den ersten Stunden immer bestens funktioniert. Das Helden-System sorgt für zumindest etwas Innovation im Genre, das Teamplay wirkt frisch und durchdacht. Apex Legends ist zudem komplett kostenlos und lediglich optische Anpassungen fordern (aktuell) den Geldbeutel, alles andere lässt sich mit etwas Geduld erspielen. Aktuell fehlt es dem Titel jedoch ein wenig an Abwechslung und Langzeitmotivation. Die einzige Karte wirkt etwas eintönig und außer neuen Skins lässt sich momentan nicht viel freispielen. Hier müssen die Entwickler in nächster Zeit noch nachlegen. Fans von PUBG, denen Fortnite zu bunt ist und die etwas Neues erleben möchten, sind hier aber goldrichtig und sollten dem Titel aus dem Hause Respawn Entertainment definitiv eine Chance geben.

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2 Kommentare:


Asinned
vor 5 Monaten | 1
Klingt cool. Hab bisher das Battle Royal Genre gemieden, aber vll schau och hier mal rein

NXPro
vor 5 Monaten | 0
Gerade mal angespielt und es ist vorallem gar nicht so einfach die ersten Runden reinzukommen. Nachdem ich mir die ganzen Tasten/Kombinationen angeschaut habe und einen kleinen Überblick über die Waffen, macht es aber Spaß.

Kann nur jedem empfehlen es auszuprobieren, bisher war ich kein Fan von "Battle-Royal" und ganz wichtig, am Anfang nicht verzweifeln. :)