Test: Super Smash Bros. Ultimate

Nutzer-Story von Matthew1990 am 13. Januar 2019

Konsole: Nintendo Switch

Release: 07.12.2018

Abschlussdatum: 13.01.2019

Spielzeit: ca. 80 Stunden

Spieleinhalt

Ich habe alle 8 Kategorien an Meilensteine frei geschaltet und den Classic Mode mit allen verfügbaren Charakteren durch gespielt.

Spieleranzahl

World of Light und Spirit Board sind Einzelspieler-Bereiche, während der Classic Mode und Mob Smash mit bis zu zwei Spielern gespielt werden kann.
In Smash könnt ihr mit bis zu acht Spielern gleichzeitig alle Optionen spielen, wobei das Turnier-Format theoretisch gesehen bis zu 32 Spieler zulässt.

Story

"Lasst keinen Einzigen entkommen", sprach Fox zu seinen Nintendo-Kameraden, während sie sich vor einer Schlucht befanden, wartend auf eine Armee von Meisterhänden. Doch der Ansturm legte sich und die Hände wurden von einer hellen Macht aufgesogen: Galeem. Im Anschluss löschte die Lichtgottheit die Armee der Nintendomaskottchen aus, die sich entweder zu wehren versuchten oder die Flucht ergriffen. Nur Kirby alleine konnte den Fängen von Galeem entkommen und macht sich auf in der Welt des Lichts, um seine gefallenen Freunde zu befreien.


Review

Super Smash Bros. Ultimate bringt das Crossover-Beat'Em Up auf die Nintendo Switch. Mit dem Statement "Everyone is here" bringt Ninteno alle Charaktere mit, die je in einem Ableger erschienen sind, weshalb wir die Rückkehr von Pichu, Young Link, Ice Climbers, Wolf, Snake und dem Pokémon Trainer begrüßen dürfen. Natürlich feiern hier auch einige Charaktere ihr Debüt, wie Isabelle (Animal Crossing), Incineroar (Pokémon), Simon (Castlevania), King K. Rool (Donkey Kong), Inkling (Splatoon) und Ridley (Metroid). Zusätzlich brachte Nintendo hier eine neue Charakterkategorie ein: Die Echo-Fighter. Dies sind weitere Charaktere, die ihrem Original nur wenig abweichen. Darunter fallen alte Charaktere, wie Lucina zu Marth oder Dark Pit zu Pit. Ganz neu sind Daisy zu Peach, Dark Samus zu Samus, Chrom zu Roy, Richter zu Simon und Ken zu Ryu. Die Stagevielfalt ist ebenfalls eine gewaltige Hausnummer, denn mit über 100 Kampfschauplätzen ist dies der bisher größte Umfang bei der Auswahl. Primär bediente man sich bei der Mapauswahl an den Vorgängern und sorgte dafür, dass sie in neuer Grafik aufblühen, dennoch dürfen wir uns über vier ganz neue Kampfareale freuen: New Donk City Hall aus Super Mario Odyssey, Great Plateau Tower aus The Legend of Zelda: Breath of the Wild, Moray Towers aus Splatoon und Dracula's Castle aus der Castlevania-Reihe.

Ansonsten bringt das Spiel viele Inhalte mit sich, die sich in fünf Menüs aufteilen lassen, welche sich ebenfalls in Submenüs unterscheiden.

Spirits: In drei Submenüs lässt sich der Einzelspieler weiter aufteilen und präsentiert die Spirits, die neu im Spiel erschienen sind. Spirits sind der Trophäenersatz, die diverse Videospielcharaktererepräsentieren und lassen sich rollenspiel-artig interagieren: Ihr könnt sie trainieren, ausrüsten und manche sogar entwickeln. Darunter fallen viele verschiedene Arten von Spirits. Primäre Spirits präsentieren eure Stärke, die sich alle in eine von vier Kategorien einordnen lassen: Angriff, Verteidigung, Griff und neutral. Diese Kategorien funktionieren wie ein Schere-Stein-Papier-Prinzip: Griff schlägt Verteidigung, Verteidigung schlägt Angriff, Angriff schlägt Griff, während neutral weder Stärken noch Schwächen hat. Sekundärspirits geben euren Charakteren weitere Attribute, wie ein bestimmtes Startitem oder immunisieren euch gegenüber manche Stagehazards.

Dieses Spiritsystem könnt ihr sowohl im ersten Unterpunkt "Adventure" als auch im zweiten "Spirit Board" finden. Der Adventure-Modus ist der Story-Bereich, der euch die Geschichte in wenigen Videosequenzen erzählen möchte. Ihr spielt hier als Kirby und müsst über eine schön designte Welt präsentiert als Artwork herum laufen und viele verschiedene Herausforderungen absolvieren, die durch Spirits beeinflusst werden, wie man es dem Charakter zuordnen kann – so trefft ihr beispielsweise auf ein rotes Pikmin-Spirit, der den Kampf in die Welt von Pikmin austragen lässt und eure Kontrahenten eine Armee aus kleinen Incineroars sind, während der Boden aus Lava besteht. Zusätzlich trefft ihr auf gefallene Helden, die ihr freikämpfen könnt und sich euch anschließen werden. Ansonsten bringt das Spiel viele Rollenspiel-Elemente mit sich, wie das Entdecken von Truhen oder ein Skillbaum. Darüber hinaus lassen sich hier sehr viele Unterwelten auffinden, die an Spieleklassiker angelehnt sind.

Das Spirit Board erinnert an das System aus dem Vorgänger: Ihr habt eine Auswahl an Tickets, die weitere Spiritchallenges präsentieren und könnt dort zeitlich begrenzt eine bestimmte Spiritvorlage für eure Sammlung frei spielen.Im Gegensatz zum Adventure-Mode könnt ihr zusätzliche Items verwenden, um die Spiritauswahl neu zu würfeln oder die Herausforderung zu schwächen.

Der dritte Bereich ist eure Spirit-Collection, wo ihr ein Team mit Primär- und Sekundärspirit aufstellen könnt, eure Sammlung an Spirits begutachten könnt, eure Spirits mit Ressourcen aufleveln, entfernen oder fusionieren könnt.
Zwischendurch bringt Nintendo hier diverse Events ins Spiel, wie den Erhalt doppelter Erfahrungen oder es erscheinen Spirits einer bestimmten Kategorie.


Mein großer Kritikpunkt am Spiritsystem ist die absurde Unnötigkeit dieser Verfahren. Der strategische Ansatz gegen Schild ein Griff-Spirit zu nehmen begrenzt sich auf das Aufrufen des Menüs und dem automatischen Anlegen. Ich selbst habe mir einfach vier Teams zusammen gestellt und durfte immer genervt das Setup dem gegnerischem Spirit anpassen, damit ich überhaupt eine Chance hatte. Die Sekundärspirits sorgen dafür, dass der Großteil der Herausforderungen völlig belanglos werden: In meinem Beispiel kämpft ihr gegen eine Gegnerhorde mit Lavaboden. Die Lösung ist so trivial, dass es wieder albern ist - ihr rüstet euch mit einem Spirit aus, wodurch ihr immun gegen Lava werdet.
Mir gefällt die Welt von World of Light optisch und musikalisch, 
wieauch all die schönen Anspielungen sehr, aber die Erwartungen auf eine epische Story mit Videosequenzen und Sprachausgaben wurde hier nicht erfüllt. Ebenso sind all die angepassten Herausforderungen mit Liebe kreiert, aber ich vermisse als Smash Bros.-Veteran all die schönen Trophäen mit ihren Trivia-Texten.

Smash: Für den lokalen Mehrspieler habt ihr die freie Wahl auf ein ganzes Regelwerk und könnt euch Regelsets anlegen, um nicht all die Einstellungen neu anzulegen. In fünf Unterpunkten findet ihr eine große Auswahl an Partyoptionen. In Smash habt ihr das klassische Smash Bros., wie man es gewohnt ist: Die Auswahl der Stage, die Auswahl der Charaktere und rein ins Getümmel. Ob mit oder ohne Items, auf Zeit oder Leben, mit Schadensmeter oder Lebensanzeige, mit Stagegefahren oder ohne, alle Stages oder nur Battlefield- bzw. Omega-Formen, gegen CPUs oder Freunde, zu zweit oder bis zu acht, Final Smash aktiv oder deaktiviert, im Team oder Free-4-all – hier sind die Optionen euch überlassen.

Der zweite Punkt ist Squad Strike, der euch in einen Teamkampf bringt. In einer Auswahl zwischen 3vs3 oder 5vs5 sucht ihr euch entsprechend der Anzahl die Charaktere aus, die in einem Team gegen das jeweilige andere antreten. Die Reihenfolge der aufeinanderfolgenden Kämpfer bleibt euch überlassen, wodurch ihr genau planen könnt, welcher Kämpfer in den Ring steigt, wenn der Vorgänger aus der Stage geworfen wurde.

Zurück kehrt das Turnier-Format, wo ihr bis zu 32 Spieler einfügen könnt, egal ob humane oder computergesteuerte Gegner. Bei einer unterschiedlichen Auswahl an Baumverfahren könnt ihr euer eigenes, individuelles Turnier erschaffen und lokal mit bis zu 32 Spielern spielen.

In Special Smash habt ihr Zugriff auf noch mehr Möglichkeiten: Custom Smash gibt zusätzliche Regeln an, wie unsichtbare Kämpfer, fixe Kamera, schnelle Charaktere, etc., Super Sudden Death, bei dem jeder Spieler bei 300% Schaden beginnt oder im neuen Modus Smashdown, bei dem verlorene Kämpfer nach und nach ausscheiden.

Der letzte Menüpunkt gibt euch die Controlleroptionen, um die Tastenbelegung frei zu hinterlegen.


Hier sind Unmengen an Partyoptionen im Spiel, wo jeder irgendwie Spaß an Smash haben kann - egal, ob Pro-Spieler in einem 1vs1-Format mit 3 Leben, zeitlich begrenzt auf Omega- bzw. Battlefield-Stages kämpfen oder Casual-Spieler ihren Spaß im Custom Smash finden und sich mit Items aus dem Ring werfen. Der Umfang ist hier nahezu grenzenlos bei der Charakter-, Stage- und Optionsauswahl. Ebenso könnt ihr mit der Mitspieleranzahl Spaß haben: Spielt zu zweit gegen CPUs oder gegeneinander oder organisiert einen Spieleabend mit 20 Leuten. 8 Leute finden Platz im Smash. Bei Bedarf eröffnet ihreinfach ein Turnier.

Games & More: Fünf weitere Menüpunkte findet ihr in diesem Areal. Im Classic Mode könnt ihr ganz gewohnt euren Kämpfer wählen und absolviert eine Reihe an Kämpfen, die alle individuell an euren Kämpfer angepasst sind. Spielt ihr als Richter, treten gegen euch nur Echo-Fighter entgegen, als Young Link kommen nur Zelda-Charaktere und Dark Samus legt sich mit allen Charakteren an, die erschaffen wurden, z.B. Mewtu. Klassisch erwartet euch eine Bonusstage, die für jeden Kämpfer die gleiche ist: Ihr lauft einem schwarzen Loch davon, erreicht am Ende eine Kanone und sammelt unterwegs möglichst viele Punkte ein. Das Ende des Classic Mode wird meist mit einem Endboss besiegelt. Ganz überraschend erwartet euch hier nicht immer Meister- und Crazyhand.

Im Trainingsmodus wird euch eine exklusive Stage zur Verfügung gestellt, die im Hintergrund ein Messraster enthält und bei Schlagabtausch Fluglinien einzeichnet, um eine präzise Auswertung eurer Kampfmoves zu haben. Zusätzlich könnt ihr viele Moves hier üben und gewohnte Optionen einstellen, wie einen hüpfenden CPU, Items herbei beschwören oder Schaden regulieren.

Der Mob Smash umfasst Century Smash (auch bekannt als 100-Man-Smash), wo ihr 100 Miis von der Stage befördern müsst, All-Star Smash, der eine veränderte Version vom bekannten All-Star-Modus ist und Cuel Smash, mit ultra schweren Mii-Kämpfern.

Weitere Menüpunkte wären Mii Fighters, um eure eigenen Mii-Kämpfer mit individuellen Angriffen und Outfits, und amiibo zu erstellen.

Mein Highlight in der Einzelspielererfahrung war das Beschreiten aller indidivudellen Herausforderungen der Charaktere. Eine gewisse Enttäuschung kam jedoch beim herunter gedrosselten All-Star-Modus, der eher einem Unendlich-Man-Smash mit normalen Kämpfern gleicht.


Vault: Abseits vom Gameplay habt ihr hier eure Sammlung an Soundtracks, die eine enormale Masse an Videospielmusik enthält, Replays von aufgenommenem Matches, die sich zurzeit leider nicht mehr auf Social Media teilen lassen, Records für Statistiken, Meilensteine und gesammelte Smashtags von Online-Gegnern, die bekannten Meilensteine, Videosequenzen aus dem Story-Modus, Tipps und ein ingame-Shop für Mii-Outfits, Spirits, etc.

Online: Dieser Bereich lässt euch online bei anderen Kämpfen zuschauen/nach schauen oder ihr spielt selbst gegen andere Spieler aller Welt. Ihr könnt dabei im Quickplay Gegner zugewiesen werden, die eurem Skilllevel gleichen und aufsteigen bis ihr euch im Elite-Smash wiederfindet, oder ihr erstellt eine Arena, um mit u.a. Freunden online zu spielen. Die Regeln lassen sich im Online-Spiel recht frei anpassen. Im Arenamodus ganz praktisch. Das Matchmaking sorgt zwar dafür, euch Gegner mit eurem Regelwerk zuzuordnen, dennoch kann es passieren, dass plötzlich ein Smash-Ball auftaucht, obwohl ihr ein faires 1vs1 spielen wolltet.

Im Grunde ist Super Smash Bros. Ultimate ein hervorragendes Spiel. Nur der Story-Modus lässt ein paar Kritikpunkte offen. Dennoch macht das Spiel vor allem in Auswahl und Gameplay fast alles richtig.

Wertung:

9.5 / 10

Matthew1990 meint:

"Der ultimative Prügelspaß mit dem bisher größten Umfang, den Super Smash Bros. je geboten hat."
Spielerlebnis: Herausragend
Umfang: Herausragend
Technik: Herausragend

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